2. Liga: Köln überzeugt, siegt und steigt als erstes Team auf
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Am drittletzten Spieltag sichert sich der 1. FC Köln mit einem überzeugenden Auswärtserfolg in Fürth den Meistertitel und damit den Aufstieg.

In der 2. Bundesliga ist die erste große Entscheidung gefallen: Der 1. FC Köln sicherte sich durch ein 4:0 (3:0) bei Greuther Fürth den ersten Platz und damit den Aufstieg in die Bundesliga.

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Der Hamburger SV musste hingegen im Kampf um die Rückkehr in die Bundesliga einen herben Rückschlag hinnehmen: Gegen den FC Ingolstadt verlor man mit 0:3 und konnte den Rückstand auf Rang drei nicht verkürzen. Am Freitagabend stolperte auch der SC Paderborn im Aufstiegsrennen mit 0:2 bei Arminia Bielelfeld. Die Aufstiegsaspiranten Union Berlin und Holstein Kiel ließen ebenfalls Punkte liegen.

Greuther Fürth - 1. FC Köln 0:4 (0:3)

Tore:  0:1 Cordoba (8.), 0:2 Steininger (20., Eigentor), 0:3, 0:4 Cordoba (41., 65.)

Der 1. FC Köln ist wieder da: Ein Jahr nach dem Abstieg aus der Bundesliga und neun Tage nach dem Rauswurf von Trainer Markus Anfang haben die Domstädter die Rückkehr ins Oberhaus als Meister perfekt gemacht. Der FC gewann am Montag zum Abschluss des drittletzten Zweitliga-Spieltages vor allem dank Dreifach-Torschütze Jhon Cordoba 4:0 (3:0) bei der SpVgg Greuther Fürth und ist nicht mehr von Platz eins zu verdrängen.

Cordoba (8./41.) und ein Eigentor von Daniel Steininger (20.) sorgten auf dem Weg zum sechsten Kölner Bundesliga-Aufstieg schon früh für klare Verhältnisse. Der starke Cordoba (65.) mit seinem Saisontreffer 20 setzte den Schlusspunkt beim Traumdebüt von FC-Interimstrainer Andre Pawlak. Der 48-Jährige hatte den am 27. April - auf Tabellenplatz eins - entlassenen Anfang zumindest vorerst ersetzt. Dass Pawlak in seinem ersten Spiel als Coach den Aufstieg feiern durfte, ist eine höchste kuriose Geschichte.

Anders als bei den vergangenen vier Begegnungen ohne Sieg - zuletzt gab es zwei Niederlagen gegen Dresden (0:3) und Darmstadt (1:2) - trat Köln von Beginn an wie ein Spitzenteam auf und dominierte deutlich. Mühelos kamen die Gäste zum Führungstreffer: Florian Kainz schlug eine scharfe Flanke von links in den Strafraum, Cordoba musste nur noch den Fuß hinhalten.

Auch in der Folge spielte Köln druckvoll und auch ansehnlich nach vorne. Beim zweiten Treffer verlängerte der bedrängte Steininger eine Ecke von Marcel Risse per Kopf ins eigene Tor. Kurz vor der Pause köpfte Cordoba aus kurzer Distanz den dritten Treffer - danach konnte der Kölner Anhang schon in den Karnevalsmodus schalten.

Von den Fürthern, die für den Klassenerhalt noch einen Punkt benötigen, kam aber auch nach der Pause wenig bis gar nichts. Für den FC waren die letzten Meter auf dem Weg zurück in Liga eins ein Spaziergang.

Kiel - Duisburg 0:2 (0:0)

Tore:  0:1 Gyau (55.), 0:2 Albutat (68.)

Der MSV Duisburg hat seine Chancen auf den Zweitliga-Klassenerhalt gewahrt. Der Tabellenletzte kam bei Holstein Kiel zu einem 2:0 (0:0)-Sieg und muss nun auf den FC Ingolstadt, der aktuell Relegationsplatz 16 einnimmt, an den letzten beiden Spieltagen "nur" noch vier Punkte aufholen.

Für die Gastgeber hingegen gibt es nach dieser Heimniederlage nicht einmal mehr eine theoretische Möglichkeit, noch auf Rang drei vor zu rücken und über die Relegation in die Bundesliga aufzusteigen. Für den Führungstreffer sorgte in der 55. Minute Joseph-Claude Gyau mit einem Flachschuss aus 20 Metern Entfernung, ehe Tim Albutat aus kurzer Distanz den Endstand herstellte (68.). 

Vor 12.122 Zuschauern im Holstein-Stadion vergab Laszlo Benes die beste Tormöglichkeit der Gastgeber, der Slowake traf in der 34. Minute mit einem Volleyschuss nur den linken Torpfosten. Drei Minuten zuvor hatte Moritz Stoppelkamp die größte Torchance für die Duisburger vor dem Seitenwechsel freistehend vor Kiels Torhüter Dominik Reimann vergeben.

