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Chemnitzer FC vs. Hamburger SV Spielbericht 11.08.19

ELF 5 - 6
2 - 2
CHE
HSV
D. Božić (57 ELF)
M. Langer (68)
L. Hinterseer (62)
S. Kittel (75)
Stadion Chemnitz
(END 2 - 2)
DFB-Pokal: Rebic-Hattrick rettet Frankfurt, Hertha und Union souverän
21:22 MESZ 11.08.19
Eintracht Frankfurt Mannheim DFB Pokal 11082019
Dank eines Hattricks von Ante Rebic steht Eintracht Frankfurt in der 2. Pokalrunde. Auch Union Berlin, Hertha BSC und RB Leipzig siegen.

In der 1. Hauptrunde des DFB-Pokals hat Eintracht Frankfurt einen spektakulären Derbysieg gegen Waldhof Mannheim gefeiert. Nach 0:2-Rückstand gewann das Team von Trainer Adi Hütter dank eines Hattricks von Ante Rebic mit 5:3 (2:2). In Torlaune waren auch die beiden Berliner Bundesligisten Hertha BSC und Union. Gegen den VfB Eichstätt beziehungsweise Germania Haberstadt wurden 5:1 und 6:0-Siege gefeiert.

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Auch Julian Nagelsmann durfte bei seinem Pflichtspieldebüt als Trainer von RB Leipzig jubeln. In einer umkämpften Partie siegten die Roten Bullen bei Zweitligist VfL Osnabrück mit 3:2. Am Abend setzten sich auch der 1. FC Köln und der HSV durch - beide mussten dafür ins Elfmeterschießen.

Waldhof Mannheim - Eintracht Frankfurt 3:5 (2:2)

Tore: 1:0 Sulejmani (3.), 2:0 Sulejmani (11.), 2:1 Kamada (21.), 2:2 Kostic (45.), 3:2 Marx (72.), 3:3 Rebic (76.), 3:4 Rebic (82.), 3:5 Rebic (89.)

Dank eines Hattricks von Vizeweltmeister Ante Rebic und mit erheblich mehr Mühe als gedacht hat Eintracht Frankfurt seinen Sommer-Siegeszug gegen schwächere Kontrahenten auch im DFB-Pokal fortgesetzt. Der Fußball-Bundesligist, der schon drei Partien in der Qualifikation zur Europa League erfolgreich absolviert hat, gewann in der ersten Runde trotz zweimaligem Rückstand mit 5:3 (2:2) im Südwestderby beim Drittliga-Aufsteiger Waldhof Mannheim.

Rebic sorgte mit drei Toren in der Schlussphase für den Frankfurter Sieg (76., 82., 88.). Der Japaner Daichi Kamada (21.) und der Serbe Filip Kostic (45.+1) erzielten die weiteren Treffer für den Europa-League-Halbfinalisten der Vorsaison, der im vergangenen Jahr als amtierender Pokalsieger in der Auftaktrunde beim Regionalligisten SSV Ulm gescheitert (1:2) war. Diesmal sicherten sich die Hessen die Prämie in Höhe von 351.000 Euro. Daran änderte auch der Doppelpack des Deutsch-Kosovaren Valmir Sulejmani (3./11.) und das Tor von Jan Hendrik Marx (72.) nichts.

Da die Eintracht vor dem Rückspiel in der 3. Qualifikationsrunde zur Europa League am Donnerstag gegen den FC Vaduz durch den klaren Sieg in Liechtenstein (5:0) quasi schon die Play-offs erreicht hat, können sich die Hessen in aller Ruhe auf den Ligastart am Sonntag gegen die TSG Hoffenheim vorbereiten.

Vor 24.302 Zuschauern im ausverkauften Carl-Benz-Stadion stand Nationaltorhüter Kevin Trapp zum ersten Mal nach seiner Rückkehr von Paris St. Germain zwischen den Pfosten. Zudem beorderte Trainer Adi Hütter, der angeblich den französischen Mittelstürmer Gaetan Laborde vom HSC Montpellier gerne am Main sehen würde, die Neuzugänge Martin Hinteregger, Dejan Joveljic und Dominik Kohr in die Startelf.

