Verteidiger Gimenez köpft Uruguay kurz vor Schluss zu WM-Auftaktsieg gegen Ägypten
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Zittersieg für Gruppenfavorit Uruguay! Die Südamerikaner tun sich mit den ohne Salah angetretenen Ägyptern lange schwer - dann kommt Gimenez.

Ohne den maladen "König der Pharaonen" hat Ägypten bei seinem WM-Comeback einen Achtungserfolg durch einen Last-Minute-Treffer knapp verpasst. In Abwesenheit des an der Schulter verletzten Mohamed Salah, der an seinem 26. Geburtstag nur auf der Bank Platz genommen hatte, unterlagen die Nordafrikaner bei ihrem ersten WM-Spiel seit 28 Jahren Uruguay mit 0:1 (0:0). Das Tor für die Celeste um die Stürmerstars Luis Suarez und Edinson Cavani erzielte im Stadion von Jekaterinburg Verteidiger Jose-Marie Gimenez (89.).

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Die Chancen der Ägypter auf den Einzug in die K.o.-Runde sind damit stark gesunken. Uruguay dagegen setzte sich in der Gruppe A auf Rang zwei hinter Gastgeber Russland, der am Donnerstag im Eröffnungsspiel der WM ein überfordertes Saudi-Arabien mit 5:0 (2:0) bezwungen hatte. Ägypten, erstmals seit 1990 bei einer WM dabei, trifft am Dienstag in St. Petersburg auf Russland, Uruguay einen Tag später in Rostow am Don auf die Saudis.

In einem Spiel ohne große Höhepunkte fehlte Salah den Ägyptern als Führungsfigur, Abnehmer von Pässen und Unruhestifter der gegnerischen Abwehr an allen Ecken und Enden. Eine echte Chance hatte die Mannschaft des argentinischen Trainers Hector Cuper nicht, konnte den schwachen Uruguayern, für die Edinson in der 88. Minute per Freistoß den Pfosten traf, aber gut Paroli bieten - bis zu einer Flanke kurz vor Ende der regulären Spielzeit, als Gimenez den Ball per Kopf ins Netz wuchtete. 

Ägypten: Amr Warda spielte statt Salah

Die Schocknachricht vom Fehlen des Hoffnungsträgers hatten Tausende zuvor noch euphorische Ägypter vor und im Stadion rund 100 Minuten vor dem Anpfiff zu verdauen. Als der Verband die Aufstellung twitterte, fehlte der Name Salah. Anstelle des Superstars, des Torschützenkönigs der Premier League, des Königs der Pharaonen, spielte: Amr Warda von Atromitos Athen, kein Länderspieltor.

Der als Mauer-Mannschaft verschriene Außenseiter versteckte sich nicht, stand relativ hoch, Mohamed Elneny vom FC Arsenal gab den Ballverteiler im Mittelfeld. Und: Die Defensive stand gut. Uruguay brachte sein exzellentes Sturmduo Suarez/Cavani nicht so recht in Position.

Chancen hatten die beiden Angreifer dennoch: In der 24. Minute schoss Suarez aus kurzer Distanz nur ans Außennetz. In der 73. Minute scheiterte er ebenso wie zehn Minuten später Cavani an Torwart Mohamed El Shennawy, der überraschend für den 45 Jahre alten Essam El Hadary spielte. Der Spielaufbau der Uruguayer lief ansonsten zäh, weil Ägypten geschickt das Zentrum verdichtete.  

Erstaunlicherweise war das Stadion in Jekaterinburg nicht sonderlich gut besucht, obwohl es das zweitkleinste der WM ist. Die gigantischen Stahlrohtribünen hinter beiden Toren für je 6000 Zuschauer waren besetzt, aber abseits davon zeigten sich viele Lücken - nur 27.015 Besucher besetzten die etwas mehr als 35.000 Plätze. Die FIFA kündigte deswegten prompt eine Untersuchung an.

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