2. Liga: Schlusslicht Duisburg schlägt Köln beim Debüt von Torsten Lieberknecht
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Köln hat zum Abschluss des Spieltags gegen Schlusslicht Duisburg verloren und damit den Vorsprung auf Union und den HSV unfreiwillig verringert.

Dank eines Last-Minute-Treffers hat sich der 1. FC Magdeburg im Ost-Derby gegen Dynamo Dresden am neunten Spieltag der  2. Bundesliga  einen Punkt gesichert. Ähnlich dramatisch ging es auch in Aue zu. Dank eines Treffers in der Schlussminute besiegte der FC Erzgebirge Holstein Kiel mit 2:1. Greuther Fürth und Regensburg trennten sich 1:1-Unentschieden.

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Am Sonntag schaffte Union Berlin im Heimspiel gegen Heidenheim dank eines Treffers von Torwart Rafael Gikiewicz den Sprung zurück auf Platz zwei und liegt nur noch zwei Punkte hinter dem 1. FC Köln, der sein Heimspiel am Montagabend gegen Schlusslicht Duisburg verlor. 

Bereits am Freitag hat der Hamburger SV einen wichtigen Auswärtssieg bei Darmstadt 98 gefeiert. Die Rothosen gingen am Freitagabend mit 2:1 als Sieger vom Platz.

Im zweiten Spiel am Freitagabend behielt der VfL Bochum im Westfalenderby gegen Arminia Bielefeld die Oberhand. Tom Weilandt erzielte das goldene 1:0-Siegtor für die Bochumer.

1. FC Köln - MSV Duisburg 1:2 (1:1)

Tore: 0:1 Oliveira Souza (9.), 1:1 Hector (35.), 1:2 Bader (73., Eigentor)

Torsten Lieberknecht hat einen perfekten Einstand als Trainer des Zweitligisten MSV Duisburg gefeiert und die Zebras ausgerechnet beim Spitzenreiter 1. FC Köln zum ersten Saisonsieg geführt. Der MSV gewann am Montagabend 2:1 (1:1) und sprang damit vom letzten auf den 16. Platz. Der FC enttäuschte dagegen und verpasste die Chance, die Tabellenführung auszubauen.

Cauly Oliveira-Souza (9.) traf früh zum 1:0 für die anfangs überlegenen und wild entschlossenen Gäste. Köln hatte der Wucht des MSV zunächst nichts entgegenzusetzen und spielte zu fehlerhaft. Erst nach einer knappen halben Stunde legte das Team von Trainer Markus Anfang seine Lethargie ab und glich durch Nationalspieler Jonas Hector (35.) nach einer Ecke aus. Ein Eigentor von Matthias Bader (73.) besiegelte jedoch die zweite Saisonniederlage.

Lieberknecht hatte die Duisburger erst am vergangenen Montag als Nachfolger des entlassenen Ilija Grujew übernommen. Die kurze Anlaufzeit genügte dem Coach jedoch, um sein Team hervorragend auf die schwere Aufgabe beim Spitzenreiter einzustellen.

Mit frühem Pressing bestimmte der MSV die Anfangsminuten und zwang den FC zu Fehlern. Kölns Torjäger Simon Terodde wurde von den Innenverteidigern Gerrit Nauber und Dustin Bomheuer konsequent in Doppeldeckung und somit aus dem Spiel genommen. Der FC fand kaum Lösungen, stattdessen hätten die Gäste schon vor dem 1:0 durch Oliveira-Souza treffen können. Sie scheiterten aber entweder an FC-Torhüter Timo Horn oder spielten nicht präzise genug.

Lieberknecht trieb seine Team vor 49.600 Zuschauern weiter an, das auch nach Hectors Ausgleich gefährlich und hartnäckig blieb. Kurz vor der Pause scheiterte Dustin Bomheuer (44.) am starken Horn.

Im zweiten Durchgang blieb das Spiel offen. Duisburg zog sich weiter zurück und lauerte auf Konter, der FC suchte nach Lücken in der MSV-Defensive. Glück hatten die Gäste in der 65. Minute, dass Schiedsrichter Florian Badstübner (Windsbach) nicht auf Elfmeter für den FC entschied. MSV-Torhüter Daniel Mesenhöler hatte bei einem Klärungsversuch Kölns Dominick Drexler mit der Faust im Gesicht erwischt.

In der Schlussphase drängte Köln die Gäste weit zurück. Torhüter Mesenhöler, der in der Jugend beim FC gespielt hatte, stand immer mehr im Mittelpunkt. Doch es war der MSV, der erneut in Führung ging.