Eben jener Kohr trug die Hauptschuld am frühen Rückstand. Den Ballverlust des Mittelfeldspielers nutzten die Mannheimer. Der Treffer durch Sulejmani war ganz stark herausgespielt. Nach der Führung zeigte die Mannschaft von Trainer Bernhard Trares gar keinen Respekt mehr vor dem großen Namen des Gegners. Sulejmani erhöhte nach einer tollen Einzelaktion, aus der Arena wurde endgültig ein Hexenkessel. 

Die Eintracht war mächtig beeindruckt. Im Spiel nach vorne ging kaum etwas, in der Defensive offenbarte der Erstligist große Schwächen. Sogar ein drittes Gegentor war möglich. Der Anschlusstreffer durch Kamada fiel fast aus dem Nichts.

Das Tor beruhigte die Frankfurter Nerven nur ein wenig, es blieb eine Begegnung auf Augenhöhe. Erst gegen Ende der ersten Hälfte erhöhte die Eintracht den Druck, Joveljic hätte in der 43. Minute eigentlich den Ausgleich erzielen müssen. Kostic machte es kurz darauf besser.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs war es erneut Joveljic, der die Chance zur Frankfurter Führung vergab (51.). Dennoch schien der dritte Eintracht-Treffer in dieser Phase nur eine Frage der Zeit zu sein. Die Kräfte der Mannheimer ließen zusehends nach, eine Möglichkeit der Gäste reihte sich an die nächste.

Doch statt Frankfurt traf zunächst Marx mit einem sehenswerten Distanzschuss auf der Gegenseite. Rebic sorgte mit seinem Dreierpack für den Eintracht-Sieg.

VfL Osnabrück - RB Leipzig 2:3 (1:3)

Tore: 0:1 Sabitzer (7.), 1:1 Amenyido (9.), 1:2 Klostermann (29.), 1:3 Sabitzer (31.), 2:3 Alvarez (71.)

Holpriges Debüt aber, Pflicht erfüllt: Julian Nagelsmann hat eine erfolgreiche Premiere bei RB Leipzig gefeiert. Die Sachsen bescherten ihrem neuen Trainer mit dem glücklichen 3:2 (3:1) beim Zweitliga-Aufsteiger VfL Osnabrück einen gelungenen Pflichtspiel-Start und zogen trotz einer über weite Strecken enttäuschenden Vorstellung in die zweite Runde des DFB-Pokals ein. Auf Nagelsmann wartet dennoch eine Menge Arbeit.

Marcel Sabitzer mit einem Doppelpack (7. und 31.) und Lukas Klostermann (29.) trafen für den großen Favoriten und letztjährigen Pokalfinalisten. Etienne Amenyido (9.) hatte für die leidenschaftlich kämpfenden Osnabrücker zwischenzeitlich ausgeglichen. Marcos Alvarez sorgte mit seinem verwandelten Handelfmeter (73.) für den 2:3-Anschlusstreffer und eine nervenaufreibende Schlussphase.

RB offenbarte sieben Tage vor dem Ligastart bei Union Berlin gegen beherzt aufspielende Hausherren noch einige Schwachstellen, ein Klassenunterschied war vor 14.625 Zuschauern an der ausverkauften Bremer Brücke kaum auszumachen. Vorne mangelte es an der letzten Konsequenz im Abschluss, hinten offenbarte der Bundesliga-Dritte der Vorsaison noch einige Abstimmungsprobleme.

In der aufgeheizten Atmosphäre in Osnabrück waren die Augen vor allem auf RB-Coach Nagelsmann gerichtet - und das lag nicht bloß an seinem farbenfrohen Outfit mit knallrotem Poloshirt, hoch gekrempelter blauer Chino-Hose und strahlend weißen Turnschuhen. Die großen Fragen: Was konnte Nagelsmann seinem Team in den fünf Wochen seit seinem Wechsel von 18899 Hoffenheim schon vermitteln? Wie weit ist Leipzig kurz vor dem Start? 

