ALS SELBST DIE BAGGER STAUNTEN

Wunderteam, Wachstumsexplosion, Reservistendasein: Wie aus Erling Haaland der umworbenste Torjäger Europas wurde

Ein herrlicher Sommertag im norwegischen Bergen neigt sich langsam dem Ende zu. Im Hafenviertel Bryggen füllen sich langsam die Restaurants und Kneipen, als es für den in der Stadt beheimateten Erstligisten Brann nur noch darum geht, Schlimmeres zu verhindern. 

Die Anzeigetafel im Stadion zeigt um 18.21 Uhr eine Null und eine Vier an. Der Tabellenführer im eigenen Stadion gedemütigt von einem Teenager, dessen Babyface nicht so recht zu den durchtrainierten Oberschenkeln und dem das blaue Trikot spannenden Oberkörper passen will. 

Samuel Sahin-Radlinger erinnert sich noch genau an jenen 1. Juli 2018. "Nach 20 Minuten haben wir uns gegenseitig ziemlich blöd angeschaut", sagt der damalige Brann-Torhüter zu Goal und SPOX. "Man muss sich das mal überlegen: Du kassierst in 14 Ligaspielen sechs Gegentore und dann bekommst du in 20 Minuten von einem 17-Jährigen vier Buden eingeschenkt. Das ist schon Wahnsinn."

Ein Wahnsinn, dessen Schöpfer Verlierer und Sieger in der Sprachlosigkeit vereint. "Nach dem dritten Tor schauten wir uns auf der Bank nur noch ungläubig an", sagt Fredrik Brustad, damals 29-jähriger Routinier bei Molde, im Gespräch mit Goal und SPOX. "Uns allen war bewusst, dass wir gerade ein ganz besonderes Spiel erleben.“ 

Der Stern des eineinhalb Jahre später die Bundesliga verzückenden Erling Braut Haaland, an jenem Sommertag an der Küste, in jenem charmant von Wohnhäusern flankierten Bergener Stadion erschien er hell leuchtend am Firmament Fußball-Europas. 

DIE WURZELN

Eine Fußballhalle im südwestnorwegischen Bryne. 39 Jungs und ein Mädchen posieren mit ihren Trainern für ein Foto. Einige tragen die Haare ein wenig länger mit schrägem Pony, so wie es im Jahr 2012 in Mode ist. Ein wenig wie der Nachwuchs eines Profiteams sehen sie aus, die Torhüter halten Bälle in ihren behandschuhten Händen, sie alle tragen rote Trikots mit Vereins- und Sponsorenlogos.

Nur einer fällt aus der Reihe. Ganz links vorne sitzt er auf dem Kunstrasen, die Hände ineinandergeschoben. Er lächelt breiter als alle anderen und trägt als Einziger ein Trikot mit weißen statt roten Ärmeln. Für das Foto posiert der Jahrgang 1999 des norwegischen Zweitligaklubs FK Bryne. Erling Braut Haaland ist als einziger 2000er dabei.

Alf Ingve Berntsen, der Trainer des Teams, erinnert sich noch genau an den Moment, als er Haaland zum ersten Mal mit Ball am Fuß erlebte. "Ich sah Erling zum ersten Mal, als er als Fünfjähriger zum Training der ein Jahr Älteren in der Halle stieß", sagt der 54-Jährige im exklusiven Gespräch mit Goal und SPOX" Seine ersten beiden Ballkontakte führten zu Toren. Er hatte vorher nicht im Verein gespielt und war trotzdem von Beginn an sehr, sehr gut."

Erst zwei Jahre vorher war Haaland mit seinen Eltern Alf-Inge und Gry Marita, einer ehemaligen Leichtathletin, in den 12.000-Einwohner-Ort gezogen. Geboren wurde er im englischen Leeds, seine ersten drei Lebensjahre hatte er in Manchester verbracht.

Der Grund: Sein Vater, den alle nur Alfie nennen, spielte unter anderem für Leeds United und Manchester City in der Premier League. Unfreiwillige Bekanntheit erlangte er als Opfer eines brutalen Revanchefouls von Roy Keane, in dessen Folge die ManUnited-Legende fünf Spiele lang gesperrt und zu einer Geldstrafe in Höhe von 150.000 Pfund verurteilt wurde.

2003 also zog es die Familie Haaland, zu der auch Erlings Bruder Astor und seine Schwester Gabrielle gehören, in den Heimatort des Vaters. Der wurde 1972 in Bryne geboren und hatte beim ansässigen Verein FK Bryne seine Karriere begonnen, ehe er 1993 nach England zu Nottingham wechselte.

