2. Bundesliga: Duisburg schrammt am erhofften Sieg vorbei
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Der Tabellenletzte MSV Duisburg muss die Hoffnung auf den Klassenerhalt nach dem Unentschieden gegen Bielefeld wohl langsam aufgeben.

In der 2. Bundesliga ist der Tabellenletzte MSV Duisburg im Heimspiel gegen Arminia Bielefeld nicht über ein 2:2 (1:1) hinausgekommen. In Überzahl gelang den Zebras nur noch der Ausgleich, aber in der Schlussphase trotz guter Chancen nicht mehr der Siegtreffer, der dem Team im Abstiegskampf noch etwas Hoffnung gegeben hätte.

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Der HSV rutschte am Sonntag nach einem 0:2 im Aufstiegsduell bei Union Berlin auf den vierten Platz ab. Paderborn zog nach einem 3:1 gegen Heidenheim am Ex-Bundesliga-Dino vorbei. Bereits am Freitag konnte der 1. FC Köln zum vierten Mal in Folge nicht gewinnen. Vor eigenem Publikum verlor der FC gegen Darmstadt 98 mit 1:2.

MSV Duisburg - Arminia Bielefeld 2:2 (1:1)

Tore: 0:1 Voglsammer (7.), 1:1 Iljutcenko (20.), 1:2 Voglsammer (61., Foulelfmeter), 2:2 Wolze (68.)

Rote Karte: Behrendt (67., Bielefeld)

Nach nur zwei Jahren in der 2. Bundesliga ist der Abstieg für den MSV Duisburg wohl nicht mehr zu vermeiden. Die Zebras kamen gegen Arminia Bielefeld trotz Überzahl nicht über ein 2:2 (1:1) hinaus und warten bereits seit sieben Spielen auf einen Sieg. Der Tabellenletzte liegt drei Runden vor Saisonende fünf Punkte hinter dem Relegationsplatz zurück.

Andreas Voglsammer brachte die Gäste vor 13.340 Zuschauern bereits in der siebten Minute nach einem mustergültigen Konter über Fabian Klos in Führung. Danach hatten die sichtlich geschockten Duisburger Glück, dass Jonathan Clauss aus 15 Metern nur den Pfosten traf (17.). 

Der Ausgleich fiel überraschend: Moritz Stoppelkamps Schuss verfehlte das Bielefelder Tor, Stanislav Iljutcenko grätschte den Ball ins Tor (20.). Für die Entscheidung sorgte Voglsammer mit seinem zwölften Saisontor, als er mit etwas Glück einen Foulelfmeter verwandelte (61.). MSV-Torwart Felix Wiedwald sprang in die richtige Ecke, doch der Ball rutschte ihm durch die Hände. Dustin Bomheuer hatte Klos gefoult. 

Nach einer Notbremse von Brian Behrendt, der dafür die Rote Karte sah (67.), glich Kevin Wolze für den MSV per Freistoß noch einmal aus (68.). In der Schlussphase warf Duisburg mit dem Mut der Verzweiflung alles nach vorne. Moritz Stoppelkamp (78.) scheiterte mit einem Schlenzer ebenso am stark reagierenden Keeper Stefan Ortega wie Havard Nielsen (86.).

Union Berlin - HSV 2:0 (0:0)

Tore: 1:0 Zulj (47.), 2:0 Prömel (84.)

Union Berlin hat seine Aufstiegschancen mit einem leidenschaftlichen Sieg gegen den direkten Konkurrenten Hamburger SV gewahrt. Die Eisernen erkämpften sich im Heimspiel gegen den Bundesliga-Absteiger ein 2:0 (0:0) und zogen dank der besseren Tordifferenz in der Tabelle am punktgleichen HSV vorbei. Die viertplatzierten Hamburger müssen nach sechs Spielen ohne Sieg in Folge mehr denn je um die sofortige Rückkehr in die Bundesliga bangen.

Mittelfeldspieler Robert Zulj erzielte in der 46. Minute die Führung für Union - unter gütiger Mithilfe von Gideon Jung. Der HSV-Verteidiger hatte zuvor gepatzt und den Ball an Vorbereiter Suleiman Abdullahi verloren. Grischa Prömel (84.) erhöhte in der Schlussphase.

Wie zu erwarten entwickelte sich vor 22.012 Zuschauern im ausverkauften Stadion an der Alten Försterei von Beginn an ein hart umkämpftes Spiel, in dem beide Teams zunächst nicht das große Risiko suchten. Die Berliner hatten zwar etwas mehr Ballbesitz, doch wirklich zwingend kamen die Köpenicker erst in der zweiten Halbzeit vor das HSV-Tor.

