Remis! Dortmunds Platz drei weiter fraglich
Getty Images
Nach dem Sieg gegen den direkten Konkurrenten folgt für den BVB der Rückschlag beim Abstiegskandidaten. Die Analyse.

Borussia Dortmund hat am 33. Spieltag der Bundesliga 1:1 (1:1) beim FC Augsburg gespielt. Dank des besseren Torverhältnisses bleibt der BVB damit auf Rang drei, ist nun aber punktgleich mit der TSG 1899 Hoffenheim. Der FCA hat durch den Punktgewinn große Chancen auf den Klassenerhalt.

Erlebe die Bundesliga-Highlights auf DAZN. Hol' Dir jetzt Deinen Gratismonat!

Vor 30.660 Zuschauern in der ausverkauften WWK-Arena gingen die Gäste durch Alfred Finnbogason in Führung (28.). Nur vier Minuten später glich Pierre-Emerick Aubameyang mit seinem 29. Saisontor aus. Für den Gabuner war es die 100. Torbeteiligung in der Bundesliga (83 Tore, 17 Assists).

Beim BVB musste Julian Weigl nach 21 Minuten verletzungsbedingt das Feld verlassen. Der Nationalspieler verletzte sich am rechten Sprunggelenk und wurde zur Untersuchung ins Krankenhaus gebracht.

Dortmund ist seit fünf Spielen unbesiegt und verlor nur eines der 13 Pflichtspiele gegen den FCA. Augsburg verlor nur eines der letzten fünf Bundesligaspiele und nur eines der letzten sechs Heimspiele.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Im Vergleich zum 1:1 in Mönchengladbach gibt es in der Augsburger Startformation eine Änderung: Für Keeper Hitz (Hüftverletzung) rückt Luthe zwischen die Pfosten. Luthe kommt erstmals seit mehr als sieben Jahren in der Bundesliga wieder zum Einsatz und gibt zugleich sein Pflichtspieldebüt für den FCA. Altintop erreicht als dritter ausländischer Spieler der Bundesligahistorie die Marke von 350 Partien.

Bei den Dortmundern ebenfalls nur eine Änderung nach dem 2:1 gegen Hoffenheim: Für den gelbgesperrten Castro rückt Kagawa in die Startelf. Bartra steht erstmals seit seiner Armverletzung vom Anschlag auf den BVB-Bus wieder im Kader.

17.: Schneller Konter des FCA über Stafylidis, der links raus zu Max passt. Dessen flache Hereingabe an den langen Pfosten landet bei Finnbogason, doch Bürki wehrt dessen Schuss aus kurzer Distanz stark ab.

20.: Weigl bleibt nach einem Duell mit Max mit der Fußspitze im Rasen hängen und muss nach längerer Behandlungspause runter. Für ihn kommt Durm.

28., 1:0, Finnbogason: Der FCA nach einem weiten Abschlag wieder über links. Diesmal kommt Max frei zum Schuss. Bürki lässt abprallen, Finnbogason drückt den Abstauber über die Linie.

32., 1:1, Aubameyang: Hinteregger köpft eine BVB-Flanke an den Strafraum zu Kagawa. Dessen Schuss landet am Fünfer bei Aubameyang, der den Ball aus kurzer Distanz versenkt.

45.: Dembele wird rechts außen freigespielt, wackelt zwei Augsburger aus und flankt dann mit links in die Mitte. Aubameyang ist frei, setzt den Kopfball aber deutlich rechts neben den Kasten.

50.: Langer Ball von Sokratis nach rechts zu Durm. Der spielt volley in die Mitte zu Aubameyang, doch der semmelt aus aussichtsreicher Position am Ball vorbei.

61.: Guerreiro legt am Sechzehner für Kagawa ab, der den Ball mit links in den Strafraum chippt. Aubameyang köpft aufs Tor, doch Luthe ist im linken unteren Eck und wehrt zur Ecke ab.

70.: Ginter spielt Reus links frei. Der passt mit links in den Rücken der Abwehr. Guerreiro steht blank und hat freie Schussbahn, bleibt mit seinem Versuch aber an einem Augsburger hängen.

