Allardyce-Kritik: Van Gaal schlägt mit Statistiken zurück

Der Niederländer kontert die Kritik seines Kollegen Sam Allrardyce, Manchester hätte in West Ham die Bälle planlos nach vorne geschlagen.

Louis van Gaal hat auf einer Pressekonferenz am Dienstag einmal mehr überrascht: Er legte Statistiken zum letzten Spiel Manchester Uniteds bei West Ham United vor. Sein Team hatte durch das späte Tor von Daley Blind zumindest einen Punkt aus dem Upton Park entführt. Nach der Partie stichelte West Hams Trainer Sam Allrardyce, United habe in Ballbesitz das Leder hauptsächlich lang nach vorne geschlagen.

Auf diesen Vorwurf reagierte van Gaal verärgert, schließlich zeigten die Zahlen aus seiner Sicht deutlich, dass die Gäste den besseren Ballbesitz-Fußball geliefert hätten. "Wir haben weite Bälle in die Breite gespielt, um die Seiten zu wechseln. Sie sehen dann natürlich, dass wir lange Bälle spielen, aber wir spielen die Bälle mehr in die Breite, als zu den Stürmern", erklärte der Niederländer.

Nachdem diese Taktik lange Zeit nicht aufgegangen war, ordnete van Gaal dann Mitte des zweiten Durchgangs eine Umstellung an. "Nach 70 Minuten ohne Erfolg, trotz guter Chancen, habe ich den Spielstil geändert und mit den Qualitäten von Fellaini haben wir dann mehr lange Bälle in die Spitze gespielt", erläuterte er den Medienvertretern. "So haben wir auch das Tor erzielt. Ich würde sagen, eine sehr gute Entscheidung des Trainers."

Van Gaal geht gegen Strafe vor

Ein kleinen Seitenhieb in Richtung Sam Allrardyce konnt ersich auch nicht verkneifen. "Wenn man sich anguckt, wie viel Prozent der lange Bälle zu den Stürmern gespielt wurden, sieht man, dass West Ham 71 Prozent und wir 49 Prozent der langen Bälle zu den Stürmern geschlagen haben", so der 63-Jährige. "Ich gebe ihnen die Statistiken. Sie können sie kopieren und dann Big Sam (Sam Allrardyce, Anm. d. Red.) zeigen, vielleicht kann er das besser interpretieren."

Unterdessen wurde am Dienstag außerdem bekannt, dass van Gaal gegen eine Strafe des englischen Fußballverbands FA vorgehen will. Der ehemalige Coach des FC Bayer hatte nach dem peinlichen 0:0 im FA-Cup bei Viertligist Cambridge United unter anderem den Unparteiischen für das Ergebnis verantwortlich gemacht und beantragte im Rahmen der Ermittlungen nun eine mündliche Verhandlung, deren Termin noch nicht feststeht. Das genaue Strafmaß steht noch nicht fest.

"Alle waren gegen uns. Der Rasen, der Schiedsrichter - alles, was man sich vorstellen kann. Es ist immer das Gleiche mit den Schiedsrichtern, egal, wo ich als Trainer gearbeitet habe", hatte er gesagt gesagt. Das Wiederholungsspiel gewann United dann 3:0.