2. Bundesliga: Sechs-Tore-Spektakel in Bochum, HSV rückt an Köln ran
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Der FC St. Pauli hat am Sonntag den Sprung an die Tabellenspitze der 2. Liga verpasst und auch Union Berlin nutzte den Ausrutscher des Primus nicht.

Der 1. FC Köln musste im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga einen Dämpfer hinnehmen. Gegen Heidenheim gab es nur ein Unentschieden, trotzdem haben die Geißböcke wieder die Tabellenführung übernommen.

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In Paderborn gab es derweil ein turbulentes Spiel, Sandhausen verspielte eine Führung, kam dann aber noch einmal zurück. Am Ende hieß es 3:3. Unterdessen feierte Aue einen wichtigen Sieg im Abstiegskampf gegen Bielefeld.

Bereits am Vortag gewann der Hamburger SV beim Debüt von Trainer Hannes Wolf, dabei war man fast eine ganze Halbzeit lang in Unterzahl. Zeitgleich unterlag Greuther Fürth verdient Darmstadt. Eingeleitet wurde die Pleite durch einen katastrophalen Patzer von Keeper Sascha Burchert. Am Sonntag verpasste St. Pauli den Sprung an die Spitze der Tabelle, stattdessen gab es eine Heimniederlage gegen Kiel.

Bochum - Regensburg 3:3 (1:1)

Tore: 0:1 Adamyan (11.), 1:1 Tesche (45.+1), 2:1 Hinterseer (54.), 3:1 Hinterseer (65.), 3:2 Lais (77., Foulelfmeter), 3:3 Al Ghaddioui (90.+3)

Der VfL Bochum und Jahn Regensburg haben die große Chance vertan, den Rückstand auf die Spitzenplätze in der 2. Bundesliga zu verringern. In einem packenden Montagsspiel trennten sich die beiden Mannschaften zum Abschluss des 11. Spieltages mit 3:3 (0:1). Damit haben beide Teams 16 Punkte auf dem Konto, der Rückstand auf Tabellenführer 1. FC Köln beträgt weiterhin fünf Zähler.

Es waren die Gäste, die vor 12.621 Zuschauern im Ruhrstadion zuerst jubeln durften. Sargis Admayan (11.) traf nach einer Hereingabe von Andreas Geipl per Kopf zur Führung. Die Bochumer übernahmen erst nach dem Gegentor das Kommando und wurden wenige Sekunden vor dem Pausenpfiff belohnt: Robert Tesche (45.) brachte den Ball sehenswert im rechten Winkel unter.

Kurz nach Seitenwechsel wohl die kurioseste Szene des Spieltags: Regensburg-Torhüter Philipp Pentke wollte einen Freistoß etwa 35 Meter vor seinem Tor schnell ausführen, schoss aber den Südkoreaner Chung-Yong Lee aus kurzer Distanz an. Der Ball wurde zur Vorlage für Lukas Hinterseer (54.), der nur noch ins leere Tor einschieben musste. 

Der Österreicher schnürte nach abermaliger Vorarbeit von Lee seinen Doppelpack (65.). In der Folge bekamen die Oberpfälzer noch zwei Elfmeter zugesprochen. Jann George scheiterte (70.), Joker Marc Lais (77.) gelang der Anschlusstreffer. In der dritten Minute der Nachspielzeit glich Hamadi Al Ghaddioui noch aus.

Union Berlin - Dresden 0:0

Gelb-Rot: Nikolaou (34., Dresden)

Union Berlin hat in der 2. Fußball-Bundesliga den Sprung an die Tabellenspitze verpasst. Die Eisernen kamen in einem schwachen Ostderby zu Hause gegen Dynamo Dresden nicht über ein 0:0 (0:0) hinaus und stehen mit 19 Punkten auf Rang drei. Am Mittwoch tritt Union bei Borussia Dortmund im DFB-Pokal an.

Dynamo festigte mit 15 Zählern den Platz im gesicherten Mittelfeld. Die Mannschaft von Trainer Maik Walpurgis blieb auch im vierten Auswärtsspiel in Folge ohne Niederlage - das war Dresden zuvor in der 2. Liga noch nie gelungen.