Regensburg - Aue 1:3 (0:0)

Tore:  0:1 Testroet (52.), 1:1 Adamyan (56.), 1:2 Nazarov (61., Elfmeter), 1:3 Riese (90.+1)

Rote Karten: George (50.)

Erzgebirge Aue spielt auch in der kommenden Saison in der 2. Liga. Die abgeklärten Sachsen sicherten sich mit einem verdienten 3:1 (0:0) bei Jahn Regensburg vorzeitig den Klassenerhalt.

Pascal Testroet mit seinem 15. Saisontor (52.), der eingewechselte Dimitrij Nazarov (61., Foulelfmeter) und Philipp Riese (90.+1) bescherten den Gästen den elften Saisonsieg. Sargis Adamyan (56.) hatte für den nach der Gelb-Roten Karte gegen Jann George (50., wiederholtes Foulspiel) dezimierten Jahn zwischenzeitlich ausgeglichen.

Vor 13.425 Zuschauern in der  Continental-Arena war Aue zunächst auf Sicherheit bedacht, Regensburg machte das Spiel. Dennoch kamen die Gäste zu guten Chancen wie durch Jan Hochscheidt (12., 32.) oder Testroet (20.).

Der unnötige Platzverweis - George sah binnen drei Minuten zweimal Gelb - brachte Aue den entscheidenden Vorteil. Den anschließenden Freistoß verwertete Testroet nach Kopfballvorlage von Steve Breitkreuz. Regensburg kam glücklich zurück, weil Calogero Rizzuto den Schuss von Adamyan abfälschte. Der Elfmeterpfiff nach einem zu kurzen Rückpass von Benedikt Saller und dem Foul von Jahn-Torhüter Andre Weis an Hochscheidt war korrekt.

Darmstadt - Union Berlin 1:2 (0:0)

Tore:  0:1 Stark (49.), 0:2 Wittek (77.), 1:2 Andersson (87.)

Union Berlin hat die Patzer der Konkurrenz nicht genutzt und einen Big Point im Aufstiegsrennen sowie den Sprung auf Platz zwei der 2. Fußball-Bundesliga verpasst. Die Köpenicker unterlagen beim SV Darmstadt 98 mit 1:2 (0:0). Mit 53 Zählern bleibt Union zwar auf dem Relegationsplatz, ist allerdings auch weiter punktgleich mit dem viertplatzierten Hamburger SV.

Durch die Tore von Darmstadts Yannick Stark (49.) und Mathias Wittek (77.) vor 11.510 Zuschauern am ausverkauften Böllenfalltor konnte Union weder aus der 0:2-Niederlage des Tabellenzweiten SC Paderborn (54 Punkte) am Freitag bei Arminia Bielefeld noch aus der 0:3-Heimpleite des Hamburger SV (53) gegen den FC Ingolstadt Kapital schlagen. Stattdessen stolpern auch die Eisernen zwei Spieltage vor dem Ende der Ziellinie entgegen. Von den letzten sieben Partien gewann Union nur eine. Sebastian Andersson (87.) gelang in Darmstadt nur noch das Anschlusstor für die Berliner.

In einer ereignisarmen ersten Halbzeit hatten die Berliner durch Roberts Zuljs Volleyschuss an den Außenpfosten die erste und letztlich einzige dicke Torchance. Ansonsten taten sich die Gäste gegen kompakte Darmstädter schwer. 

Direkt nach Wiederbeginn schockte Stark den Favoriten nach starker Vorarbeit des schnellen Marcel Heller. Union hatte anschließend ein spielerisches Übergewicht, das Tor erzielte aber Wittek per Kopf nach einem Freistoß. In der Schlussphase vergab Union zahlreiche Chancen zum Ausgleich.

Hamburg - Ingolstadt 0:3 (0:1)

Tore:  0:1 Lezcano (8.), 0:2 Pledl (68.), 0:3 Gaus (72.)

Die Krise beim einstigen Aufstiegsfavoriten Hamburger SV nimmt dramatische Formen an. Der Bundesligaabsteiger unterlag am 32. Spieltag Abstiegskandidat FC Ingolstadt 0:3 (0:1) und verpasste damit die Rückkehr auf den zweiten Tabellenplatz, den vorerst weiterhin der SC Paderborn trotz einer 0:2-Niederlage im Ostwestfalen-Derby bei Arminia Bielefeld belegt.

