2. Liga: Stuttgart mit Last-Minute-Sieg, auch Union und Hannover gewinnen
Die Schwaben setzen sich in einem Kampfspiel durch. 96 gewinnt das Derby gegen Braunschweig, Union bleibt im Geschäft. 1860 spielt nur remis.

Der VfB Stuttgart gewinnt dank dreier sehenswerter Treffer bei Arminia Bielefeld mit 3:2 (1:0).  Hannover 96 hat mit dem Sieg im 148. Niedersachsen-Derby gegen Eintracht Braunschweig einen großen Schritt zum Wiederaufstieg in die Bundesliga gemacht. Union Berlin springt dank des Sieges über den 1. FC Kaiserslautern auf Relegationsplatz drei. 1860 München kam indes nicht über ein Remis hinaus, der VfL Bochum behielt gegen Greuther Fürth die Oberhand.

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Arminia Bielefeld - VfB Stuttgart 2:3 (1:0)

Tore: 1:0 Hemlein (15.), 1:1 Maxim (51.), 1:2 Terodde (54.), 2:2 Yabo (73.), 2:3 Terodde (89.)

Der VfB Stuttgart hat in der 2. Bundesliga die Tabellenspitze erfolgreich verteidigt und Arminia Bielefelds Abstiegssorgen vergrößert. Die Schwaben bezwangen das Team von Jeff Saibene am 29. Spieltag mit 3:2 (0:1) und führen die Tabelle mit 57 Punkten vor Hannover 96 (56) an. Die Niedersachsen hatten mit ihrem Sieg gegen Eintracht Braunschweig (1:0) am Samstag zwischenzeitlich Platz eins übernommen.

Bielefeld kassierte trotz einer beherzten Leistung die erste Niederlage im vierten Spiel unter Saibene und droht als Tabellen-17. weiter in die 3. Liga abzusteigen.

Alexandru Maxim (51.) und Simon Terodde (54./89.) drehten das Spiel für die Stuttgarter, nachdem Christoph Hemlein (15.) die Bielefelder in Führung geköpft hatte. Reinhold Yabo (73.) glich zum zwischenzeitlichen 2:2 aus.

Die Gäste waren vor 22.034 Zuschauern die spielbestimmende Mannschaft, bevor Bielefeld der Führungstreffer gelang. Im Anschluss spielten die Arminen engagiert und kamen mit Kontern häufiger gefährlich vor das Stuttgarter Tor. Das Team von Hannes Wolf behielt weiter mehr Spielanteile, scheiterte aber immer wieder an der sicher stehenden Bielefelder Abwehr.

Nach der Pause führte ein Patzer von Daniel Davari zum Ausgleich: Der Bielefeld-Keeper spielte den Ball nach einem Stuttgarter Angriff außerhalb des Strafraums direkt in die Beine von Maxim, der den Ball aus rund 40 Metern über Davari ins leere Tor schoss. Terodde umtänzelte wenig später die Arminia-Abwehr und traf zum 2:1.

Bielefeld gab sich aber nicht geschlagen. Hemlein (60./71.) hatte zweimal den zweiten Treffer auf dem Fuß, bevor Yabo schließlich der Ausgleich gelang. Letztlich war auch das zu wenig.

FC St. Pauli - Würzburger Kickers 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Buchtmann (87.)

Der FC St. Pauli hat die Abstiegszone der 2. Fußball-Bundesliga verlassen. Die Mannschaft von Trainer Ewald Lienen besiegte die Würzburger Kickers mit 1:0 (0:0) und zog nach Punkten mit den Franken gleich. Christopher Buchtmann sorgte mit seinem späten Treffer in der 87. Minute für den zweiten Sieg der Hamburger hintereinander.

Würzburg wartet dagegen weiter auf seinen ersten Dreier in der Rückrunde. Das Team von Coach Bernd Hollerbach verlor nach zuletzt drei Unentschieden wieder und blieb auch im zwölften Liga-Spiel im Jahr 2017 ohne Sieg.

Technische Unzulänglichkeiten, kaum Abschlüsse, viele Fouls: Die 29.546 Fans am Hamburger Millerntor erlebten zunächst ein zerfahrenes Spiel. Erst in der Schlussphase der ersten Halbzeit kamen die Gastgeber zu ersten Chancen. Doch zunächst vergab Cenk Sahin aus spitzem Winkel (33.), dann parierte Kickers-Keeper Jörg Siebenhandl einen Kopfball von Lasse Sobiech glänzend (39.).

