2. Liga: HSV entscheidet Stadtderby gegen St. Pauli für sich, Köln bleibt an der Spitze
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Der 1. FC Köln hat auch gegen Bielefeld seinen Siegeszug fortgesetzt, doch der HSV bleibt mit einem Derbysieg bei St. Pauli dran.

Darmstadt 98 hat am 25. Spieltag der 2. Bundesliga beim Heimdebüt von Trainer Dimitrios Grammozis ein 3:2 gegen Holstein Kiel eingefahren. Während sich Jahn Regensburg und der MSV Duisburg 1:1 trennten, siegte Erzgebirge Aue gegen den SC Paderborn mit 2:1 durch die Tore von Iyoha (11.) und Zulechner (81.), ehe Gueye (87.) verkürzte.

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Zudem siegte der 1. FC Köln vor heimischem Publikum souverän mit 5:1 gegen Arminia Bielefeld. Mit drei Toren avancierte Terodde (21., 69., 90.) zum Mann des Nachmittags. 

Zum Auftakt des Spieltags hatte Union Berlin mit 2:0 gegen den Vorletzten FC Ingolstadt gewonnen. Außerdem setzte sich der VfL Bochum knapp mit 1:0 gegen den 1. FC Heidenheim durch. Chung-yong Lee (78.) erzielte den einzigen Treffer am Abend.

Am Sonntag musste der HSV zum mit Spannung erwarteten Hamburg-Derby beim FC St. Pauli antreten. Am Ende gelang den Rothosen ein deutlich 4:0-Erfolg beim Erzrivalen.

FC St. Pauli - Hamburger SV 0:4 (0:2)

Tore: 0:1 Lasogga (32.), 0:2 Narey (53.), 0:3 Lasogga (61.), 0:4 Douglas Santos (90.+3)

Schwarz-Weiß-Blaue Party auf dem Kiez: Der Hamburger SV hat das emotionale Zweitliga-Stadtderby beim FC St. Pauli für eine Machtdemonstration genutzt und den Erzrivalen im Aufstiegsrennen auf sieben Punkte distanziert. Durch den 4:0 (1:0)-Erfolg ist das Team von Trainer Hannes Wolf nach dem 25. Spieltag Tabellenzweiter und bleibt dem Spitzenreiter 1. FC Köln dicht auf den Fersen.

Überschattet wurde die Begegnung vom wiederholten Einsatz von Pyrotechnik von beiden Fanlagern. Schiedsrichter Felix Brych schickte beide Mannschaften in der 82. Minute in die Kabine. Nach rund fünfminütiger Unterbrechung setzte er das Spiel fort. 

Torjäger Pierre-Michel Lasogga mit einem Doppelpack (32., 61.), Khalid Narey (53.) und Douglas Santos (88.) sorgten vor 29.226 Zuschauern im ausverkauften Millerntorstadion für großen Jubel im Gästeblock. Für eine ganze Generation von HSV-Fans war es der erste Derby-Sieg, den bis dato letzten Erfolg gegen den ewigen Gegner hatten die "Rothosen" im April 2002 (4:0) gefeiert.

Die Kiezkicker um Coach Markus Kauczinski waren dagegen nach einem viel zu passiven Auftritt chancenlos. St. Pauli bleibt Vierter und hat vier Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz drei (Union Berlin). 

"Es gibt ganz sicher wichtigere Dinge als Fußball, aber im Moment nicht", hatte HSV-Coach Wolf bei Sky vor dem Anpfiff der Partie gesagt, auf die beide Fanlager wochenlang hingefiebert hatten. Die Gäste folgten der klaren Ansprache. 

Während sich St. Pauli sehr tief zurückzog, dominierte das Auswärtsteam mit einer Spielanlage, die auf viel Ballbesitz ausgelegt war. Aaron Hunt, der kurz vor dem Halbzeitpfiff ausgewechselt werden musste, spielte seine Übersicht und Technik immer wieder aus. Erst setzte er Douglas Santos gefährlich ein (21.), dann war er Wegbereiter für die Führung mit einem Freistoß an die Latte, den Abpraller nutzte Lasogga. 

St. Pauli besaß in der ersten Hälfte nur eine echte Gelegenheit durch den früheren Bundesliga-Torschützenkönig Alexander Meier per Direktabnahme (28.), nach dem Wechsel musste mehr kommen. Und es kam direkt mehr. Ryo Miyaichi prüfte HSV-Keeper Julian Pollersbeck ernsthaft (46.). Auch nach dem zweiten Gegentor kämpften die Hausherren wacker weiter, doch der HSV zeigte sich hoch effizient. Bakery Jatta hatte bei einem Aluminium-Treffer (76.) gar noch einen weiteren Treffer auf dem Fuß.