Bryne liegt im südwestlichsten Zipfel Norwegens in der Provinz Rogaland. Drei Einkaufszentren, zwei Kinos, ein Zweitligaklub. Die Historie guter Fußballer ist jung und kurz: Neben Haaland senior spielte der frühere Leverkusener Bundesligaprofi Arne-Larsen Ökland hier, der einst Berühmtheit erlangte, weil er gegen die Bayern einem zu Unrecht anerkannten Tor beim Schiedsrichter die Gültigkeit absprach. Außerdem schafften es mit Ragnvald Soma und Roger Nilsen immerhin zwei weitere Akteure in die Premier League.

Der kleine Erling ist eine Sportskanone, spielt auch Handball im Verein. Außerdem hält er jahrelang den landesweiten Rekord beim Standsprung der Unter-Fünfjährigen. Der Fußball allerdings steht für Haaland über allem.

Berntsen zieht ihn schnell aus dem jüngeren Jahrgang nach oben. Ein Glücksfall, ist Haaland doch plötzlich Teil eines ganz besonderen Teams.

"Erling wurde Teil unserer damaligen Ausnahmetruppe. Drei der Spieler von damals wurden Nationalspieler und zehn waren in der Regionalauswahl", erinnert sich Berntsen. Neben Haaland spielen damals auch Berntsen-Sohn Adrian, Tord Johnsen Salte, Andreas Ueland und Andrea Norheim für Bryne.

Salte wechselte später in die Jugend von Olympique Lyon und durchlief bis zur U21 alle norwegischen U-Teams. Heute spielt er in der 2. Liga. Berntsen machte zwei Partien für die norwegische U18, auch er ist heute Profi in Liga zwei. Verteidiger Ueland wurde ebenfalls in Norwegens Jugendauswahlteams berufen und läuft heute in den USA für das Collegeteam der University of Virginia auf. Norheim, das einzige Mädchen der talentierten 99er, gewann mit Olympique Lyon das Triple, 18 war sie da. Inzwischen spielt sie in Schweden.

Haaland findet im kleinen Bryne eine Qualität im Training vor, für die er in jedem anderen Jahrgang den Verein hätte wechseln müssen. Zudem spielt er auch in der Freizeit mit Salte, Norheim und den anderen stundenlang Fußball. Der Verein baute 2005 eine Halle mit Kunstrasen, die auch an den Wochenenden geöffnet war – und für Erling und seine Freunde zum zweiten Zuhause wurde. Gleichzeitig lehrt die Qualität seiner Mitspieler ihn Demut. Dem Online-Portal Nettavisen sagt er:

"Es hat dazu beigetragen, dass ich nie dachte, etwas Besonderes zu sein."

Haaland ist kleiner als die meisten seiner Mit- und Gegenspieler, einfach, weil er aufgrund seines Alters in der Entwicklung hinterherhängt. "Heute kommt ihm zugute, dass er damals lernen musste, ein Spiel zu lesen, weil er nicht so durchsetzungsfähig war", sagt Gunnar Halle, der mit Alfie Haaland bei Leeds zusammenspielte und Haaland junior in der norwegischen U17 trainierte, im Gespräch mit Goal und SPOX.  Haaland erzielt zwar Tore am Fließband, "aber keiner ahnte, zu was er eines Tages fähig sein würde", so Halle.  

Was Haaland insbesondere auszeichnet, ist der eiserne Wille, immer besser zu werden. "Er ging nie aus, um Party zu machen, weil ihm sein Schlaf wichtiger war. Er ordnete seinem großen Ziel alles unter und informierte sich selbstständig über alles, was seine Leistung fördern könnte", sagt Berntsen. "Selbst im Alter von zwölf Jahren begann er schon, darüber nachzudenken. Bereits früh lebte er wie ein Top-Athlet."

Haaland kommt zugute, dass die anderen aus seinem Team, mit denen er von 2006 bis 2015 zusammenspielen sollte, mitziehen.

"Es war entscheidend, dass seine Mitspieler ähnlich dachten. Die wichtigsten Bezugspersonen für Erling waren sie. Weil sie alle so fokussiert waren und das gleiche Ziel verfolgten, entwickelte sich eine ganz besondere Energie, die es sonst in dieser Form nur in den Jugendabteilungen von Top-Klubs gibt. Wie sie sich auf die Spiele vorbereiteten, wie sie trainierten und auch wie sie alles gaben, wenn sie nur für sich spielten – dieses professionelle Umfeld ist ein Grund dafür, dass er heute so gut ist.“

So sehr Haaland körperlich unterlegen ist, so überlegen ist er schon damals mental, wie Berntsen erzählt: "In einem wichtigen Spiel verschoss er einen Elfmeter. In der zweiten Minute der Nachspielzeit gab es wieder Elfmeter – und Erling trat völlig selbstverständlich erneut an und traf. Er konnte Negativerlebnisse viel schneller ablegen als andere."

