Man of the Match: Darijo Srna

Ein Spieler muss eben auch hin und wieder Überstunden leisten. Manchmal sogar eine ganze Weile. So auch am Mittwoch die 22 Akteure beim UEFA-Cup-Endspiel in Istanbul. Aber so recht des länger Arbeitens gewillt waren nur die Mannen aus der Ukraine. Vor allem ein Spieler war topfit und über die gesamte Spieldauer hinweg auf der Höhe.

(dw) Istanbul. Am Ende kannte der Jubel bei Schachtjor Donezk keine Grenzen. Minutenlang gingen die Spieler teilweise mit ungläubigem Blick über den Rasen. Die meisten konnten noch nicht so recht begreifen, dass sie gerade Geschichte geschrieben hatten. Toll, wie die Mannschaft im Kollektiv gegen den SV Werder Bremen kämpfte und genau mit dieser Einstellung den Hanseaten überlegen war. Klasse, dass die Kicker aus der Ukraine auch spielerisch bemüht waren. Auch wenn vieles einem Mann zu verdanken war: Darijo Srna.

Dreh- und Angelpunkt der Partie

Auf seinen Füßen wurde die komplette Partie entschieden, seine Werte nach der Begegnung waren überragend. Nicht nur, dass er den späten Treffer stark vorbereiten konnte. Auch ansonsten war er während der 120 Minuten immer anspielbar und als die Bremer schon den kürzeren Atem zu haben schienen, war der Kroate immer noch fleißig und den Titel vor den Augen sehend hochmotiviert. Er hatte in der Partie zwei Torschüsse selbst abgegeben und zwei weitere vorgelegt. Besagter Treffer in der Nachspielzeit resultierte aus einer dieser Vorlagen.

Aber das war bei weitem noch nicht alles, was der Mittelfeldmann leistete. Er hatte die mit Abstand meisten Ballberührungen auf dem Feld. Insgesamt war er sensationelle 147 Mal am Leder. Zum Vergleich: Torsten Frings hatt mit 71 Kontakten zum Spielgerät nicht einmal halb so viele Aktionen. Von Özil (67) und Niemeyer (55) mal ganz zu schweigen. Nicht zu missachten auch die extreme Präzision von Srna. Er brachte sagenhafte 87 seiner 93 Pässe zu einem Mitspieler. Das sind 97 Prozent – ein genialer Wert. Auch da hinken Frings, Özil und Co. weit hinterher.

Seit 2003 als disziplinierter Kämpfer

Es war vielleicht die wichtigste Partie in der Karriere des Daijo Srna. Seit 2003 steht der aktuelle Kapitän in Donezk unter Vertrag. Alle Arbeit hatte sich an diesem Abend ausgezeichnet. Der UEFA-Cup geht in die Ukraine. Auch weil Srna zuletzt lachte. Und wer beim Lachen den Abschluss gibt, lacht ja bekanntlich am längsten.

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