
Neil Jones
Es war eine Szene von reiner Glückseligkeit, von purer Freude. Als Liverpools Fans auf den Tribünen feierten, starteten ihre Spieler auf dem Rasen des Wanda Metropolitano ihre eigene Party. Jürgen Klopp umarmte jeden seiner Champions-League-Sieger wie wild, Trent Alexander-Arnold tanzte alleine hinter einem der beiden Tore, Jordan Henderson zelebrierte eine ganz besondere Umarmung mit seinem Vater. Roberto Firmino, warum auch immer, machte eine Rolle vorwärts. Und irgendwo da unten, inmitten des Chaos, stand Sadio Mane. Die Medaille um seinen Hals, ein Grinsen so breit wie die Mersey auf dem Gesicht.
Ein Gewinner. Ein Gewinner des größten Titels im Klubfußball.
Liverpools Triumph von Madrid im Juni verlieh Mane und seinen Teamkollegen Superstar-Status. Nie wieder wird man in Verbindung mit dem Senegalesen von einem "Versprechen" reden. Mit 27 gehört er zu den Besten des Spiels.

Manes Geschichte startet ganz weit entfernt von der spanischen Hauptstadt. Im kleinen Ort Bambali, nahe des Flusses Casamance und der Grenze zu Guinea-Bissau. Es waren nicht die besten Umstände, um aufzuwachsen - aber Fußball war stets die Konstante. "Ich erinnere mich, immer einen Ball dabei gehabt zu haben", sagt Mane. "So fing ich an, einfach auf den Straßen."
Sein Talent war augenscheinlich. Und mit 15 wurde er zu einem Probetraining geschickt, in Senegals Hauptstadt Dakar. Seine Schuhe waren alt und zerrissen, kurze Sporthosen hatte er nicht. Aber er machte Eindruck.
Auch bei Abdou Diatta, dem berühmten Scout der Generation Foot Academy, den er nach nur 15 Minuten für sich gewonnen hatte.
Generation Foot hat einige senegalesische Stars hervorgebracht, Diafra Sakho zum Beispiel, oder auch Papiss Cisse. Und die Verbindungen der Akademie nach Frankreich sorgten schnell dafür, dass der junge Sadio Mane in die Welt auszog. Er ging zum FC Metz, wo er im Januar 2012 als 19-Jähriger sein Profidebüt feierte.
Im Sommer 2012 nahm er dann mit Senegals Auswahl an Olympia in London teil, führte das Team bis ins Viertelfinale, wo man Mexiko unterlag. Ende August sicherte sich schließlich Salzburg Manes Dienste, für vier Millionen Euro wechselte er nach Österreich.


Dort startete seine Karriere dann so richtig durch. 19 Tore gelangen Mane in seiner ersten Saison, in der zweiten schoss er Salzburg mit sogar 23 Treffern zum Double aus Meisterschaft und Pokal. Das Cup-Finale gegen St. Pölten verpasste er zwar verletzt, im Halbfinale gegen Horn hatte er dafür mit einem Hattrick geglänzt.
Manes Leistungen in Österreich weckten in ganz Europa Interesse. Jürgen Klopp wollte ihn zu Borussia Dortmund holen, Spartak Moskau machte ein lukratives Angebot. Die Wahl fiel letztlich aber auf Southampton. Die Ablöse: Knapp 13 Millionen Euro.
Sein Debüt gab er bei einem Sieg gegen Arsenal im Ligapokal. Unter der Führung von Trainer Ronald Koeman etablierte er sich schnell, machte in seiner ersten Saison zehn Tore in 32 Spielen.
Darunter war auch ein Rekord-Hattrick gegen Aston Villa am vorletzten Spieltag. Nur zwei Minuten und 56 Sekunden brauchte Mane für den Dreierpack - und brach damit den Rekord für den schnellsten Hattrick in der Premier League, den Liverpool-Legende Robbie Fowler seit 1994 gehalten hatte.
Im nächsten Jahr hievte sich Mane mit 15 Treffern in 43 Einsätzen weiter in den Fokus, inklusive bemerkenswertem Hattrick gegen Manchester City. Er traf auch (und wurde vom Platz gestellt) gegen Liverpool - übrigens im ersten Liga-Heimspiel der Reds unter der Ägide von Jürgen Klopp. Später, im Rückspiel gegen Liverpool, schnürte Mane einen Doppelpack und vergab einen Elfmeter.
Im Sommer 2016 folgte der Wechsel nach Anfield, gut 32 Millionen Euro nahmen die Reds dafür in die Hand. Wie bei Southampton feierte er auch bei Liverpool seine Premiere gegen Arsenal. Diesmal krönte er jene aber auch noch mit einem fantastischen Solo-Tor bei einem epischen 4:3-Erfolg von Pool.