Union Berlin - 1. FC Heidenheim 1:1 (0:0)

Tore: 0:1 Glatzel (57.), 1:1 Gikiewicz (90.+4)

Ausgerechnet Torhüter Rafal Gikiewicz hat mit einem Last-Minute-Tor den Fußball-Zweitligisten Union Berlin vor der ersten Saisonniederlage bewahrt. Der aufgerückte polnische Schlussmann erzielte in der dritten Minute der Nachspielzeit den umjubelten 1:1 (0:0)-Ausgleichstreffer der Eisernen gegen den 1. FC Heidenheim. 

Zuvor hatte Heidenheims Stürmer Robert Glatzel, der in der 56. Minute nach einem Eckball freistehend einköpfen konnte, die Gäste in Führung gebracht. Unions erste Liga-Niederlage unter dem neuen Trainer Urs Fischer lag in der Luft, bis Gikiewicz bei einem Freistoß nach vorne eilte und den Ball ins Tor köpfte. 

Im Stadion An der alten Försterei hatte Union zwar mehr Ballbesitz, doch wirklich zielstrebig agierten die Hausherren nicht. Die Gäste hatten wenig Mühe, das eigene Tor zu verteidigen - und mit der ersten guten Chance gingen sie in Führung. Danach drängten die Eisernen auf den Ausgleich, doch die langen Bälle waren meist kein Problem für die Heidenheimer Abwehr. Bis Unions Torhüter aufrückte.

FC Ingolstadt - SC Paderborn 1:2 (0:1)

Tore: 0:1 Klement (33.), 0:2 Klement (61.), 1:2 Kerschbaumer (63.)

Der Aufsteiger setzte sich mit etwas Glück, aber auch verdient mit 2:1 (1:0) beim taumelnden FC Ingolstadt durch und liegt damit nur einen Punkt hinter den Aufstiegsplätzen. Der fünfte Saisonsieg gelang den Ostwestfalen durch die beiden Freistoßtreffer von Klement (33. und 61.).

Ingolstadt befindet sich trotz des Trainerwechsels vor zwei Wochen im freien Fall. Die Schanzer verloren zum sechsten Mal in Serie, zum dritten Mal unter Alexander Nouri. Konstantin Kerschbaumer erzielte noch den Anschlusstreffer (63.), danach aber versäumten es die bis dahin schwachen Gastgeber vor 7594 Zuschauern, dem Spiel trotz einiger guter Chancen noch eine Wende zu geben.

Weitere Treffer von Ingolstadt verhinderte neben dem starken Paderborner Torhüter Leopold Zingerle auch das Torgestänge. Bei einer Dreifachchance in der 56. Minute köpfte Stefan Kutschke zunächst eine Flanke von Paulo Otavio an den Pfosten, danach parierte Zingerle den strammen Nachschuss Osayamen Osawe mit dem Kopf, zum Abschluss traf Thomas Pledl mit dem nächsten Nachschuss nur die Latte.

Für Zingerle hatte der Kopftreffer allerdings Folgen: Er musste für Stellvertreter Michael Ratajczak Platz machen (71.).

FC St. Pauli - SV Sandhausen 3:1 (1:0)

Tore: 1:0 Diamantakos (17.), 1:1 Behrens (73.), 2:1 Allagui (90.+1), 3:1 Buchtmann (90.+4)

Der FC St. Pauli beißt sich im oberen Tabellendrittel der 2. Bundesliga fest. Die Kiezkicker besiegten den SV Sandhausen im heimischen Millerntorstadion dank Last-Minute-Treffer von Sami Allagui (90.+1) und Christopher Buchtmann (90.+4) mit 3:1 (1:0) und blieben damit zum vierten Mal hintereinander ungeschlagen.

St. Paulis Stürmer Dimitrios Diamantakos brachte sein Team im ersten Abschnitt in Führung (17.). Doch Kevin Behrens (73.) sorgte für den Ausgleich, ehe der eingewechselte Allagui mit Ablauf der 90 Minuten traf, Buchtmann setzte noch einen drauf. Die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski schraubte seine Erfolgsserie damit auf zehn von möglichen zwölf Punkten.

St. Pauli startete eine Woche nach dem 0:0 im Stadtderby gegen den Hamburger SV mit Tempo und Elan und verdiente sich so seine erste Halbzeitführung der Saison. Bei seinem Treffer profitierte Diamantakos von einem starken Angriff der Hamburger über die rechte Seite, den scharfen Querpass von Jeremy Dudziak drückte er aus fünf Metern mit dem Schienbein über die Linie.

Doch je länger das Spiel dauerte, desto schludriger wurden die Gastgeber. Sandhausen, das bis dato nur einen Dreier in der bisherigen Spielzeit feiern konnte, übernahm die Kontrolle und kam zu Chancen.