Vom Vater, der immerhin mehr als 150 Premier-League-Spiele und eine Weltmeisterschaft in der Vita stehen hat, braucht es nicht den Hauch eines Schubsers.  "Ich habe nie erlebt, wie Alfie in irgendeiner Weise Druck auf Erling ausübte. Nicht vor, während oder nach Spielen und nicht im oder nach dem Training", sagt Berntsen: "Obwohl Alfie in der Premier League gespielt hatte, war er ein ganz normaler Vater, der sich nie einmischte und einfach wollte, dass sein Sohn eine gute Zeit hat."

Umgekehrt orientiert sich Haaland sehr wohl an seinem Vater und dessen Erfolgen. "Er war eigentlich immer mein größtes Vorbild. Eines meiner Ziele ist es, eines Tages ein besserer Fußballer zu sein, als er es war", sagt er im Interview mit bundesliga.de."

Von den Weltklassestürmern schaut Haaland vor allem zu Zlatan Ibrahimovic auf, er ist fasziniert von der Gier des Schweden auf Tore, von seiner akrobatischen Beherrschung des Strafraums, von seiner trotz der Größe herausragenden Körperkontrolle.

Als Haaland zwölf Jahre alt ist, weiß sein Trainer Berntsen, dass der Junge es weit bringen wird. Dass er sieben Jahre später der vielleicht aufregendste Stürmer der Welt sein wird, ist zwar noch immer undenkbar, dass der Blondschopf das Zeug zum Profi hat, ahnen sie aber so langsam in Bryne.

"Er war damals schon sehr schnell, taktisch klug, mit guten Bewegungen im Strafraum und tollem Abschluss. Wir wussten, dass er das Zeug zum Jugendnationalspieler hatte", sagt Berntsen.

Erste Scouts aus der Region kommen, um das Ausnahmeteam zu sehen, besonders Haaland und Salte. Beide werden erstmals in die norwegische U15 berufen und rücken schließlich bereits mit 15 (Haaland) und 16 Jahren (Salte) in die zweite Herrenmannschaft Brynes auf, die in der 4. Liga spielt. Haaland schießt, obwohl körperlich unterlegen, in 14 Spielen 18 Tore. Sein Antritt ist bestechend, sein Gespür für Räume verblüffend. Die logische Konsequenz: Gaute Larsen, Trainer der Profis, beordert sein Juwel nach oben wie einst Berntsen.

Und so kommt er gegen Ranheim Fotball am 12. Mai 2016 in der zweiten norwegischen Liga zu seinem Profidebüt. In 16 Spielen bleibt er ohne Treffer, ihm fehlt die Physis. Seine Größe und seine noch kindlichen Schultern kann er anders als zwei Ligen weiter unten nicht mehr so einfach durch seine Qualität ausgleichen.

Diese allerdings ist weiterhin unbestritten und ruft größere Teams auf den Plan. Und Haaland muss sich ernsthafte Gedanken um seine Karriereplanung machen. 

Um seinen ambitionierten Weg weiterzugehen, der mitnichten im Südwesten Norwegens enden, sondern in der Champions League münden soll. Schon als Kind war die Hymne ständig sein Begleiter, noch heute hört er sie dauernd. Dort heißt es: "Die Meister, die Besten, les grandes equipes, the champions."

Wörter, die Haaland als Wegweiser dienen und ihm sein großes Ziel ganz konkret vor Augen führen.  

DIE TRANSFORMATION

Sogar die gegnerischen Spieler wussten Bescheid. "Wir hatten im Vorfeld des Spiels schon von Haaland gehört und wussten, dass Scouts von Juventus und Manchester United bei uns in Bergen sein würden, um ihn zu beobachten", berichtet Samuel Sahin-Radlinger.

Was er und seine Kollegen zu diesem Zeitpunkt nicht ahnen: Dass der Blondschopf mit dem Babyface und den langen Beinen nur wenig später seine bis dato größte Sternstunde erleben würde.

Es ist Samstagabend. Der Molde FK ist beim umgeschlagenen Tabellenführer Brann in Bergen zu Gast. 11.371 Zuschauer haben den Weg ins Stadion, dessen Längsseite in diesen Wochen von Baggern und Baugeräten bearbeitet wird, gefunden.

Erst drei Minuten sind gespielt, als die Nummer 30 des Molde FK Sahin-Radlinger zum ersten Mal umkurvt, um aus halblinker Position einzuschieben und erstmals dem nach oben gestreckten Daumen von Gäste-Trainer Ole Gunnar Solskjaer entgegenzublicken.

Nach 13 Minuten bekommt Erling Braut Haaland den Ball auf dem rechten Flügel. Locker vernascht er seinen Gegenspieler, rennt mit gesenktem Kopf in unkonventionellem Laufstil, der Mitspieler gelegentlich zu Vergleichen mit einem Bullen veranlasst, auf Sahin-Radlinger zu und schließt trocken ab. Diesmal jubelt Haaland mit ausgestreckten Armen vor dem Gästeblock.

