2. Bundesliga: St. Pauli gewinnt in Bochum und bleibt oben dran - Köln und der HSV weiter im Gleichschritt
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Union kann dem Top-Duo nicht folgen, der FC St. Pauli durch einen Sieg in Bochum schon. Köln und der HSV fuhren jeweils Dreier ein.

Union Berlin kann dem Spitzenduo in der 2. Bundesliga nicht mehr folgen. Die drittplatzierten Hauptstädter kamen im Ostderby beim 1. FC Magdeburg überraschend nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und haben jetzt fünf Punkte Rückstand auf die vom Hamburger SV und 1. FC Köln belegten Aufstiegsplätze. Der FC St. Pauli konnte dadurch mit einem Sieg in Bochum mit den Berlinern gleichziehen.

Erzgebirge Aue hat einen überraschenden 5:0-Erfolg bei Greuther Fürth eingefahren. Ebenfalls am Samstag schlug Heidenheim den MSV Duisburg klar mit 4:1, Darmstadt und Ingolstadt trennten sich unentschieden.

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Am Freitag waren Simon Terodde und der 1. FC Köln weiter nicht zu stoppen. Bei Jahn Regensburg feierten die Domstädter einen ungefährdeten 3:1-Sieg. Im Parallelspiel siegte der Hamburger SV mit 1:0 gegen den SC Paderborn und konnte damit die Tabellenführung verteidigen.

Bochum - St. Pauli 1:3 (1:2)

Tore: 0:1 Allagui (15.), 1:1 Hinterseer (35.), 1:2 Veerman (42.), 1:3 Möller Daehli (86.)

Der FC St. Pauli bleibt dem Top-Trio im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga auf den Fersen. Die Hamburger feierten im Verfolgerduell beim VfL Bochum einen glücklichen 3:1 (2:1)-Erfolg und liegen nach dem 16. Spieltag auf Rang vier, nun punktgleich mit Union Berlin (28) auf dem Aufstiegs-Relegationsplatz.

Der VfL (24) musste nach zuvor sieben Spielen ohne Niederlage abreißen lassen und ist nun Siebter. Sami Allagui (15.), Henk Veerman (42.) und Mats Möller Daehli (86.) sicherten nach zuletzt drei Remis in Folge den Dreier für die effektiven Kiez-Kicker. Lukas Hinterseer (35.) hatte zwischenzeitlich ausgeglichen.

22.916 Zuschauer sahen ein temporeiches Montagabendspiel, in dem die Gäste zuerst jubelten. Nach einer Flanke von Rechtsverteidiger Luca Zander köpfte Allagui ein. Der schwungvolle VfL setzte trotz des Dämpfers seinen Sturmlauf fort, den Hinterseer mit seinem neunten Saisontor vollendete.

Nach einem Foul von Manuel Riemann an Ryo Miyaichi parierte der VfL-Keeper zwar den fälligen Elfmeter, Veerman drosch jedoch den Abpraller ins Tor. Was Schiedsrichter Benedikt Kempkes dabei entging: Veerman war deutlich zu früh in den Sechzehner gelaufen, der Strafstoß hätte wiederholt werden müssen.

Auch im zweiten Durchgang blieb es ein intensives Duell. Bochum drängte auf den Ausgleich, doch Ex-Nationalspieler Sidney Sam (74./84.) und Silvere Ganvoula (78.) ließen große Chancen ungenutzt, dann machte der eingewechselte Möller Daehli alles klar.

Arminia Bielefeld - SV Sandhausen 1:1 (0:0)

Tore: 0:1 Schleusener (46.), 1:1 Voglsammer (79.)

Kein Sieger im Kellerduell auf der Alm: Arminia Bielefeld und der SV Sandhausen treten im Abstiegskampf auf der Stelle. Das 1:1 (0:0) mit nur wenigen Höhepunkten am Sonntag war für die Ostwestfalen das neunte Ligaspiel in Folge ohne Sieg, Sandhausen wartet seit nun sieben Pflichtspielen auf ein Erfolgserlebnis und bleibt Vorletzter.

Fabian Schleusener (46.) erzielte die Führung für den SVS unmittelbar nach der Halbzeitpause und aus stark abseitsverdächtiger Position. Andreas Voglsammer (79.) gelang der verdiente Ausgleich.

Der von Sandhausens Trainer Uwe Koschinat prognostizierte "brutale Kampf" vor 14.093 Zuschauern auf der Alm fand ohne Bielefelds Kapitän Julian Börner statt, der aus disziplinarischen Gründen nicht im Kader stand. Die Hintergründe wurden zunächst nicht bekannt. Dennoch erarbeiteten sich die Gastgeber in der Anfangsphase leichte Vorteile.