Das Spiel war von der Polizei als Hochrisikospiel deklariert worden und etwa 1800 Kräfte waren rund um die Reeperbahn im Einsatz. Sie setzten eine klare Trennung der Fanlager durch. Vor dem Anpfiff blieb es bis auf einige Scharmützel vergleichsweise ruhig, während des Spiels brannte dann allerdings immer wieder Pyrotechnik in den Kurven.

1. FC Magdeburg - SV Sandhausen 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 Wooten (73.)

Der SV Sandhausen hat im Abstiegskampf der 2. Bundesliga einen Big Point gelandet. Das Team von Trainer Uwe Koschinat gewann das Keller-Duell am Sonntag bei Aufsteiger 1. FC Magdeburg mit 1:0 (0:0) und gab die Rote Laterne des Tabellenletzten an den FC Ingolstadt ab.

Das Tor des Tages erzielte Stürmer Andrew Wooten in der 73. Minute, nachdem sich beide Mannschaften zuvor kaum in die Strafräume gewagt hatten. Magdeburgs Vorsprung auf Sandhausen schmolz durch die Niederlage auf zwei Punkte.

In der Magdeburger Arena entwickelte sich von Beginn an ein Spiel, das den Tabellenplätzen der beiden Teams entsprach. Die Zweikämpfe wurden verbissen geführt, spielerische Ansätze waren dagegen kaum erkennbar. Zudem erstickten viele Fehler die zarten Offensivbemühungen im Keim. Die Folge: In der äußerst schwachen ersten Halbzeit erspielten sich weder die Magdeburger noch die Sandhausener eine nennenswerte Torchance.

Nach dem Seitenwechsel wurde die Partie etwas munterer. Nachdem der FCM nach einer Ecke plötzlich die große Chance zur Führung hatte, schlugen die Gäste im Gegenzug eiskalt zu: Nach einer Kopfballverlängerung von Kevin Behrens behielt Torschütze Wooten die Nerven.

Darmstadt - Holstein Kiel 3:2 (2:1)

Tore: 1:0 Mehlem (19.), 1:1 Honsak (33.), 2:1 Dursun (41.), 3:1 Franke (63.), 3:2 Mühling (65., Handelfmeter)

Gelb-Rote Karte: Meffert (61.)

Der SV Darmstadt 98 hat unter seinem neuen Trainer Dimitrios Grammozis den ersten Sieg gefeiert und damit einen weiteren Schritt Richtung Klassenerhalt in der 2. Fußball-Bundesliga gemacht. Die Lilien gewannen 3:2 (2:1) gegen Holstein Kiel, das nach seiner zweiten Niederlage in Folge den Aufstieg abhaken kann.

Marvin Mehlem (19.), Serdar Dursun (41.) und  Marcel Franke (62.) schossen die Tore für die Hessen, Mathias Honsak (33.) und Alexander Mühling per Handelfmeter (65.) waren für die Störche erfolgreich. Im ersten Spiel unter Grammozis hatte Darmstadt 0:1 bei Arminia Bielefeld verloren. Kiel musste nach einer Gelb-Roten Karte gegen Jonas Meffert ab der 61. Minute in Unterzahl agieren.

Vor 10.210 Zuschauern hatten die Gäste zunächst alles im Griff und durch den späteren Torschützen Honsak in der Anfangsphase auch zwei gute Möglichkeiten. Darmstadt löste sich aber nach und nach auch der Umklammerung und kam zum verdienten 1:0. Nach dem Ausgleich und der neuerlichen Führung vergab Marcel Heller kurz vor der Pause das 3:1.

Im zweiten Durchgang erhöhte Kiel das Tempo und hatte durch Janni-Luca Serra (51.) auch eine Mega-Möglichkeit, die einmal mehr der starke 98-Torwart Daniel Heuer Fernandes entschärfte. Darmstadt schien nach dem Platzverweis und dem 3:1 alles im Griff zu haben, ehe Mühling mit einem unberechtigten Strafstoß die Partie noch einmal spannend machte.

1. FC Köln - Arminia Bielefeld 5:1 (2:0)

Tore: 1:0 Drexler (14.), 2:0 Terodde (21.), 3:0 Cordoba (48.), 4:0 Terodde (69.), 4:1 Voglsammer (71.), 5:1 Terodde (90.)