Hamburg startete ohne echten Stoßstürmer, die gelernten Angreifer Pierre-Michel Lasogga und Manuel Wintzheimer saßen zunächst nur auf der Bank. Dafür spielten die aufgebotenen Offensivkräfte der Gäste sehr variabel, sie tauschten immer wieder die Positionen und kamen vor allem über Konter zu ihren Möglichkeiten. Doch Aaron Hunt (18.) und Bakery Jatta (31.) vergaben zwei Großchancen kläglich.

Nach dem Rückstand geriet der HSV zunächst mächtig ins Schwimmen und hatte Glück, nicht sofort ein zweites Gegentor zu kassieren. Gäste-Trainer Hannes Wolf brachte in der 57. Minute Lasogga für Unglücksrabe Jung, doch die Berliner verteidigten geschickt und konterten gefährlich. Prömels sehenswerter Distanzschuss sorgte für die Entscheidung.

Ergebirge Aue - Bochum 3:2 (2:1)

Tore: 1:0 Zulechner (7.), 2:0 Testroet (38.), 2:1 Hinterseer (44.), 2:2 M'boussy (76.), 3:2 Nazarov (90.+4)

Erzgebirge Aue hat seine Negativserie beendet und sich im Abstiegskampf der 2. Fußball-Bundesliga wieder Luft verschafft. Die Mannschaft von Trainer Daniel Meyer setzte sich nach hartem Kampf gegen den VfL Bochum mit 3:2 (2:1) durch, gewann das erste Mal nach fünf Partien ohne Sieg und hat drei Spieltage vor Schluss ein Polster von sechs Punkten auf den Abstiegsrelegationsplatz 16.

Für die Veilchen erzielte der Österreicher Philipp Zulechner (6.) die frühe Führung. Torjäger Pascal Testroet (38.) erhöhte mit seinem 14. Saisontreffer auf 2:0, Bochums Schlussmann Manuel Riemann sah dabei nicht gut aus. VfL-Torjäger Lukas Hinterseer (44.) traf kurz vor der Pause zum 18. Mal in dieser Spielzeit, bevor Silvere Ganvoula (76.) egalisierte. Für die späte Entscheidung sorgte Dimitrij Nazarov (90.+4, Foulelfmeter).

Aues Torschütze Zulechner musste verletzungsbedingt schon in der 23. Minute durch Emmanuel Iyoha ersetzt werden, der später einige Chancen liegenließ. In einer offen geführten Begegnung hätten beide Teams vor 10.150 Zuschauern noch weitere Treffer erzielen können.

Bochum rangiert trotz der Niederlage nach wie vor im gesicherten Mittelfeld, die Erzgebirgler könnten dagegen bereits in der kommenden Woche den womöglich entscheidenden Schritt zum Klassenverbleib schaffen.

Paderborn - Heidenheim 3:1 (0:0)

Tore: 1:0 Antwi-Adjej (52.), 2:0 Antwi-Adjej (59.), 3:0 Pröger (90.+2), 3:1 Andrich (90.+3)

Zweitliga-Aufsteiger SC Paderborn steuert weiter auf Kurs direkter Durchmarsch in die Bundesliga. Die Ostwestfalen setzten sich dank eines Doppelpacks von Christopher Antwi-Adjei und eines Treffers von Kai Pröger (90.+2) im Duell mit Konkurrent 1. FC Heidenheim verdient mit 3:1 (0:0) durch und kletterten auf Aufstiegsplatz zwei.

Das beste Team der Rückrunde ist damit seit sechs Spielen unbesiegt (fünf Siege). Für den formstarken "Jimmy" Antwi-Adjei waren es die Treffer Nummer sechs und sieben (52. und 59.) in den jüngsten sieben Partien. Während Paderborn von der Rückkehr ins Oberhaus träumen darf, kann Heidenheim den Aufstieg bei fünf Punkten Rückstand auf den Rivalen trotz der besten Saison der Klubgeschichte wohl abhaken. Daran änderte auch der Ehrentreffer von Robert Andrich (90.+3) nichts.

Vor 12.588 Zuschauern in der Benteler-Arena hatte der Gast den besseren Start, als Norman Theuerkauf per Freistoß die Latte traf (18.). Heidenheim, das auf Offensivspieler Nikola Dovedan (Knie) verzichten musste, konnte aber die verletzungsbedingten Ausfälle von Kapitän Marc Schnatterer und Timo Beermann nicht kompensieren. Beide musste frühzeitig raus (40./41.).