77.: Der FCA mit der Ecke von rechts. In der Mitte steigt Kohr hoch, köpft aber knapp über das Gehäuse.

80.: Ginter chippt die Kugel zu Kagawa in den Strafraum. Der köpft in Richtung langer Pfosten zu Aubameyang, doch Luthe fliegt dazwischen und wehrt stark ab.

83.: Kagawa steckt erneut stark vom rechten Strafraumeck aus auf Reus durch, der rechts im Sechzehner frei durch ist und aus acht Metern rechter Position flach abzieht. Das Außennetz verhindert den Führungstreffer für den BVB.

Fazit: Die offensive Präsenz des FCA ließ nach der Führung merklich nach, der BVB drückte immer mehr auf die Führung. Am Ende ein glücklicher, aber nicht unverdienter Punkt für die Fuggerstädter, Dortmund muss sich die mangelhafte Chancenverwertung vorwerfen lassen.

Der Star des Spiels: Andreas Luthe. Kam nach der Hitz-Verletzung mehr oder weniger aus der Versenkung und führte sich mit dem Abschlag, aus dem der FCA die Führung erzielen konnte, gleich stark ein. Dazu mit einigen tollen Paraden, rettete seiner Mannschaft mehrfach den Punktgewinn. Bester beim BVB: Kagawa.

Artikel wird unten fortgesetzt

Der Flop des Spiels: Halil Altintop. Großer Radius und stets bemüht, allerdings wenig effektiv und in den direkten Duellen oft nur zweiter Sieger. Dazu mit einigen leichten Ballverlusten.

Der Schiedsrichter: Sascha Stegemann. Lag gleich zu Beginn bei einer kniffligen Situation im Augsburger Strafraum wohl richtig, nach einem Schubser gegen Kagawa nicht auf Elfmeter für den BVB zu entscheiden. Den hätte es aber kurz vor der Pause geben müssen, als Gouweleeuw ein Handspiel unterlief. Richtig jedoch wieder, den leichten Kontakt von Guerreiro gegen Max im Dortmunder Strafraum kurz nach der Halbzeit nicht zu ahnden.

Das fiel auf:

  • Dortmund, bei Ballbesitz in ein 3-1-4-2 aufgeteilt, wie erwartet mit dem Gros an Ballbesitz. Diesen verteidigten die Augsburger sehr früh in einem 4-3-3 mit variablen Speerspitzen und aggressivem Pressing.
  • Der BVB schaffte es jedoch immer wieder durch gutes Positions- und Passspiel, sich aus der Umklammerung zu lösen und dann große Räume zu bespielen. Meistens fand man über den Zehnerraum die Außen. Der FCA wechselte dann auf ein 5-3-2, sobald Dortmund die erste Pressinglinie überspielt hatte.
  • Die Offensivszenen der Hausherren folgten meist demselben Schema: Langer Ball über das Dortmunder Pressing hinweg hinter die Abwehrkette oder schnelles, flaches Spiel in die Spitze. Die Borussia hatte ihre Mühe, die Lücken im Rücken von Weigl bei Augsburger Kontern zu schließen.
  • Nach Weigls Auswechslung behielt die Borussia ihre Ausrichtung mit der Dreier- und Fünferkette bei, Ginter nahm Weigls Position ein. In der Offensive überließ Kagawa Dembele meist die Zehner-Position und ließ sich etwas zurückfallen, sodass er als Schnittstelle in die Offensive fungieren konnte.
  • Nach der Pause ließ sich der FCA zu sehr in die eigene Hälfte drücken und sorgte kaum noch für planvolle Entlastung. Finnbogasons Tor war zugleich der letzte Torschuss der Fuggerstädter.
  • Dortmunds hohe Spielanteile blieben dagegen bestehen, doch dem BVB mangelte es rund um den Augsburger Strafraum an schneller Entscheidungsfindung, um das engmaschige Netz der Gäste auseinander zu spielen. Am ehesten klappte das über Verlagerungen auf die Außenbahnen, doch oftmals fehlte den letzten beiden Kontakten die Präzision.

Kommentare ()