Goal.com's Top 50: Die besten englischen Spieler – Tony Currie (49)

Goal.com hat eine Liste der besten englischen Spieler aller Zeiten zusammengestellt. Auf Platz 49 befindet sich Tony Currie, der viel gefeierte, beste Spieler Sheffield Uniteds und kreativste von Leeds United…
(ab) London. Tony Currie war ein Entertainer auf dem Platz, der es verstanden hat, die Leute zu unterhalten. Er war ein extravaganter Spieler, und durch seinen Piraten-Style wurde er für eine Generation von Sheffield United-Fans zum Helden. Bis heute gab es keinen vergleichbaren Spieler wie ihn in Sheffield.

Wechsel zu Watford

Currie spielte in der Jugend für Chelsea London, wurde dort aber für nicht gut befunden. Der FC Watford erkannte Curries Potenzial und verpflichtete ihn. 1967 gab er sein Debüt in der ersten Mannschaft, die damals in der dritten Liga spielte. Er absolvierte 18 Partien für die Hornets, dabei erzielte er neun Treffer. Kurz nach seinem 18. Geburtstag wechselte der Mittelfeldspieler dann zum Zweitligisten Sheffield United. Als die Blades 1970-71 unter Trainer John Harris mit einem attraktiven Spielstil in die erste Liga aufstiegen, war der Mann mit der Nummer 10 der entscheidende Spieler.

Unverkennbare Merkmale


Der Aufstieg war einer von Curries Karrierehöhepunkte. Er war 21 Jahre alt zu diesem Zeitpunkt, und er dirigierte das Tempo eines Teams, welches immer nach vorne spielte – er hielt die Fäden in der Hand. Sheffield Fans werden bestätigen, dass es Currie war, der das Team aus dem Mittelfeld geführt hat, und der für die entscheidenden, spielerischen Momente und Pässe zuständig war. Es war ein denkwürdiger Anblick, ihn spielen zu sehen. Tony Currie hatte viel Power, seine langen, blonden Haare wehten im Wind, das Trikot hing über seiner Shorts, er machte mit dem Ball genau, was er wollte. Seine Spielart vereinte Schnelligkeit mit Kraft, seine Pässe kamen auch über eine große Distanz genau an.

Currie und Three Lions, das passte nicht


Die Spiele in der ersten Liga machten Currie noch stärker, er wurde schnell in Englands Jugend-Nationalmannschaften berufen. 1972 wurde er von Sir Alf Ramsey gegen Nordirland zum ersten Mal ins A-Nationalteam berufen – es war ein weiterer Meilenstein in seiner Karriere, er machte von 1972 bis 1979 insgesamt 17 Spiele. Letztendlich zu wenig, wenn man seine Fähigkeiten betrachtet. Zu dieser Zeit legten die Nationaltrainer Englands aber wenig Wert auf einfallsreiche, originelle Spieler.

Erneut Liebling der Massen


Es wäre vielleicht alles anders gelaufen, wenn er früher zu einem großen Verein gewechselt wäre. Currie machte für Sheffield 376 Spiele, in denen er 66 Tore erzielte, bevor er im Juni 1976 für eine Ablöse von knapp 300.000 Euro zu Leeds United wechselte. Obwohl Leeds nicht an die tollen Zeiten unter Don Revie anknüpfen konnte, hatte der Klub eine gute Mannschaft, und Currie, der den Platz von Johnny Giles einnahm, war über drei Jahre an der Elland Road immer präsent und für seinen Einsatz geliebt von den Fans.

Denkwürdiges Duell


Tony Curries Zeit bei Leeds fiel in die Jahre, als der große schottische Trainer, Jock Stein, das Team für 45 Tage trainierte. Als Leeds die Saison 1978-79 in Highbury gegen Arsenal London eröffnete, standen zwei Artisten auf dem Feld: Liam Brady für Arsenal und Currie, die sich beide mit Kreativität auf dem Platz duellierten. Die Fans waren begeistert und applaudierten.

Finale der Höhepunkt


Nach 102 Ligaspielen und elf Toren wechselte Currie für 600.000 Euro im August 1979 zu den Queens Park Rangers. In diese Zeit fällt nach eigener Aussage der größte Moment in seiner Karriere: Das FA-Cup-Finale 1982 gegen die Tottenham Hotspur. Nach einem erkämpften 1:1 im ersten Spiel, verloren die Rangers das Wiederholungsspiel mit 0:1 gegen Tottenham. Für Currie war es dennoch ein ganz besonderes Spiel, denn er lief für den suspendierten Glenn Roeder als Kapitän auf das Spielfeld. Doch er verursachte auch den Elfmeter für Tottenham, den Glenn Hoddle sicher zum 1:0-Sieg verwandelte.

Kaputtes Knie bedeutet das Ende


Aufgrund einer Knie-Verletzung musste Currie nach 81 Spielen mit fünf Treffern für Queens Park seine Karriere in den höheren Ligen beenden. Nachdem sich Tony Currie noch einmal zurückgekämpft hatte, spielte er für zwei Monate bei den Toronto Nationals in Kanada, bevor er nach England zurückging, um für Chesham United zu spielen. 1984 wechselte er zu Torquay United, wo er noch 16 Spiele absolvierte und immerhin noch einmal ins Tor traf. Nach einiger Zeit konnte Currie nicht weiterspielen und beendete seine Karriere. Fast fünf Jahre suchte er eine Beschäftigung, bevor Sheffield United ihm 1988 ein Angebot machte, als Funktionär für den Verein zu arbeiten – bis heute ist Currie mit großem Enthusiasmus dabei.

Tony Curries hat wohl nie die Anerkennung bekommen, die er verdient hätte. Seine Fähigkeiten wurden lange Zeit, besonders in Englands Nationalteam, unterschätzt. Currie war ein brillanter, mutiger und ungewöhnlicher Spieler – ein Original, der zu allererst ein Entertainer war.

Tony CURRIE

Geboren: 1/1/1950, Edgware, London, England
Position: Mittelfeld
Einsätze im Nationalteam: 17 / Tore: 3
Vereine: Watford, Sheffield United, Leeds United, Queens Park Rangers, Torquay United

Erfolge

Zweitliga-Meister (1970-71)
FA-Cup-Finalist (1981-82)
Spieler des Jahres bei Leeds United (1978)
Nominiert vom Magazin FourFourTwo zum besten Spieler aller Zeiten bei Sheffield United (2006)

Schon gewusst… Tony Curries Neffe, Darren Currie, hat schon mehr als 400 Ligaspiele für verschiedene Klubs wie Barnet, Wycombe, Ipswich, Derby und Luton gemacht und spielt momentan in der vierten englischen Liga für den FC Chesterfield.

Auf Platz 50: John Terry