2. Bundesliga: Kiel fertigt Duisburg ab, Führungstrio marschiert weiter, St. Pauli lässt Federn
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Kiel siegt klar in Duisburg und bleibt ganz oben dran, Bochum lässt Punkte liegen. Dem Spitzentrio unterläuft derweil jeweils kein Fehler.

Holstein Kiel hat am 15. Spieltag der 2. Bundesliga einen klaren 4:0-Erfolg beim MSV Duisburg gefeiert und bleibt damit weiterhin an den Aufstiegsplätzen dran. Die Norddeutschen sind nun punktgleich mit dem VfL Bochum, der bei Kellerkind Magdeburg nicht über ein 0:0 hinaus kam.

Das Spitzentrio um den Hamburger SV, Köln und Union Berlin hat das Wochenende indes erfolgreich gestaltet. Während der HSV beim FC Ingolstadt mit 2:1 gewann, feierte der Effzeh den nächsten deutlichen Sieg. Gegen Greuther Fürth hieß es am Ende 4:0 aus Sicht der Domstädter. Union Berlin, derzeit auf Tabellenrang drei, bezwang Darmstadt 98 mit 3:1. 

Lediglich der FC St. Pauli ließ aus der Spitzengruppe Federn. Die Kiezkicker kamen vor heimischer Kulisse nicht über ein 1:1 gegen Dynamo Dresden hinaus. Bereits am Freitag trennten sich Paderborn und Bielefeld im Ostwestfalen-Derby mit 2:2. Auch das Duell zwischen Aue und Regensburg endete unentschieden.

MSV Duisburg - Holstein Kiel 0:4 (0:0)

Tore : 0:1 Schindler (56.), 0:2 Serra (60.), 0:3 Serra (77.), 0:4 Lee (89.)

Holstein Kiel befindet sich in der 2. Bundesliga weiter auf dem Vormarsch. Beim MSV Duisburg gewannen die Störche verdient mit 4:0 (0:0). Janni Serra (60./77.), Kingsley Schindler (56.) und Lee Jae-Sung (89.) sorgten mit ihren Toren in der zweiten Halbzeit für die Entscheidung zugunsten der Schleswig-Holsteiner, die seit sechs Spielen ohne Niederlage sind. 

In der Tabelle verbesserte sich Kiel auf Platz sechs. Der MSV ist Tabellenfünfzehnter und musste nach vier Spielen erstmals wieder als Verlierer den Platz verlassen. In der zweiten Hälfte wurden die Hausherren klassisch ausgekontert.

Dabei hatte sich der MSV vor 12.320 Zuschauern zu Beginn noch gut aus der Affäre gezogen. Die Meidericher verteidigten sehr geschickt, machten die Räume eng und bereiteten so dem Offensivspiel der Kieler Probleme. 

In der 21. Minute forderte der MSV vehement Handelfmeter, nachdem Moritz Stoppelkamp eine Flanke hereingebracht hatte und der Ball Jonas Meffert an den Oberarm gesprungen war. Die Proteste waren allerdings vergeblich.

Nach verhaltenem Beginn wurden die Kieler aber immer stärker. Schon gegen Ende der ersten Hälfte waren sie klar spielbestimmend und auch im zweiten Durchgang entschlossener im Abschluss. Der Sieg war auch in dieser Höhe verdient.

1. FC Magdeburg - VfL Bochum 0:0

Zweitligist 1. FC Magdeburg tritt auch mit Trainer Michael Oenning auf der Stelle. Im zweiten Spiel unter dem neuen Coach kam der FCM am Sonntag gegen den VfL Bochum nicht über ein 0:0 hinaus und wartet im Tabellenkeller weiter auf den ersten Sieg seit September. Der VfL verlor am 15. Spieltag etwas den Anschluss an die Aufstiegsränge.

Bochum war vor 22.252 Zuschauern über weite Phasen der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft. Mit viel Ballbesitz kontrollierte der VfL das Spiel und kam durch Lukas Hinterseer (8./17.) zu guten Gelegenheiten. Magdeburg wurde erst spät gefährlich. Die beste Chance durch Richard Weil parierte Bochums Torhüter Manuel Riemann stark (43.).

Nach dem Seitenwechsel verflachte die Begegnung. Bochum blieb allerdings spielbestimmend und drängte die Gastgeber oft in die eigene Hälfte. Magdeburg lauerte auf Konter.