Die ersten Antworten ließen nicht lange auf sich warten. Nagelsmann hatte am Spielfeldrand kaum Platz genommen, da durfte er gleich das erste Mal für sein neues Team jubeln. Nach einem Schuss des französischen Neuzugangs Christopher Nkunku drückte Sabitzer den Abpraller zur frühen Führung über die Linie. Doch die Freude währte nicht lange: Der VfL glich nach passivem Leipziger Defensivspiel fast im Gegenzug aus und ließ das Stadion an der Bremer Brücke beben.

Fortan war von einem Klassenunterschied erst einmal nichts zu spüren. Osnabrück ließ hinten nichts anbrennen und setzte mit seinem pfeilschnellen Umschaltspiel nach vorn immer wieder Akzente. Leipzigs Keeper Yvon Mvogo, der die geschonte Stammkraft Peter Gulacsi vertrat, hatte mehr zu tun, als mehr zu tun, als Nagelsmann lieb sein konnte. Die viel gepriesene RB-Offensive um Nationalstürmer Timo Werner, der weiterhin als Kandidat beim FC Bayern gilt, war bis dahin kaum etwas zu sehen.

Das änderte sich schlagartig, als Leipzig mit einem Doppelschlag binnen 120 Sekunden für eine entspanntere Miene bei Nagelsmann sorgte. Zunächst traf Klostermann nach einem Konter über Werner und Yussuf Poulsen im Nachsetzen, dann erhöhte Sabitzer nach präzisem Poulsen-Zuspiel eiskalt.

Auch im zweiten Abschnitt bot sich zunächst das gleiche Bild. Osnabrück zeigte eine beherzte Vorstellung, setzte die Gäste phasenweise unter Dauerdruck und hatte mit Marc Heider, als er in der 56. Minute allein auf Mvogo zulief, die große Chance zum Anschlusstreffer. Dieser gelang dem eingewechselten Alvarez dann eine Viertelstunde vor Schluss - doch am Ende jubelten Nagelsmanns Leipziger. 

1. FC Saarbrücken - Jahn Regensburg 3:2 (0:0)

Tore: 1:0 Jurcher (53.), 1:1 Besuschkow (64.), 1:2 Grüttner (74.), 2:2 Zeitz (77.) 3:2 Jurcher (90.)

Gelb-Rot: Besuschkow (75., Regensburg)

Zweitligist Jahn Regensburg hat sich im DFB-Pokal blamiert und ist im zweiten Jahr in Folge bereits in der ersten Runde ausgeschieden. Das Team von Trainer Mersad Selimbegovic unterlag in Völklingen dem Regionalligisten 1. FC Saarbrücken 2:3 (0:0).

Gillian Jurcher sorgte mit seinem Siegtreffer in der Nachspielzeit (90.+3) für Ekstase unter den 4000 Zuschauern. Jurcher hatte Saarbrücken zuvor in Führung gebracht (53.), Max Besuschkow (64.) per Foulelfmeter sowie Marco Grüttner (74.) drehten das Spiel zwischenzeitlich sogar zugunsten der Bayern. Manuel Zeitz (77.) und erneut Jurcher besiegelten aber das Aus der Regensburger.

Kurz vor dem Schlusspfiff sah Regensburgs Andreas Geipl (90.+5) wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte.

FSV Salmrohr - Holstein Kiel 0:6 (0:1)

Tore: 0:1 Baku (39.), 0:2 Lee (54.), 0:3 Antaga (63.), 0:4 Baku (65.), 0:5 Baku (76.), 0:6 Porath

FC Oberneuland - SV Darmstadt 98 1:6 (0:3)

Tore: 0:1 Schnellhardt (32.), 0:2 Mehlem (38.), 0:3 Dursun (43.) 1:3 Jobe (48.), 1:4 Dursun (56.), 1:5 Dursun (75.), 1:6 Starke (89.)

