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Schalke 04 vs. Manchester City Spielvorschau 20.02.19

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2 - 3
S04
MNC
N. Bentaleb (38 ELF)
N. Bentaleb (45 ELF)
S. Agüero (18)
L. Sané (85)
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VELTINS-Arena
Domenico Tedesco trifft auf Pep Guardiola: "Schwierig, so etwas nachzuahmen"
13:55 MEZ 18.02.19
Domenico Tedesco Schalke 16022019
Vor einem Jahr war Domenico Tedesco der Trainer-Überflieger in der Bundesliga, jetzt durchlebt der 33-Jährige die erste Krise seiner jungen Karriere.

Zu Salz- und Pfefferstreuer würde Domenico Tedesco nicht sofort greifen. Doch über Taktikfragen würde der Trainer von Schalke 04 schon gerne mit Pep Guardiola sprechen, wenn er ihn in einem Restaurant träfe. "Erstmal würde ich ihn freundlich begrüßen und dann mal schauen, was der Abend bringt", sagte der 33-Jährige im Interview mit dem SID schmunzelnd: "Aber man könnte sicher viel mit ihm über Fußball reden."

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Auf die Gelegenheit, wie einst Thomas Tuchel in einer Münchner Bar mit dem spanischen Starcoach mit Salz und Pfeffer berühmte Rasenduelle nachzustellen, muss Tedesco noch warten. Aber am Mittwoch (21.00 Uhr im LIVE-TICKER) kann er Guardiolas Taktikzüge ganz aus der Nähe sehen und darauf reagieren - mit Spielern, nicht mit Gewürzstreuern. Wenn der deutsche Vizemeister als krasser Außenseiter im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League auf den englischen Meister Manchester City trifft.

Es ist nicht nur das ungleiche Duell zweier Mannschaften, die sportlich Welten trennen. Es ist auch das Aufeinandertreffen eines Trainerneulings mit einem seiner Vorbilder. "Als ich Jugend trainiert habe, habe ich viele Spiele von Barcelona gesehen, auch von Bayern, und extrem viel zusammengeschnitten", erzählte Tedesco: "Ich habe versucht, die Konzepte dahinter zu verstehen."

Domenico Tedesco: "Es geht um Schalke, nicht um meine Person"

Wie Guardiola Spieler verschob und Systeme wechselte, faszinierte ihn schon zu seiner Zeit als Nachwuchscoach in Stuttgart und Hoffenheim. Den Katalanen, der in Spanien, Deutschland und England sieben Meistertitel in neun Jahren und zweimal die Champions League gewann, sieht Tedesco als stilprägend für eine ganze Trainergeneration. Ob in Barcelona, wo er den Voetbal total von Johan Cruyff "perfektioniert und auf die Spitze getrieben" habe, oder bei Bayern München, wo er Arjen Robben und Franck Ribery "spiegelverkehrt auf den Flügeln" zu Höchstleistungen trieb - "er macht es hervorragend, es ist schwierig, so etwas nachzuahmen". 

Vor allem dann, wenn man wie Tedesco mit deutlich weniger Qualität auf dem Spielfeld arbeiten muss. Mit Schalke ist der Trainer-Überflieger der vergangenen Saison, der ein durchschnittliche Bundesligateam zur Vizemeisterschaft coachte, böse abgestürzt. Dem Aufstieg aus dem Zweitliga-Abstiegskampf mit Erzgebirge Aue bis in die Königsklasse mit den Gelsenkirchenern "in Lichtgeschwindigkeit", wie er damals sagte, folgte die erste Krise seiner jungen Karriere. 

Was andere Trainer in vielen Jahren nicht erfahren, durchlebt Tedesco innerhalb weniger Monate. Lernen im Zeitraffer? "So empfinde ich es momentan nicht. Dafür müsste ich irgendwann einmal die Vogelperspektive einnehmen. Dann könnte ich schon sagen: Wahnsinn, was ich da alles erlebt habe, die komplette Bandbreite. Aber ich kann jetzt nicht sagen: Super, ich lerne ja viel in kurzer Zeit. Es geht ums Tagesgeschäft, um Schalke, nicht um meine Person."

Tedesco über Krise in der Bundesliga: "Wussten nicht, dass es so schwierig werden würde"

Und die aktuelle Situation beim Traditionsklub ist ungemütlich - auch für ihn. Der Kredit der Vorsaison ist verspielt, die Fragen werden kritischer. Nach der dramatisch gesunkenen Qualität der Mannschaft, aber auch nach seinen Fähigkeiten. Er habe versucht, nach dem überraschenden zweiten Platz "die Spannung oben zu halten", das habe nicht funktioniert - "aus verschiedenen Gründen". Die Verletztenmisere sei "sehr belastend". Aber auch der Abgang der "Qualitätsspieler" Leon Goretzka, Max Meyer und Thilo Kehrer habe eine große Lücke gerissen.

Die Mannschaft sei durch die "hohe Fluktuation" im Sommer "jünger geworden". "Ob besser oder schlechter, kann man natürlich am Tabellenstand festmachen, aber nicht nur", meinte er mit Blick auf Rang 14 in der Bundesliga. Die Neuzugänge hätten es angesichts der Misserfolge schwer, "und auf Schalke ist es vielleicht noch einen Tick schwerer". Dass sie Zeit bräuchten, habe er gewusst. "Aber wir wussten nicht, dass es so schwierig werden würde."

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