2. Liga: HSV patzt in Regensburg, Modeste schießt Köln spät zum Sieg, Darmstadt stoppt Talfahrt
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Der HSV bleibt zwar Tabellenführer, verliert aber in Regensburg. Köln und St. Pauli feiern hingegen Siege, Union spielt unentschieden.

Am 23. Spieltag der 2. Bundesliga hat der Hamburger SV eine 1:2-Auswärtsniederlage bei Jahn Regensburg kassiert. Die Rothosen bleiben damit zwar Tabellenführer, der Vorsprung auf Platz vier beträgt allerdings nur noch vier Punkte.

Auf jenem vierten Platz rangiert HSV-Stadtrivale St. Pauli, der am Samstag den FC Ingolstadt mit 1:0 geschlagen hatte. Der 1. FC Köln schlug derweil Sandhausen (3:1) und bleibt Zweiter, das drittplatzierte Union Berlin kam gegen Bielefeld nicht über ein 1:1 hinaus.

Außerdem: Kiel gewinnt in Bochum, Fürth holt ein torloses Remis gegen Heidenheim, Paderborn spielt in Magdeburg 1:1.

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Jahn Regensburg - Hamburger SV 2:1 (0:1)

Tore: 0:1 Bates (16.), 1:1 Adamyan (74.), 2:1 Grüttner (81.)

Gelb-Rote Karte: Mangala (HSV, 69.)

Rote Karte : Janjicic (HSV, 90.+2)

Der Hamburger SV hat im Kampf um den direkten Wiederaufstieg in die Bundesliga einen Rückschlag hinnehmen müssen. Bei Jahn Regensburg unterlag der Tabellenführer nach einem Platzverweis von Orel Mangala (69.) und von Vasilije Janjicic (90.+2) mit 1:2 (1:0). 

Sargis Adamyan gelang fünf Minuten nach Gelb-Rot für Mangala der Ausgleich (74.) für die zuletzt in drei Spielen torlosen Gastgeber, Marco Grüttner erzielte den Siegtreffer (81.). In der Nachspielzeit flog auch noch Janjicic nach einer Notbremse vom Platz.

Verfolger 1. FC Köln kann nun am Mittwoch mit einem Sieg im Nachholspiel bei Erzgebirge Aue am HSV vorbeiziehen. Dessen Abstand auf Union Berlin auf Rang drei beträgt nun nur noch drei Punkte. 

Die lange Zeit souverän wirkenden Hamburger waren vor 15.211 Zuschauern im ausverkauften Regensburger Stadion dank eines Treffers von Abwehrspieler David Bates in Führung gegangen (16.), versäumten es dann aber, in der umkämpften Begegnung in der zweiten Halbzeit nachzulegen.  

Der Jahn, der die Hamburger im Hinspiel mit 5:0 gedemütigt hatte, war mit der ersten bemerkenswerten Chance des Spiels in Rückstand geraten. Nach einem Freistoß von Douglas Santos bekamen die Gastgeber den Ball nicht aus dem Strafraum, nachdem Torhüter Philipp Pentke den Schuss von Hwang Hee Chan noch abwehren konnte, staubte Bates ab. 

Grüttner besaß in einer umkämpften Begegnung den Ausgleich (29.), mit der Führung im Rücken spielte der HSV zunächst lange clever. Allerdings versäumten es die Hamburger, ihre Führung auszubauen. Regensburg hielt unverdrossen dagegen und nutzte den berechtigten Platzverweis von Mangala seinerseits ohne Kompromisse aus.

1. FC Magdeburg - SC Paderborn 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Preißinger (13.), 1:1 Hünemeier (70.)

Zweitligist 1. FC Magdeburg hat seinen Aufwärtstrend bestätigt, einen weiteren Sieg aber verpasst. Das Team von Trainer Michael Oenning trennte sich am 23. Spieltag vom Mitaufsteiger SC Paderborn 1:1 (1:0) und bleibt damit auch im fünften Spiel nach der Winterpause ungeschlagen. Paderborn musste nach drei Siegen erstmals wieder Punkte abgeben.

Rico Preißinger (13.) brachte die Gastgeber in Führung, Kapitän Uwe Hünemeier glich aus (70.). Magdeburg hat als Tabellen-15. nun drei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz. Paderborn bleibt mit 38 Punkten Siebter, drei Punkte hinter dem Tabellendritten Union Berlin.

