2. Bundesliga: HSV stoppt immerhin die Gegentor-Flut
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Englische Woche in der 2. Bundesliga: Während Pauli siegt, kann sich der HSV nicht vollkommen für die Mega-Pleite vom Wochenende revanchieren.

Der Hamburger SV hat den Spieltag in der 2. Bundesliga mit einem 0:0 bei Greuther Fürth abgeschlossen und sich damit etwas erholt von der 0:5-Heimpleite gegen Regensburg am Wochenende gezeigt.

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Der 1. FC Köln verteidigte den Vorsprung an der Tabellenspitze mit einem schwer erkämpften Heimsieg gegen Ingolstadt. Beim FCI ging damit das Debüt des neuen Trainers Alexander Nouri daneben. Jahn Regensburg siegte nach dem Coup beim HSV auch gegen Heidenheim (2:1) und St. Pauli setzte sich ganz spät gegen dezimierte Paderborner durch.

Greuther Fürth - Hamburger SV 0:0

Tore: keine

Der Hamburger SV hat nach der peinlichen 0:5-Pleite gegen Jahn Regensburg Charakter bewiesen, einen wichtigen Sieg aber dennoch verpasst. Beim direkten Rivalen SpVgg Greuther Fürth kam die Mannschaft von Trainer Christian Titz zum Abschluss des siebten Spieltags zu einem 0:0.

Mit nun 13 Punkten steht der Bundesliga-Absteiger hinter Spitzenreiter 1. FC Köln (16) und Union Berlin (13) auf Relegationsrang drei gleich vor den Fürthern (12). Damit vergab der HSV die Chance zum Sprung auf Rang zwei und kam vor dem wichtigen Derby gegen den FC St. Pauli am Sonntag (13.30 Uhr) nicht wirklich in Schwung.

Vier Tage nach dem Debakel gegen Regensburg schickte HSV-Trainer Titz eine auf vier Positionen veränderte Startelf auf den Rasen, unter anderem begann vor 14.965 Zuschauern Top-Torjäger Pierre-Michel Lasogga.

Zu Beginn war die Verunsicherung der Gäste allerdings beinahe in jeder Szene zu erkennen. Schon in der 2. Minute setzte Fürths Maximilian Wittek einen Freistoß an die Unterkante der Latte. Fürth begann mit hohem Tempo, Hamburg verlor in den ersten 15 Minuten dagegen zahlreiche Bälle schon im Spielaufbau.

In der Folge fing der Aufstiegsfavorit sich allerdings, das Spiel verflachte dadurch bis zur Pause. Nach dem Seitenwechsel trat der HSV dann verbessert auf, den Schuss des Ex-Fürthers Khaled Narey konnte Sascha Burchert mit Mühe entschärfen (52.). Beide Teams spielten nun auf Augenhöhe, zu Beginn der Schlussphase vertändelten Hwang Hee-Chan und der für den wirkungslosen Lasogga eingewechselte Jungstar Jann-Fiete Arp eine weitere sehr gute Chance (78.).

Jahn Regensburg - 1. FC Heidenheim 2:1 (2:1)

Tore: 1:0 Adamyan (6.), 1:1 Glatzel (9.), 2:1 Grüttner (20.)

Mit dem Schwung seines 5:0-Coups beim Hamburger SV setzt Jahn Regensburg zu seiner ersten Siegesserie der Saison an. Drei Tage nach dem Kantersieg beim Bundesliga-Absteiger an der Elbe feierten die Bayern gegen den 1. FC Heidenheim mit 2:1 (2:1) den zweiten Erfolg binnen 100 Stunden und stellten damit unmittelbaren Kontakt zur oberen Tabellenhälfte her. Heidenheim hingegen rangiert nach der dritten Niederlage in den vergangenen vier Begegnungen im unteren Tabellendrittel.

Sargis Adamyan (6.) und Marco Grüttner (19.) sorgten für Regensburgs zweiten "Dreier" vor heimischem Publikum. Die Gäste kamen durch Robert Glatzel (9.) kurz nach der ersten SSV-Führung lediglich zum zwischenzeitlichen Ausgleich. 

