Dabei liegen funktionierende Modelle längst auf dem Tisch. In Norwegen erhalten Spielerinnen automatisch eine Vertragsverlängerung um ein Jahr, wenn sie sich vor Ablauf in der zwölften Schwangerschaftswoche befinden. In der US-Liga NWSL gehören sechs Monate voll bezahlter Mutterschutz, medizinische Betreuung, Kinderbetreuung und familienfreundliche Reiseplanung zum Standard. Almuth Schult sagte nach ihrem Wechsel nach Kansas City: "In den USA ist es am einfachsten, Fußball und Familie zu vereinbaren.“ In der NWSL werde an viele Dinge gedacht, die in Deutschland bislang kaum Beachtung fänden.
Auch Australien geht weiter als Deutschland: In der A-League Women gibt es bis zu zwölf Monate Elternzeit, garantierte Rückkehr und Unterstützung durch die Spielergewerkschaft. "Andere Ligen zeigen in interessanten Modellen, wie es funktionieren kann. Da können wir uns in der Bundesliga sicherlich noch etwas abschauen“, so Felde.
Offen bleibt in Deutschland auch, was nach der Geburt und dem Mutterschaftsurlaub konkret passiert. Während es nach Verletzungen klare Reha- und Wiedereingliederungspläne gibt, fehlt ein vergleichbarer Standard für Mütter im Profifußball. "Es gibt dieses Schema F noch nicht, schlussendlich muss man auch vieles individuell für die Spielerin angepasst angehen, wie wir es auch in Freiburg gemacht haben. Trotzdem wäre es gut, einen groben Plan zu haben, an dem man sich orientieren kann, bevor man zurückkehrt."