Vor 20.201 Zuschauern begann Paderborn mit viel Schwung, die zweitbeste Offensive der Liga war direkt um Spielkontrolle bemüht. Zwingende Chancen gab es in der Anfangsphase jedoch nicht. Umso überraschender war die Führung für die Gastgeber durch Preißinger, der mit einem Schuss aus 20 Metern traf. Magdeburg spielte danach mutiger, Paderborn brauchte etwas Zeit, um wieder in die Spur zu finden.

Nach der Pause erhöhte Paderborn den Druck, Magdeburg gelang aber immer wieder Entlastung. Sven Michel (56.) vergab die beste Gelegenheit zum Ausgleich, als er freistehend aus wenigen Metern am Tor vorbeischoss. Wieder Michel vergab einen Abstauber nach Patzer von Magdeburgs Torwart Giorgi Loria (67.). Hünemeier belohnte den Paderborner Dauerdruck mit einem Direktschuss nach Flanke von Sebastian Vasiliadis.

FC Erzgebirge Aue - MSV Duisburg 0:0

Rote Karte: Fröde (Duisburg, 86.)

Erzgebirge Aue hat in der 2. Bundesliga einen Sieg gegen Tabellenschlusslicht MSV Duisburg verpasst. Die Sachsen kamen gegen die Zebras über ein torloses Remis nicht hinaus. Mit 26 Punkten rangiert Aue allerdings neun Punkte vor den Abstiegsrängen.

Der MSV konnte zwar eine Negativserie von drei Pleiten in Folge stoppen, allerdings reichte der Punkt nicht, um die Rote Laterne abzugeben. In der Schlussphase sah Lukas Fröde wegen groben Foulspiels die Rote Karte (86.). Für Aue bleiben die Duisburger ein Angstgegner in Heimspielen. Der FC Erzgebirge konnte von acht Partien zu Hause nur zwei gegen die Meidericher gewinnen. 

Beide Mannschaften neutralisierten sich über weite Strecken des Spiels. Für die Zuschauer gab es wenig Unterhaltsames, Torchancen blieben Mangelware. Erst in der 67. Minute gab es die erste wirkliche Gelegenheit im Spiel.

Duisburgs Dustin Bomheuer bediente per Kopfballvorlage Fröde. Dieser zwang Aues Torwart und Kapitän Martin Männel per Seitfallzieher zu einer Glanzparade. Die Duisburger, mit 41 Gegentoren die schwächste Defensive der Liga, konnten in Aue allerdings in der Abwehr durchaus überzeugen. Die Gäste spielten diszipliniert und ließen die Erzgebirgler kaum zur Entfaltung kommen.

1. FC Köln - SV Sandhausen 3:1 (0:1)

Tore : 0:1 Wooten (4.), 1:1 Drexler (49.), 2:1 Modeste (83.), 3:1 Modeste (90.+5)

Rückkehrer Anthony Modeste hat den Zweitligisten 1. FC Köln vor der ersten echten Krise unter Trainer Markus Anfang bewahrt. Der eingewechselte Franzose traf im ersten Heimspiel seit seiner Rückkehr (83./90.+5) doppelt und führte den FC gegen Abstiegskandidat SV Sandhausen zum wichtigen 3:1 (0:1)-Sieg. Köln kletterte damit wieder auf den zweiten Tabellenplatz.

Schon bei seinem Comeback beim jüngsten 2:3 in Paderborn hatte Modeste gleich nach seiner Einwechslung getroffen, nun war er in der 83. Minute per Kopf erfolgreich. Zuvor hatte Andrew Wooten (4.) zur frühen Führung für die Gäste getroffen, die mit nur einem Sieg aus den vorangegangenen zwölf Ligaspielen angereist waren. Dominick Drexler (49.) sorgte kurz nach der Pause für den Ausgleich.

Das Kölner Umfeld hatte schon vor dem Spiel die Zukunft von Trainer Anfang beim FC infrage gestellt. "Damit er Rosenmontag noch FC-Trainer ist", titelte der Express, müsse das Team gegen Sandhausen, bei Erzgebirge Aue (27. Februar) und beim FC Ingolstadt (3. März) mindestens sieben Punkte holen.

Vor 49.600 Zuschauern schockte der Abstiegskandidat den Favoriten schon nach nicht einmal vier Spielminuten: Die Gäste störten von Beginn an früh den Kölner Spielaufbau und hatten damit Erfolg, Dennis Diekmeiers Flanke von der rechten Seite verwertete Wooten zur Führung.