Nach der Pause wurde die Partie schwungvoller. Vor allem St. Pauli suchte jetzt von Beginn an den Vorwärtsgang und sorgte immer wieder für Gefahr vor dem Gästetor. Die beste Chance vergab zunächst Mats Möller Daehli, als er mit einem Kopfball aus kurzer Distanz (63.) nur das Außennetz traf. Ingolstadt beschränkte sich vorwiegend auf die Defensive und verteidigte clever, ehe Buchtmann das Bollwerk dennoch überwand.

Beste Spieler bei den Hamburgern waren der quirlige Möller Daehli und Verteidiger Sobiech. Aufseiten der Gäste überzeugten Keeper Siebenhandl und Lukas Fröde.

Union Berlin - 1. FC Kaiserslautern 3:1 (1:0)

Tore: 1:0 Kreilach (14.), 1:1 Gaus (68.), 2:1 Polter (85.), 3:1 Hosiner (88.)

Zweitligist Union Berlin hat im packenden Vierkampf um den Aufstieg in die Fußball-Bundesliga neue Hoffnung geschöpft. Die Mannschaft von Trainer Jens Keller setzte sich im Heimspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern 3:1 (1:0) durch und feierte nach zuvor drei sieglosen Spielen in Serie wieder einen Erfolg.

Mit nun 54 Punkten kletterten die Eisernen dank der Treffer von Damir Kreilach (14.), Sebastian Polter (85.) und Philipp Hosiner (88.) zurück auf den Relegationsplatz und sind bei noch fünf ausstehenden Spielen punktgleich mit dem VfB Stuttgart und Eintracht Braunschweig. Spitzenreiter Hannover 96 hat zwei Zähler mehr. Kaiserslautern, für das Marcel Gaus (68.) traf, muss nach der elften Saisonniederlage (32 Punkte) weiter um den Klassenerhalt zittern.

Vor 21.379 Zuschauern im Stadion An der Alten Försterei in Köpenick begannen die Gastgeber aggressiv und wurden früh belohnt. Nach einer Flanke von Steven Skrzybski wollte Philipp Mwene vor dem nahenden Kreilach retten, doch das Geburtstagskind erzielte seinen achten Saisontreffer.

In der Folge bemühte sich Kaiserslautern zwar, etwas besser ins Spiel zu kommen, ordentliche Angriffe kamen bis zur Halbzeit aber nicht zustande. Die Offensivbemühungen waren äußerst überschaubar, auch die Berliner kamen lange nicht mehr zum Zug und machten zu wenig aus ihrer spielerischen Überlegenheit.

Erst nach dem Seitenwechsel hatte Unions Polter (53.) eine gute Gelegenheit, ehe die Gäste den Favoriten kurz schockten. Gaus, gleichzeitig bester Spieler der Roten Teufel, traf nach starker Einzelleistung. Union gelang dank einer Leistungssteigerung jedoch noch der verdiente Sieg. Beste Akteure der Berliner waren Skrzybski und Polter.

Karlsruher SC - 1. FC Heidenheim 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Verhoek (67.)

Tabellenschlusslicht Karlsruher SC steht nach der nächsten Niederlage noch ein Stück näher am Abstiegsabgrund der 2. Fußball-Bundesliga. Die Badener verloren am 29. Spieltag gegen den 1. FC Heidenheim mit 0:1 (0:0) und sind nach der sechsten Partie in Serie ohne Sieg nur noch durch ein Wunder zu retten.

Die Statistik spricht nach dem Treffer von John Verhoek (67.) dabei aber klar gegen den KSC: Nie hielt eine Mannschaft seit Einführung der Drei-Punkte-Regel noch die Klasse, die zu diesem Zeitpunkt so wenige Zähler verbucht hatte wie Karlsruhe (22). Der Abstand zum rettenden Ufer beträgt fünf Spiele vor dem Saisonende zehn Punkte.

Im Aufeinandertreffen zweier formschwacher Teams - Heidenheim hatte den letzten Sieg am 11. Februar gefeiert - waren die Gastgeber zu Beginn überlegen. Allerdings kam der KSC dabei vor 11.203 Zuschauern nur einmal gefährlich vor das gegnerische Tor, als Enrico Valentini (4.) freigespielt wurde und aus kurzer Entfernung die Führung verpasste. Bis zur Großchance von Heidenheims Norman Theuerkauf (36.) neutralisierten sich beide Mannschaften größtenteils.