SV Sandhausen - 1. FC Heidenheim 1:2 (1:2)

Tore: 1:0 Förster (8.), 1:1 Feick (39.), 1:2 Thomalla (45.+1)

Zweitligist SV Sandhausen bleibt tief im Tabellenkeller. Die Kurpfälzer unterlagen am 15. Spieltag trotz einer Führung 1:2 (1:2) im baden-württembergischen Duell gegen den 1. FC Heidenheim. Damit ist der SVS, der nur zehn Punkte auf dem Konto hat, seit fünf Partien ohne Dreier.

Arne Feick (39.) und Denis Thomalla (45.+1) trafen für den FCH bei seinem Lieblingsgegner - Heidenheim hat nur eins von 17 Pflichtspielen gehen Sandhausen verloren. Philipp Förster (8.) war für die Mannschaft des neuen SVS-Trainers Uwe Koschinat erfolgreich. Der Coach durfte bisher nur bei seinem Einstand Mitte Oktober einen Sieg feiern.

Vor 4778 Zuschauern gehörte dem SVS, der Ende Oktober in der 2. Rundes des DFB-Pokals in Heidenheim gescheitert war (0:3), die erste halbe Stunde. Das Tor Försters aus der Distanz war äußerst sehenswert. In den letzten Minuten der ersten Hälfte drehten die Gäste dann mächtig auf, das Chaos in der Defensive der Kurpfälzer nutzten die Heidenheimer eiskalt.

Nach dem Seitenwechsel passierte zunächst nicht viel. Sandhausen war zwar bemüht, Torchancen blieben aber Mangelware. Heidenheim machte kaum noch etwas nach vorne, geriet in der Defensive aber nur selten in Gefahr. Dann Ball überließ der FCH den Gastgebern, die damit aber nicht allzu viel anfangen konnten.

Ingolstadt - Hamburger SV 1:2 (0:1)

Tore: 0:1 Hunt (28.), 0:2 Hwang Hee-Chan (51.), 1:2 Kaya (54.)

Mit den sechsten Auswärtssieg der Saison hat der Hamburger SV seine Spitzenposition in der 2. Bundesliga behauptet. Der Bundesliga-Absteiger setzte sich beim Tabellenletzten FC Ingolstadt mit 2:1 (1:0) durch und liegt weiter einen Punkt vor dem größten Konkurrenten 1. FC Köln.Aaron Hunt brachte die Hamburger vor 13.500 Zuschauern mit einem direkt verwandelten Freistoß in Führung (28.). Nach Zuspiel von Lewis Holtby erhöhte Hee-Chan Hwang auf 2:0 (51), ehe Fatih Kaya verkürzte (54.). Für die Ingolstädter, die seit elf Spielen sieglos sind, wird die Lage immer prekärer.

Bei den Schanzern stand U19-Coach Roberto Pätzold als Interimstrainer an der Seitenlinie. Jens Keller, früher beim VfB Stuttgart, Schalke 04 und Union Berlin, übernimmt am Sonntag. Der 48-Jährige soll Ingolstadt nach dem Rauswurf des sieglosen Trainers Alexander Nouri den Absturz in die Drittklassigkeit verhindern.Die Gastgeber präsentierten sich kampfstark und stellten den HSV durchaus vor Probleme. Die Hamburger versäumten in der zweiten Halbzeit, einen ihrer Konter zum entscheidenden 3:1 zu nutzen.

1. FC Köln - Greuther Fürth 4:0 (1:0)

Tore: 1:0 Drexler (17.), 2:0 Terodde (52., Elfmeter), 3:0 Cordoba (60.), 4:0 Terodde (78.)

Gelb-Rot: Bauer (Ingolstadt, 51.)

Der 1. FC Köln zeigt sich im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga weiterhin in Torlaune und bleibt dem Tabellenführer Hamburger SV dicht auf den Fersen. Die Mannschaft von Trainer Markus Anfang gewann gegen Verfolger SpVgg Greuther Fürth mit 4:0 (1:0) und hat nach drei Siegen in Serie als Zweiter weiterhin nur einen Punkt Rückstand auf den HSV.Dominick Drexler erzielte mit seinem ersten Ligator für Köln das 1:0 (17.), dem allerdings eine zweifache Abseitsstellung vorausgegangen war. Simon Terodde mit seinen Saisontoren 18 und 19 (52., Foulelfmeter/78.) und Jhon Cordoba (60.) erhöhten. Fürths Maximilian Bauer sah wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (51.). Kölns prominenter Neuzugang Anthony Modeste war auch gegen Fürth noch nicht spielberechtigt.