Richtig Glück hatte St. Pauli, als die Gäste dreimal binnen 120 Sekunden scheiterten. Erst parierte Schlussmann Robin Himmelmann aus kurzer Distanz glänzend gegen Philipp Förster und Fabian Schleusener, dann landete eine Direktabnahme von Schleusener nur Zentimeter neben dem linken Pfosten (57.).

SpVgg Greuther Fürth - Jahn Regensburg 1:1 (0:0)

Tore: 1:0 Atanga (49.), 1:1 Grüttner (75.)

Die SpVgg Greuther Fürth hat im bayerischen Verfolgerduell gegen Jahn Regensburg den Sprung auf den zweiten Tabellenplatz in der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Die Franken kamen über ein 1:1 (0:0) nicht hinaus. David Atanga (49.) sorgte für das 1:0 der Gastgeber, Marco Grüttner (75.) glich aus. 

Nach zuletzt drei Siegen in Folge kam die Torfabrik des SSV Jahn (zehn Tore in den letzten drei Spielen) ins Stocken. Dafür hielt die Serie der Oberpfälzer gegen Fürth auch im sechsten Vergleich. Es stehen zwei Siege und vier Unentschieden gegen das Kleeblatt zu Buche.

Die beste Gelegenheit für Fürth besaß vor 10.845 Zuschauern Julian Green. Mit einem 18-m-Schuss zwang er Regensburgs Torwart Philipp Pentke zu einer Glanzparade (35.). Die Regensburger wirkten allerdings über weite Strecken zielstrebiger, wenngleich die glasklaren Chancen nicht herausgespielt werden konnten.

Erzgebirge Aue - Holstein Kiel 2:1 (0:1)

Tore: 0:1 Mühling (41.), 1:1 Iyoha (72.), 2:1 Nazarov (90.+1)

Gelb-Rote Karte: Schindler (Kiel) wegen Handspiels (84.)

Erzgebirge Aue ist in der 2. Fußball-Bundesliga nach zuletzt zwei Niederlagen der Befreiungsschlag gelungen. Die Gastgeber gewannen ihr Heimspiel gegen Holstein Kiel durch ein spätes Tor von Dimitri Nazarov (90.+1) mit 2:1 (0:1). Alexander Mühling (41.) hatte die Kieler in Führung gebracht, Emmanuel Iyoha (72.) belohnte in der zweiten Hälfte die Angriffsbemühungen der Gastgeber mit dem Ausgleich. In der 84. Minute flog Kiels Kingsley Schindler wegen absichtlichen Handspiels per Gelb-Roter Karte vom Platz.

Die Norddeutschen, in der vergangenen Saison Dritter und Relegationsteilnehmer, verbleiben mit 12 Zählern im Tabellenmittelfeld. Zuletzt hatten die Kieler 4:2 gegen Darmstadt 98 gewonnen. Aue hat zehn Punkte auf dem Konto.

Aue startete vor 7500 Zuschauern sehr engagiert und versuchte, die Gäste einzuschnüren. Die erste Großchance hatte Sörgen Bertram (4.), doch sein fulminanter Fernschuss wurde von Kiels Torwart Kenneth Kronholm noch über die Latte gelenkt.

Holstein hielt allerdings dagegen und setzte den einen oder anderen Konter. Allerdings stand die Abwehr der Hausherren sicher. Immer wieder versuchten die Auer, mit Diagonalpässen auf die Außenpositionen für Überraschungsmomente zu sorgen. Allerdings stellten sich die Kieler im weiteren Verlauf immer besser darauf ein. In der zweiten Hälfte schaffte Aue zunächst den verdienten Ausgleich und wurde am Ende noch mit dem Sieg belohnt.

1. FC Magdeburg - Dynamo Dresden 2:2 (0:2)

Tore: 0:1 Kone (7.), 0:2 Aosman (23.), 1:2 Kreuzer (60., Eigentor), 2:2 Bülter (90.+1)

Besonderes Vorkommnis: Brunst (Magdeburg) hält Foulelfmeter von Kone (90.+1)

Dynamo Dresden hat einen 2:0-Vorsprung in der 2. Fußball-Bundesliga verspielt. Im Ostduell beim Aufsteiger 1. FC Magdeburg kamen die Gäste am Ende über ein 2:2 (2:0) nicht hinaus  und verpassten den dritten Auswärtssieg in Folge.