Seine erste Saison in Liverpool endete im April wegen einer Knieverletzung im Spiel gegen Everton abrupt. Dennoch wurde Mane bei den Reds zum Spieler des Jahres gewählt. Unter den Highlights war neben dem Treffer gegen Arsenal auch ein Siegtor in der Nachspielzeit beim Derby gegen Everton im Dezember. Am Ende standen für Mane 13 Buden in 29 Einsätzen zu Buche.
Nach Mohamed Salahs Ankunft im Sommer 2017 musste Mane die Position wechseln. Statt auf dem rechten wirbelte Mane in Klopps Team fortan auf dem linken Flügel.
Seine Form litt darunter nicht. Auf Liverpools Weg bis ins Champions-League-Finale traf Mane in jeder Runde.
Drei Tore gelangen ihm in den Halbfinals gegen die Roma, im Viertelfinale gegen Manchester City glückte Mane ein ganz wichtiger Treffer und im Achtelfinale gegen Porto feierte er mal wieder einen Hattrick.
Auch im Finale gegen Real Madrid trug sich Mane dann wieder in die Torschützenliste ein. Liverpool, von der frühen Verletzung Salahs geschockt, unterlag den Königlichen in Kiew allerdings mit 1:3. Es war der traurige Ausklang einer bemerkenswerten Saison, an deren Ende bei Mane wettbewerbsübergreifend 20 Tore auf dem Konto standen und er gemeinsam mit Salah und Firmino eine tödliche Offensivreihe gebildet hatte.
Bei der WM 2018 in Russland traf er für Senegal beim 2:2 gegen Japan. Unfassbar unglücklich schieden Mane und Co. in der Gruppenphase aus, lediglich die Fairplay-Wertung ließ die Japaner ins Achtelfinale einziehen.
Doch die Nacht ist bekanntlich direkt vor der Dämmerung am dunkelsten. Und die Saison 2018/19 wurde zur besten, die Mane jemals hatte. Direkt am ersten Spieltag traf er doppelt für Liverpool und schaute fortan nicht mehr zurück. Mit 22 Treffern wurde er gemeinsam mit Salah und Arsenals Aubameyang Torschützenkönig in der Premier League. Riesigen Anteil hatte Mane daran, dass Liverpool satte 97 Punkte (Rekord) sammelte - und das Titelrennen gegen Manchester City nur hauchzart verlor.
Der Trostpreis war derweil nicht von schlechten Eltern. Wie im Vorjahr bahnte sich Klopps Elf auch diesmal ihren Weg bis ins Champions-League-Finale. Und wieder hatte Mane einige Sternstunden: Sein Tor im Achtelfinale gegen Bayern war eines der schönsten des gesamten Wettbewerbs. Er traf auch im Viertelfinale beim FC Porto und war Teil der unfassbaren Aufholjagd gegen Barca im Halbfinalrückspiel.
Im Finale gegen Tottenham waren es Lauf und Flanke von Mane, die Liverpools Führung einleiteten: Salah traf nach einem Handspiel von Moussa Sissoko vom Elfmeterpunkt. Kurz vor Schluss machte Divock Origi alles klar und Mane durfte sich die goldene Medaille um den Hals legen.
Nicht schlecht für den Jungen aus Bambali mit zerrissenen Schuhen, oder?

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