Die WM-Trainer: Nordkoreas Kim Jong-Hun – viel Freude für den Diktator

Die Temperaturen sinken zwar noch nicht wirklich, doch die Vorfreude auf die WM in Südafrika steigt von Tag zu Tag. Um euch die Wartezeit auf das farbenfrohe Fußballfest und den Klang der Vuvuzuelas zu verkürzen, haben wir unsere Serie Know Your Rivals ins Leben gerufen. In dieser Woche erfährt ihr alles über die 32 WM-Trainer. Heute: Kim Jong-Hun.
Berlin. Trainer Kim Jong-Hun hat in Nordkorea bereits Geschichte geschrieben, ohne dass die Weltmeisterschaft begonnen hat. Denn die nordkoreanische Nationalmannschaft ist erstmals seit 44 Jahren wieder bei einer Weltmeisterschaft dabei. Und das ist in erster Linie ein Verdienst von Trainer Kim Jong-Hun, der von den 32 WM-Trainern derjenige mit dem geringsten Jahres-Gehalt ist.

Seit 2007 Nationaltrainer Nordkoreas

Der übernahm 2007 die Geschicke der Nationalelf und führte sie fast schon sensationell nach Südafrika. „Ich möchte mich bei den Spielern für ihre großartige Leistung bedanken“, sagte er nach dem entscheidenden 0:0 Nordkoreas gegen Saudi-Arabien – eine für den zurückhaltenden und bescheidenen Coach schon fast euphorische Äußerung.

25. Armee-Klub

Viel ist es nicht, was über den regimetreuen Kim Yong-Hun bekannt ist. Er war in den 80er Jahren einer der besten Verteidiger des Landes, spielte für das Team mit dem glorreichen Namen 25. Armee-Klub und war Kapitän der Nationalmannschaft Nordkoreas. Fakt ist jedoch, dass sein Team und der Trainer selbst mit der Gruppenauslosung für die Überraschung, es überhaupt nach Südafrika geschafft zu haben, mit großartigen Gegner wie Brasilien, Portugal und die Elfenbeinküste belohnt wurden.

Fünf Jahre ohne Spiel

Nordkoreas Diktator Kim Jong-il war laut Welt 1993 einmal so über eine Niederlage der Nationalelf gegen Erzfeind Südkorea erbost, dass sie fünf Jahre lang nicht an internationalen Wettbewerben teilnehmen durfte. Doch mit der WM-Qualifikation und der weltweit erreichten Aufmerksamkeit, hat Kim-Jong-Hun sich in die Herzen des mächtigsten Mannes des Landes gespielt bzw. trainiert.

Konservatives Spielsystem

Eine spielerische Sensation wird von den Nordkoreanern bei der Weltmeisterschaft nicht zu erwarten sein. Denn Kim-Jong-Hun lässt sein Team verteidigen setzt auf ein konservatives 5-4-1-Systen unter dem Motto hinten dicht und vorne hilft der Diktator Kim Jong-il. Immerhin wurde damit die für nahezu unmöglich gehaltene WM-Teilnahme perfekt gemacht.

Eure Meinung: Was traut Ihr der nordkoreanischen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika zu?


WM-Gastgeber Durban