Auch die zweite Halbzeit war geprägt von viel Kampf und Leidenschaft, einen fußballerischen Leckerbissen hatte angesichts der Situationen beider Teams aber ohnehin niemand erwartet. Einmal jedoch gelang dem KSC ein perfekt vorgetragener Angriff, Stefan Mugosa (58.) traf freistehend nur den Pfosten. Es war der Beginn einer stärkeren KSC-Phase - in der Verhoek die schmeichelhafte Führung erzielte.

1860 München - SV Sandhausen 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Bülow (45.+1.), 1:1 Karl (82.)

1860 München hat in der 2. Fußball-Bundesliga einen eminent wichtigen Heimsieg vergeben. Durch das unnötige 1:1 (1:0) gegen den SV Sandhausen gerät die Mannschaft von Trainer Vitor Pereira im Abstiegskampf weiter unter Druck und verpasste es, mit dem zehnten Saisonerfolg an den Kurpfälzern in der Tabelle vorbeizuziehen. Auch für den SVS ist die Lage nach dem zehnten sieglosen Spiel nacheinander weiter prekär.

In der Nachspielzeit der ersten Hälfte gelang Münchens Defensivmann Kai Bülow (45.+1) per Kopf die Führung nach einem Freistoß von Michael Liendl. Sandhausens Markus Karl (82.) glückte ebenfalls nach einem Freistoß und auch per Kopf der späte Ausgleich.

Die Löwen haben damit nur ein schmales Punktepolster auf die Teams im Tabellenkeller und den Klassenverbleib noch längst nicht sicher. Die Leistung am Ostersonntag war phasenweise überzeugend, Sechzig nutzte vor 17.600 Zuschauern aber seine Chancen nicht konsequent. 

Eine längere Durststrecke als derzeit hatte die Elf von Trainer Kenan Kocak in der zweiten Liga noch nicht erlebt. Die Auswirkungen der Krise waren klar zu spüren, viele Ballverluste und dadurch wenig Kombinationsfluss brachten die Sandhäuser immer wieder außer Tritt.

Dynamo Dresden - Fortuna Düsseldorf 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 Gartner (17.), 1:1 Kutschke (77.)

Dynamo Dresden hat im Aufstiegskampf der 2. Bundesliga einen womöglich entscheidenden Rückschlag kassiert. Im Heimspiel gegen Fortuna Düsseldorf kamen die Sachsen am 29. Spieltag nach langer Zeit schwacher Leistung nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus und liegen damit acht Punkte hinter Platz drei zurück. Fortuna muss derweil mit nur zwei Zählern aus den vergangenen vier Spielen verstärkt nach unten schauen.

Vor 29.297 Zuschauern brachte Christian Gartner (17.) die über weite Strecken das Spiel bestimmenden Gäste in Führung, Stefan Kutschke (77.) glich mit seinem 16. Saisontor aus und liegt in der Torjägerliste nur noch einen Treffer hinter dem führenden Stuttgarter Simon Terodde zurück.

Nach zuletzt mauen Leistungen begannen die Düsseldorfer erstaunlich mutig und wurden schnell belohnt. Nach einer Hereingabe von Lukas Schmitz war Gartner zur Stelle, mit leichter Hilfe des Innenpfostens verbuchte der Österreicher seinen ersten Zweitliga-Treffer überhaupt.

Dynamo agierte weitgehend harmlos, auch Dresdens "Ur-Fortune" Andreas Lambertz, der von 2002 bis 2015 für die Düsseldorfer gespielt hatte, konnte kaum Akzente setzen. Eine der seltenen Dynamo-Chancen nutzte schließlich Kutschke in bester Torjäger-Manier zum Ausgleich.

VfL Bochum - Greuther Fürth 1:0 (1:0)

Tore: 1:0 Eisfeld (18.)

Zweitligist VfL Bochum hat sein Polster auf die Abstiegsregion wieder vergrößert. Die Mannschaft von Trainer Gertjan Verbeek setzte sich gegen die SpVgg Greuther Fürth knapp und etwas schmeichelhaft mit 1:0 (1:0) durch. Mit dem ersten Heimsieg überhaupt gegen die Kleeblätter und nun 37 Punkten schob sich der Revierklub auf einen Mittelfeldplatz.

Thomas Eisfeld gelang bei seinem ersten Startelfeinsatz seit rund einem halben Jahr in der 18. Minute das 1:0 für den VfL, der schon häufiger in dieser Spielzeit eine Führung noch vergab. Fürth, das weiterhin auf dem sechsten Platz rangiert, war jedoch nicht zwingend genug in der Offensive, um der Begegnung noch eine Wende zu geben.