Nach der turbulenten Anfangsphase blieb die Begegnung vor 8728 Zuschauern bis zur Pause spannend. Der Jahn verdiente sich dabei die Führung, konnte seinen Vorsprung aber nicht weiter ausbauen. Im zweiten Durchgang sorgten die Einwechslungen auf beiden Seiten zwar vorübergehend für neue Impulse, doch zwingende Chancen blieben im weiteren Spielverlauf hüben wie drüben Mangelware.

Beste Regensburger waren Asger Sörensen und Torschütze Adamyan. In Heidenheims Mannschaft überzeugten Glatzel und der eingewechselte Marc Schnatterer.

FC St. Pauli - SC Paderborn 2:1 (1:1)

Tore: 0:1 Zolinski (32.), 1:1 Diamantakos (36.), 2:1 Neudecker (90.+2)

Gelb-Rote Karte: Gueye (Paderborn) wegen wiederholten Foulspiels (88.)

Aufsteiger SC Paderborn hat einen Rückschlag kassiert. Die Ostwestfalen verloren beim FC St. Pauli durch einen Gegentreffer von Richard Neudecker (90.+2) in der Nachspielzeit 1:2 (1:1) und mussten die erste Niederlage seit fünf Spielen hinnehmen. Mit neun Punkten liegt die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart auf Rang elf, St. Pauli (zwölf Punkte) ist Sechster. 

Ein mustergültiger Konter brachte Paderborn vor 29.546 Zuschauern die Führung: Nach einem klugen Pass von Mohamed Dräger traf Ben Zolinski zum 0:1 (32.). Nur vier Minuten später glich Dimitrios Diamantakos nach Zuspiel von Johannes Flum aus. Kurz vor Schluss sah der Paderborner Babacar Gueye wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte (85.).

In der ersten halben Stunde hatten die Gäste das Spiel klar dominiert, die Führung war folgerichtig. Erst danach kam St. Pauli besser zum Zug und verdient zum 1:1. In der zweiten Hälfte erwischten erneut die Paderborner den besseren Start. Die Gastgeber agierten vorsichtiger, um nicht in die gefährlichen Konter des Aufsteigers zu laufen. In Überzahl schlug Neudecker schließlich doch noch zu.

Erzgebirge Aue - SV Sandhausen 0:2 (0:1)

Tore: 0:1 Wooten (34.), 0:2 Schleusener (86.)

Der SV Sandhausen hat seinen ersten Saisonsieg gefeiert und die kleine Erfolgsserie von Erzgebirge Aue beendet. Die Mannschaft von Trainer Kenan Kocak gewann am Mittwochabend 2:0 (1:0) bei den Sachsen und verbuchte damit am siebten Spieltag den ersten Erfolg.

Andrew Wooten (34.) und Fabian Schleusener (85.) erzielten vor 7680 Zuschauern die Tore für Sandhausen. Aue, das die vergangenen zwei Spiele gewonnen hatte, enttäuschte dagegen auf ganzer Linie. Die Gastgeber leisteten sich zu viele Fehler und blieben zu harmlos, erst in den Schlussminuten erhöhten sie den Druck.

Sandhausen hatte in einer insgesamt schwachen Partie die besseren Chancen. Gleich zu Beginn scheiterte der isländische WM-Teilnehmer Rurik Gislason (3.) an Aues Keeper Martin Männel. Ansonsten blieben beide Teams zunächst harmlos, den Angriffen fehlte es an Struktur und Präzision. Beim Führungstor ging es dann aber schnell. Wooten traf per Direktabnahme nach einer Flanke von Gislason. 

Auch im zweiten Durchgang blieb die Partie umkämpft. Sandhausen war dem zweiten Treffer näher als die insgesamt schwachen Gastgeber dem Ausgleich. Eine der wenigen Auer Chancen vergab Jan Hochscheidt (81.) per Kopf. Wenig später erhöhte Schleusener für die Gäste.

1. FC Magdeburg - MSV Duisburg 3:3 (0:1)

Tore: 0:1 Iljutcenko (19.), 1:1 Beck (62.), 2:1 Türpitz (64.), 2:2 Wolze (66.), 3:2 Handke (84.), 3:3 Daschner (88.)