Tabellenführer 1. FC Köln bleibt in der 2. Fußball-Bundesliga trotz der Führungsquerelen sportlich in der Spur. Die Geißbock-Elf feierte nicht zuletzt dank einer Dreierpacks von Simon Terodde gegen Arminia Bielefeld einen 5:1 (2:0)-Erfolg und damit ihren vierten Sieg in Folge. Der FC hat jetzt wieder vier Punkte Vorsprung auf die schärfsten Verfolger Union Berlin und den Hamburger SV. 

Dominick Drexler (14.), nach herrlichem Steilpass von Marco Höger in den Strafraum, erzielte das frühe Führungstor für den Spitzenreiter.  Terodde (21.) erhöhte per Kopf, die Vorarbeit per Eckball leistete Johannes Geis. Nach Alleingang erhöhte der Kolumbianer Jhon Cordoba (48.) mit seinem zwölften Saisontor auf 3:0, ehe erneut Terodde (69., 90. ) seine Saisontreffer 25 und 26 folgen ließ. Andreas Voglsammer (71.) gelang das Bielefelder Ehrentor (71.). Es war der fünfte FC-Sieg in Folge gegen die Arminia. Für die Ostwestfalen war es erst die zweite Niederlage in sieben Spielen in diesem Jahr.

Am vergangenen Mittwoch hatte Präsident Werner Spinner nach heftigen Dissonanzen mit Sport-Geschäftsführer Armin Veh seinen Rücktritt erklärt. Am Samstag wurden weitere Details bezüglich der Demission bekannt, der Graben in der FC-Führung war wesentlich tiefer als angenommen. 

Augenscheinlich hatte sich der Ex-Präsident per Sprachnachricht aus dem Skiurlaub für die Trennung von der Geschäftsführung oder von Trainer Markus Anfang ausgesprochen. Die anderen Vorstandsmitglieder Toni Schumacher und Markus Ritterbach leisteten dem Spinner-Wunsch allerdings nicht Folge.

Jahn Regensburg - MSV Duisburg 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 Al Ghaddioui (39.), 1:1 Wolze (67., Elfmeter)

Die Erfolgsserie von Jahn Regensburg in der 2. Fußball-Bundesliga wurde gestoppt. Die Oberpfälzer kamen nach zwei Siegen gegen den abstiegsbedrohten MSV Duisburg über ein 1:1 (1:0) nicht hinaus.

Die Zebras sind jetzt seit drei Spielen ungeschlagen und holten dabei fünf Punkte. Al Ghaddioui (39.) schoss das Führungstor für die Oberpfälzer, vorausgegangen war ein Stellungsfehler von Duisburgs Enis Hajri. Kevin Wolze (67., Foulelfmeter) erzielte den verdienten Ausgleich für Duisburg, das eine wesentlich stärkere zweite Halbzeit bot.

Der SSV Jahn bleibt zu Hause ein Tor-Minimalist. In zwölf Saisonheimpartien erzielten die Süddeutschen nur 13 Tore. Die Meidericher holten aus den vergangenen fünf Partien in der Fremde nur zwei Zähler.

Die Gastgeber taten sich allerdings lange Zeit recht schwer. Der MSV machte die Räume eng, war giftig im Zweikampf und ließ das Jahn-Angriffsspiel nicht auf Touren kommen. Allerdings hatten die Duisburger ihrerseits ebenfalls Probleme, gefährlich vor das Tor der Regensburger zu kommen.

Zu Beginn der zweiten Hälfte machten die Duisburger mehr Druck, aber die Abwehr der Regensburger bewahrte lange Zeit die Übersicht, ehe Torwart Philipp Pentke John Verhoek im Strafraum foulte.

Erzgebirge Aue - SC Paderborn 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Iyoha (11.), 2:0 Zulechner (81.), 2:1 Antwi-Adjei (87.)

Rote Karte: Hünemeier (45.+1)

Erzgebirge Aue kann allmählich für die nächste Saison in der 2. Fußball-Bundesliga planen. Die Mannschaft von Trainer Daniel Meyer besiegte den SC Paderborn mit 2:1 (1:0) und dürfte mit 32 Punkten mit dem Kampf um den Klassenerhalt nichts mehr zu tun haben. Paderborn muss nach seinem dritten Spiel in Folge ohne Sieg und seiner zweiten Niederlage seinen vagen Aufstiegsträume begraben.

Emmanuel Iyoha (11.) und Philipp Zulechner (82.) gelangen die entscheidenden Treffer für die Veilchen. Nach einer Notbremse am Torschützen sah  SCP-Kapitän Uwe Hünemeier in der 45. Minute die Rote Karte und erwies damit seiner Mannschaft einen Bärendienst. Das Anschlusstor für den SCP ging auf das Konto von Christopher Antwi-Adjei (87.).