Die 2400 mitgereisten Dresdener Fans konnten das Remis am Ende wie einen Sieg feiern. Ab der 34. Minute mussten die Sachsen im Stadion an der Alten Försterei mit neun Feldspielern auskommen. Ioannis Nikolaou hatte nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte gesehen.

Spielerisch konnte das Ostderby die Erwartungen nicht erfüllen. Beide Mannschaften agierten lange Zeit sehr vorsichtig, echte Torchancen gab es kaum.

Kurz nach dem Platzverweis war Union der Führung ganz nahe. Nach einem Freistoß von Kapitän Christopher Trimmel vom linken Strafraum-Eck landete der Ball im Tor. Schiedsrichter Sven Jablonski (Bremen) war der Meinung, dass Unions Florian Hübner Dresdens Keeper Markus Schubert mit seinem Kopfballversuch irritiert hatte und dabei im Abseits stand. Unions Akaki Gogia traf in der 93. Minute noch den Pfosten.

Ingolstadt - Duisburg 1:1 (0:0)

Tore: 0:1 Matip (79., Eigentor), 1:1 Matip (90.+2)

Marvin Matip war der entscheidende Mann beim 1:1 (0:0) im Kellerduell zwischen dem Tabellenletzten FC Ingolstadt und dem -Vorletzten MSV Duisburg. In der Nachspielzeit erzielte der Abwehrspieler den Ausgleichstreffer für die Schanzer (90.+2). In der 79. Minute hatte Matip mit einem Eigentor die Zebras in Führung gebracht. 

Duisburg blieb im vierten Auswärtsspiel in Folge unbesiegt und holte auch den sechsten Punkt der Saison in der Fremde. Ingolstadt konnte die siebte Niederlage in Serie noch gerade abwenden, Trainer Alexander Nouri holte in seinem fünften Spiel  den ersten Punkt.

Beiden Mannschaften war die Verunsicherung vor 6564 Zuschauern deutlich anzumerken. Ingolstadt war gegen sehr defensiv eingestellte Gäste zwar bemüht, doch Chancen ergaben sich aus den Angriffen der Gastgeber zunächst nicht. Erst nach einer halben Stunde näherte sich der FCI dem MSV-Tor an. Bei einem Kopfball von Phil Neumann war aber Gäste-Torhüter Daniel Mesenhöler zur Stelle. Duisburg tat erst in den letzten fünf Minuten vor der Pause etwas für die Offensive und wäre fast in Führung gegangen. Gerrit Nauber scheiterte per Kopf aber am gut reagierenden Schlussmann Philipp Heerwagen (43.).

Zu Beginn des zweiten Durchgangs scheuten beide Teams das letzte Risiko. Ingolstadt bot sich dennoch die Möglichkeit zum ersten Treffer. Osayamen Osawe verfehlte das Tor der Duisburger nach einer Stunde aber knapp. Matip verlängerte dann per Kopf eine Hereingabe ins eigene Netz, Mesenhöler verhinderte gegen Osawe den Ausgleich (82.).

St. Pauli - Kiel 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Serra (59.)

Der FC St. Pauli hat durch eine Niederlage im kleinen Nordderby die Rückkehr an die Tabellenspitze der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Die Hamburger verloren ein rassiges Duell mit Holstein Kiel durch ein Tor von U21-Nationalspieler Janni Serra (60.) mit 0:1 (0:0). Bei einen Sieg wäre St. Pauli erstmals seit dem zweiten Spieltag wieder auf Platz eins gesprungen.

Die 29.546 Zuschauer im ausverkauften Millerntor-Stadion sahen bei nasskaltem Wetter ein intensives Duell mit anfänglichen Vorteilen für St. Pauli. Kiel verteidigte mit Glück und Geschick: St. Paulis Sami Allagui köpfte nach einer Freistoßhereingabe den Ball knapp am Pfosten vorbei (8.), bei einem Schuss von Marvin Knoll warfen sich gleich mehrere "Störche" im letzten Moment in den Weg (41.).

Im zweiten Durchgang nahm die Begegnung richtig Fahrt auf. Zunächst hatte St. Pauli Glück, als David Kinsombi den Ball an die Latte setzte (51.), auf der Gegenseite traf Richard Neudecker (56.) das Außennetz. Die Kieler Führung fiel dagegen beinahe zufällig: Eine Flanke segelte an Freund und Feind vorbei, der zuletzt auch in der deutschen U21 erfolgreiche Serra musste nur noch den Kopf hinhalten. Allagui (88.) traf die Latte.