Nach zuletzt sechs Spielen ohne Dreier war bei den Bochumern eine gewisse Unsicherheit erkennbar, zumindest der Einsatz stimmte jedoch. Für Fürth war es nach einer zuvor längeren Erfolgsserie die zweite Schlappe in Folge. Ein bisschen war der Mannschaft von Trainer Janos Radoki anzumerken, dass sie in den verbleibenden Spielen weder ins Aufstiegsrennen eingreifen, noch in echte Abstiegsgefahr geraten kann.

Hannover 96 - Eintracht Braunschweig 1:0 (1:0)

Tor: 1:0 Füllkrug (32.) 

Durch das verdiente 1:0 (1:0) im hochbrisanten Nachbarschaftsduell eroberte das Team von Trainer Andre Breitenreiter am 29. Spieltag zumindest vorerst die Tabellenführung in Liga zwei. Niclas Füllkrug (32.) sorgte mit seinem Treffer dafür, dass Hannover mit 56 Zählern bei noch fünf ausstehenden Spielen nun zwei Punkte Vorsprung auf die drittplatzierten Braunschweiger hat. Der Tabellenzweite VfB Stuttgart (54) kann mit einem Sieg am Montag bei Arminia Bielefeld an die Spitze zurückkehren.

Vor dem Anpfiff war es wie befürchtet zu Auseinandersetzungen gekommen. Gäste-Fans hatten sich im Bereich Süd/Südwest unkontrollierten Zugang zur ausverkauften Arena verschafft und wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen. Nach eigenen Angaben hatten die Beamten die Lage unter Kontrolle.

In einer schwungvollen Anfangsphase brachte eine Standardsituation die Führung für die Gastgeber ein. Nach einer Ecke des emsigen Edgar Prib stieg Füllkrug mit Abstand am höchsten und köpfte mustergültig ein. Wenig später hatte Hannover Glück, dass Schiedsrichter Sascha Stegemann einen Ellbogenschlag von Martin Harnik gegen Julius Biada im Strafraum nicht ahndete (36.).

Nach dem Seitenwechsel verstärkten die Gäste ihre Bemühungen und attackierten früher, Torchancen blieben aber Mangelware. Den heimstarken Hannoveranern boten sich so immer wieder Räume für gefährliche Konter.

Um die rivalisierenden Fan-Gruppen zu trennen und eine Pufferzone einzurichten, war die Kapazität des Stadions um 6300 auf 42.700 Plätze reduziert worden. Unter dem Eindruck des Sprengstoff-Anschlags von Dortmund waren zudem keine Rucksäcke und größeren Taschen erlaubt, die Polizei-Präsenz wurde erhöht.

1. FC Nürnberg - Erzgebirge Aue 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Kempe (24.), 1:1 Kvesic (51.), 2:1 Teuchert (82.)

Rote Karte: Kammerbauer (Nürnberg) nach einer Notbremse (49.)

Nach dem 1:2 (0:1) beim 1. FC Nürnberg müssen die Sachsen sogar wieder den Sturz auf den Abstiegsrelegationsrang fürchten. Nürnberg hingegen konnte nach zuvor zwei Niederlagen in Serie trotz Unterzahl durch den glücklichen Siegtreffer von Cedric Teuchert (82.) wieder ein Erfolgerlebnis feiern.

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Die Gastgeber waren vor 24.707 Zuschauern bereits in der ersten Halbzeit durch Tobias Kempe (24.) erstmals in Führung gegangen. Doch kurz nach Wiederanpfiff musste der "Club" zunächst eine Rote Karte gegen Patrick Kammerbauer (49.) wegen einer Notbremse gegen Pascal Köpke hinnehmen und aus dem anschließenden Freistoß auch den vorübergehenden Ausgleich der Gäste durch Mario Kvesic (51.) quittieren.

Nürnberg war zu Spielbeginn die Verunsicherung nach den beiden vorangegangenen Niederlagen trotz aller Bemühungen um einen konstruktiven Spielaufbau deutlich anzumerken. Nach der etwas überraschenden Führung waren die Platzherren zwar etwas überlegener, doch Kammerbauers Platzverweis schwächte die Franken nicht nur numerisch. 

Allerdings konnte Aue, das in den ersten fünf Spielen unter Tedescos Regie ohne Niederlage vier Siege eingefahren hatte, aus seiner Überzahl kein weiteres Kapital schlagen. Im Gegenteil: Nach einem Fehler im Mittelfeld mussten die Erzgebirgler letztlich mit völlig leeren Händen die Heimreise antreten.

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