Glück hatte Paderborn, als Schiedsrichter Alexander Sather (Grimma) nach einem Handspiel von Mohamed Dräger im Strafraum auf Stürmerfoul anstatt auf Strafstoß entschied (63.). Die Gäste gaben sich nie auf, konnten die sichere Paderborner Abwehr aber nicht mehr ernsthaft gefährden.

Magdeburg - Greuther Fürth 2:1 (2:1)

Tore: 0:1 Steininger (11.), 1:1 Beck (16.), 2:1 Lohkemper (45.+1)

Dem 1. FC Magdeburg ist im Tabellenkeller ein wichtiger Sieg gelungen. Der Aufsteiger gewann trotz Rückstands 2:1 (2:1) gegen die SpVgg Greuther Fürth und sprang mit 30 Punkten wieder auf den Relegationsrang 16. Die Fürther verpassten zwar die vorzeitige Rettung, dürften mit 38 Punkten aber nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben.

Daniel Steininger (11.) hatte die Gäste in Führung gebracht, Christian Beck (16.) und Felix Lohkemper (45.+1) trafen für Magdeburg noch vor der Pause.

Vor 18.243 Zuschauern zeigten beide Teams in der ersten Hälfte ein temporeiches Spiel. Nach dem 0:1 profitierten die Gastgeber von zwei Abwehrfehlern. Zunächst sah Gästekeeper Sascha Burchert beim Ausgleich nicht gut aus. Kurz vor der Pause spielte Paul Seguin einen Rückpass in die Beine eines Gegenspielers, letztlich traf Lohkemper zum 2:1.

In der zweiten Halbzeit blieb die Partie abwechslungsreich, allerdings konnte sich zunächst keine Mannschaft große Chancen erspielen. Burchert verhinderte mit einer Großtat das 1:3 (70.).

Sankt Pauli - Jahn Regensburg 4:3 (1:2)

Tore:  0:1 Al Ghaddioui (27.), 1:1 Diamantakos (35.), 1:2 Al Ghaddioui (40.), 2:2 Flum (52.)​, 3:2 Knoll (72.), 4:2 Miyaichi (86.), 4:3 Adamyan (90.+5)

Der Ex-Regensburger Marvin Knoll (72.) und Ryo Miyaichi (86.) wahrten die leisen Aufstiegshoffnungen der Hamburger (48), die nach zuvor sechs Spielen ohne Sieg drei Punkte hinter Platz drei liegen. Zuvor hatten Dimitrios Diamantakos (35.) und Johannes Flum (52.) die zweimalige Führung der Regensburger durch Doppelpacker Hamadi Al Ghaddioui (27./40.) ausgeglichen. Sargis Adamyan (90.+5) konnte nur noch den Anschlusstreffer erzielen. 

In einer intensiven Begegnung vor 29.546 Zuschauern im ausverkauften Millerntor-Stadion erarbeiteten sich zunächst die Gäste Vorteile. Beim Führungstreffer der Oberpfälzer ging die Defensive der Hamburger zudem höchst nachlässig zu Werke.

Doch die Gastgeber steckten nicht auf. Ein strammer Linksschuss vom rechten Strafraumeck von Diamantakos brachte die Kiezkicker wieder ins Spiel. Doch Al Ghaddiouis aus kurzer Distanz mit der Brust erzielter zweiter Treffer ließ erneut die Gäste jubeln.

In der zweiten Hälfte ging es Schlag auf Schlag. Flum glich per Kopfball nach einem Freistoß aus, ehe Knoll die Hamburger mit etwas Glück erstmals in Führung brachte. Beim einem Freistoß aus spitzem Winkel machte Jahn-Keeper Andre Weis keine gute Figur. In der Schlussphase hatte er jedoch gegen Miyaichi keine Chance.

Sandhausen - Holstein Kiel 3:2 (2:2)

Tore: 0:1 Okugawa (6.), 1:1 Förster (17.), 2:1 Wooten (22.), 2:2 Okugawa (44.), 3:2 Schirow (48.)

Der SV Sandhausen hat in einen immens wichtigen Sieg im Kampf um den Klassenerhalt gefeiert und Holstein Kiel wohl die letzte Hoffnung auf den Aufstieg geraubt. Der SVS gewann das Duell am 31. Spieltag 3:2 (2:2). Alexander Schirow (48.) traf nach der Pause zum Sieg der Gastgeber, die nach einer Serie von sieben Spielen ohne Niederlage fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze haben.

