FC Bayern mit Arbeitssieg gegen Hannover 96
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Der FC Bayern hat die Niederlage von Verfolger Leipzig ausgenutzt und den Vorsprung mit einem mühsamen Erfolg gegen Hannover ausgebaut. Die Analyse.

Der FC Bayern München hat seinen Vorsprung an der Tabellenspitze der Bundesliga wieder auf sechs Punkte ausgebaut. Der Rekordmeister besiegte am 14. Spieltag Hannover 96 zu Hause mit 3:1 (1:1) und profitierte von der zeitgleichen Niederlage von Verfolger RB Leipzig.

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Die Bayern begannen druckvoll und spielten sich früh einige gute Chancen heraus. Besonders auffällig war dabei Arturo Vidal, der von der linken Halbposition im 4-3-3 immer wieder in die Spitze stieß und zuerst freistehend an Philipp Tschauner und dann am Pfosten scheiterte.

Hannover zog sich tief in eine 5-4-1-Ordnung zurück, hatte jedoch Probleme mit den Abständen und bot besonders Thomas Müller und Kingsley Coman auf den Außen Räume. Für Entlastung konnten die Gäste zu Beginn kaum sorgen, entsprechend war auch Vidals Führungstreffer zu dem Zeitpunkt hochverdient.

Mitte der ersten Halbzeit wurde es hektisch: Zuerst nahm Schiedsrichter Guido Winkmann einen Treffer von Robert Lewandowski wegen einer knappen Abseitsstellung zurück, dann scheiterte Niclas Füllkrug per Foulelfmeter an Sven Ulreich. In dieser Phase sorgten die Hannoveraner häufiger für Entlastungsangriffe und belohnten sich nach einer Ecke mit dem Ausgleichstor durch Charlison Benschop.

Zum Ende der ersten Hälfte gewannen die Münchner ihre Überlegenheit zurück, vergaben jedoch weitere Großchancen, unter anderem trafen Müller und James die Latte. Der erneute Führungstreffer durch Coman war die logische Folge des hohen Drucks. Weil die Münchner aber auch danach noch sehr inkonsequent in der Verwertung ihrer Möglichkeiten waren und sich für 96 Platz zum Kontern ergab, blieb die Partie bis kurz vor Schluss spannend. Erst der Foulelfmeter durch Lewandowski (87.) machte den Deckel drauf.

Die Daten zum Spiel

Tore: 1:0 Vidal (17.), 1:1 Benschop (35.), 2:1 Coman (67.), 3:1 Lewandowski (87./Foulelfmeter)

Bes. Vorkommnisse: Schiedsrichter Winkmann nimmt Treffer von Lewandowski nach Videobeweis zurück (25.), Ulreich hält Foulelfmeter gegen Füllkrug (28.)

  • Vidal ist erstmal seit sieben Jahren in drei aufeinanderfolgenden BL-Spielen an einem Tor beteiligt (drei Tore). Dies gelang ihm zuletzt im Dezember 2010 für Leverkusen, übrigens unter Trainer Jupp Heynckes.
  • Bayern kassierte das erste Bundesliga-Gegentor nach einer Ecke seit fast drei Jahren. Damals gelang dies Anthony Ujah bei Bayerns 4:1-Heimsieg gegen Köln im Februar 2015.
  • Coman erzielt das 150. BL-Tor des FC Bayern gegen Hannover 96. Im Schnitt erzielt der FCB im Oberhaus 2.7 Treffer pro Partie gegen Hannover - nur gegen Leipzig haben die Münchner einen höheren Toreschnitt (3.3).
  • Robert Lewandowski verwandelte die letzten 29 Strafstöße (Klub und Land, inkl. Elferschießen) allesamt. Zuletzt vergab der Pole im August 2014 bei Preußen Münster im Pokal.

Der Star des Spiels: Arturo Vidal

Von Beginn an der gefährlichste Münchner. Stieß häufig in die Spitze, kam dort zu Chancen und brachte die Bayern so auch in Führung. Brachte überragende 97 Prozent seiner Pässe zum Mann und gewann 67 Prozent seiner Zweikämpfe. Ebenfalls stark: Coman.

Der Flop des Spiels: Julian Korb

Sah im Duell gegen Coman immer wieder schlecht aus, bekam für eine rüde Grätsche gegen den Franzosen zu Recht Gelb. Brachte gerade einmal die Hälfte seiner Pässe an den Mann, gewann nur 27 Prozent seiner Zweikämpfe und leistete sich einen Stellungsfehler vor Comans Treffer zum 2:1.

Der Schiedsrichter: Guido Winkmann

Sehr starker Auftritt. Zeigte eine klare Linie, indem er sowohl bei Kimmichs Kontakt gegen Klaus (2.) als auch bei Benschops Schieben gegen Rafinha (9.) weiterspielen ließ, auch Schmiedebachs Rempler gegen Coman reicht nicht für einen Elfer (39.). Nahm den Treffer von Lewandowski nach Absprache mit dem Videoassistenten zurück, weil eine knappe Abseitsstellung vorlag (25.). Kurz danach entschied er zu Recht auf Strafstoß für Hannover, als Ulreich gegen Füllkrug zu spät kam (26.). Konsequent, den Strafstoß wiederholen zu lassen, weil zahlreiche Spieler vorzeitig in den Sechzehner gelaufen waren. Auch im zweiten Durchgang immer Herr der Lage, der Elfmeter nach Harniks Foul an Coman war korrekt.

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