6500 Zuschauer erlebten eine muntere Begegnung mit Chancen auf beiden Seiten. In der sechsten Minute verpasste Aues Torjäger Pascal Testroet die Führung für Erzgebirge. Sekunden später verhinderte der starke Martin Männel im Aue-Tor gegen Sven Michel einen möglichen Rückstand seiner Mannschaft. Iyoha nutzte dann auf Vorarbeit von Testroet die zweite gute Gelegenheit der Sachsen zum 1:0.

Paderborn fiel nach der Pause in Unterzahl gegen die gut gestaffelte Abwehr von Aue nicht mehr viel ein. Erzgebirge verlegte sich mit einen Mann mehr auf Konter und hätte durch Testroet (56.) frühzeitig alles klar machen müssen.

Union Berlin - FC Ingolstadt 2:0 (1:0)

Tore : 1:0 Andersson (43., Foulelfmeter), 2:0 Gogia (79.)

Gelb-Rote Karte : Krauße (75., Ingolstadt)

Rote Karte : Cohen (65., Ingolstadt)

Union Berlin hat im Aufstiegsrennen zumindest bis Sonntag den Hamburger SV wieder von Platz zwei verdrängt. Die Mannschaft von Trainer Urs Fischer besiegte zum Auftakt des 25. Spieltags den Abstiegskandidaten FC Ingolstadt 2:0 (1:0) und überholte damit den HSV, der am Sonntagmittag im Lokalderby beim FC St. Pauli antreten muss.

Sebastian Andersson mit einem fragwürdigen Foulelfmeter (43.) und Akaki Gogia (79.) sorgten für den Erfolg, Union ist als einziges Team der Liga in dieser Saison zu Hause noch unbesiegt. Nach einer Roten Karte gegen Almog Cohen (65.) und einer Gelb-Roten Karte gegen Robin Krauße wegen wiederholten Foulspiels (75.) spielte Berlin lange in Überzahl.

Vor 21.419 Zuschauern im Stadion an der Alten Försterei hatten die vom früheren Union-Trainer Jens Keller betreuten Gäste in der neunten Minute durch Thomas Pledl (9.) die erste große Möglichkeit im Spiel. Die Oberbayern waren auch in der Folge spielbestimmend, vergaben aber durch Kapitän Cohen (17.) und Dario Lezcano (42.) Chancen zur Führung.

Ein angebliches Foul von Paulo Otavio an Felix Kroos im FCI-Strafraum führte zum Elfmeter, den Andersson souverän verwandelte. Nach der Pause agierte Union besser und spielte dabei auch seine Überzahl aus.

VfL Bochum - 1. FC Heidenheim 1:0 (0:0)

Tore : 1:0 Lee (78.)

Gelb-Rote Karte : Andrich (64., Heidenheim)

Der 1. FC Heidenheim hat im Aufstiegskampf einen weiteren Rückschlag erlitten. Zum Auftakt des 25. Spieltags unterlag der grippebedingt stark ersatzgeschwächte Tabellensechste beim krisengeplagten VfL Bochum 0:1 (0:0), Heidenheim wartet damit seit vier Spielen auf einen Sieg und liegt in der Tabelle nun schon acht Zähler hinter Relegationsrang drei zurück. Bochum beendete indes eine Serie von fünf Spielen ohne Dreier, bleibt als Neunter aber im Niemandsland hängen. 

Vor 13.157 Zuschauern im Ruhrstadion erzielte Lee Chung-Yong mit seinem Premierentreffer für den VfL das Siegtor (78.). Heidenheim agierte zu diesem Zeitpunkt nur noch zu zehnt, weil Robert Andrich binnen neun Minuten erst Gelb und dann Gelb-Rot (64.) gesehen hatte. Die Gäste waren schon mit großen Personalproblemen angereist, gleich sieben Spieler mussten mit einem grippalen Infekt passen.

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Dennoch übernahmen die Gäste zunächst die Spielkontrolle, schon nach drei Minuten war VfL-Keeper Manuel Riemann bei einem eleganten Hackenabschluss von Robert Glatzel gefordert. Bochum fand nur schleppend in die Partie, hatte durch Tom Weilandt dann aber zwei dicke Chancen zur Führung (20./33.).

In Halbzeit zwei stellte Glatzel nach Aluminium-Treffern auf 1:1 (49.), ehe Andrich sein Team nach einem Trikotzupfer gegen Weilandt (55.) und einem Foul an Jan Gyamerah dezimierte. Bochum drängte nun massiv auf die Entscheidung, Lee erlöste die Gastgeber.

Greuther Fürth - Dynamo Dresden (abgesagt)

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