Neuling 1. FC Magdeburg und Schlusslicht MSV Duisburg müssen weiter auf ihr erstes Erfolgserlebnis warten. Im Duell der Sieglosen trennten sich beide Teams 3:3 (0:1) und verpassten damit den erhofften Befreiungsschlag. Magdeburg wie Duisburg finden sich durch das Remis weiterhin im Tabellenkeller wieder.

Magdeburg reichte vor 18.696 Zuschauern auch ein 3:2-Vorsprung nach Treffern der beiden Joker Christian Beck (62.) und Philip Türpitz (6.) sowie Christopher Handke (84.) nicht zum Heimerfolg. Duisburg, das durch Stanislav Iljutcenko 1:0 vorn gelegen hatte, rettete nach Magdeburgs zweimaliger Führung durch Kevin Wolze (66.) und Lukas Daschner (88.) wenigstens einen Zähler.

Über das Remis nach dem Torfestival müssen sich beide Teams ärgern. Chancen zu einem Sieg waren für beide Mannschaften über ihre Treffer hinaus reichlich vorhanden.

Duisburgs stärkster Spieler war Torschütze Wolze. Bei den Hausherren verdienten sich die eingewechselten Stürmer Beck und Türpitz die Bestnoten.

1. FC Köln - FC Ingolstadt 2:1 (0:0)

Tore:  0:1 Kittel (53.), 1:1 Terodde (70., Foulelfmeter), 2:1 Terodde (85.)

Der FC setzte sich in einem insgesamt hektischen Spiel mit 2:1 (0:0) durch und steht mit nun 16 Punkten an der Spitze der Tabelle. Ingolstadt verpasste den erhofften Befreiungsschlag, kassierte die dritte Niederlage in Folge und bleibt im Tabellenkeller.

Simon Terodde (70./Foulelfmeter, 85.) drehte die Partie für Köln, der FCI war zuvor durch Sonny Kittel (53.) in Führung gegangen. Auf den ehemaligen Bremer Bundesligatrainer Nouri, der erst am Montag als Nachfolger des entlassenen Stefan Leitl verpflichtet worden war, wartet trotz des ordentlichen Auftritts viel Arbeit.

Der FC bestimmte die Anfangsphase, in der die Fans wie angekündigt weitestgehend schwiegen, und hatte durch Terodde (10.) und Nationalspieler Jonas Hector (16.) erste gute Chancen. Erst nach 20 Minuten beendeten die Kölner Anhänger ihren Stimmungsboykott, der sich gegen den Deutschen Fußball-Bund (DFB), dessen Präsidenten Reinhard Grindel und die zunehmende Kommerzialisierung im Fußball richtete. 

Je lauter die Fans wurden, desto mehr stockten die Kölner Angriffsbemühungen. Ingolstadt, das vor Spielbeginn mit 13 Gegentreffern eine der schlechtesten Abwehrreihen der Liga gestellt hatte, ließ kaum noch etwas zu. Vorne sorgten Dario Lezcano (15.) und Sonny Kittel (43.) per Freistoß für Gefahr.

Nach der Pause wurde Ingolstadt mutiger und ging durch Kittel in Führung. Nouri trieb sein Team weiter nach vorne, während Köln zunehmenden die Kontrolle verlor. In dieser Phase war Ingolstadt dem zweiten Tor näher - doch Kittel foulte Marcel Risse im Strafraum, und FC-Torjäger Terodde ließ sich die Chance vom Elfmeterpunkt nicht nehmen. Allerdings hätte es in der Szene zuvor Abstoß für den FCI und keine Ecke für Köln geben dürfen.

Das 1:1 genügte beiden Teams nicht. Entsprechend hektisch ging es hin und her, Kölns Keeper Timo Horn parierte mehrfach stark. FC-Trainer Markus Anfang brachte in der Schlussphase noch die Stürmer Serhou Guirassy und Jhon Cordoba, um den Heimsieg zu erzwingen. Doch es war Terodde nach einer Ecke, der den FC jubeln ließ.

VfL Bochum - Dynamo Dresden 0:1 (0:1)

Tore:  0:1 Kone (39., Handelfmeter)

Moussa Kone brachte die Dresdner, die am Samstag 4:1 gegen den SV Darmstadt 98 gewonnen hatten, mit einem Handelfmeter in Führung (39.). Der Bochumer Tom Weilandt hatte den Ball nach einer Flanke von Patrick Ebert mit ausgestrecktem Arm abgewehrt. Der VfL hatte nach der 0:2-Pleite zum Saisonstart am 4. August gegen den Bundesliga-Absteiger 1. FC Köln fünf Spiele nicht verloren.