Eine Zeigerumdrehung später profitiert Haaland von einem doppelten Schnitzer in der Brann-Abwehr. Wieder umkurvt er Samuel-Radlinger, wieder schiebt er aus halblinker Position ein.

Der Gipfel des Irrsinns folgt sechs weitere Minuten später, als Haaland nach kurzer Abstoppbewegung per Elfmeter seinen vierten Treffer erzielt. Mit 17. In Norwegens erster Liga. Gegen den zuvor in 14 Spielen ungeschlagenen Tabellenführer. 

"So etwas", sagt Sahin-Radlinger, "habe ich noch nicht erlebt. Wir waren alle geschockt. Natürlich hat man im Hinterkopf: Der Junge ist erst 17 Jahre alt und haut dir vier Dinger rein – das schmerzt schon."

"Extrem arrogant“ sei ihm Haaland damals vorgekommen, erzählt der Mann, der inzwischen beim FC Barnsley in Englands zweiter Liga das Tor hütet, und ergänzt: "Ich kenne aber auch frühere oder aktuelle Mannschaftskollegen von Haaland und habe von allen nur gehört, dass er ein richtig cooler, angenehmer Typ ist.“

Aber warum dann die Arroganz? "Ich glaube", sagt Sahin-Radlinger, "das lag an seiner Selbstsicherheit. Die war schon mit 17 sehr ausgeprägt – und das kann dann arrogant wirken." Wenn man vier Tore schießt, könne man sich natürlich feiern lassen, meint der heute 27-Jährige: "In manch einer Situation war es aber vielleicht ein bisschen viel. Es ist ein schmaler Grat zwischen Selbstbewusstsein und Arroganz."

Am Ende des herrlichen Sommertags in Bergen ist Erling Haaland plötzlich ein Star. Seine Tore, erzielt im Angesicht der Bagger und Top-Scouts, machen ihn in ganz Fußball-Norwegen bekannt. Sein Wechsel von Bryne zu Molde, er hatte sich bereits ausgezahlt. 

Es war der 1. Februar 2017, als der neben Rekordmeister Rosenborg größte Klub Norwegens Haalands Verpflichtung bekanntgab. 

"Der Wechsel zu Molde war keine große Sache. Erling war einfach zu gut geworden für das Team in Bryne. Er wusste, was er an diesem Team hatte und dass es nichts Selbstverständliches war", erinnert sich Alf Ingve Berntsen: "Er ist aber jemand, der sehr gut darin ist, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Und Bryne zu verlassen, war die richtige Entscheidung. Er musste den nächsten Schritt machen und das wusste er ganz genau."

Mit 16 debütierte Haaland schließlich erst im Pokal und dann in der Liga. Mit 16 traf er auch erstmals im Pokal, 16 Tage nach seinem 17. Geburtstag folgte der erste Treffer in Norwegens höchster Spielklasse.

"Keiner erwartete, dass er bei Molde so explodieren würde" ,sagt Haalands U17-Nationaltrainer Gunnar Halle: "Bei Molde entwickelte er diese stoische Ruhe vor dem Tor. Er wollte sich jeden Tag verbessern und lernte ständig dazu. Welche Fortschritte er damals beispielsweise machte, wenn es darum ging, mit klugen Sprints hinter die gegnerische Abwehr zu gelangen, war beeindruckend. Etwas, das normalerweise vor allem durch Erfahrung besser wird, verbesserte Erling in kürzester Zeit durch seinen eisernen Willen und vor allem durch: Training, Training, Training."

In seiner Zeit bei Molde entwickelt sich Haaland körperlich vom Durchschnittsfußballer zur Maschine. Er wächst um 17 Zentimeter und nimmt laut Nettavisen – auch dank zahlreicher Extraschichten – rund 20 Kilogramm zu. "Sein Selbstbewusstsein wuchs mit seinem Körper", erinnert sich Halle:

"Er kann, wenn er auf dem Platz steht, alles andere ausblenden. Es ist ihm egal, wer seine Gegenspieler sind, wie viele Leute zusehen oder wie wichtig das Spiel ist. Diese Furchtlosigkeit ist es, die ihn zu Höchstform auflaufen lässt, wenn der Druck groß ist."

Bei Molde profitiert Haaland zudem von der früheren United-Legende Solskjaer, die ihm als früherer Stürmer insbesondere für seinen Abschluss konkrete Regeln aufstellt. "Er hatte großen Einfluss auf mich, auf meine Persönlichkeit und auf mich als Spieler. Er war ein unglaublich guter Spieler und hat mir eine Menge beigebracht", sagt Haaland bei TV2.

Insgesamt 50-mal läuft Haaland für Molde auf, 20 Treffer gelingen ihm dabei. Zudem arbeitet er auch abseits des Platzes weiter hart, lebt professionell und versucht, alle ihn beeinflussenden Prozesse zu optimieren. 