Germania Halberstadt - 1. FC Union Berlin 0:6 (0:1)

Tore: 0:1 Schlotterbeck (27.), 0:2 Andersson (66.), 0:3 Lenz (68.), 0:4 Mees (71.), 0:5 Andrich (76.), 0:6 Ujah (89.)

Union Berlin hat die Generalprobe für das Abenteuer Bundesliga mühelos gemeistert. Die Köpenicker gewannen ihr erstes Pflichtspiel nach dem umjubelten Aufstieg bei Viertligist Germania Halberstadt verdient mit 6:0 (1:0) und erreichten zum vierten Mal in Folge die zweite Runde des DFB-Pokals.

Neuzugang Keven Schlotterbeck (27.), Sebastian Andersson (65.), Christopher Lenz (67.),  Joshua Mees (71.), Robert Andrich (76.) und Neuverpflichtung Anthony Ujah (89.) trafen für die klar überlegene Elf von Trainer Urs Fischer, die einzig vor der Pause bei der Chancenverwertung noch Wünsche offen ließ. Ein echter Prüfstein für die Bundesliga-Premiere gegen RB Leipzig am Sonntag waren die Amateure aus Halberstadt allerdings zu keiner Zeit.

"Ich sehe die Favoritenrolle bei uns. Für mich ist entscheidend, wie man die heikle Aufgabe angeht", hatte Fischer vor der Begegnung gesagt. Mit dem Auftakt durfte der Coach zufrieden sein: Vor 6000 Fans im ausverkauften Friedensstadion, darunter etwa die Hälfte aus  Berlin, zeigte Union gute Kombinationen und ließ defensiv kaum etwas zu.

Zu Führung bedurfte es einer Standardsituation: Einen Eckball von Christopher Trimmel verwertete der vom SC Freiburg ausgeliehene Schlotterbeck per Kopf. Wenig später traf Christopher Lenz (34.) die Latte, Christian Gentner (39.) den Pfosten. Schon zur Pause hätte Union deutlich höher führen müssen.

Halberstadt blieb in seinem zweiten DFB-Pokalspiel der Vereinsgeschichte vor allem offensiv harmlos. Die 50 Kilometer südwestlich von Magdeburg gelegene Stadt war schon seit Tagen im Pokalfieber. Ein Vereinssponsor hatte im Ort sogar ein Plakat mit der Aufschrift "Herzlich Willkommen, liebe Union-Fans. Viel Erfolg in der 1. Bundesliga, aber heute werdet ihr leider weinend nach Hause fahren" aufhängen lassen.

Davon war auf dem Rasen aber wenig zu sehen. Zwar hatte Dennis Blaser (53.) die große Chance zum Ausgleich für den Tabellenachten der Regionalliga Nordost, insgesamt hatte Union aber auch nach der Pause alles im Griff. Nach den drei Toren ins sechs Minuten war die Begegnung endgültig entschieden.

Die Union-Fans hoffen nun auf ein gutes Los, um endlich wieder die zweite Runde zu überstehen. In den vergangenen 14 Jahren war dies nur ein einziges Mal gelungen.

VfB Eichstätt - Hertha BSC 1:5 (0:3)

Tore: 0:1 Darida (11.), 0:2 Ibisevic (12.), 0:3 Ibisevic (31.), 1:3 Kügel (52.), 1:4 Kalou (62.), 1:5 Esswein (75.)

Bundesligist Hertha BSC hat auf dem beschwerlichen Weg zu seinem Traumziel Berlin den ersten Schritt locker gemeistert. Die Mannschaft von Trainer Ante Covic, die endlich einmal das Finale des DFB-Pokals im eigenen Stadion erreichen will, kam in der ersten Runde zu einem nie gefährdeten 5:1 (3:0) bei Viertligist VfB Eichstätt.