Bielefelds Coach Jeff Saibene vertraute der gleichen "Derby-Elf", die in der Vorwoche ein 2:2 beim SC Paderborn geholt hatte. Gegen die dicht verteidigenden Gäste fehlten aber oft Tempo und Präzision. 

Auf der Gegenseite brachten auch die SVS-Angriffsversuche in der ersten Halbzeit nichts ein. Nach Schleuseners Blitzstart in den zweiten Durchgang rettete Sandhausens Torwart Marcel Schuhen gegen Manuel Prietl (56.), Patrick Weihrauch (59.) und Tom Schütz (74.), ehe Voglsammer doch noch traf.

Dynamo Dresden - Holstein Kiel 0:2 (0:2)

Tore: 0:1 Mühling (8.), 0:2 Honsak (22.)

Holstein Kiel hat seinen Höhenflug fortgesetzt. Die Mannschaft von Trainer Tim Walter siegte bei Dynamo Dresden mit 2:0 (2:0) und pirschte sich durch den dritten Dreier in Serie ganz dicht an den Relegationsplatz heran.

Alexander Mühling (8.) und Mathias Honsak (21.) trafen für die Störche, die zum siebten Mal nacheinander unbesiegt blieben. Dresden verliert dagegen allmählich den Anschluss an die Spitzengruppe. Das Team von Maik Walpurgis liegt inzwischen fünf Punkte hinter dem neuen Tabellenvierten aus Kiel.

Dabei hatte Dynamo zunächst deutlich mehr vom Spiel. Doch während die Gastgeber in der Anfangsphase etliche Chancen vergaben, zeigte sich Kiel hoch effizient und erzielte bei zwei Möglichkeiten zwei Tore.

Erst nutzte Mühling einen Schnitzer von Dresdens Torhüter Markus Schubert, der eine Flanke völlig falsch einschätzte, per Kopf zur frühen Führung. Dann staubte Honsak nach einem Abpraller zum 2:0 ab.

In der Folge verpuffte der Dresdner Offensiv-Elan vor 26.407 Zuschauern im Rudolf-Harbig-Stadion erst einmal. Kiel übernahm zunehmend das Kommando, versäumte es jedoch nachzulegen. Da Holstein-Keeper Kenneth Kronholm im zweiten Abschnitt mehrmals stark parierte, geriet der Sieg der Gäste aber nicht mehr in Gefahr.

1. FC Magdeburg - Union Berlin 1:1 (1:0)

Tore:  1:0 Beck (39.), 1:1 Gogia (65.)

Union Berlin hat im Ostderby seine erste Saisonniederlage mit Mühe verhindert. Die Eisernen erkämpften sich beim einstigen DDR-Oberliga-Rivalen 1. FC Magdeburg ein 1:1 (0:1) und verteidigten damit erfolgreich ihren dritten Tabellenplatz. 

"Wir wussten, dass es vor dieser Kulisse ein ganz schweres Spiel wird. Wir haben versucht, uns in die Partie zu kämpfen", sagte Union-Stürmer Sebastian Polter bei Sky . Michael Oenning, der weiter auf seinen ersten Sieg als FCM-Trainer wartet, sprach hinterher von einem "gerechten Unentschieden". Vom Klassenerhalt ist Oenning weiterhin "voll überzeugt", auch wenn der Aufsteiger noch keinen Heimsieg auf dem Konto hat.

Der eingewechselte Akaki Gogia erzielte vor 23.149 Zuschauern in der 65. Minute den Ausgleichstreffer, nachdem Stürmer Christian Beck den FCM mit seinem bereits achten Saisontreffer (39.) in Führung gebracht hatte. 

"Wenn wir die richtige Einstellung finden, dann haben wir immer eine Chance, Punkte mitzunehmen", hatte Union-Trainer Urs Fischer vor dem Anpfiff gesagt. Doch die Berliner fanden lange Zeit keinen Zugriff, die Magdeburger agierten wacher und entschlussfreudiger. Symptomatisch war der 1:0-Führungstreffer durch Torjäger Beck, der gedanklich und körperlich schneller war als seine Gegenspieler und sehenswert mit einem Lupfer abschloss.

Erst nach dem Seitenwechsel präsentierten die Gäste eine andere Körpersprache, vor allem die eingewechselten Spieler wie Gogia brachten viel Schwung.

SpVgg Greuther Fürth - Erzgebirge Aue 0:5 (0:1)

Tore: 0:1 Krüger (28.), 0:2 Testroet (47.), 0:3 Hochscheidt (69.), 0:4 Iyoha (85.), 0:5 Robert Herrmann (88.)

