Köln leistet sich Ausrutscher in Dresden, HSV patzt schon wieder
Getty Images
Der Tabellenführer aus Köln verliert in Dresden deutlich. Und zum fünften Mal in Folge bleibt der HSV in der 2. Bundesliga ohne Sieg.

Der 1. FC Köln hat am 30. Spieltag der 2. Bundesliga eine seiner seltenen Niederlagen einstecken müssen. Der Spitzenreiter unterlag bei Dynamo Dresden mit 0:3 (0:2). Der Vorsprung des Effzeh auf die Konkurrenz beträgt allerdings immer noch sechs Punkte.

Der Hamburger SV musste ebenfalls einen Rückschlag verkraften: Gegen Erzgebirge Aue kam der HSV vor eigenem Publikum nur zu einem 1:1 (0:1) und wartet nun schon seit fünf Spielen auf einen Dreier.

Erlebe Europas Top-Ligen live und auf Abruf auf DAZN. Jetzt Gratismonat sichern!

Der SC Paderborn rutschte dank eines 2:1 (0:0)-Auswärtssieges in Kiel auf den dritten Rang vor und liegt nun nur noch zwei Zähler hinter den Hamburgern. Union Berlin konnte mit dem 1:1 (1:0) in Fürth keinen Boden auf den HSV gutmachen.

Dynamo Dresden - 1. FC Köln 3:0 (2:0)

Tore: 1:0 Berko (12.), 2:0 Duljevic (35.), 3:0 Berko (66.)

Der 1. FC Köln spannt seine Fans im Saisonendspurt weiter auf die Folter. Der Tabellenführer kassierte am 30. Spieltag eine überraschende 0:3 (0:2)-Niederlage bei Dynamo Dresden und blieb damit nach zuvor zwei Unentschieden im dritten Spiel in Folge sieglos. Bei acht Punkten Vorsprung auf Relegationsplatz drei dürfte der direkte Wiederaufstieg aber auch nach der siebten Saisonniederlage nicht mehr in Gefahr geraten.

Der überragende Erich Berko (12., 67.) und Haris Duljevic (35.) machten den Erfolg für die Sachsen perfekt, die im Hinspiel noch mit 1:8 in Müngersdorf untergegangen waren. Beim komfortablen Vorsprung auf Relegationsplatz 16 dürfte die Mannschaft von Trainer Cristian Fiel den Klassenerhalt sicher haben.

FC-Trainer Markus Anfang hatte seine Formation im Vergleich zum 1:1 im Spitzenspiel gegen den Hamburger SV auf zwei Positionen verändert. Im Angriff stürmte Anthony Modeste für Jhon Cordoba und für den angeschlagenen Christian Clemens spielte Louis Schaub. Der Favorit tat sich aber von Beginn an schwer.

Nachdem Berko bereits in der dritten Minute seine Gefährlichkeit angedeutet hatte, gelang ihm neun Minuten später mit seinem fünften Saisontreffer die Führung. Zuvor hatte er den spanischen Junioren-Nationalspieler Jorge Mere alt aussehen lassen. In der 18. Minute ließ sich Mere dann von Duljevic düpieren, FC-Torwart Timo Horn verhinderte aber Schlimmeres. Zehn Minuten vor der Pause machte es Duljevic dann nach einer tollen Kombination mit Berko besser und erzielte aus kurzer Distanz seinen ersten Saisontreffer. Mit dem 0:2-Rückstand war Köln zu Pause noch gut bedient.

Auch im zweiten Durchgang enttäuschten die Gäste vor 37.753 Zuschauern im ausverkauften Rudolf-Harbig-Stadion auf ganzer Linie. Weder Modeste noch Toptorjäger Simon Terodde, der in der 57. Minute durch Cordoba ersetzt wurde, konnten sich entscheidend durchsetzen. Dresden stand in der Deckung äußerst stabil und blieb bei Kontern gefährlich. In der 56. Minute verhinderte Horn gegen Baris Atik noch das 0:3, ehe er wenig später bei Berkos zweitem Treffer keine gute Figur machte.

Arminia Bielefeld - FC Ingolstadt 1:3 (0:1)

Tore: 0:1 Gaus (31.), 0:2 Kutschke (48.), 0:3 Pledl (63.), 1:3 Voglsammer (89.)

Der FC Ingolstadt hat seine Aufholjagd im Abstiegskampf fortgesetzt. Bei Arminia Bielefeld gewannen die Schanzer am 30. Spieltag 3:1 (1:0) und gaben die Rote Laterne wieder an den MSV Duisburg ab. Nach sieben Punkten aus drei Spielen unter Rückkehrer Tomas Oral liegt der FCI nur noch einen Punkt hinter Relegationsrang 16 zurück, Bielefeld verweilt im gesicherten Mittelfeld.