So fängt Haaland etwa damit an, abends auf Anraten eines Kumpels eine Spezialbrille zu tragen, die das Blaulicht vom Fernseher und Handy filtert. "Das wirkt sich positiv auf das Schlafhormon Melatonin aus – ich habe somit einen besseren Schlaf, und mein Körper regeneriert so besser", berichtet Haaland später im Interview mit der Vereinshomepage von RB Salzburg.

Ende 2018 steht Haaland nach zehn Toren in seinen jüngsten 13 Ligaspielen mehr im Fokus denn je. Scouts von internationalen Top-Klubs, die schon bei seiner Galavorstellung in Bergen aufgeschlagen waren, tauchen immer häufiger auf in Norwegen. Mehr als 20 Vereine wollen ihn laut Guardian verpflichten, als am 1. Januar 2019 das Transferfenster öffnet. 

DIE REIFEPRÜFUNG

Es ist der 17. September 2019, als sich Erling Braut Haalands großes Ziel endlich erfüllt. Um kurz vor 21 Uhr hallt die Champions-League-Hymne durch die ausverkaufte Red Bull Arena Salzburg. 

Er ist seit zwei Monaten 19 Jahre alt, als er endlich zu ihnen gehört, den Besten Europas. Nur 14 Monate sind vergangen seit seiner Show in Bergen, er spielt nun beim österreichischen Meister RB Salzburg.

Die Gästefans aus Genk veranstalten eine kleine Pyro-Show, die Anhänger des Gastgebers präsentieren ein rot-weißes Fahnenmeer. Nur zwei Minuten sind vergangen, seitdem Schiedsrichter Felix Zwayer mit einem durchdringenden Pfiff Erling Haaland zum Champions-League-Spieler gemacht hat. Takumi Minamino steckt den Ball fein auf seinen norwegischen Mittelstürmer durch. Haaland ist schneller als sein Gegenspieler und jagt den Ball aus elf Metern mit rechts in die linke untere Ecke.

Danach ist da nur noch Ekstase. Haaland, der mit geballten Fäusten im Vollsprint in Richtung Bank rast, die Augen aufgerissen, laut in die Salzburger Septembernacht schreiend. Trainer Jesse Marsch, der mit gen Himmel gereckten Fäusten zurückschreit. Die Mitspieler, die Haaland kaum zu fassen bekommen. Bei seinem ersten Tor in der Königsklasse jubelt er mit voller Konsequenz, eine Urgewalt nicht nur vor seinen Treffern, sondern auch danach.

30 Minuten später erobert Hee-chan Hwang auf dem rechten Flügel den Ball. Haaland, tief in der eigenen Hälfte gestartet, bricht im Vollsprint mit seinen raumgreifenden, stampfenden Schritten durch, bleibt vor Gästekeeper Gaetan Coucke cool und trifft, diesmal mit links, rechts unten. 2:0 Salzburg, Doppelpack Haaland.

Die Zuschauer erleben ein Offensivfeuerwerk, Minamino erhöht auf 3:0, Genk verkürzt, ehe noch vor der Pause Haaland aus kurzer Distanz zum 4:1 trifft. Drei Treffer in nicht einmal 45 Minuten. Ähnlich brachial, wie er sich den Scouts des Fußball-Establishments beim 4:0 in Bergen vorstellte, erscheint er beim 6:2-Sieg der Salzburger auf der größtmöglichen Bühne. Um Viertel vor zehn kennt plötzlich die ganze Fußballwelt Haaland und staunt über diesen pfeilschnellen Vollblutstürmer, der wie ein Rammbock auf Schienen durch die Defensive der belgischen Gäste rast.

Wieder einmal hat Haaland die richtige Entscheidung getroffen. Nach seinen knapp zwei Jahren in Molde steht im Dezember 2018 die Elite Schlange. Doch Haaland bleibt ruhig, wie immer. "Ich war natürlich von Juventus' Interesse geschmeichelt", sagt Haaland der Vereinsseite von RB Salzburg, "aber ich dachte, dass es zu früh war, dorthin zu gehen. Salzburg war der Verein, der am besten zu mir passte, und sie wollten mich am meisten."

"Wir haben Erling bereits seit 2016 verfolgt, seit er in Norwegens U16-Nationalteam gespielt hat", sagt Christoph Freund, Salzburgs Sportdirektor, im Gespräch mit Goal und SPOX.

"Da waren wir immer wieder live dabei, haben unzählige Videos von ihm analysiert. Damals ist er in einer Phase des extremen Wachstums gewesen und deshalb schon allein durch seine Präsenz aufgefallen. Seine positive Energie und Ausstrahlung und sein unbedingter Wille, in jedem Spiel Tore zu erzielen, sind uns am meisten ins Auge gestochen."

