Paraguay: Der Geheimfavorit mit den wertvollen Schattenspielern

Paraguay ist bislang zweifelsohne eine der positiven Überraschungen des Welt-Championats. Gegen die Slowakei überzeugte die „Albirroja“ durch geradlinigen und eleganten Fußball. Doch nicht nur die Stars um Barrios und Santa Cruz wussten zu überzeugen, auch die sogenannten Schattenspieler um Vera, Riveros und Caceres glänzten.
Bloemfontein. Was Paraguay am zweiten Spieltag der Vorrundengruppe F beim souveränen und nie gefährdeten 2:0-Erfolg über die Slowakei ablieferte, war aller Ehren wert.

Slowakei im „falschen Film“


Von Beginn weg schnürte die „Albirroja“ die teils maßlos überforderten Osteuropäer in deren Hälfte ein. Das Spiel der Südamerikaner war in erster Linie gekennzeichnet von Geradlinigkeit. Unheimlich schnell schalteten die Martino-Schützlinge von Defensive auf Offensive um, womit sich Hamsik & Co. in keiner Spielphase zurechtfanden.



Eleganz kommt nicht zu kurz

Doch neben dem Schnörkellosen im Spiel, fand auch die Eleganz, nicht jedoch das Spiel für die Galerie, jede Menge Platz. Bei ihrer achten WM-Teilnahme scheint Paraguay jedoch nicht nur bei der Spielweise die ideale Mischung gefunden zu haben, auch das Spielerreservoir und die Teamzusammenstellung ist wohl die Beste in der 91-jährigen Verbandsgeschichte.

Stars fressen Kilometer

Vorne sind sich die sogenannten „Superstars“ Roque Santa Cruz, Nelson Valdez und Lucas Barrios für keinen Weg zu schade und schaffen sich so gegenseitig enorm wichtige Räume, in welche sie bei der ersten sich bietenden Gelegenheit blitzartig reinstoßen. Letzterer strahlt zudem eine enorme Torgefährlichkeit aus, brachte die langersehnten Knipserqualitäten ins Team. Mit Benficas Oscar Cardozo weiß Martino zudem noch einen kaltschnäuzigen Joker der Extraklasse auf der Bank. Wohl dem, der über solch eine Offensive verfügt.

Quantensprung der „Arbeiter“


Doch was gegen die Slowakei besonders ins Auge stach: Die sogenannten „Arbeiter“ um Sechser Victor Caceres und den beiden Flügelflitzern Enrique Vera und Cristian Riveros machten im Vergleich zu vor vier Jahren einen Quantensprung.

„Schattenspieler“ liefern Präzisionsbälle

Die drei in der Heimat oft als „Schattenspieler“ titulierten Akteure pressten früh, was mit unzähligen Balleroberungen quittiert wurde. Des Weiteren gewannen die beiden Außen beinahe jeden Zweikampf und waren nicht selten mit dem Spielgerät an den Beinen schneller wie ihre perplex wirkenden Mitspieler, welche sie regelmäßig zu Statisten degradierten. Auch die Zuspiele in die Spitze landeten nicht nur in Ausnahmefällen punktgenau am Rist des Mitspielers. Nicht unerwähnt lassen darf man dabei die Namen der beiden Torschützen gegen die Slowakei. Richtig! Vera und Riveros! Auch Torgefahr gehört also zu ihrem Repertoire.

Goldene Generation mutiert zum Geheimfavoriten

Mittlerweile sind nicht wenige Experten der Ansicht, dass diese „Albirroja“ die „goldene Generation“ Paraguays darstellt und noch in Südafrika für die eine oder andere Überraschung sorgen wird. In der Rolle des Geheimfavoriten fühlt man sich jedenfalls sichtlich wohl.

Eure Meinung: Was traut Ihr Paraguay bei dieser WM noch zu?