Doppelpack: Mbappe ärgert tapferen BVB
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Abgezockte Monegassen schlagen eine tapfer kämpfende Borussia mit 3:2. Kylian Mbappe avancierte mit einem Doppelpack zum Matchwinner. Die Analyse.

Borussia Dortmund hat das Viertelfinal-Hinspiel der Champions League gegen den AS Monaco mit 2:3 (0:2) verloren. Das Spiel wurde wegen der Anschläge auf den Mannschaftsbus des BVBam Dienstag abgesagt und am Mittwoch nachgeholt.

Vor 65.849 Zuschauern im ausverkauften Signal Iduna Park brachte Kylian Mbappe die Gäste in Führung (20.). Wenige Minuten zuvor vergab Fabinho einen Foulelfmeter (17.).

In der 35. Minute unterlief Sven Bender per Kopf ein Eigentor. Es war das erste Eigentor in der Champions-League-Geschichte des BVB.

Nach dem Seitenwechsel verkürzte Ousmane Dembele auf 1:2 (57.), ehe Mbappe seinen zweiten Treffer erzielte (79.). Kurz vor Schluss traf Shinji Kagawa zum Endstand (84.).

Der BVB hat in dieser Saison schon neun Gegentore im heimischen Stadion kassiert - zuvor waren es nie mehr als sieben.

Beim Rückspiel am 19. April in Monaco wird Fabinho gesperrt fehlen.

Der Spielfilm:

Vor dem Anpfiff: Beim BVB gibt es im Vergleich zur 1:4-Niederlage in München vier Änderungen in der Startelf: Bender, Kagawa, Piszczek und Weigl beginnen für Bartra (Handgelenksbruch), Pulisic, Passlack (beide Bank) und Castro (nicht im Kader). Nach den Anschlägen am Dienstag wurde es den BVB-Profis selbst überlassen, ob sie sich in der Lage fühlen, zu spielen.

Bei Monaco gibt es ebenfalls vier Änderungen zum letzten Pflichtspiel (1:0-Sieg in Angers): Moutinho, Raggi, Lemar und Mbappe starten für Dirar, Germain (beide Bank), Bakayoko (gesperrt) und Mendy (nicht im Kader).

11.: Piszczek führt den Ball durch das Mittelfeld und spielt den Ball aus zentraler Position perfekt in die Schnittstelle der Monegassen. Aubameyang ist halbrechts durch, schießt aber über das Tor.

17.: Sokratis verschätzt sich bei einem hohen Ball komplett und hat dann im Laufduell die Hände an Mbappe dran. Orsato entscheidet zurecht auf Elfmeter. Fabinho schießt den Ball links flach am Pfosten vorbei. Bürki war im richtigen Eck.

19., 0:1, Mbappe: Nach einer BVB-Ecke dribbelt Bernardo Silva fast bis zum anderen Strafraum und legt quer auf den komplett frei stehenden Lemar. Der Franzose bringt den Ball aus halblinker Position halbhoch an den zweiten Pfosten, wo Mbappe mit der Hüfte ins Tor verlängert. Allerdings hätte der Treffer nicht zählen dürfen, denn Mbappe stand klar im Abseits.

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31.: Kagawa verlagert das Geschehen aus der Zentrale an den rechten Flügel. Dort gewinnt Ginter den Zweikampf gegen Raggi und passt flach in die Mitte. Kagawa verfehlt das Tor aus rund elf Metern nur knapp.

35., 0:2, Bender (ET): Auf links hat Raggi unglaublich viel Platz. Der Außenverteidiger flankt hoch und hart auf den zweiten Pfosten. Bender will vor Falcao retten, köpft den Ball aber aus kurzer Distanz ins eigene Tor. Bürki ist zwar noch dran, kann den Einschlag aber nicht verhindern. Bitter: Bender wurde zuvor am Fuß von Falcao getroffen. 