Vor 15.880 Zuschauern präsentierte sich Ingolstadt enorm effizient. Mit der ersten Gäste-Chance traf Marcel Gaus nach einer Ecke und einem Torwartfehler von Stefan Ortega zur Führung (31.). Auf der Gegenseite hatten zuvor Fabian Klos (11.), Jonathan Clauss (18.) und Andreas Voglsammer (23.) Gelegenheiten liegen gelassen.

In Halbzeit zwei erwischte Ingolstadt einen Traumstart: Keine 180 Sekunden nach Wiederanpfiff flankte Sonny Kittel auf den zweiten Pfosten, wo Stefan Kutschke zum 2:0 einköpfte (48.). Bielefeld machte danach auf und ließ sich auskontern. Dario Lezcano verpasste zunächst allein vor Ortega die Vorentscheidung (58.), legte kurz darauf aber mit einem perfekt gespielten Steilpass für Thomas Pledl auf (63.). Voglsammer (89.) verkürzte per Freistoß.

Jahn Regensburg - 1. FC Magdeburg 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Grüttner (20.)

Für den 1. FC Magdeburg wird die Luft im Abstiegskampf immer dünner. Während die direkten Kontrahenten punkteten, unterlag der Europapokalsieger der Pokalsieger von 1974 nach einer schwachen Vorstellung mit 0:1 (0:1) bei Jahn Regensburg. Der Tabellen-16. liegt damit nur noch einen Punkt vor dem ersten Abstiegsplatz und muss zur direkten Rettung an den letzten vier Spieltagen vier Punkte aufholen. 

Marco Grüttner gelang mit seinem zwölften Saisontreffer in der 20. Minute das goldene Tor für die Gastgeber. Der Jahn ist damit seit vier Partien ungeschlagen und kann bei nur noch sechs Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz wieder leise vom Aufstieg träumen. 

Die Hausherren übernahmen vor 10.543 Zuschauern nach leichten Anfangsschwierigkeiten schnell die Initiative und erarbeiteten sich mit schnell vorgetragenen Kombinationen einige Möglichkeiten. Sargis Adamyan (10., 19.) scheiterte zunächst zweimal an Gästetorhüter Alexander Brunst, ehe er Grüttner perfekt den Führungstreffer auflegte. Magdeburg verteidigte ohne die Stammkräfte Dennis Erdmann (Gelbsperre) und Jan Kirchhoff (muskuläre Probleme) vogelwild, lediglich die mangelhafte Chancenauswertung der Regensburger verhinderte einen höheren Pausenrückstand. 

Nach dem Wechsel konnte Magdeburg das Spiel etwas ausgeglichener gestalten, entwickelte in der Offensive aber weiterhin wenig Durchschlagskraft. Der Jahn stand hinten sehr stabil und vergab durch Adamyan (48.) und Hamadi Al Ghaddioui (64.) zwei gute Konterchancen. Die beste Gelegenheit zum Ausgleich vergab Christian Beck freistehend aus zehn Metern (77.).

Darmstadt 98 - VfL Bochum 0:0

Tore: keine

Die fast schon chronische Auswärtsschwäche des VfL Bochum hält an: Auch bei Darmstadt 98 kam die Mannschaft von Trainer Robin Dutt nach einer schwachen Leistung nicht über ein 0:0 hinaus. Aus den zurückliegenden sechs Gastspielen holten die Westdeutschen damit lediglich zwei Punkte.

In einer insgesamt eher unansehnlichen Partie waren die Hessen dem Sieg näher, erwiesen sich aber vor dem gegnerischen Tor als zu harmlos und unentschlossen. Dank acht Zählern aus den vergangenen vier Heimpartien hatten sich die Gastgeber schon in den vergangenen Wochen aus dem letzten Tabellendrittel verabschiedet.

In der Schlussphase fanden die Gäste aus dem Ruhrgebiet noch einmal besser in die Begegnung, blieben aber ebenfalls ohne Torerfolg. 98-Torhüter Daniel Heuer Fernandes klärte in zwei Situationen sicher.

1. FC Heidenheim - FC St. Pauli 3:0 (3:0)

Tore: 1:0 Schnatterer (18.), 2:0, 3:0 Dovedan (26., 28.)

Gelb-Rote Karte: Becker wegen wiederholten Foulspiels (73., St. Pauli)

Der 1. FC Heidenheim hat seine Aufstiegschancen eindrucksvoll gewahrt und die Mitkonkurrenten unter Druck gesetzt. Im Verfolgerduell setzte sich das Team von Trainer Frank Schmidt gegen den FC St. Pauli hochverdient mit 3:0 (3:0) durch. Für die Hamburger sind nach dem sechsten Spiel in Folge ohne Sieg wohl alle Träume von einer Bundesliga-Rückkehr  geplatzt.