Der SCP hat zwei Spieltage vor Schluss einen Punkt Vorsprung auf den HSV, der seit sieben Spielen auf einen Sieg wartet. Am Sonntag könnte Union Berlin durch einen Sieg beim SV Darmstadt 98 nicht nur Platz zwei erobern, sondern den Vorsprung auf Bundesliga-Absteiger Hamburg auf drei Zähler ausbauen.

Dario Lezcano (8.), Thomas Pledl (68.) und Marcel Gaus (72.) trafen für die Bayern, die sich auf Relegationsplatz 16 verbesserten. Ingolstadt blieb auch im fünften Spiel unter seinem neuen Trainer Thomas Oral ungeschlagen. Der HSV ist Tabellen-Sechzehnter der Rückrundentabelle der 2. Liga...

Vor 50.768 Zuschauern im Volksparkstadion wurde der HSV bereits in der achten Minute kalt erwischt. Nach einem Stellungsfehler von Leo Lacroix entwischte Paraguays Nationalspieler Lezcano der Hamburger Abwehr und erzielte seinen achten Saisontreffer. Nur vier Minuten später hätte Ingolstadt den Vorsprung ausbauen können, aber HSV-Torwart Julian Pollersbeck klärte in höchster Not gegen Thomas Pledl. 

Auch in der Folgezeit bekam der HSV nicht viel auf die Reihe, auch wenn das Team gegen Ende der ersten Hälfte etwas mehr Druck aufbaute. Angesichts der insgesamt leblosen Vorstellung wurde der Favorit mit einem Pfeifkonzert in die Kabine begleitet.

Nach dem Seitenwechsel zeigten sich die Hamburger stark verbessert und erspielten sich mehrere gute Möglichkeiten. Orel Mangala (48.) und Khaled Narey (60.) konnten ihre Gelegenheiten aber nicht nutzen. Auch der in der 63. Minute eingewechselte Torjäger Pierre-Michel Lasogga konnte dem Spiel keine Wende mehr geben. Im Gegenteil: Pledl und Krauße machten das Debakel für den HSV perfekt, bei dem nach der sechsten Heimpleite in dieser Saison die Kritik an Coach Wolf weiter zunehmen dürfte.

Heidenheim - Sandhausen 2:3 (1:0)

Tore:  1:0 Thomalla (45.), 1:1 Wooten (57.), 2:1 Mainka (60.), Paqarda 2:2 (67.), Wooten 2:3 (69.)

Der 1. FC Heidenheim hat seine Chance, noch ins Aufstiegsrennen einzugreifen, nicht genutzt. Gegen den SV Sandhausen verlor das Team 2:3 (1:0), der SVS machte einen Riesenschritt in Richtung Klassenerhalt. 

Allerdings führte eine Fehlentscheidung zum 1:1-Ausgleich, denn der Foulelfmeter, den Andrew Wooten verwandelte (57.), war nicht berechtigt. Mit 49 Punkten belegt der FCH den fünften Platz und hat fünf Zähler Rückstand auf den Tabellenzweiten SC Paderborn, der am Freitag 0:2 im Ostwestfalenderby bei Arminia Bielefeld verloren hatte. 

Denis Thomalla (45.) erzielte vor 10.400 Zuschauern das 1:0 für die Heidenheimer. Nach dem Ausgleich schoss Patrick Mainka (60.) die Heidenheimer wieder in Führung. Leart Paqarada (67.) sorgte für das 2:2, Wooten (69.) machte den Sandhäuser Doppelschlag perfekt. Sandhausen blieb auch im achten Spiel in Folge ohne Niederlage und holte im 17. Duell gegen Heidenheim den ersten Sieg. 

Beim Kopfballtor von Thomalla war Sebastian Griesbeck, der sich im Mittelfeld rustikal gegen SVS-Kapitän Dennis Diekmeier durchgesetzt hatte, der Vorbereiter. Torwart Marcel Schuhen konnte den Ball nicht mehr parieren.

Beim Strafstoß hatte Oliver Steurer gegen Wooten den Ball gespielt, trotzdem entschied Schiedsrichter Martin Thomsen (Kleve) auf den Punkt. Norman Theuerkauf leistete beim 2:1 die Vorarbeit für Mainka. Paquarada und erneut Wooten sorgten dann für die Wende zugunsten der Gäste.

Bochum - Magdeburg 4:2 (1:0)

Tore:  1:0 Ganvoula (42.), 2:0 Baumgartner (50.), 3:0 Weilandt (61.), 3:1 Erdmann (64.), 4:1 Weilandt (84.), 4:2 Beck (87.)

Der 1. FC Magdeburg steht vor dem direkten Wiederabstieg. Der Neuling unterlag am drittletzten Spieltag 2:4 (0:1) beim VfL Bochum und rutschte damit als Tabellen-17. erstmals im Jahr 2019 auf einen direkten Abstiegsplatz.