Beim Pflichtspieleinstand von Covic brachte Vladimir Darida den klar überlegenen Erstligisten in der 11. Minute in Führung. Nur wenige Sekunden später legte Vedad Ibisevic nach. Der Torjäger erhöhte auch auf 3:0 (31.). Julian Kügel gelang für die tapferen Eichstätter das zwischenzeitliche 1:3 (52.), ehe Salomon Kalou (62.) und Alexander Esswein (75.) die Verhältnisse wieder zurechtrückten.

Fünf Tage vor dem Bundesligastart am Freitag (20.30 Uhr/ZDF und DAZN) bei Rekordmeister Bayern München wurde die Hertha kaum gefordert. Bayerns Assistenztrainer Robert Kovac als Beobachter im Audi-Sportpark in Ingolstadt dürfte wenige Erkenntnisse mitgenommen haben. Eichstätt blieben 175.500 Euro als Trostpflaster.

Gegen den Klub aus der Regionalliga Bayern, für den es das bislang größte Spiel der Vereinsgeschichte war, saß der Berliner Rekordtransfer Dodi Lukebakio vom FC Watford erst einmal auf der Bank. Kalou und Ibisevic begannen für die Hertha im Angriff. Lukebakio kam in der 68. Minute zu seinem Einstand.

Die ersten Chancen zur Führung hatte der krasse Außenseiter. Jakob Zitzelsberger und Jonas Fries verfehlten jeweils nur knapp das Ziel gegen nachlässige Berliner (7.).

Für die Hertha war es offenbar ein Warnschuss zur rechten Zeit. Danach hatte der Favorit das Geschehen weitgehend im Griff. Ohne zu glänzen spulte die Hertha ihr Pensum bei hochsommerlichen Temperaturen herunter und ließ trotz des Gegentreffers kaum Zweifel am Einzug in die zweite Runde (29. und 30. Oktober).

Die soll aber auch nur Zwischenstation sein. Wie groß die Sehnsucht nach dem Pokalfinale am 23. Mai 2020 ist, machten die Hertha-Fans deutlich. "Ihr habt es in der Hand", stand auf einem Riesenplakat mit dem DFB-Pokal.

VfB Lübeck - FC St. Pauli 3:4 n.E. (1:0)

Tore:  1:0 Deichmann (9.), 2:0 Thiel (55.) 2:1 Sobota (63.) 2:2 Diamantakos (66.), 2:3 Knoll (94.), 3:3 Arslan (115.)

Rote Karte: Diamantakos (120., St. Pauli)

SV Rödinghausen - SC Paderborn 3:4 n.E. (0:2)

Tore: 0:1 Hünemeier (29.), 0:2 Antwi-Adjei (43.), 1:2 Engelmann (53.), 1:3 Mamba (73.), 2:3 Lokotsch (79.), 3:3 Lokotsch (85.)

Aufsteiger SC Paderborn hat mit einem ebenso glücklichen wie hart erkämpften Sieg etwas Selbstvertrauen für die Mission Klassenerhalt in der Bundesliga gesammelt. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart setzte sich in der ersten Runde des DFB-Pokals in einem Ostwestfalen-Krimi beim Regionalligisten SV Rödinghausen mit 4:2 im Elfmeterschießen durch. Nach 120 packenden Minuten hatte es 3:3 (3:3, 2:0) gestanden.

SCP-Torhüter Jannik Huth wurde im Elfmeterschießen mit Paraden gegen Lars Lokotsch und Tobias Steffen zum Helden des Abends. In der regulären Spielzeit hatten Uwe Hünemeier (29.) per Freistoß, Christopher Antwi-Adjei (43.) und Streli Mamba (73.) zunächst für scheinbar klare Verhältnisse zugunsten des Bundesligisten gesorgt. Doch Simon Engelmann (53.) und vor allem Lokotsch mit einem späten Doppelpack per Kopf (79., 85.) erzwangen doch noch die Verlängerung, in der keine Tore fielen.

Paderborn durfte sich neben dem halbwegs gelungenen Saisonstart auch über ein Preisgeld in Höhe von 351.000 Euro freuen. Für Rödinghausen gab es 175.500 Euro.