Binnen zehn Minuten legten die Platzherren den Grundstein für den ungefährdeten Erfolg. Zweifacher Torschütze war der Österreicher Nikola Dovedan (26., 28.), das Heidenheimer Führungstor erzielte Mannschaftskapitän Marc Schnatterer (18.). Bei allen drei Gegentoren wirkte die Defensive der Hanseaten desorientiert.

Die Gastgeber verbesserten sich durch diesen Erfolg auf den fünften Tabellenplatz. Eine Woche nach dem Remis gegen Arminia Bielefeld sind die Norddeutschen unter ihrem neuen Coach Jos Luhukay weiterhin sieglos. Ab der 73. Minute mussten die Gäste nach einer Gelb-Roten Karte gegen Finn Ole Becker mit nur noch neun Feldspielern auskommen.

Hamburger SV - Erzgebirge Aue 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Zulechner (43.), 1:1 Wintzheimer (53.)

Der Hamburger SV hat auf dem Weg zum Wiederaufstieg in die Bundesliga erneut gepatzt. Die Mannschaft von Trainer Hannes Wolf musste sich gegen Erzgebirge Aue mit einem 1:1 (0:1) begnügen und liegt nach dem fünften Spiel in Folge ohne Sieg als Tabellenzweiter nur noch zwei Punkte vor dem SC Paderborn auf dem Relegationsrang.

Philipp Zulechner brachte die Gäste nach zuletzt vier Niederlagen in Serie in Führung (43.). Manuel Wintzheimer (53.) glich für die Hamburger aus, die am Dienstag (20.45 Uhr/ARD und Sky) im Halbfinale des DFB-Pokals Bundesligist RB Leipzig empfangen.

Die Gastgeber waren vor 52.354 Zuschauern von Beginn an spielbestimmend. Aue stand sehr tief und sorgte kaum für Entlastung. Dem HSV mangelte es in der Offensive im ersten Durchgang aber an Ideen und Durchschlagskraft. Die kämpferisch überzeugenden Gäste gingen mit ihrer ersten Chance in Führung. Zulechner traf nach einer Ecke und einem Fehler des HSV-Torhüters Julian Pollersbeck.

Die Hamburger erhöhten im zweiten Durchgang den Druck und belohnten sich durch den Ausgleich von Wintzheimer. Der 20 Jahre alte Stürmer hatte den Norddeutschen schon im Topspiel beim 1. FC Köln (1:1) mit seinem Treffer einen Punkt gerettet. Wolf erhöhte nach dem Ausgleich das Risiko und brachte mit dem zuletzt angeschlagenen Pierre-Michel Lasogga einen zweiten Stürmer. Zum erhofften Sieg reichte es aber nicht. In der 86. Minute traf Aaron Hunt per Freistoß die Latte des Aue-Tores.

Holstein Kiel - SC Paderborn 1:2 (0:0)

Tore: 1:0 Okugawa (47.), 1:1 Präger (57.), 1:2 Antwi-Adjej (82.) 

Der SC Paderborn hat das Verfolgerduell für sich entschieden und den Aufstiegs-Relegationsplatz erobert. Gegen Holstein Kiel setzte sich das Team von Trainer Steffen Baumgart mit 2:1 (0:0) durch und verdrängte Union Berlin mit 51 Punkten von Rang drei, Kiel liegt mit 46 Punkten auf Platz fünf.

Masaya Okugawa (47.) brachte die Störche kurz nach dem Seitenwechsel in Führung. Kai Pröger (57.) erzielte den Ausgleich. In der Schlussphase traf  Christopher Antwi-Adjei (82.) zum 2:1 für Paderborn.

13.129 Zuschauer sahen eine temporeiche erste Halbzeit. Die beste Möglichkeit der Hausherren hatte Mathias Honsak (4.), der freistehend an Gäste-Keeper Leopold Zingerle scheiterte. 

Auf der Gegenseite entwickelte sich zunächst ein Privatduell zwischen Dominik Reimann und SCP-Stürmer Sebastian Vasiliadis, aus dem Reimann viermal als Sieger hervorging. Die spielerisch überlegenen Gäste hätten spätestens durch Mohamed Dräger (37.), der ebenfalls im Kieler Schlussmann seinen Meister fand, in Führung gehen müssen.

