Supercup: Casemiro und Isco schießen Real Madrid zum Titel
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In einem spannenden Spiel müht sich Real Madrid zu einem knappen Sieg gegen Manchester United. Rashford vergibt die beste Chance zum Ausgleich.

Der Champions-League-Sieger Real Madrid hat den UEFA Supercup gewonnen. Die Königlichen setzten sich in Mazedonien gegen den Europa-League-Sieger Manchester United mit 2:1 (1:0) durch. Vor 36.000 Zuschauern in der Filip II Arena von Skopje brachte Casemiro Real in der 24. Minute in Führung. In der 52. verdoppelte Isco. Romelu Lukaku gelang für United nur noch der Anschlusstreffer (62.).

Real traf somit im 66. Pflichtspiel in Folge und baute damit seinen Rekord von Vereinen der fünf großen Ligen Europas weiter aus. Für United-Coach Jose Mourinho war es das dritte Spiel als Trainer im UEFA Supercup, so viele bestritten zuvor nur Alex Ferguson, Pep Guardiola und Carlo Ancelotti. Gewonnen hat der Portugiese den Titel noch nie. Kapitän Antonio Valencia absolviert sein 50. Europapokalspiel.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Real-Trainer Zidane verändert seine Aufstellung im Vergleich zum Champions-League-Finale auf einer Position. Statt Cristiano Ronaldo, der wegen des Confed Cups einen verlängerten Urlaub genoss, beginnt Bale.

Bei Manchester United stehen die drei Neuzugänge Lindelöf, Matic und Lukaku in der Startelf. Dieses Trio und Lingard verdrängen Blind, Fellaini, Rashford und Mata, die im Europa-League-Finale begannen. Außerdem steht statt Romero der nominelle Stammkeeper de Gea im Tor.

2.: Marcelo flankt aus dem linken Halbfeld in die Mitte, wo sich Bale gegen Matic durchsetzt. Sein Abschluss mit dem Außenrist geht aber links oben vorbei.

16.: Mit einer Flanke von links setzt Kroos Casemiro in der Mitte in Szene. Der Brasilianer gewinnt etwa fünf Meter vor dem Tor das Kopfballduell gegen Darmian, scheitert dann aber an der Latte.

24., 1:0, Casemiro: Carvajal chippt den Ball von halbrechts über die United-Defensive. Casemiro entwischt Lindelöf und schiebt den Ball dann rechts unten ein.

48.: Knapp vor dem Strafraum lässt Lindelöf seinem Gegenspieler Kroos zu viel Platz. Der Deutsche zieht ab, scheitert aber an einem glänzend parierenden De Gea.

52., 2:0, Isco: Links im Strafraum spielen Isco und Bale einen traumhaften Doppelpass. Problemlos schiebt Isco den Ball dann flach in die rechte Ecke.

54.: Nach einer Flanke aus dem rechten Halbfeld kommt Pogba knapp sechs Meter vor dem Tor völlig unbedrängt zum Kopfball, setzt diesen aber viel zu zentral. Navas lässt den Ball nach vorne klatschen, wo Lukaku steht. Statt den Ball einfach zu versenken, jagt er ihn weit über das Tor.

61.: Mit einem starken Pass schickt Casemiro Bale rechts in den Strafraum. Aus spitzem Winkel nagelt er den Ball an die Unterkante der Latte.

62., 2:1, Lukaku: Matic zieht aus der zweiten Reihe ab. Der Schuss kommt zwar zentral aufs Tor, Navas lässt ihn trotzdem nach vorne prallen. Diesmal nutzt Lukaku den Abstauber.

81.: Mkhitaryan schickt Rashford links in den Strafraum. Er visiert die rechte, untere Ecke an, scheitert aber an einem stark reagierenden Navas.

90.+1: Fellaini köpft eine Valencia-Flanke von rechts stark aufs Tor. Navas zeigt aber eine gute Flugeinlage und pariert.

90.+1.: Asensio steht nach einem Zuspiel von Vazquez knapp zehn Meter vor dem Tor völlig frei. Mit einem unfassbaren Reflex entschärft De Gea den Abschluss aber. 

Fazit: Real spielt einen deutlich reiferen und kontrollierteren Fußball als United. Die Engländer halten nur phasenweise dagegen und bäumen sich erst spät auf. Absolut verdient gewinnt Real den UEFA Supercup.

Der Star des Spiels: Casemiro. Eine einwandfreie Vorstellung des defensiven Mittelfeldspielers. Casemiro brachte Real in Führung und bewies außerdem Passsicherheit, Zweikampfstärke und Kreativität (etwa bei seinem Pass auf Bale in der 61. Minute).

Der Flop des Spiels: Victor Lindelöf. Der Schwede bewies immer wieder Schwächen im Stellungsspiel, ließ etwa Casemiro vor dem 1:0 entwischen. Später hinderte er Kroos nicht an einem Distanzschuss. Lindelöf gewann nur knapp 15 Prozent seiner direkten Duelle, am Aufbauspiel seiner Mannschaft beteiligte er sich kaum.

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Der Schiedsrichter: Gianluca Rocchi (Italien). Ernsthaft gefordert wurde der Schiedsrichter nur beim 1:0 von Real. Torschütze Casemiro stand dabei womöglich haarscharf im Abseits. Da die Szene aber nicht abschließend aufzulösen ist, ist die Entscheidung, den Treffer zählen zu lassen, vertretbar. Ansonsten bewies Rocchi eine gute Spielführung und hielt sich angenehm im Hintergrund.

Das fiel auf:

  • Hinter den beiden Stürmern Bale und Benzema agierte Isco bei Real als klassischer Zehner. Er verteilte den Ball gut und zeigte darüber hinaus einige ansehnliche Dribblings und Kombinationen (etwa im Vorfeld des 2:0). Immer wieder ließ sich Isco auch auf die Seiten fallen und schuf so im Zentrum Platz für die nachrückenden Kroos und Modric.
  • Bei United agierte Lukaku als zentrale Stoßspitze. Mit dem Rücken zum Tor fixierte der Belgier etliche Bälle gekonnt und legte sie dann auf die nachrückenden Mittelfeldspieler ab. Mkhitaryan, der zweite nominelle Angreifer, rochierte um Lukaku herum. Speziell bei Kontern sorgte der Armenier für Gefahr.
  • In der zweiten Halbzeit kamen Rashford und Fellaini für Lingard und Herrera ins Spiel. Dadurch wurde das Offensivspiel von United flexibler und gefährlicher. In der Schlussphase hatte United sogar Chancen auf den Ausgleich.
  • Seine Abwehr formierte Mourinho in einer Dreier-/Fünferkette. Zwischen den Außenverteidigern und den äußeren Innenverteidigern entstanden dabei aber immer wieder Lücken. Diese nutzten die Real-Flügelspieler und - Außenverteidiger wiederholt für gefährliche Flanken.
  • Das Mittelfeld von Real präsentierte sich wie gewohnt extrem ballsicher. Casemiro, Kroos und Modric brachten jeweils klar über 90 Prozent ihrer Zuspiele an den Mann. Insgesamt verzeichneten die Spanier eine über fünf Prozent bessere Passquote als ihre Kontrahenten aus England.

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