57., 1:2, Dembele: 30 Meter vor dem Tor spielt Sahin nach links auf Guerreiro. Dessen halbhohe Hereingabe verlängert Aubameyang am Elfmeterpunkt mit der Hacke nach links. Am Fünfmeterraum legt Kagawa den Ball an Subasic vorbei auf Dembele, der nur noch einschieben muss.

76.: Von links spielt Lemar einem starken Pass in die Tiefe auf Falcao, der Bürki umkurvt. Allerdings gerät der Stürmer halblinks in Rückenlage und vergibt die Chance.

79., 1:3, Mbappe: Piszczek spielt von rechts schlampig auf Sokratis. Mbappe kommt dazwischen und läuft zentral alleine auf Bürki zu. Der Youngster behält die Ruhe und trifft aus 16 Metern oben rechts.

84., 2:3, Kagawa: Sahin findet Kagawa mit einer flachen Flanke von der rechten Seite. Kagawa lässt in der Strafraummitte gleich zwei Gegenspieler auf engstem Raum ins Leere laufen und trifft anschließend aus sieben Metern halbrechter Position unten links.

90.+1: Fast der Ausgleich! Dembele flankt von rechts in die Mitte. Am Fünfer kann Aubameyang den Ball per Kopf nicht kontrollieren und der Versuch geht klar drüber.

Fazit: Nach der Pause war der BVB das bessere Team, brachte sich aber durch einen Fehlpass selbst in Bedrängnis. Dank des späten Treffers hat der BVB seine Chance auf das Weiterkommen gewahrt.

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Der Star des Spiels: Kylian Mbappe. Auch wenn sein erster Treffer nicht hätte zählen dürfen, war Mbappe mit seinem Doppelpack der entscheidende Faktor. Überragend, wie ruhig er beim 3:1 blieb.

Der Flop des Spiels: Aufgrund der Anschläge auf den BVB-Bus verzichten wir auf diese Kategorie.

Der Schiedsrichter: Daniele Orsato (Italien). Schwierige Partie für den Unparteiischen. Zwar war es richtig, in der 17. Minute auf Elfmeter zu entscheiden. Allerdings stand Mbappe bei seinem Treffer deutlich im Abseits und Bender wurde vor seinem Eigentor am Fuß getroffen. Großzügig, Sokratis nach dessen wiederholtem Foulspiel nicht vom Platz zu stellen (74.)

Das fiel auf:

  • Dortmund, das in einem 3-6-1 auflief, agierte sichtlich verunsichert. So hatte der BVB im ersten Durchgang zwar deutlich mehr Anteil Zuspiele (über 68 Prozent), allerdings mangelte es an Ideen und Torgefahr.
  • In der Rückwärtsbewegung stand der BVB unsortiert und offenbarte große Lücken zwischen den Mannschaftsteilen. Nach Ballverlusten benötigte der BVB zu viel Zeit, um sich in einer Fünferkette zu formieren. So hatte Monaco besonders auf der rechten Abwehrseite häufig viel Platz.
  • Monaco griff Dortmund situativ tief in der gegnerischen Hälfte an. Dabei ordnete sich Monaco einem 4-3-3 an, um den Spielaufbau des BVB frühzeitig zu stören. Konnte der Gastgeber die erste Linie überspielen, stellte Monaco auf ein 4-4-2 um. Die Monegassen waren stets darum bemüht, die Abstände zwischen den Viererketten so gering wie möglich zu halten.
  • Nach der Pause zeigte der BVB eine bemerkenswerte Leistungssteigerung. Dortmund wurde in den Zweikämpfen deutlich zwingender (60 Prozent gewonnen) und kam häufiger in den gefährlichen Bereich, wobei der Gastgeber einen Großteil seiner Angriffe über den rechten Flügel startete. Dort sorgte Pulisic für viel Furore.
  • Außerdem stand der BVB deutlich besser gestaffelt und konnte nach Ballverlusten die gegnerischen Konter bereits im Keim ersticken.

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