Beim SCP liegt nun der volle Fokus auf die Rückkehr in die höchste Spielklasse, die am Samstag (15.30 Uhr/Sky) bei Champions-League-Teilnehmer Bayer Leverkusen beginnt. Coach Baumgart hatte angekündigt, weiter "die Offensive als unser Mittel" zu sehen. "Ich will Spaß am Fußball haben", sagte der 47-Jährige zuletzt dem SID.

Spaß hatte Baumgart vor 2236 Zuschauern im ausverkauften Häcker Wiehenstadion in Rödinghausen aber zunächst überhaupt nicht. Der Trainer gab seiner neu formierten Startelf mit vier Neuzugängen von Beginn an wild gestikulierend Anweisungen - vor allem in der Offensive fehlten die Ideen. Dennoch hatte Antwi-Adjei nach 17 Minuten das 1:0 für den Favoriten auf dem Fuß.

Der Regionalliga-Tabellenführer wurde in der Folge immer mutiger und erarbeitete sich eine Vielzahl an Topchancen. Zuerst traf Christian Derflinger (18.) nur den Innenpfosten, dann vergab auch Engelmann (22., 24) zweimal völlig freistehend vor SCP-Torhüter Jannik Huth. Über die etwas schmeichelhafte Führung durfte dann Paderborn jubeln, Innenverteidiger Hünemeier drehte einen Freistoß aus etwa 20 Metern perfekt ins linke Eck.

Engelmann avancierte kurz darauf scheinbar zum Pechvogel, der Stürmer vergab auch die dritte gute Möglichkeit auf einen Treffer (34.). Ganz anders der Bundesligist, der vor dem Tor eiskalt agierte. Der schnelle Antwi-Adjei erhöhte noch im ersten Durchgang mit einem Schuss, der von der Unterkante der Latte knapp hinter die Torlinie sprang. 

Nach dem Seitenwechsel belohnte sich Engelmann mit dem viel umjubelten Anschlusstreffer. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Duell mit guten Chancen auf beiden Seiten, doch wieder waren es die Gäste, die vor dem Tor kaltschnäuziger agierten. Lokotsch erzwang in der Schlussphase die kaum noch für möglich gehaltene Verlängerung.

MSV Duisburg - SpVgg Greuther Fürth 2:0 (2:0)

Tore: 1:0 Daschner (4.), 2:0 Albutat (14.)

Drittligist MSV Duisburg hat im DFB-Pokal für eine kleine Überraschung gesorgt. Die Mannschaft von Trainer Torsten Lieberknecht zog durch ein 2:0 (2:0) gegen Zweitligist SpVgg Greuther Fürth zum zweiten Mal hintereinander in die zweite Runde ein und wusste dabei einmal mehr in der noch jungen Saison zu überzeugen.

Lukas Daschner (4.) und Tim Albutat (14.) machten den dritten Pflichtspielsieg des Zweitligaabsteigers in Folge perfekt. Bei den Gästen stand der ehemalige Duisburger Havard Nielsen erstmals in der Startformation. Der norwegische Neuzugang hatte in der vierten Minute die Führung der Franken auf dem Fuß, die vor der Pause noch eine gute Gelegenheit durch Julian Green hatten, der aber nur das Aluminium traf. In der 45. Minute hatte Fürths Kapitän Marco Caligiuri Glück, dass er nach einem brutalen Foul an Moritz Stoppelkamp nur die Gelbe Karte sah.

Chemnitzer FC - Hamburger SV 2:3 n.E. (0:0)

Tore: 1:0 Bozic (57., Elfmeter), 1:1 Hinterseer (62.), 2:1 Langer (68.), 2:2 Kittel (75.)

Der Hamburger SV hat nach dem Wirbel um Bakery Jatta im brisanten Pokalspiel beim Chemnitzer FC die Nerven behalten und den drohenden Erstrunden-K.o. mit Mühe verhindert. Der Zweitligist setzte sich am Sonntagabend beim Drittliga-Aufsteiger trotz eines zweimaligen Rückstandes mit 6:5 im Elfmeterschießen durch und blieb auch im dritten Pflichtspiel unter Neu-Trainer Dieter Hecking ungeschlagen. Nach 120 spannenden Minuten hatte es 2:2 (2:2, 0:0) gestanden.