Kiel liegt nun fünf Punkte hinter Relegationsplatz drei und könnte nach den Spielen am Sonntag weiter zurückfallen. Masaya Okugawa (6./44.) traf doppelt für die Gäste, Philipp Förster (17.) und Andrew Wooten (22.) erzielten vor 5298 Zuschauern die Tore für Sandhausen im turbulenten ersten Abschnitt.

Für Wooten war es sein achtes Tor in den vergangenen neun Spielen und insgesamt sein 15. Saisontreffer. Der Deutsch-Amerikaner profitierte dabei wie auch Förster von einem Fehler der Kieler Verteidigung. Kiels Alexander Mühling (78.) traf nur den Pfosten.

1. FC Köln - Darmstadt 98 1:2 (0:1)

Tore: 0:1 Dursun (34.), 1:1 Cordoba (67.), 1:2 Platte (77.)

Zweitliga-Tabellenführer 1. FC Köln befindet sich kurz vor dem Ziel in einer handfesten Krise. Nach einer unglücklichen 1:2 (0:1)-Niederlage gegen den SV Darmstadt 98 ist der Bundesligaabsteiger seit vier Spielen sieglos und bringt seinen in die Kritik geratenen Trainer Markus Anfang damit drei Spieltage vor Saisonende in Erklärungsnot.  

Serdar Dursun (34.) und Joker Felix Platte (76.) besiegelten die vierte Heimpleite der Geißböcke in dieser Saison. Jhon Cordoba (66.) traf für Köln.

Mit aktuell noch acht Zählern Vorsprung auf Relegationsplatz drei liegt der Bundesligaabsteiger zwar nach wie vor gut im Rennen, am Wochenende können die Verfolger aber weitere Punkte gut machen. Darmstadt machte mit seinem vierten Auswärtssieg den Klassenerhalt perfekt.

Anfang hatte seine Startaufstellung im Vergleich zur 0:3-Pleite in Dresden auf drei Positionen verändert. Christian Clemens ersetzte den gesperrten Florian Kainz. Außerdem spielte Vincent Koziello für Louis Schaub und Jhon Cordoba im Angriff für den verletzten Anthony Modeste.

Im Gegensatz zu dem Auftritt bei den Sachsen agierten die Gastgeber vor 50.000 Zuschauern vom Start weg äußerst konzentriert und setzten die Darmstädter direkt unter Druck. Die Hessen verlegten sich auf Konter und hatten sogar die erste große Möglichkeit durch Immanuel Höhn, der FC-Torwart Timo Horn in der neunten Minute zu einer Glanztat zwang. Sieben Minuten später vergab Torjäger Simon Terodde die mögliche Führung für den Spitzenreiter.

Nachdem Köln in der 31. Minute Clemens verletzungsbedingt durch Benno Schmitz ersetzen musste, folgte kurz darauf die kalte Dusche. Nach dem elften Saisontreffer von Dursun, der Horn per Flugkopfball überwand, war der FC sichtlich geschockt. Kurz vor der Pause bewahrte SVD-Keeper Daniel Heuer Fernandes sein Team gegen Terodde vor dem Ausgleich.

Köln drückte zwar auch nach der Pause, der überragenden Heuer Fernandes brachte die FC-Offensive aber zur Verzweiflung. Bei Cordobas 17. Saisontreffer war er aber machtlos. Vier Minuten nach seiner Einwechslung stellte Felix Platte die Partie auf den Kopf.

FC Ingolstadt - Dynamo Dresden 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 Kittel (47.)

Zweitligist FC Ingolstadt hat unter Rückkehrer Tomas Oral seine Aufholjagd im Kampf um den Klassenerhalt fortgesetzt und zumindest vorübergehend die direkten Abstiegsplätze verlassen. Die Gastgeber gewannen gegen Dynamo Dresden 1:0 (0:0) und sprangen mit 29 Punkten auf den Relegationsplatz 16. Ingolstadt hat in den vier Spielen unter Oral zehn Punkte geholt.

Sonny Kittel (47.) traf kurz nach der Pause für die Gastgeber. Dresden ist mit 36 Punkten noch nicht gerettet. Zuletzt hatten die Sachsen mit einem 3:0-Sieg gegen Spitzenreiter 1. FC Köln aufhorchen lassen.

Vor 11.208 Zuschauern begannen die Gastgeber engagiert und erspielten sich einige Möglichkeiten. Vor allem Dario Lezcano setzte sich dabei mehrmals gut in Szene. Kurz vor der Pause hatte Dzenis Burnic für die Gäste mit einem direkten Freistoß die bis dato beste Chance.

Nach der Pause machte es Kittel besser. Er ließ bei einem Freistoß Dresdens scheidendem Torhüter Markus Schubert keine Abwehrmöglichkeit.

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