Vor 49.700 Zuschauern spielte Köln nach den deutlichen Siegen gegen Dynamo Dresden (8:1) und bei Darmstadt 98 (3:0) selbstbewusst, griff variabel an und kam immer wieder gefährlich in den Gäste-Strafraum. Die beste Chance vergab zunächst Terodde (11.), wenig später legte er aus ähnlicher Position quer, Drexler musste nur einschieben. Allerdings hatten beide im Abseits gestanden, Schiedsrichter Sören Storks (Velen) und sein Gespann übersahen dies.

Der FC schnürte die Gäste weiterhin ein, erneut Drexler (25./36.) und Terodde (28.) vergaben. In dieser Phase hätte Fürths Bauer bereits Rot sehen können, für sein Nachtreten gegen Cordoba zeigte Storks nur Gelb.

Die Fürther konnten sich lediglich gegen Ende der ersten Hälfte befreien, gleich nach der Pause wieder das alte Bild: Marcel Risse (48.), Marco Höger (49.) und Terodde (50.) kamen im Minutentakt zu Chancen, dann foulte der bereits verwarnte Bauer im Strafraum Drexler und musste vom Platz - Terodde traf vom Punkt. Nach einem schnellen Gegenstoß erzielte dann Cordoba das 3:0 und traf damit auch im dritten Spiel in Folge, Terodde legte per Kopf nach.

Union Berlin - Darmstadt 98 3:1 (2:0)

Tore: 1:0 Andersson (28.), 2:0 Andersson (42.), 3:0 Sulu (65., Eigentor), 3:1 Dursun (73.)

Union Berlin hat den Nimbus der Unbesiegbarkeit in der 2. Bundesliga behauptet und ist weiter am Spitzenduo Hamburger SV und 1. FC Köln dran. Die Eisernen gewannen das Heimspiel gegen Darmstadt 98 mit 3:1 (2:0). Sebastian Andersson (28./42.) schoss vor 21.474 Zuschauern mit seinem fünften und sechsten Saisontor die beruhigende Pausenführung für den 1. FC Union heraus. Lilien-Kapitän Aytac Sulu (65., Eigentor) erhöhte auf 3:0 für die Berliner. Serdar Dursun (73.) gelang das Ehrentor für die Hessen.

Die Hauptstädter sind damit in dieser Saison weiterhin ungeschlagen und konnten ihre Bilanz der letzten Wochen ein wenig aufbessern. Es war erst der zweite Sieg in den letzten sieben Spielen. Für die Lilien war es die dritte Pleite in Folge ohne eigenes Tor. In den letzten fünf Auswärtsspielen gab es für die Hessen nur einen Zähler.

Die Berliner verfügten über die reifere Spielanlage und bestimmten optisch das Geschehen. Das 2:2 am vergangenen Montag beim HSV hatte offensichtlich zusätzlichen Auftrieb gegeben. Darmstadt agierte etwas verhalten und geriet schnell unter Druck.Auch nach dem Führungstor blieb Eisern Union am Drücker. Grischa Prömel (33.) vergab eine weitere große Gelegenheit. Die Köpenicker verlagerten immer wieder geschickt das Spiel, ließen Ball und Gegner laufen. 

St. Pauli - Dynamo Dresden 1:1 (0:0)

Tore: 1:0 Dudziak (47.), 1:1 Jannik Müller (86.)

Der FC St. Paul hat im Rennen um die Aufstiegsränge in der 2. Bundesliga Anschluss zwei Punkte liegen gelassen. Die Hamburger kamen gegen Dynamo Dresden nicht über ein 1:1 (0:0) hinaus und liegen nun zwei Zähler hinter dem Tabellendritten Union Berlin auf dem vierten Platz. Die Sachsen stecken im Mittelfeld fest.Jeremy Dudziak brachte vor 29.546 Zuschauern kurz nach der Pause (47.) die Gastgeber, die in den vergangenen zehn Spielen nur eine Niederlage kassierten, in Führung. Dresden, seit vier Partien auswärts sieglos, glich durch Jannik Müller aus (86.).