RB macht mit einem klaren Karriereplan und den professionellen Bedingungen Eindruck bei Haaland. Und so sagt er den Schwergewichten allesamt ab und wechselt zum 1. Januar 2019 von Molde ins mehr als 2000 Kilometer entfernte Österreich.

Dort trifft er unter Trainer Marco Rose auf das talentierteste Team, in dem er jemals gespielt hat. Der erfahrene Munas Dabbur, Talent Patson Daka, Landsmann Fredrik Gulbrandsen und Smail Prevljak stehen zu Beginn allesamt vor ihm. Rose setzt oft auf kleinere, wendige Offensivkräfte, um seine taktisch höchst anspruchsvolle Idee auf dem Rasen Realität werden zu lassen. Im ersten halben Jahr macht Haaland nur zwei Ligaspiele (ein Tor), bei wettbewerbsübergreifend zehn von 16 Partien steht er nicht einmal im Kader. "Er hat ein paar Wochen gebraucht, um die Spielweise zu adaptieren", erinnert sich Rose. "Das erste halbe Jahr war nicht so einfach für ihn."

"Mir wurde klar mitgeteilt, dass das erste halbe Jahr für mich schwierig sein und ich die Zeit brauchen würde, um mich einzuleben, aber ab dem Sommer sollte ich in der Lage sein, eine führende Rolle im Team zu übernehmen", stellte Haaland im Gespräch mit der Vereinswebseite klar.

Einen für Aufsehen sorgenden Lichtblick gibt es in Haalands erstem Halbjahr als RB-Profi dennoch: Im Mai 2019 trifft er im letzten Gruppenspiel der U20-WM unglaubliche neunmal beim 12:0-Kantersieg gegen Honduras. 

Als Jesse Marsch nach Roses Abgang übernimmt, kommt es wie angekündigt. Es folgt ein Umbruch, Gulbrandsen und Dabbur gehen, von Spieltag eins an ist Haaland Stammspieler – und setzt zu einem riesigen Sprung an, der ihn direkt von der Salzburger Tribüne auf den Thron von Europas begehrtestem Stürmer katapultiert.

In der heimischen Liga trifft er in 14 Spielen 16-mal, im Pokal viermal in zwei Spielen. Und in der Champions League, dem Wettbewerb, von dem er schon als Kind träumte, macht er nach der "Traumnacht" (Haaland) zum Auftakt einfach weiter. Er trifft auch gegen Liverpool, in beiden Spielen gegen Neapel und im Rückspiel gegen Genk, steht nach der Vorrunde, in der RB auf bittere Weise ausscheidet, hinter Robert Lewandowski auf Platz zwei der Torschützenliste. Vor Lionel Messi. Und vor Cristiano Ronaldo, dessen Arbeitseifer Haaland so bewundert.

"Ich mag Druck", sagt Haaland und es ist wie damals in Bryne. "Er hatte immer Respekt für seine Gegenspieler, es kümmerte ihn nur nie, wer sie waren", drückt es Alf-Ingve Berntsen aus – und auch in der Champions League hat dieser Satz Gültigkeit.

In Salzburg schwärmen sie von ihrem neuen Superstar. "Das Erste, was mir zu Erling Haaland einfällt: Er ist ein Vollprofi! Es macht Spaß, mit ihm zu arbeiten. Er kommt jeden Tag mit sehr viel Energie zum Training", sagt etwa Trainer Marsch im Gespräch mit Goal und DAZN. Maximilian Wöber bestätigt den Eindruck der anderen Weggefährten im exklusiven Gespräch:

"Während wir auf Auswärtsfahrten Karten spielen, sieht man ihn immer nur irgendwelche wissenschaftlichen Artikel lesen, wie er seinen Schlaf oder die Ernährung verbessern kann. Er sucht immer nach den kleinsten Details, die er verbessern kann, um nochmal einen Schritt nach vorne zu machen. Er ist auf alle Fälle irrsinnig verrückt, aber genau das macht ihn so gut."

Auch abseits des Platzes ist Haaland innerhalb von sechs Monaten zu einem zentralen Baustein im Mannschaftsgefüge geworden. "Der positive Effekt, den er unserer ganzen Gruppe gibt, ist massiv", sagt Marsch. Freund ergänzt: "Seine positive Ausstrahlung ist ansteckend und tut jeder Truppe richtig gut."Und Halle sagt über die menschliche Seite seines Ex-Schützlings: "Er hat einen großartigen Sinn für Humor, ist immer positiv. Nach außen hin wirkt er manchmal ein wenig forsch, im Team verströmt er aber immer gute Laune. Trotz seines Ehrgeizes hat er einen feinen Sinn für zwischenmenschliche Beziehungen."

Und doch, obwohl Sportdirektor Freund im Oktober einen Wechsel kategorisch ausschloss und noch Anfang Dezember konstatierte, für Haaland sei es gesünder, trotz seiner steilen Entwicklung mindestens bis zum Sommer bei RB zu bleiben, scheint genau das schwer vorstellbar, als das Transferfenster im Januar 2020 öffnet. 