Besonderes Vorkommnis: Sascha Burchert (Fürth) hält Foulelfmeter von Robert Herrmann (88.)

Die SpVgg Greuther Fürth hat durch die nächste hohe Niederlage den Anschluss zu den Spitzenteams zunächst verloren. Eine Woche nach der 0:4-Pleite beim Tabellenzweiten 1. FC Köln verlor das Kleeblatt gegen Erzgebirge Aue 0:5 (0:1). 

Florian Krüger (28.) brachte die Sachsen in Führung, wobei der Ball vom Fürther Mario Maloca am Fünfmeterraum unglücklich vorgelegt wurde. Pascal Testroet (47.) erzielte per Kopf sein sechstes Saisontor und erhöhte auf 2:0. Jan Hochscheidt (69.) per direktem Freistoß, Emmanuel Iyoha (85.) und Robert Herrmann (88.) sorgten für die weiteren Auer Tore.

Fürth rutschte auf den achten Platz mit 23 Punkten ab, Aue ist mit 18 Zählern Tabellen-Zwölfter. Die Fürther waren saisonübergreifend neun Ligaheimspiele ungeschlagen geblieben. Aue hatte zuletzt aus vier Spielen nur einen Punkt beim 1:1 gegen Jahn Regensburg geholt.

Nach dem Rückstand machten die Gastgeber vor 9305 Zuschauern viel Druck und schnürten die Gäste in der eigenen Hälfte ein. Fürths Sebastian Ernst (35.) hatte mit einem Schuss ans Außennetz Pech. Aue stemmte sich gegen die Angriffswellen der Franken, die klar das Spiel bestimmten. Aber es fehlte die Klarheit und Entschlossenheit im Torabschluss. Anders dagegen die Gäste, die sehr effizient ihre Chancen nutzten.

1. FC Heidenheim - MSV Duisburg 4:1 (1:0)

Tore : 1:0 Thomalla (35.), 2:0 Dovedan (47.), 3:0 Schnatterer (67., Foulelfmeter), 3:1 Wolze (69.), 4:1 Dovedan (90.+2) 

Der 1. FC Heidenheim hält Anschluss an die Spitzengruppe der 2. Bundesliga. Das Team von Trainer Frank Schmidt gewann 4:1 (1:0) gegen den MSV Duisburg und rückte mit 26 Punkten erst einmal auf den vierten Platz vor.

Die Duisburger bleiben trotz einer zumindest vor der Pause guten Leistung im Tabellenkeller. Denis Thomalla (35.), Nikola Dovedan (47.), Marc Schnatterer (67., Foulelfmeter) und erneut Dovedan (90.+2) trafen für Heidenheim. Für Duisburg markierte Kevin Wolze (69.) das zwischenzeitliche 1:3.

Vor 10.250 Zuschauern hatten die Gäste die erste Chance, doch Stanislav Iljutcenko scheiterte an Torhüter Kevin Müller (5.). Auch danach blieb Duisburg zwingender, John Verhoek vergab nach rund einer halben Stunde eine weitere Möglichkeit.

Auf der Gegenseite war Heidenheim dagegen eiskalt. Thomalla grätschte in einen langen Pass und überraschte damit die komplette Gästeabwehr. Nach der Pause legten die Gastgeber gleich nach, als Dovedan mit einem Schuss aus rund 16 Metern traf. Der zuvor gefoulte Schnatterer erhöhte vom Punkt, ehe Wolze mit einer Direktabnahme noch verkürzte. In der Nachspielzeit schnürte Dovedan seinen Doppelpack.

SV Darmstadt 98 - FC Ingolstadt 1:1 (0:1)

Tore : 0:1 Lezcano (2., Foulelfmeter), 1:1 Tobias Kempe (83., Foulelfmeter) 

Gelb-Rote Karte : Röcher (Ingolstadt) wegen wiederholten Foulspiels (63.)

Eine "Schwalbe" verhinderte den Sieg für Trainer Jens Keller beim Einstand als Coach beim Tabellenletzten FC Ingolstadt. Tobias Kempe (83., Foulelfmeter) sicherte dem SV Darmstadt 98 das glückliche 1:1 (0:1) gegen die Schanzer. Kapitän Fabian Holland hatte sich im Strafraum theatralisch fallen lassen und den Strafstoß herausgeschunden. Auch nach dem Remis hat der FCI die Rote Laterne inne.

Vor 16.579 Zuschauern war Ingolstadt schon in der zweiten Minute durch Dario Lezcano per Foulelfmeter in Führung gegangen. Der Ingolstädter Thorsten Röcher sah in der 63. Minuten Gelb-Rot. Für das Darmstädter Team von Trainer Dirk Schuster war es der erste Punkt nach drei Niederlagen in Serie.