Im Elfmeterschießen hielt HSV-Torhüter Daniel Heuer Fernandes zunächst gegen Clemens Schoppenhauer, ehe der Chemnitzer Sören Reddemann weit über den Kasten schoss. In der regulären Spielzeit hatten Dejan Bozic (57.) mit einem verwandelten Handelfmeter und Matti Langer (68.) vor 13.130 Zuschauern im Stadion An der Gellertstraße den CFC jeweils in Führung gebracht, Lukas Hinterseer (62.) und Sony Kittel (75.) für den HSV jeweils ausgeglichen.

Jatta stand nach dem Wirbel der vergangenen Tage um seine Identität in der HSV-Startelf. "Bakery hat in den ersten beiden Spielen eine hervorragende Leistung gezeigt. Es gab gar keinen Grund, ihn rauszulassen", sagte Hecking bei Sky. Der schnelle Jatta war mit seinen Flankenläufen und Dribblings nur anfangs einer der besseren Hamburger.

Die mitgereisten HSV-Fans hatten den Gambier schon vor dem Anpfiff moralisch aufgebaut und ein Plakat mit der Aufschrift entrollt: "Bakery: No matter what, we got your back" (Wie auch immer, wir geben dir Rückendeckung). Als Jattas Name bei der Mannschaftsaufstellung vorgelesen wurde, gab es großen Applaus aus dem Gäste-Block. "Unsere Fans mit starker Botschaft", twitterte der Verein.

Doch auch die Chemnitzer Anhänger hatten eine Botschaft zu verkünden. Die Fankurve der Himmelblauen nutzte die Bühne zu Solidaritäts-Bekundungen mit dem entlassenen Kapitän Daniel Frahn. Vor dem Anpfiff hielten zahlreiche Anhänger Schilder mit der Frahn-Nummer 11 hoch, bei der Mannschaftsaufstellung wurde nach jedem Spielernamen "Daniel Frahn, Fußball-Gott" skandiert. Auch während des Spiels wurde der Sprechgesang mehrmals angestimmt.

Der CFC hatte den Torjäger wegen einer angeblich zu großen Nähe zur rechtsextremistischen Szene entlassen, nachdem er sich beim Spiel in Halle im Gästeblock mit entsprechenden Gruppierungen aufgehalten hatte. Frahn war quasi vorbelastet, beim Skandalspiel im März gegen VSG Altglienicke hatte er nach einem Treffer ein T-Shirt mit der Aufschrift "Support your local Hools" (Unterstütze deine lokalen Hooligans) hochgehalten.

Den Blick auf die Tribüne konnten sich die Beobachter leisten, weil auf dem Rasen lange Zeit herzlich wenig passierte. Der klassenhöhere HSV hatte zwar deutlich mehr Ballbesitz, wusste damit aber kaum etwas anzufangen. Es fehlte zunächst an Tempo und Spielwitz, bei der besten Chance der ersten Halbzeit verzog Jeremy Dudziak nur knapp (37.).

Die Chemnitzer standen wie erwartet tief und lauerten auf Konter. Darauf waren die Gäste gut eingestellt - bis der auffällige Tarsis Bonga auf die HSV-Abwehr zulief und Rick van Drongelen im Strafraum anschoss. Nach dem ersten Treffer entwickelte sich eine völlig andere Partie mit Chancen und auch Toren auf beiden Seiten. Zweimal glich der HSV einen Rückstand aus, am Ende wurde die Begegnung zum Krimi.

SV Wehen Wiesbaden - 1. FC Köln 3:4 n.E. (2:2)

Tore: 0:1 Cordoba (39.), 0:2 Kainz (42.), 1:2 Lorch (53.), 2:2 Lorch (56.), 2:3 Schaub (107.), 3:3 Kyereh (118.)