Moussa Kone (7.) erzielte vor 23.024 Zuschauern das 1:0 für Dynamo mit einer feinen Einzelleistung. Aias Aosman (23.) erhöhte für die Dresdner, die die klarere Spielanlage und das bessere Zweikampfverhalten aufwiesen. Niklas Kreuzer (60., Eigentor) sorgte für das Anschlusstor der Gastgeber. Kone vergab in der Nachspielzeit noch einen Foulelfmeter für Dynamo. Marius Bülter (90.+1) gelang das umjubelte 2:2 quasi im Gegenzug. Die Magdeburger, die zuletzt durch das 1:0 in Sandhausen den ersten Zweitligasieg ihrer Vereinshistorie feierten konnten, sind jetzt fünf Partien ohne Niederlage.

Am Freitag hatte Dresden nach den Querelen in der Führung ein Übergangs-Präsidium bestimmt. Zuvor waren das komplette Präsidium und drei weitere Gremiumsmitglieder zurückgetreten. Das Übergangspräsidium soll aus den beiden Vereinsmitgliedern Michael Bürger und Holger Scholze bestehen, die zeitnah offiziell vom Aufsichtsrat ernannt werden sollen.

Sie sollen unter anderem die für den 17. November geplante ordentliche Mitgliederversammlung weiter vorbereiten. Die Wahl des neuen Präsidiums soll am 19. Dezember auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung erfolgen.

Darmstadt 98 - Hamburger SV 1:2 (0:2)

Tore:  0:1 Hunt (13.), 0:2 Holtby (45.), 1:2 Dursun (89.)

Der Hamburger SV hat einen Schritt aus der ersten Krise in der 2. Bundesliga gemacht und Trainer Christian Titz wieder etwas Luft verschafft. Nach drei Spielen ohne Sieg und Tor gewann der HSV am Freitagabend 2:1 (2:0) bei Darmstadt 98, damit gelang der Sprung auf Tabellenplatz zwei. Für die Lilien war es bereits die vierte Niederlage in Folge.

In Kapitän Aaron Hunt (13.), der seinen ersten Zweitliga-Treffer erzielte, und Lewis Holtby (45.) sorgten am Böllenfalltor zwei Routiniers für den fünften Saisonsieg des HSV.

Fünf Tage nach der ernüchternden Nullnummer im Stadtderby gegen den FC St. Pauli drängte der HSV den Gegner von Beginn an in die Defensive und hatte viel Ballbesitz, die erste echte Torchance brachte die Führung. Hunt bekam zu viel Platz und traf mit einem platzierten Flachschuss, der 32-Jährige beendete eine 290-minütige HSV-Durststrecke ohne Tor.

Darmstadt wurde nach dem Rückstand stärker und brachte die Gäste, die sich in dieser Phase viele Fehler leisteten, in Bedrängnis. Doch die nächste Chance der Hamburger resultierte wieder in einem Tor. Holtby ließ Lilien-Schlussmann Daniel Heuer Fernandes keine Chance.

Vor 17.400 Zuschauern hätten Tobias Kempe (63.) und Kapitän Aytac Sulu (71.) die Darmstädter schon heranbringen können, Serdar Dursun (89.) verkürzte kurz vor dem Ende. Zum Punktgewinn reichte es nicht mehr.

VfL Bochum - Arminia Bielefeld 1:0 (1:0)

Tore:  1:0 Weilandt (8.)

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Der VfL Bochum hat nach drei Spielen ohne Sieg in die Erfolgsspur zurückgefunden. Das Team von Trainer Robin Dutt gewann zum Auftakt des neunten Spieltages gegen Arminia Bielefeld mit 1:0 (1:0) und verbesserte sich in der Tabelle vorerst auf Platz fünf. Das Siegtor für die Bochumer erzielte Tom Weilandt (8.).

Bielefeld begann vor 19.231 Zuschauern druckvoll und hatte bereits nach zwei Minuten durch Jonathan Clauss die große Chance zur Führung, Bochums Torwart Manuel Riemann parierte. Auch Bochum war sofort im Spiel und ging durch einen Kopfball von Weilandt im Anschluss an einen Einwurf in Führung. Danach stand Bochum sicher, Bielefeld fehlte es vor der Pause an Ideen im Offensivspiel. 

Ähnlich gestaltete sich das Spiel auch nach dem Seitenwechsel. Nach einer Stunde hatte Bochum Glück, ein abgefälschter Schuss von Andreas Voglsammer landete am Außenpfosten. Bielefeld wurde nun immer stärker, hatte aber erneut Pech: Julian Börner traf nach einer Ecke per Kopf den Pfosten. Auch weitere Chancen ließ die Arminia ungenutzt. Auf der Gegenseite vergab Lee Chung Yong in der 83. Minute nach einem Konter die große Gelegenheit zur Vorentscheidung.

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