In der Folge fand der FC lange nicht zu seinem dominanten Spiel und arbeitete vor allem mit langen Bällen, bis zur Pause kam Anfangs Mannschaft nur zu einer echten Torchance: Jhon Cordobas Heber (45.+1) strich knapp über die Latte.

Köln kam dann leicht verbessert aus der Kabine, Drexler traf nach einem Freistoß von Johannes Geis aus kurzer Distanz. Wenig später hatte Marco Höger (59.) beinahe per Hacke Erfolg, in der Schlussphase vergab erneut Cordoba (81.) völlig frei. Doch dann schlug Modeste zweimal zu und ließ die FC-Fans jubeln.

FC Sankt Pauli - FC Ingolstadt 1:0 (0:0)

Tor : 1:0 Meier (54.)

"Fußball-Gott" Alexander Meier hat den FC St. Pauli in der 2. Bundesliga wieder auf Kurs gebracht. Der im Winter zu seinem Ex-Klub heimgekehrte Torjäger schoss die Hamburger zum 1:0 (0:0)-Sieg gegen den FC Ingolstadt. Nach zwei Niederlagen näherte sich der Kiezklub wieder den Aufstiegsrängen - einen Punkt hinter Union Berlin auf dem Relegationsplatz.

Ingolstadt erlitt nach drei Siegen in den vorangegangenen vier Partien wieder einen empfindlichen Rückschlag. Die Mannschaft von Trainer Jens Keller, die Thorsten Röcher mit Gelb-Rot in der Nachspielzeit verlor (90.+1), liegt weiter auf dem Abstiegsrelegationsplatz.

Mit seinem vierten Tor im fünften Spiel für St. Pauli sicherte Meier (54.) den Gastgebern vor 29.546 Zuschauern am ausverkauften Millerntor bereits den zweiten Heimsieg quasi im Alleingang. Schon beim 3:2 gegen Union Berlin hatte der Ex-Frankfurter zweimal getroffen.

Nach zerfahrenem Beginn setzten die Gäste die Hamburger mit hohem Pressing unter Druck und erarbeiteten sich die größeren Spielanteile. Klare Chancen sprangen allerdings nicht heraus. St. Pauli wurde kurz vor der Halbzeit etwas aktiver, ohne jedoch das Ingolstädter Tor in Gefahr zu bringen.

VfL Bochum - Holstein Kiel 1:3 (0:3)

Tore : 0:1 Mühling (30.), 0:2 Serra (32., Foulelfmeter), 0:3 Okugawa (41.), 1:3 Zoller (77.)

Holstein Kiel nimmt in der 2. Bundesliga die Aufstiegsplätze ins Visier, der VfL Bochum stürzt immer rasanter ab. Die Störche setzten sich beim Ex-Bundesligisten mit 3:1 (3:0) durch und kletterten auf den fünften Rang - zwei Punkte hinter Union Berlin auf dem Relegationsplatz.

Während die Kieler seit sechs Spielen ungeschlagen sind, kassierte der VfL die vierte Niederlage in Folge. Die Mannschaft von Trainer Robin Dutt verschwindet im Niemandsland der Tabelle - elf Punkte hinter dem Dritten, ebenso elf Zähler vor dem 16. FC Ingolstadt.

Alexander Mühling nach einem kapitalen Fehler von Dominik Baumgartner (30.) und Janni Serra per Elfmeter nach einem Foul von Tim Hoogland an Jae Sung Lee (32.) sorgten mit einem Doppelschlag für die Vorentscheidung. Masaya Okugawa beseitigte mit einem Abstaubertor nach einem Schuss von Serra (41.) noch vor der Pause die letzten Zweifel am Sieg der Gäste. Simon Zoller (77.) gelang vor 13.398 Zuschauern das Ehrentor für die Hausherren.

Die Bochumer, die mit Aufstiegshoffnungen nach der Winterpause in die Restsaison gestartet waren, setzten damit ihre schwarze Serie gegen Kiel fort: Der VfL gewann auch im vierten Anlauf in der 2. Liga nicht gegen die Störche (zwei Niederlagen und zwei Remis).

SV Darmstadt 98 - Dynamo Dresden 2:0 (1:0)

Tore : 1:0 Kempe (44., Handelfmeter), 2:0 Dursun (85.)

Interims-Coach Peter Schmitz hat die Talfahrt von Darmstadt 98 in der 2. Bundesliga gestoppt. Die Lilien, die sich am Montag von Cheftrainer Dirk Schuster getrennt hatten, kamen gegen Dynamo Dresden zu einem 2:0 (1:0)-Erfolg. Nach zuletzt nur einem Sieg aus zehn Spielen feierten die Lilien wieder einen Dreier.