Schwach begonnen, kurz geglänzt, wieder nachgelassen und am Ende doch gejubelt: Mit ganz viel Schatten und wenig Licht ist der 1. FC Köln in die zweite Runde des DFB-Pokals eingezogen. Der Bundesliga-Aufsteiger gewann die Zitterpartie beim Zweitligisten SV Wehen Wiesbaden mit 3:2 im Elfmeterschießen. Nach 120 Minuten hatte es 3:3 (2:2, 2:0) gestanden. FC-Torwart Timo Horn wurde mit drei gehaltenen Elfmetern zum Held des Abends. Trotz des Erfolges hat Köln eine Woche vor dem Ligastart beim VfL Wolfsburg noch viel Arbeit vor sich.

Jhon Cordoba (39.) erzielte per Kopf die Führung für den viermaligen Pokalsieger, der drei der letzten vier Vorbereitungsspiele verloren hatte. Mit einem herrlichen Seitfallzieher erhöhte Florian Kainz (42.) noch vor der Pause. Ebenfalls mit einem Doppelschlag binnen drei Minuten glich Jeremias Lorch (53./56.) aber für den Außenseiter aus. In der Verlängerung brachte FC-Joker Louis Schaub (107.) sechs Minuten nach seiner Einwechslung den Favoriten erneut in Front, ehe Daniel Kyereh (118.) das Elfmeterschießen erzwang.

"Es gibt in der ersten Runde fast kein schwierigeres Los als einen Zweitligisten", hatte der neue Kölner Trainer Achim Beierlorzer vor der Partie gewarnt. Seine Vermutung sollte sich vor allem in der Anfangsphase bewahrheiten.

Die Gastgeber, mit zwei knappen Niederlagen in die Zweitliga-Saison gestartet, waren häufig einen Schritt schneller und leisteten sich in der Offensive deutlich weniger Fehlpässe als der Favorit. Trotzdem blieb Beierlorzer positiv, mit aufbauenden Gesten sprach er seinen schwachen Schützlingen Mut zu - und das zahlte sich aus.

Nach einer halben Stunde zog Köln vor 8.000 Zuschauern erstmals eine Art Powerplay auf, den zwei unauffälligen FC-Angreifern Anthony Modeste (29.) und Cordoba (33.) fehlten bei den ersten Abschlüssen aber noch wenige Zentimeter zur Führung. Dass der Ball kurze Zeit später dann gleich zweimal im Tor landete, sorgte nicht nur bei Beierlorzer für Erleichterung

Der 51-Jährige, im Sommer mit viel Vorschusslorbeeren vom Zweitligisten Jahn Regensburg in die Domstadt gekommen, berief in Kingsley Schindler, Kingsley Ehizibue sowie Birger Verstraete drei Neuzugänge in die Startelf. Das Trio deutete in einigen Szenen an, sich in den kommenden Monaten tatsächlich auch als Verstärkung zu entpuppen. 

Verstraete besaß im zentralen Mittelfeld zahlreiche Ballkontakte und versuchte, das Spiel der Kölner zu ordnen. Der schnelle Schindler bat sich immer wieder auf der rechten Außenbahn an und Ehizibue klärte nach 123 Sekunden die erste brenzlige Situation akrobatisch.

Auch im zweiten Durchgang kamen die Gastgeber besser aus der Kabine, Lorch nutzte zuerst den Abpraller von Kölns Torhüter Timo Horn zum Anschlusstreffer. Kurz danach half ihm der Innenpfosten zum Ausgleich.

Nach rund 70 Minuten hatten sich die Kölner von diesem Schock erholt, der starke Ehizibue zwang den Wiesbadener Torhüter Lukas Watkowiak mit einem Fernschuss zu einer Flugeinlage (71.). In der dritten Minute der Verlängerung traf FC-Torjäger Simon Terodde nur das Aluminium, ehe Schaub und Daniel Kyereh für ihre Farben trafen.