Juventus' Dybala schießt den FC Barcelona ab
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Barca geht wieder baden! Im Hinspiel gegen die Alte Dame kassieren die Blaugrana eine Klatsche. Mann des Abends ist Dybala. Die Analyse.

Juventus Turin hat das Hinspiel des Champions-League-Viertelfinals mit 3:0 (2:0) gewonnen. Gegen den FC Barcelona glänzte Paulo Dybala mit seinem ersten Doppelpack in der Königsklasse. Die Katalanen erlebten nach der 0:4-Pleite gegen Paris Saint-Germain im Achtelfinale ein echtes Deja-vu.

Vor 41.507 Zuschauern im ausverkauften Juventus Stadium brachte Paulo Dybala Juventus bereits nach sieben Minuten in Führung. Der Argentinier traf erstmals in zwei aufeinanderfolgenden Champions-League-Partien. Für Barca war es der früheste Gegentreffer der laufenden Spielzeit.

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Nach 22 Minuten drehte Dybala erneut zum Jubel ab. Nach Vorlage von Mario Mandzukic erzielte der 23-Jährige seinen 16. Saisontreffer (14 davon vor heimischer Kulisse) - sein erster Doppelpack in der Königsklasse. Giorgio Chiellini schraubte die Führung nach 55 Minuten auf 3:0. Nach einer Ecke köpfte der Italiener das zweite CL-Tor seiner Karriere. Kurios: Im Achtelfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain (0:4) fiel das 0:3 aus Sicht der Blaugrana ebenfalls in der 55. Spielminute.

Erstmals seit 17 Jahren kassiert Barcelona in zwei aufeinanderfolgenden Auswärtsspielen in der Champions League mindestens drei Gegentore. Der Titelverteidiger aus Katalonien ist nun im Rückspiel vor heimischer Kulisse am 19. April zum wiederholten Mal in dieser Saison besonders gefordert.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Allegri verändert sein Team im Vergleich zum 2:0-Sieg gegen Chievo Verona auf fünf Positionen. Chiellini, Pjanic, Mandzukic, Bonucci und Dani Alves spielen anstelle von Marchisio, Barzagli, Lichtsteiner (alle Bank) sowie Rugani und Sturaro (nicht im Kader).

Auch Enrique nimmt nach der 0:2-Pleite beim FC Malaga vier Wechsel vor. Pique, Rakitic, Iniesta und Roberto starten anstelle von Denis Suarez, Alba, Gomes (alle Bank) und Sergio Busquets (Gelb-Sperre).

7., 1:0, Dybala: Blitzstart von Juve! Die Alte Dame verlagert das Spiel auf die rechte Seite, wo Cuadrado in den Strafraum zieht. Der Rechtsaußen wird von Mathieu nicht entscheidend gehindert und kann den kurzen Pass auf Dybala spielen. Der dreht sich - von Pique nicht gestört - einmal um die eigene Achse und schließt per Schlenzer links unten ab. Stark gemacht, schlecht verteidigt.

21.: Erste Riesenmöglichkeit für die Gäste! Messi bedient Iniesta mit einem Zuckerpass aus dem Zentrum. Der Spanier taucht halblinks völlig frei vor Buffon auf. Der Italiener pariert den Schuss entgegen seiner Laufrichtung zur Ecke.

22., 2:0, Dybala: Ecke, Konter, Tor! Mandzukic entwischt auf dem linken Flügel und wird von Roberto lediglich begleitet. Der Kroate findet Dybala im Rückraum der Barca-Defensive. Dybala schließt direkt ab und zirkelt das Leder vorbei an Pique ins linke untere Eck.

54.: Barca spielt, Juve schnuppert am 3:0. Mit einem gefühlvollen Pass überspielt Dani Alves seine ehemaligen Kollegen und bedient Higuain, der aus halbrechter Position auf Ter Stegen zuläuft. Der deutsche Keeper kann den unplatzierten Abschluss des Argentiniers parieren.

55., 3:0, Chiellini: Ganz simpel. Pjanic tritt eine Ecke von der linken Seite an den zweiten Pfosten, wo sich Chiellini im Kopfballduell gegen Mascherano durchsetzt. Der Italiener setzt das Leder platziert neben den linken Innenpfosten.