Für St. Pauli endete mit der Pleite eine Serie von fünf Begegnungen ohne Niederlagen. Kiel stoppte dagegen nach nur einem Sieg aus sechs Spielen seinen Abwärtstrend.

Köln - Heidenheim 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Beermann (9.), 1:1 Guirassy (58.)

Aufstiegsfavorit 1. FC Köln hat nur mit Mühe eine weitere Heimniederlage verhindert und muss den Verlust der Tabellenführung in der 2. Bundesliga fürchten. Gegen den 1. FC Heidenheim kam der Bundesliga-Absteiger nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus. Allerdings können der FC St. Pauli und Union Berlin die Geißböcke am Sonntag überflügeln.

Serhou Guirassy (58.) glich für Köln, das im sechsten Heimspiel der Saison zum vierten Mal ohne Erfolg blieb, zumindest noch aus. Zuvor hatte sich der FC zu Hause 1:2 dem MSV Duisburg geschlagen geben müssen. Timo Beermann (9.) hatte Heidenheim in Front gebracht.

Vor 50.000 Zuschauern begann der FC nervös. Nach einer von Nationalspieler Jonas Hector verursachten Ecke köpfte Beermann gegen passiv verteidigende Kölner zur Gästeführung ein. Die Anfang-Elf fand mühsam ins Spiel, Chancen wie die von Marcel Risse (29.) und Dominick Drexler (34.) waren aber eher die Folge von Einzelaktionen als das Ergebnis einer guten Mannschaftsleitung.

Köln benötigte eine Ecke für den Ausgleich. Das weitere Anrennen bis zum Schlusspfiff blieb unbelohnt.

Aue - Bielefeld 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Hochscheidt (66.)

Arminia Bielefeld rutscht in der 2. Bundesliga immer weiter in Richtung Abstiegszone. Die Ostwestfalen kassierten mit dem 0:1 (0:0) bei Erzgebirge Aue schon die vierte Niederlage in Folge. Aue kletterte dank des Treffers von Jan Hochscheidt (66.) dagegen ins gesicherte Mittelfeld.

Vor 8050 Zuschauern war vor allem Bielefeld zunächst um Vorsicht bemüht. Mit Zweitliga-Debütant Philipp Klewin (25) im Tor, der den verletzten Stammkeeper Stefan Ortega ersetzte, setzte die Arminia auf eine stabile Defensive. Mit Erfolg: Gefährliche Szenen waren im ersten Durchgang Mangelware.

Ohne den mit einer Knieverletzung früh ausgewechselten Kapitän Fabian Klos fehlten Bielefeld auch nach der Pause die Ideen und wurde prompt bestraft. Hochscheidt zog aus dem Lauf ab, der Ball schlug unter der Latte ein - das reichte zum dritten Heimsieg der Saison.

Paderborn - Sandhausen 3:3 (1:2)

Tore: 0:1 Schleusener (14.), 0:2 Wooten (27.), 1:2 Gueye (35.), 2:2 Tekpetey (66.), 3:2 Ritter (80.), 3:3 Wooten (83.)

Der SV Sandhausen bleibt unter Uwe Koschinat auf dem Weg nach oben. Im zweiten Spiel unter dem neuen Trainer kamen die Kurpfälzer beim SC Paderborn zu einem 3:3 (2:0) und haben die Nichtabstiegsplätze in Reichweite.

Fabian Schleusener (14.) und Andrew Wooten (27., 83.) trafen für die Gäste beim starken Aufsteiger, der die Partie durch die Tore von Babacar Gueye (35.), Bernard Tekpetey (66.) und den eingewechselten Marlon Ritter (80.) zwischenzeitlich gedreht hatte.

Sandhausen, das beim Koschinat-Einstand 4:0 gegen den FC Ingolstadt gewann, ist zwar noch Tabellen-16., hat aber nach Punkten mit dem 1. FC Magdeburg auf Rang 15 gleichgezogen. Paderborn (17 Zähler) wäre mit einem Erfolg zumindest bis Sonntag auf Rang drei geklettert.