Bochum enttäuschte über weite Strecken. Erst in der zweiten Halbzeit wurden die Gastgeber ihrer Favoritenrolle gerecht und verstärkten ihre Offensivbemühungen. Mit einem Distanzschuss zwang Sebastian Meier Dynamo-Torhüter Markus Schubert zu einer Glanzparade (58.).

Union Berlin - Holstein Kiel 2:0 (0:0)

Tore:  1:0 Prömel (90.), 2:0 Polter (90.+4)

Union Berlin hat den Nimbus der Unbesiegbarkeit in der 2. Bundesliga gewahrt und zumindest vorläufig den Sprung auf einen Aufstiegsplatz geschafft. Die Köpenicker gewannen am siebten Spieltag gegen Holstein Kiel im Stadion an der Alten Försterei dank zweier später Tore mit 2:0 (0:0). Grischa Prömel (90.) und Rückkehrer Sebastian Polter (90.+4) trafen zum dritten Saisonsieg für Union. 

Polter gab nach acht Monaten Zwangspause wegen eines Achillessehnenrisses gegen Kiel sein Comeback. In der 76. Minute wechselte Trainer Urs Fischer den Stürmer ein. 

Die erste Hälfte vor 20.879 Zuschauern in Berlin gehörte dem Gast aus dem hohen Norden. Nach dem Seitenwechsel legte die Mannschaft von Trainer Urs Fischer dann aber zu, doch Akaki Gogia und im Nachschuss Simon Hedlund scheiterten am aufmerksamen Kenneth Kronholm (49.). Auch in der Folge hielt Union den Druck hoch, doch die Kieler Abwehr hielt zunächst stand. In der 90. Minute durchbrach Prömel die Kieler Mauer und traf, Polter legte kurz darauf nach.

Darmstadt 98 - Arminia Bielefeld 1:2 (0:0)

Tore:  1:0 Aytac Sulu (66.), 1:1 Massimo (90.), 1:2 Florian Hartherz (90.+3)

Zweitligist Arminia Bielefeld hat am siebten Spieltag in letzter Minute bei Darmstadt 98 gewonnen und seinen ersten Auswärtssieg seit acht Monaten eingefahren. Das Team von Trainer Jeff Saibene gewann mit 2:1 (0:0) und blieb im vierten Spiel in Folge ungeschlagen. Den letzten Ligasieg in der Fremde hatte es am 29. Januar in Bochum gegeben. Darmstadt wartet seit drei Partien auf einen Sieg.

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In der Tabelle rückte Bielefeld vorerst auf den vierten Platz nach vorne. Darmstadt fiel zunächst auf Rang acht zurück. Kapitän Aytac Sulu brachte die Hessen in Führung (66.), Roberto Massimo glich aus (90.), Florian Hartherz drehte das Spiel (90.+3). 
Die Partie stand in den ersten Minuten unter dem Einfluss des Stimmungsboykotts der aktiven Fanszene. Diese hatte als Protest gegen die aus ihrer Sicht zunehmende Kommerzialisierung des Profifußballs landesweit dazu aufgerufen, für etwa 20 Minuten auf Anfeuerungen zu verzichten.

Auf dem Platz wurde es vor 14.210 Zuschauern nach knapp einer halben Stunde erstmals gefährlich. Der Bielefelder Jonathan Clauss zog von der Strafraumkante ab, sein Schuss knallte gegen die Latte. Von Darmstadt war dagegen zunächst nur wenig zu sehen. Ähnlich lief es auch nach der Pause. Bielefeld kam mit Schwung aus der Kabine, ohne aber gefährlich zu werden. 

Darmstadt mangelte es aus dem Spiel heraus an Durchschlagskraft, einzig nach Standardsituationen wurde es ab und an brenzlig. Entsprechend führte auch ein ruhender Ball zur Darmstädter Führung. Tobias Kempe schlug einen Freistoß aus dem Halbfeld nach innen, Sulu köpfte ein. Doch zum Sieg reichte es nicht. 

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