"Es war weder unser Plan noch unser Wunsch, Erling schon im Winter abzugeben. Seine Entwicklung zwischen Juli und Dezember 2019 war aber so außerordentlich und spektakulär, dass dies in dieser Art und Weise auch nicht vorherseh- oder planbar war", sagt Freund rückblickend. 

Haaland selbst erklärt im Interview mit bundesliga.de, in Salzburg sehr zufrieden gewesen zu sein, "als ich schließlich regelmäßig getroffen habe. Aber dann siehst du so Typen wie Kylian Mbappe in der Ligue 1 und denkst: Es geht immer noch ein Level höher im Fußball. Mein Ziel ist es, einer der besten Spieler der Welt zu werden."

DIE ENTSCHEIDUNG

Irgendetwas muss passiert sein vor dem Sommer 2019, der die Basis sein sollte für Erling Haalands Vertragsunterschrift bei Borussia Dortmund.

"Nachdem die Saison vorbei war, habe ich mit meinem Vater gesprochen. Da hat er Dortmund zu keinem Zeitpunkt erwähnt", berichtet Haaland im Gespräch mit dem norwegischen Fernsehsender Viasport: "Dann habe ich ihn gefragt: Was ist denn mit diesem Klub? Der würde mir gut gefallen. Er sagte: Mal sehen. Und plötzlich wurde das eine Option."

Zu diesem Zeitpunkt weiß Haaland offenbar noch nicht, dass sich der Vizemeister längst mit ihm beschäftigt – und zwar schon ziemlich lange und ziemlich intensiv.

Begonnen hat alles im August 2016 beim Nordic Cup, einem Turnier, an dem die U17-Nationalmannschaften Norwegens, Dänemarks, Schwedens, Finnlands, Islands und der Färöer Inseln teilnehmen. "Wir sind nicht dorthin gefahren, um Haaland explizit zu beobachten, aber er hat uns ziemlich schnell interessiert", erzählt BVB-Chefscout Markus Pilawa im Gespräch mit The Athletic.

Haaland war damals 16 und wurde fortan regelmäßig per Video oder vor Ort von Dortmunder Talentspähern beobachtet. "Es gab eine Diskussion, ob es Sinn macht, ihn in unsere Jugendabteilung zu holen, aber er entschied sich 2018, zu RB Salzburg zu wechseln", sagt Pilawa: "Das machte es für uns einfacher, ihn zu bewerten."

28-mal sehen die Dortmunder Haaland dem Bericht zufolge bei Salzburg live. So soll Dortmunds externer Berater Matthias Sammer mehrfach höchstpersönlich nach Österreich gereist sein, um Haaland bei Spielen und in Trainingseinheiten zu beobachten.

Mit zunehmender Dauer geht es im Scouting-Prozess immer mehr um Details. Um seine Persönlichkeit, seine Körpersprache, sein Verhalten abseits des Platzes oder den Umgang mit Negativerlebnissen.

Sportlich sind die Zweifel, ob Haaland auch auf höchstem Niveau funktionieren kann, spätestens nach seinen imposanten Champions-League-Auftritten mit Salzburg ausgeräumt. Nun geht es für den BVB darum, sich im Werben um den begehrten Teenager gegen die namhafte und finanzstarke Konkurrenz durchzusetzen, die einerseits durch Haalands Qualitäten und andererseits durch seine Ausstiegsklausel angelockt wird, die es ihm ermöglicht, Salzburg für nur 20 Millionen Euro zu verlassen.

Dabei setzten die Dortmunder unter anderem auf den emotionalen Faktor mit dem stimmungsvollen Westfalenstadion und der weltweit bekannten Gelben Wand. "Ja, das war ein Argument, weil jeder in Europa von unserem Stadion und der Atmosphäre spricht", bestätigt BVB-Boss Hans-Joachim Watzke im Gespräch mit Goal und DAZN:

"Schauen Sie sich mal die Bilder an, wie er am Freitagabend ins Stadion kam und die Choreo der Fans gesehen hat. Staunend. Ungläubig. Mit großen Augen."

Außerdem baut der BVB laut The Athletic auf eine von Thomas Delaney koordinierte Verbaloffensive, in deren Rahmen mehrere BVB-Spieler Haaland mit WhatsApp-Nachrichten einen Transfer zum BVB schmackhaft machen.

Vor allem aber setzt Dortmund auf Hartnäckigkeit und eine klare Perspektive. Passend dazu sagt Vater Alf-Inge im Gespräch mit Goal und SPOX: "Hinter Erlings Erfolg steckt eine Menge harter Arbeit und ein klarer Karriereplan. Wir haben immer Klubs ausgesucht, bei denen junge Spieler ihre Chance bekommen. Spielzeit ist das Wichtigste." Laut Watzke ist es essenziell, "dass er die große Chance gesehen hat, bei uns eine wichtige Rolle zu spielen.  Zudem hat er in unserem Team viele Spieler gesehen, die ihn in Szene setzen können."