Der starke Aufsteiger aus Ostwestfalen, der schon vor dem Spieltag mit 19 Toren die zweitbeste Offensive der Liga gestellt hatte, tat sich schwer gegen die gut gestaffelten Gäste. Sandhausen konterte eiskalt und lag nach knapp einer halben Stunde nicht unverdient mit 2:0 in Front. Es war der Weckruf für Paderborn.

Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart spielte in der Folge auf ein Tor, Gueyes Anschlusstreffer war die beinahe logische Folge. Paderborn ließ nicht nach und ging auch dank des dreimaligen Vorlagengebers Sebastian Vasiliadis vor 8216 Zuschauern sogar in Führung - dann schlug erneut Wooten zu.

Magdeburg - Hamburger SV 0:1 (0:0)

Tore:  0:1 Narey (77.)

Gelb-Rote Karte:  Bates (53., Hamburger SV)

Der neue Trainer Hannes Wolf hat den Hamburger SV gleich bei seinem Debüt an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga geführt. Die Hanseaten gewannen zum Auftakt des 11. Spieltags beim Aufsteiger 1. FC Magdeburg mit 1:0 (0:0) und stehen nun zumindest bis Samstag ganz oben.

Das Siegtor gelang Khaled Narey (77.) für den HSV, der nach einem Platzverweis gegen David Bates (53.) lange in Unterzahl spielen musste. Magdeburg bleibt durch die Niederlage auf dem 15. Platz.

Vor 23.132 Zuschauern begannen beide Teams verhalten. Torchancen waren in den ersten 20 Minuten Mangelware, beiden Mannschaften fehlten im Offensivspiel trotz Bemühungen die Ideen. Narey sorgte in der 23. Minute für das erste Highlight, Magdeburgs Keeper Alexander Brunst wehrte seinen Linksschuss ab. Der HSV übernahm nun die Kontrolle, Romain Bregerie rettete vor der Linie gegen Hwang Hee-Chan (29.).

Die zweite Halbzeit begann deutlich schwungvoller als der erste Durchgang. Magdeburgs Torjäger Christian Beck und Hamburgs Lewis Holtby vergaben, ehe Bates in der 53. Minute wegen wiederholten Foulspiels mit Gelb-Rot vom Platz flog. Magdeburg agierte fortan mutiger, der HSV dagegen ließ immer wieder die eigene individuelle Qualität aufblitzen. So auch beim Siegtor durch Narey, der einen tollen Pass von Pierre-Michel Lasogga mit einem Beinschuss gegen Brunst veredelte.

Darmstadt - Fürth 2:0 (1:0)

Tore:  1:0 Kempe (23.), 2:0 Dursun (76.)

Die SpVgg Greuther Fürth hat den Sprung an die Tabellenspitze in der 2. Bundesliga verpasst. Die Kleeblätter mussten sich zum Auftakt des 11. Spieltages mit 0:2 (0:1) bei Darmstadt 98 geschlagen geben und nach zuletzt vier ungeschlagenen Spielen in Serie ihre zweite Saisonniederlage hinnehmen. Die Lilien feierten hingegen den ersten Erfolg nach sechs sieglosen Partien in Folge. 

Die Treffer erzielten Tobias Kempe (23.) und der erst im Sommer aus Fürth gekommene Serdar Dursun (76.).

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Darmstadt startete vor 14.050 Zuschauern im fast ausverkauften Merck-Stadion am Böllenfalltor etwas engagierter in die Begegnung. Die glückliche Führung der Gastgeber gelang unter kräftiger Mithilfe von Fürth-Torwart Sascha Burchert. Dem Kleeblatt-Kapitän rutschte ein ungefährlicher Schuss von Kempe durch die Handschuhe und unter dem Körper unglücklich ins Tor.

Die Fürther erarbeiteten sich in der Folge einige Chancen, wurden aber kaum zwingend. Trotz der statistischen Stärke im zweiten Durchgang - die Mittelfranken erzielten 15 ihrer 16 Treffer nach der Halbzeitpause - taten sich die Gäste schwer. In der Schlussphase sorgte Dursun gegen seine ehemaligen Mitspieler nach idealer Vorarbeit von Joevin Jones für die Entscheidung.

 

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