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FC Barcelona - Real Madrid: Vergleich der Keeper

(en) Barcelona/Madrid. Wir wollen Euch die Wartezeit bis zum „clásico" etwas verkürzen und mit einer kleinen Serie auf das große Spiel einstimmen: Einem Vergleich der Mannschaftsteile beider Teams, heute beginnend mit den Torhütern. Es stehen sich gegenüber: Barças Víctor Valdés und Madrids Iker Casillas.

FC Barcelona: Víctor Valdés

Der 26-Jährige gebürtige Katalane gehört – abgesehen von einer zweijährigen Unterbrechung – seit seinem 10. Lebensjahr dem FC Barcelona an. In dieser Zeit weilte Valdés auf Teneriffa und spielte für den dortigen Inselklub Ibarra. In der berühmten Jugendakademie des FC Barcelona, „La Masia", wurden die Fähigkeiten des großen Talents zur Entfaltung gebracht.

Seinen ersten Einsatz für die Profimannschaft absolvierte Valdés 2002 unter dem damaligen Coach Louis van Gaal, der jedoch im weiteren Saisonverlauf nicht weiter auf ihn setzte. Erst zur Saison 2003/04 unter dem neuen Trainer Frank Rijkaard konnte Valdés seinen Stammplatz zurückerobern, den er bis heute nicht mehr abgegeben hat. Die Spielzeit 2004/05 geriet zu seiner bisher besten, als der Keeper mit lediglich 25 Gegentoren in 35 Ligaeinsätzen zum großen Rückhalt seines Teams wurde und die Trophäe „Zamora“ als Torwart mit den wenigsten Gegentoren der Primera División erhielt.

In der Folgezeit geriet Valdés aufgrund vermehrter Fehlgriffe in die Kritik, obwohl Leistungsschwankungen bei einem jungen Spieler wahrlich keine Seltenheit darstellen. Glanztaten wie beispielsweise im Endspiel der Champions League 2006 gegen den FC Arsenal (2:1) ließen bereits aufkommende Gerüchte verstummen, Barça sei auf der Suche nach einer neuen Nummer eins. In der aktuellen Spielzeit hat Valdés seine Form weiter stabilisiert; dass die Katalanen in vierzehn Ligaspielen erst ganze neun Gegentreffer kassierten, ist entscheidend auch sein Verdient.

Valdés Stärken liegen eindeutig auf der Linie, als Beleg dienen seine glänzenden Reflexe. Auch im Duell „eins gegen eins“ sowie in guter Spielantizipation liegen seine Stärken. Verbesserungspotenzial lässt sich insbesondere in der Strafraumbeherrschung (festzustellen bei gegnerischen Ecken) und weiterhin gelegentlichen „Aussetzern“ festmachen. Auch in punkto Präsenz kann der Keeper noch zulegen. Mit 1,83 Meter verfügt Valdés über eine für einen Torwart nicht enorme, jedoch angemessene Körperlänge.

Real Madrid: Iker Casillas

Der 27-Jährige gebürtige Madrilene spielt ebenfalls bereits seit der Kindheit für seinen Klub. Bereits im Alter von acht Jahren trat er der Jugendabteilung der „Königlichen“ bei. Nachdem Casillas schon im zarten Alter von achtzehn Lenzen Stammtorwart Reals wurde und dabei den Deutschen Bodo Illgner verdrängte, wurde er bereits als „Jahrhunderttalent“ gefeiert. Dies umso mehr, als dass er im gleichen Jahre (1999) mit Spanien die Junioren-Weltmeisterschaft gewann.

Ähnlich wie sein Pendant aus Barcelona musste jedoch auch Casillas zunächst seiner jugendlichen Unerfahrenheit Tribut zollen und zeigte logische Leistungsschwankungen. Nachdem der 1,85 Meter große Keeper seinen Stammplatz zwischen den Pfosten zwischenzeitlich verloren hatte, stabilisierten sich seine Leistungen wieder, so dass er inzwischen seit 2002 ein zuverlässiger Rückhalt nicht nur seines Klubs, sondern mittlerweile auch der spanischen Nationalelf ist.

Mit der „selección" feierte Casillas in diesem Jahr einen großen Triumph: Auch dank seiner Paraden gelang Spanien mit dem Europameistertitel der erste große Titelgewinn seit 1964, als die Iberer einst im eigenen Land ebenfalls den EM-Titel gewannen. Im Viertelfinale gegen Italien wurde der „heilige Iker", wie ihn die spanischen Boulevardmedien einst überschwänglich betitelten, zum nationalen Helden, als er im Elfmeterschießen zwei Schüsse parieren konnte.

Auch die Stärken von Casillas liegen eindeutig im Duell „Mann gegen Mann“, in dem er nur selten zu überwinden ist, sowie in seinen Reflexen auf der Linie. Noch heute ist man in Leverkusen davon überzeugt, dass Real Madrid das Finale der Champions League 2002 gegen Bayer 04 nur aufgrund der Einwechslung Casillas’ und seiner unglaublichen Paraden in der Schlussphase der Partie gewann. Die Strafraumbeherrschung und vor allem das Abfangen von Flanken konnte der Keeper im Laufe der Zeit verbessern, dennoch zählen beide Bereiche weiterhin nicht zu seinen absoluten Stärken. Auch Casillas ist vor gelegentlichen Patzern nicht gefeit.

Bewertung

Die Position des Torwarts gehört in Spanien traditionell nicht zu den am stärksten besetzten. Valdés und Casillas zählen jedoch beide zu den besten Torhütern ihrer Liga und müssen auch einen internationalen Vergleich nicht scheuen. Insbesondere Casillas wird spätestens seit der EURO 2008 als einer der besten Schlussmänner des Kontinents anerkannt.

Beide wurden bereits in sehr frühem Alter Stammspieler ihrer Klubs, Beleg ihres herausragenden Talents. Sowohl Valdés als auch Casillas zeichnet eine hohe Identifikation mit ihrem Verein aus, ein Umstand, der sie zu großen Fanlieblingen macht. Ihre Stärken liegen eindeutig auf der Linie, wo sie nur sehr schwer zu bezwingen sind. Mängel in der Strafraumbeherrschung sowie gelegentliche Patzer sind jedoch beiden Keepern nicht abzusprechen. Dennoch: Summa summarum ist Iker Casillas einen Tick stärker als sein Konkurrent einzschätzen, daher:

Punktestand: 0:1 für Real Madrid

Morgen geht es weiter mit Teil zwei unseres Vergleiches, dann werden wir die beiden Abwehrreihen vorstellen.

Eure Meinung: Wen haltet Ihr für den besseren Keeper: Ebenfalls Casillas oder doch Valdés?