Mit zwölf Klubs führt die Haaland-Seite ernsthafte Gespräche. Im Gegensatz zu den meisten dieser Vereine, zu denen auch das von Haalands Ex-Coach Ole Gunnar Solskjaer trainierte Manchester United, RB Leipzig oder Juventus zählen, ist das Bedürfnis nach einem Torjäger beim BVB aber wohl am größten. Händeringend suchen die Schwarz-Gelben ein Gegenmodell zu Paco Alcacer oder Mario Götze. Einen Stürmer, der in jene großen Fußstapfen treten kann, die Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang im vergangenen Jahrzehnt hinterlassen haben. 

"Wir wollten einen Mittelstürmer haben, der eine etwas andere Art hat, Fußball zu spielen. Es ging nicht um einen zweiten Stürmer, sondern um einen großen, körperlich starken klassischen Neuner", erklärt Watzke: "Dieser Typ musste aber auch erstmal auf den Markt kommen. Es gibt nicht viele, die 1,94 Meter groß und so schnell sind. Eigentlich fällt mir da sonst niemand ein."

Um tatsächlich den Zuschlag für Haaland zu bekommen, lassen die Verantwortlichen um Watzke sowie Sportdirektor Michael Zorc keine Möglichkeit ungenutzt. So schalten sie The Athletic zufolge sogar Björn Gulden, früher Fußballer bei Haalands Jugendklub Bryne und heute CEO des BVB-Ausrüsters Puma, ein, um Haaland zu überzeugen. 

Zudem hilft dem BVB die speziell durch die Transfers von Henrikh Mkhitaryan und Immanuel Pherai bestehende Verbandelung mit Star-Berater Mino Raiola, der Haaland gemeinsam mit dessen Vater Alfie vertritt. 

Und dennoch muss der BVB finanziell für Haaland ans Limit gehen. Zwar hätte der 19-Jährige bei anderen Klubs dem Vernehmen nach mehr verdienen können, letztlich sichern die Dortmunder dem Stürmer allerdings ein üppiges Jahressalär von kolportierten zehn Millionen Euro zu. Zudem bricht der Klub für Haaland offenbar mit einer im Zuge des Transfers von Mario Götze zum FC Bayern im Sommer 2013 selbst auferlegten Regel.

Kurz nach Bekanntwerden des Wechsels des späteren WM-Finaltorschützen versicherte Watzke im Mai 2013 im Interview mit der Süddeutschen Zeitung, es werde "künftig bei Borussia Dortmund keine Ausstiegsklauseln mehr geben". Mit Haaland soll eine solche Vereinbarung allerdings festgehalten worden sein. Laut The Athletic würde der BVB aber eine deutlich höhere Ablösesumme einnehmen als die von britischen Medien kolportierten 50 Millionen Pfund, sofern Haaland Dortmund vor seinem Vertragsende 2024 den Rücken kehrt.

Daran mag momentan noch niemand denken. Mit seinen acht Treffern – drei gegen Augsburg, jeweils zwei gegen Köln und Union sowie einem weiteren beim jüngsten 4:0-Sieg gegen Eintracht Frankfurt – erobert Haaland die Bundesliga im Sturm. Einzig beim 3:4 in Leverkusen bleibt er torlos.

"Er kann alles, was ein Stürmer können muss", sagt Manuel Akanji. „Es sieht ja jeder, weshalb sich halb Fußball-Europa um Erling bemüht hat. Es macht richtig Spaß, ihm bei der Arbeit zuzusehen“, schwärmt Zorc. Und Roman Bürki sagt im Gespräch mit Goal und DAZN: "Wenn ein junger Spieler so sehr gehypt wird und mit 19 Jahren bereits weltbekannt ist, kann das auch eine schwierige Person sein. Aber er ist ein cooler Typ, der weiß, um was es geht." Zudem sei Haaland "sehr professionell".

"Ich bin immer einer der ersten am Trainingszentrum, aber er ist noch früher da. Auch an freien Tagen kommt er ins Trainingszentrum. Er weiß, was wichtig und gut für ihn ist."

Am Dienstag wird Erling Braut Haaland aller Voraussicht nach erstmals in einem K.-o.-Spiel seines Lieblingswettbewerbs auf dem Rasen stehen. Dann spielt er mit dem BVB im Achtelfinal-Hinspiel der Königsklasse gegen Paris Saint-Germain (21 Uhr live auf DAZN) – und wird jene Hymne hören, die ihn schon als Kind angespornt hat, dorthin zu kommen, wo er heute ist – und noch viel weiter.