Pleite gegen Mainz: BVB muss um Vize-Titel zittern
GERMANY ONLY: ERLING HAALAND BORUSSIA DORTMUND GERMAN BUNDESLIGA 17062020
imago images / Fromme
Die Meisterschaft ist entschieden, aber der zweite Platz war das Ziel von Borussia Dortmund. Durch die Niederlage gegen Mainz wird es noch spannend.

Der FSV Mainz 05 hat mit einem Überraschungscoup einen Riesenschritt zum ersehnten Klassenerhalt in der Bundesliga gemacht. Die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer gewann bei Borussia Dortmund verdient mit 2:0 (1:0) und vergrößerte den Vorsprung auf Werder Bremen vor dem direkten Duell am Samstag (15.30 Uhr im LIVE-TICKER) auf beruhigende sechs Punkte. 

Jonathan Burkardt (33.) mit seinem ersten Bundesligatreffer und Jean-Philippe Mateta mit einem verwandelten Foulelfmeter (49.) sorgten für die Big Points im Abstiegskampf. Damit blieben die Mainzer auch im vierten Auswärtsspiel nach der Corona-Pause unbesiegt. Der erneut enttäuschende BVB war schon vor dem Spiel sicher für die Champions League qualifiziert, daran änderte auch die zweite Heimniederlage der Saison nichts.

Coach Lucien Favre musste kurzfristig auf Manuel Akanji (Wadenprobleme) und Jungstar Giovanni Reyna (bakterieller Infekt) verzichten. Da der BVB ohnehin zahlreiche Ausfälle zu beklagen hat, saßen unter anderem die Nachwuchsspieler Marco Rente, Taylan Duman und Alaa Bakir auf der Bank.

Nur Hakimi sorgt beim BVB für Gefahr

Diese sahen zunächst eine bemühte, aber ideenlose Dortmunder Mannschaft. Einzig der schnelle Achraf Hakimi sorgte mit seinen Vorstößen über die rechte Seite für Gefahr. Gegen die dicht gestaffelte Gäste-Abwehr fand der Vizemeister im ersten Durchgang aber kaum ein Mittel. Zu wenig Tempo, zu wenig Präzision - wie schon beim glücklichen Last-Minute-Sieg in Düsseldorf präsentierte sich der BVB von seiner Bestform weit entfernt.

Mainz kämpfte, Mainz rannte und Mainz konterte. Burkhardt verstolperte zunächst noch in aussichtsreicher Position (28.), fünf Minuten später machte es der 19-Jährige besser. Eine präzise Flanke von Ridle Baku köpfte er zur Führung ein. Die Gastgeber antworteten auf den Rückstand mit ihrer besten Chance. Doch Nationalspieler Emre Can scheiterte mit seinem Kopfball aus kurzer Distanz an FSV-Torhüter Florian Müller (35.). 

Haaland fällt nicht auf

Abwehrchef Mats Hummels versuchte seine Mitspieler aufzuwecken. "Unser Pressing ist Alibi", brüllte der Weltmeister von 2014 nach einem erneuten Mainzer Konter über den Platz. Das half aber auch zu Beginn der zweiten Halbzeit nichts. Mateta prüfte erst Torhüter Roman Bürki (48.), dann verwandelte er den Elfmeter sicher. Lukasz Piszczek hatte Danny Latza gefoult.

Die Mainzer agierten mit der Führung im Rücken immer selbstbewusster und ließen defensiv weiterhin kaum etwas zu. BVB-Sturmjuwel Erling Haaland trat kaum einmal in Erscheinung. Ein Abschluss von Julian Brandt (60.) war harmlos.