Tom Weilandt (61./84.), Silvere Ganvoula (42.) und Dominik Baumgartner (50.) trafen für Bochum, Dennis Erdmann (64.) und Christian Beck (87.) verkürzten für die Magdeburger, die zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz und zudem ein hammerhartes Restprogramm haben: Am vorletzten Spieltag geht es zu Aufstiegskandidat Union Berlin, zum Finale gegen Tabellenführer 1. FC Köln. Bochum, das bereits den Klassenverbleib sicher hatte, liegt auf Platz zehn.

Vor 17.339 Zuschauern - 700 bis 1000 Anhänger der Gäste wurden nach Angaben der Magdeburger Fanszene bei der Anreise per Sonderzug am Bochumer Hauptbahnhof festgesetzt - drückte der FCM in der Schlussphase der ersten Halbzeit auf den Führungstreffer, hatte gute Torchancen durch Beck (31./38.) und Marius Bülter (40.). Dann wurden die Gäste aber von Ganvoula kalt erwischt, der nach schöner Vorarbeit von Lukas Hinterseer sicher verwandelte.

Kurz nach der Pause erhöhte 1,87-m-Hüne Baumgartner per Kopf nach einem Freistoß, Weilandt sorgte nur 122 Sekunden nach seiner Einwechslung für die Vorentscheidung.

Bielefeld - Paderborn 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 Klos (42.), 2:0 Klos (48.)

Zweitligist SC Paderborn hat im Rennen um den Aufstieg in die Bundesliga einen herben Rückschlag kassiert. Die Mannschaft von Trainer Steffen Baumgart verlor zum Auftakt des 32. Spieltages das Ostwestfalen-Derby bei Arminia Bielefeld mit 0:2 (0:1). Am Wochenende könnten die Verfolger Union Berlin (am Sonntag bei Darmstadt 98) und Hamburger SV (am Samstag gegen den FC Ingolstadt), die einen Punkt hinter den zweitplatzierten Paderbornern lauern, vorbeiziehen.

Fabian Klos (42./48.) fügte dem SCP mit seinem Doppelpack die erste Niederlage nach drei Siegen in Serie zu. Vor dem Spitzenspiel gegen den HSV am nächsten Wochenende Spieltag steht Paderborn nun enorm unter Druck.

Vor 26.300 Zuschauern auf der ausverkauften Bielefelder Alm begannen die Gäste bissig und zwangen die Arminia durch aggressives Pressing zu Fehlern - Babacar Gueye (15.) vergab eine Großchance aber leichtfertig. Vom Schock der Auswechslung von Cedric Brunner, der nach einem Zusammenstoß im Luftduell mit Jamilu Collins vom Feld getragen werden musste (37.), erholte sich Bielefeld dann schnell: Einen Abschlag von Torwart Stefan Ortega verlängerte Andreas Voglsammer per Kopf in den Lauf von Klos, der mühelos vollstreckte.

Auch nach der Pause funktionierte Bielefelds Erfolgsrezept bestens. Voglsammer verlängerte eine Ecke an den zweiten Pfosten, wo Klos zu seinem 16. Saisontor einschob.

Dresden - St. Pauli 2:1 (1:0)

Tore: 1:0 Ebert (23., Handelfmeter), 1:1 Diamantakos (57.), 2:1 Burnic (75.)

Ohne seinen wechselwilligen Stammtorhüter Markus Schubert hat Zweitligist Dynamo Dresden den wohl entscheidenden Schritt zum Klassenerhalt gemacht. Die Sachsen setzten sich am drittletzten Spieltag mit 2:1 (1:0) gegen den FC St. Pauli durch und bauten den Vorsprung vor dem 1. FC Magdeburg auf dem Relegationsplatz auf neun Punkte aus.

St. Pauli verspielte wohl seine letzte vage Chance auf den Bundesliga-Aufstieg. Der Rückstand auf Union Berlin auf dem dritten Rang beträgt weiter fünf Zähler.  

Patrick Ebert verwandelte einen umstrittenen Handelfmeter zur Dresdner Führung (23.). Der Ball war Jan-Philipp Kalla nach Eberts Schuss von der Brust an die Hand gesprungen. Für den Ausgleich sorgte Dimitrios Diamantakos (57.). Dzenis Burnic sicherte den Gastgebern vor 30.803 Zuschauern den Sieg (75.).

Dynamo-Trainer Christian Fiel hatte auf Keeper Schubert verzichtet, der seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wollte. Der 20-Jährige war im Auswärtsspiel am vergangenen Freitag beim FC Ingolstadt (0:1) von Dresdner Anhängern verbal attackiert worden. Fiel wollte Schubert vor einem weiteren Spießrutenlauf schützen.

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