Nach dem Seitenwechsel schlug Kiel zu: In abseitsverdächtiger Position grätschte Okugawa nach einer schönen Einzelaktion von Jannik Dehm den Ball ins Tor - zuvor war Okugawa Sekunden nach dem Wiederanpfiff ein regulärer Treffer aberkannt worden. Nachdem Laszlo Benes die Riesenchance auf die 2:0-Führung vergab, gelang den Ostwestfalen durch einen sehenswerten Fernschuss der Ausgleich. Antwi-Adjei legte mit einem Schlenzer nach.

SpVgg Greuther Fürth - Union Berlin 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Mees (35.), 1:1 Caligiuri (67.)

Rote Karten: Keita-Ruel nach einer Tätlichkeit (38., Fürth), Rapp wegen groben Foulspiels (70., Berlin)

Union Berlin hat einen Big Point im Aufstiegsrennen verpasst. Die Eisernen musste sich trotz zwischenzeitlicher Überzahl bei der SpVgg Greuther Fürth mit einem 1:1 (1:0) begnügen, verloren nach einer Führung zwei wichtige Zähler und rutschten auf den vierten Platz ab.

Joshua Mees (35.) sorgte per Kopf für die Führung der Gäste, Marco Caligiuri(67.) glich für die Franken vor 9650 Zuschauern aus. Das Kleeblatt hatte ab der 38. Minute nach der Roten Karte für Torjäger Daniel Keita-Ruel aufgrund einer Tätlichkeit an Felix Kroos mit zehn Mann auskommen müssen. In der 70. Minute sah Berlins Nicolai Rapp wegen groben Foulspiels die Rote Karte.

Die Berliner sind jetzt fünf Spiele ohne Sieg, während die Fürther auch im sechsten Spiel in Folge zu Hause ungeschlagen blieben. In der Anfangsphase setzten die Fürther die Akzente und besaßen durch Julian Green (4.) eine Großchance. Die Vorarbeit hatte Keita-Ruel geleistet, aus drei Metern schoss Green jedoch Keeper Rafal Gikiewicz an. 

Eisern Union benötigte eine 20-minütige Anlaufphase, kam dann allerdings besser ins Spiel. Beim Treffer von Mees stand den Berlinern allerdings das Glück zur Seite, denn Paul Jaeckels Abwehrversuch landete beim Union-Torschützen. 

Die Fürther hielten die Partie selbst in Unterzahl offen und hatten durchaus Chancen zum Ausgleich. Im Abschluss fehlte allerdings etwas die Zielstrebigkeit. Allerdings gaben die Hausherren nicht auf und wurden schließlich für ihre Moral belohnt. In der 75. Minute lenkte Gikiewicz einen Schuss von Green an den Außenpfosten.

MSV Duisburg - SV Sandhausen 2:2 (0:1)

Tore: 0:1 Wooten (28.), 0:2 Wooten (62., Foulelfmeter), 1:2 Nielsen (71.), 2:2 Wolze (88., Handelfmeter)

Der MSV Duisburg hat im Abstiegskampf trotz einer starken Aufholjagd einen womöglich vorentscheidenden Rückschlag kassiert. Im Kellerduell gegen den direkten Konkurrenten SV Sandhausen reichte es für den MSV am Samstag zum Auftakt des 30. Spieltags nur zu einem 2:2 (0:1), die Chance auf die direkte Rettung ist bei sieben Punkten Rückstand auf Sandhausen und Rang 15 gering. 

Nach dem 0:2-Rückstand durch einen Doppelpack von Andrew Wooten (28./62., Foulelfmeter) kam Duisburg zwar durch Havard Nielsen (71.) und Kevin Wolze (88., Handelfmeter) zurück ins Spiel, blieb aber letztlich zum sechsten Mal in Serie sieglos. 

Artikel wird unten fortgesetzt

Bei einem Sieg des 1. FC Magdeburg am Sonntag in Regensburg würde der MSV, der zumindest vorerst den letzten Tabellenplatz verließ, sechs Punkte hinter dem Relegationsplatz liegen. Sandhausen blieb zum sechsten Mal in Folge ungeschlagen (vier Siege, zwei Remis).

Vor 13.295 Zuschauern an der Wedau machte Duisburg zwar zunächst das Spiel, Sandhausen kam aber mit der ersten guten Chance durch eine starke Einzelaktion von Wooten zum Führungstreffer. Unter zunehmenden Pfiffen der eigenen Fans bemühte sich Duisburg zwar in der Folge um den Ausgleich, Zweitliga-Niveau erreichten die Zebras dabei aber nur phasenweise

Nach einem Zweikampf zwischen Dustin Bomheuer und Wooten nutzt Sandhausens Torjäger den folgenden Strafstoß zu seinem 14. Saisontreffer - doch Duisburg wehrte sich mit dem Mute der Verzweiflung und holte noch einen Punkt.

Kommentare ()