Die Schanzer hatten in der vergangenen Woche den in acht Spielen sieglosen Alexander Nouri entlassen und Keller als neuen Trainer verpflichtet. Und der erlebte am Böllenfalltor einen Start nach Maß. Lezcano verwandelte nach nicht einmal zwei Minuten einen umstrittenen Foulelfmeter zur Führung. Darmstadt übernahm anschließend das Kommando, Serdar Dursun traf allerdings nur den Außenpfosten (12.).

Nach der Pause versuchten die Gastgeber weiter, die Abwehr Ingolstadts vor Probleme zu stellen - das gelang aber nur selten. Nach dem Platzverweis für Röcher dominierten die Lilien weiter das Geschehen, Kempe verzog einen Volleyschuss nur knapp.

Hamburger SV - Paderborn 1:0 (1:0)

Tore: 1:0 Narey (11.)

Der Hamburger SV bleibt unter seinem neuen Trainer Hannes Wolf ungeschlagen und führt das Klassement in der 2. Bundesliga nach wie vor an. Zum Auftakt des 16. Spieltages setzte sich der Bundesliga-Absteiger 1:0 (1:0) gegen den SC Paderborn durch. Während der HSV zum elften Mal in Folge unbesiegt blieb, verliert der Gast aus Ostwestfalen nach nur einem Sieg in seinen vergangenen sieben Spielen die Spitzengruppe immer weiter aus den Augen.

Khaled Narey (11.) machte mit seinem fünften Saisontreffer den erst vierten Heimsieg der Hamburger perfekt, die erneut auf ihren verletzten Topstürmer Pierre-Michel Lasogga verzichten mussten.

Vor 49.449 Zuschauern legten die Gastgeber los wie die Feuerwehr und verbuchten in einer fulminanten Anfangsphase durch Lewis Holtby und Narey, der in der vierten Minute nur den Pfosten traf, hochkarätige Chancen. Kurz darauf hatte der 24-Jährige mehr Glück, als er nach einem präzisen Zuspiel von Orel Mangala ins lange Eck traf.

Die Gäste standen zumeist auf verlorenem Posten, hatten in der 16. Minute allerdings eine gute Kontermöglichkeit, als der Ball nach einem Freistoß von Philipp Klement die Latte des Hamburger Tores berührte. Ansonsten hatten die Gastgeber aber alles im Griff.

Auch nach der Pause diktierten die Hausherren das Geschehen und erspielten sich Chance um Chance. Allein der überragende Narey (50., 54., 70.) hätte das Ergebnis in die Höhe schrauben können. Auf der anderen Seite scheiterte Babacar Gueye (49.) an der Latte.

Regensburg - Köln 1:3 (0:2)

Tore: 0:1 Terodde (11.), 0:2 Drexler (41.), 0:3 Drexler (55.), 1:3 Adamyan (55.)

Der 1. FC Köln hat seine Siegesserie in der 2. Bundesliga ausgebaut und bleibt Tabellenführer Hamburger SV dicht auf den Fersen. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang feierte mit dem 3:1 (2:0) bei Jahn Regensburg den vierten Sieg in Folge und liegt als Tabellenzweiter weiterhin nur einen Punkt hinter dem HSV. Für Regensburg war es die erste Niederlage nach zuvor zehn ungeschlagenen Spielen.

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Top-Torjäger Simon Terodde (11.) brachte die Gäste mit seinem 20. Saisontreffer nach einem Konter in Führung. Dominick Drexler (41.) erhöhte per Volleyabnahme auf 2:0. In einer spektakulären Phase nach dem Seitenwechsel gelang Sargis Adamyan (54.) der Anschlusstreffer, ehe Augenblicke später erneut Drexler (55.) mit seinem dritten Saisontor traf. Bei den vergangenen vier Siegen gelangen den Kölnern damit insgesamt 18 Treffer bei nur zwei Gegentoren. Regensburgs Marcel Correia sah in der Schlussphase wegen einer Notbremse die Rote Karte (89.).

Vor 15.210 Zuschauern in der ausverkauften Continental Arena spielte der Jahn, der zum dritten Mal in Folge mit der gleichen Startelf begann, ordentlich mit, blieb aber lange ohne klare Torchance. Terodde (28.) verpasste erst völlig freistehend und später mit einem Drehschuss (50.) seinen 21. Saisontreffer. FC-Torwart Timo Horn wurde bei einem Freistoß von Asger Sörensen (29.) erstmals geprüft.

 

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