68.: Wieder ein brillanter Moment von Messi. Sein Pass in die Schnittstelle der Juve-Abwehr findet Suarez, der Chiellini entwischt. Sein Schuss geht jedoch knapp am linken Torpfosten vorbei.

69.: Knifflig! Neymar kommt aus etwa 18 Metern zentraler Position zum Abschluss. Dani Alves und Chiellini werfen sich in den Schuss des Brasilianers. Letzterer wehrte die Kugel dabei klar mit der rechten Hand ab. Da hätten sich die Italiener nicht über einen Elfmeterpfiff beschweren dürfen.

Fazit: Juve startete furios in die Partie und überrumpelte Barca - ähnlich wie PSG - vor allem in der Anfangsphase. Die Gäste übernahmen zwar die Initiative, blieben aber harmlos. Juventus glänzte im Gegensatz dazu mit Effektivität.

Der Star des Spiels: Paulo Dybala. Erzielte nicht nur die ersten beiden Tore für Juventus. Der Argentinier hatte zudem mit die meisten Ballaktionen seiner Mannschaft (46) und war an nahezu jedem Angriff der Allegri-Elf beteiligt. Wurde nach 81 Minuten zurecht von den Zuschauern frenetisch besungen.

Der Flop des Spiels: Ivan Rakitic. Der Kroate war schlichtweg nicht anwesend. Offensiv völlig blass, agierte Rakitic auch in der Defensive zu inkonsequent. Gewann nur zwei seiner zehn Zweikämpfe.

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Der Schiedsrichter: Szymon Marciniak (Polen). Hatte die über weite Strecken ruppige, aber faire Partie im Griff. Entschied sich in der 69. Minute allerdings gegen einen Handelfmeter für Barca. Chiellini vergrößerte dabei mit der Hand deutlich seine Körperfläche und wehrte eine klare Tormöglichkeit von Neymar ab. Hier lag das Gespann falsch.

Das fiel auf:

  • Barcelona agierte im Spielaufbau mit einer Dreierkette, bestehend aus Pique, Umtiti und Mathieu. Erst im Spiel gegen den Ball ließ sich mal Sergi Roberto auf die Rechtsverteidiger-Position, mal Mascherano in die Innenverteidigung fallen. Recht strukturiert wirkte das Umschalten ins defensive 4-3-3 nicht.
  • Durch das enorm aggressive Pressing der Hausherren (15:8 Fouls in Durchgang eins) geriet Barca in der Anfangsphase daher häufig in große Bedrängnis. Kontrolliertes Kombinationsspiel? Fehlanzeige! Stattdessen eroberte sich Juve in der Anfangsphase viele Bälle in der gegnerischen Hälfte und schaltete blitzschnell in den Angriffsmodus. Vor allem Mathieu war in der Folge oftmals zu behäbig und den entscheidenden Schritt langsamer gegen den beweglichen Cuadrado.
  • Juventus variierte nach der wilden Anfangsphase zwischen Pressing und Passivität. Sobald Barca das Spielgerät kontrolliert vorantrieb, ließ sich die Allegri-Elf tief in die eigene Hälfte zurückfallen. Aus dem 4-2-3-1 wurde ein sehr kompaktes 4-4-2. Zwischen Bonucci/Chiellini und Higuain/Dybala lagen teilweise höchstens 15 Meter.
  • Barca tat sich demnach schwer, über die gewohnten Ballstafetten zum Ziel zu kommen. Oftmals brauchte es individuelle Aktionen von Messi, der sich vermehrt in die Mitte fallen ließ, oder Iniesta. So blieb es in den ersten 45 Minuten bei lediglich einem Schuss auf den Kasten von Buffon.
  • Nach dem Seitenwechsel stellte Enrique in der Defensive auf eine Viererkette um. Für Mathieu kam Gomes ins Spiel. Umtiti bekleidete die Linksverteidigerposition, Roberto operierte als Rechtsverteidiger neben Mascherano und Pique, interpretierte seine Rolle aber sehr offensiv. Barca hatte wieder mehr vom Spiel, blieb unterm Strich aber zu harmlos. Effizienz war nur bei Juve erkennbar.

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