In der ersten Hälfte schwiegen die Fans im ausverkauften Stadion - aus Protest gegen die Zerstückelung der Spieltage. Darunter schien vor allem die Mannschaft von Trainer Markus Kauczinski zu leiden, die ohne die gewohnte Millerntor-Atmosphäre kaum etwas Konstruktives zustande brachten. Außer einem Abseitstor von Waldemar Sobota (19.) gelang in der Offensive nichts. Nach dem Seitenwechsel dauerte es keine zwei Minuten, bis die Hamburger mit der üblichen Unterstützung ihres Angangs das 1:0 erzielten. Der Schuss von Sami Allagui wurde noch abgeblockt, Dudziak traf im Nachschuss. Der späte Ausgleich war allerdings aufgrund der Spielanteile verdient.

FC Erzgebirge Aue - Jahn Regensburg 1:1 (1:1)

Tore: 1:0 Testroet (9.), 1:1 Grüttner (12.)

Jahn Regensburg ist weiter nicht zu besiegen. Die Donaustädter blieben am Freitagabend nach dem 1:1 (1:1) bei Erzgebirge Aue zum zehnten Mal in Serie ungeschlagen. Dennoch verpasste das Team von Trainer Achim Beierlorzer, nach Punkten zu den Spitzenklubs aufzuschließen. 

Aue holte dagegen einen wichtigen Punkt im Kampf um den Klassenerhalt. Für einen echten Befreiungsschlag war das Unentschieden allerdings zu wenig. 

Es waren die Veilchen, die vor 7100 Zuschauern im Erzgebirgsstadion bereits früh jubeln durften: Florian Krüger legte nach einem starken Dribbling für Pascal Testroet (9.) quer, der im Zentrum völlig freistehend nur noch zu seinem fünften Saisontreffer einschieben musste. Die Gäste hatten aber die passende Antwort parat, Kapitän Marco Grüttner (12.) gelang per Kopf der schnelle Ausgleich.

Die Regensburger hatten daraufhin noch einige Großchancen, doch Hamadi Al Ghaddioui (23.), Grüttner (26.) und Asger Sörensen (57.) mit einem Freistoß ans Außennetz konnten nicht nachlegen. Die Begegnung verlor im zweiten Durchgang etwas an Tempo, vor dem Tor fehlte beiden Teams die letzte Konsequenz.

SC Paderborn - Arminia Bielefeld 2:2 (0:0)

Tore: 0:1 Voglsammer (46.), 1:1 Schonlau (51.), 1:2 Klos (63.), Düker (90.)

Arminia Bielefeld hat den greifbar nahen Sieg im Ostwestfalen-Duell beim SC Paderborn und damit einen wichtigen Dreier im Kampf gegen den Abstieg verpasst. Das Team von Trainer Jeff Saibene musste sich nach dem Last-Minute-Ausgleich durch Paderborns Julius Düker mit einem 2:2 (0:0) zufriedengeben. Die Arminia verlängerte damit ihre Negativserie auf acht Spiele in Serie ohne Sieg. Mit 14 Zählern bleibt Bielefeld im Tabellenkeller.

Die Gastgeber vergaben ihrerseits die Chance, noch näher an die Spitzenklubs heranzurücken. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart steht bei 22 Punkten. Für Bielefeld trafen Andreas Voglsammer (46.) und Fabian Klos (63.), Sebastian Schonlau (51.) war zuvor für Paderborn erfolgreich.

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In Paderborn begannen die Gäste sehr offensiv und hatten zunächst mehr vom Spiel. Erst im weiteren Verlauf kamen die Paderborner besser zurecht, allerdings waren Torchancen Mangelware. Im Gegensatz zu den vorangegangenen Spielen: In den vergangenen beiden Begegnungen hatte die SCP-Offensive neun Tore erzielt.

Nach der Pause trafen dann aber direkt die Gäste: Den ersten Angriff schloss Voglsammer unhaltbar zur Führung ab. Die Freude hielt aber nicht lange. Nach einem Freistoß verlängerte Schonlau den Ball per Kopf ins Tor. Wenig später hatte Mohamed Dräger die Chance auf das zweite Paderborner Tor, verzog aber knapp.

Besser machte es dann Arminias Vereinsidol Klos, der eine Unsicherheit in der Paderborner Hintermannschaft zum 2:1 nutzte. Die Ernüchterung jedoch folgte in der Schlussminute.

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