Die Führung erzielte vor 11.330 Zuschauern Tobias Kempe (44., Handelfmeter). Das Handspiel im Strafraum war Rico Benatelli unterlaufen. Serdar Dursun (85.) sorgte für die Entscheidung. Die Sachsen setzten damit ihren Negativtrend fort, sie kamen in den letzten neun Spielen nur zu einem Sieg.

Als neuer Trainer am Böllenfalltor wird zurzeit Dimitrios Grammozis gehandelt. Der VfL Bochum hatte bestätigt, dass der U19-Trainer ein Angebot der Darmstädter erhalten habe. Die Gastgeber wirkten gegen Dresden zwar von Anfang an sehr bemüht, allerdings fehlte der Spielwitz, um die Abwehr der Dresdner wirklich in Gefahr zu bringen.

Der erste Aufreger war ein Abseitstor in der 22. Minute, als ein Kopfballtreffer von Immanuel Höhn für Darmstadt zu Recht aufgrund einer Abseitsstellung nicht gegeben wurde. Vorausgegangen war ein Freistoß von Kempe, der später beim Handelfmeter keine Nerven zeigte.

Union Berlin - Arminia Bielefeld 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Mees (23.), 1:1 Clauss (61.)

Union Berlin hat einen Sieg gegen seinen Ex-Coach Uwe Neuhaus trotz Führung aus der Hand gegeben. Union kam gegen den von Neuhaus trainierten Ligakonkurrenten Arminia Bielefeld nur zu einem 1:1 (1:0) und könnte damit seinen zweiten Tabellenplatz im Laufe des 23. Spieltags verlieren. Verfolger 1. FC Köln hat am Samstag (13.00 Uhr/Sky) gegen den SV Sandhausen die Chance, an den Berlinern vorbeizuziehen.

Am Freitag brachte Joshua Mees (23.) Union in Führung, als er einen Abpraller gedankenschnell mit dem Knie ins Tor lenkte. Bielefeld drängte in der zweiten Halbzeit auf den Ausgleich und wurde belohnt: Zunächst traf Andreas Voglsammer den Pfosten (47.), dann schlug Jonathan Clauss (61.) zu und rettete den Gästen den verdienten Punkt. Bielefeld bleibt somit Elfter und hat neun Punkte Vorsprung auf den Abstiegs-Relegationsplatz.

Union war zu Beginn die zielstrebigere Mannschaft und verdiente sich die Führung. Danach aber kam auch Bielefeld besser ins Spiel. Neuhaus, der die Berliner von 2007 bis 2014 trainiert hatte und seit Dezember 2018 bei der Arminia im Amt ist, trieb sein Team nach vorne.

Und das zeigte Wirkung: Allen voran Reinhold Yabo sorgte mit guten Pässen und Übersicht für Gefahr. Der 27-Jährige war es auch, der den Ausgleich einleitete, als er den Ball scharf vors Tor brachte und Clauss fand. Bei einem Konter in der Schlussphase traf Yabo nur das Außennetz (81.).

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Greuther Fürth - 1. FC Heidenheim 0:0 (0:0)

Zweitligist 1. FC Heidenheim hat den Sprung auf einen Aufstiegsplatz verpasst. Zum Auftakt des 23. Spieltages kam das Team von Trainer Frank Schmidt bei Greuther Fürth nicht über ein 0:0 hinaus und bleibt mit 39 Punkten Vierter. Der punktgleiche Dritte 1. FC Köln hat zwei Spiele weniger ausgetragen. Die Fürther, die auch im dritten Spiel unter Trainer Stefan Leitl ungeschlagen blieben, stehen mit 29 Zählern weiter auf Rang zehn.

Vor 7870 Zuschauern blieben Torchancen auf beiden Seiten Mangelware. Das Spiel fand zum Großteil zwischen den Strafräumen statt. In der 38. Minute vergab Nikola Dovedan für Heidenheim die größte Chance der ersten Halbzeit, der Österreicher scheiterte an Fürths Torwart Sascha Burchert.

Auch in der zweiten Halbzeit taten sich beide Offensivreihen schwer, Chancen zu kreieren. Der Fürther Kenny Prince Redondo köpfte nach einer Flanke von Maximilian Wittek knapp über das Tor (66.). Einen Freistoß des Heidenheimers Robert Andrich klärte Kleeblatt-Kapitän Marco Caligiuri vor der Linie (75.)

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