Jogi Löw vor dem Nachbarschaftsduell: „Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen die Faröer“

Der Bundestrainer gab Auskunft vor der zweiten Partie der WM-Qualifikation gegen Österreich und sprach anerkennend über die Entwicklung beim Alpennachbarn.
Wien. Beliebtes Ritual vor Länderspielen: Auch im Vorfeld der Partie Deutschlands gegen Österreich in der WM-Qualifikation stellte sich Bundestrainer Joachim Löw dem Frage- und Antwortspiel mit den Journalisten, ließ sich personell zwar nicht übermäßig in die Karten blicken, doch gab einen Eindruck von der aktuellen Stimmung im Team.

Spiel auf Augenhöhe - alle an Bord

Löw hat die derzeitige Aufbruchstimmung im Lager des Gegners durchaus mitbekommen: „Ich habe natürlich auch die Zeitungen studiert und festgestellt, dass Österreich selbstbewusste Aussagen macht - zurecht, sie haben die letzten Spiele gewonnen, sich weiterentwickelt und sind konkurrenzfähig. Ich erwarte ein Spiel auf Augenhöhe. In Wien hatten wir auch schon immer mal Probleme.“

Was die Verletztenmeldungen der letzten Tage betraf, gab es Entwarnung: „Alle sind einsatzfähig, Schmelzer konnte trainieren, hatte keine weiteren Probleme, sollte das Mannschaftstraining absolvieren können und einsatzfähig sein, genau wie Kroos, der Samstag schon trainiert hatte, alle sind bei bester Gesundheit.“

„Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen die Faröer“

Damit ist die Möglichkeit für weitere taktische Optionen gegeben, doch ob das auf eine Doppelsechs hinauslaufe, wollte der DFB-Coach nicht verraten und teilte zudem eigene Ansichten zu dieser Variante mit: „Es wird ein ganz anderes Spiel als gegen die Faröer, das war teilweise nicht so leicht bei den langen Bällen, die sie nach vorn geschlagen haben. Nun geht es um ganz andere Dinge – Österreich spielt mit einer ganz anderen Direktheit nach vorne als Faröer. Es gibt für mich eigentlich keine Doppelsechs, sondern drei Mittelfeldspieler, die offensiv Akzente setzen und auch defensive Aufgaben übernehmen müssen: den Gegner stören, die Räume eng machen, auch Torgefahr und das Spiel nach vorne müssen sie können. Egal wer spielt, er muss diese Aufgaben erfüllen.“

Letztlich keine Sorgen macht er sich beim Thema Chancenverwertung, auch wenn immer mal wieder der Fokus im Training darauf gelegt werden solle, was gar nicht so leicht sei: „Es ist nicht so einfach, das zu trainieren, den Wettbewerb zu simulieren – wir haben uns viele Chancen erarbeitet in den letzten Spielen und nicht alle genutzt. Wir müssen versuchen, die Konzentration da hochzuhalten, aber wir waren in den letzten Qualifikationen in der Lage, viele Tore zu erzielen, wir haben mit die meisten von allen Nationen gemacht, aber wir müssen da schon dran arbeiten. Gegen die Faröer war in der Konzentration nicht die letzte Durchschlagskraft, das können wir besser.“

„Es gibt für mich eigentlich keine Doppelsechs, sondern drei Mittelfeldspieler, die offensiv Akzente setzen und auch defensive Aufgaben übernehmen müssen.

Die nächsten kleinen Schritte machen - und auf Sieg spielen

Doch insgesamt gehe es darum, nach dem großen Verbesserungen in den letzten Jahren nun in der Feinabstimmung die kleinen Dinge zu perfektionieren, an die Endrunde denke ohnehin noch niemand: „Es macht keinen Sinn, jetzt schon über das WM-Turnier zu reden. Das ist eine Qualifikation mit einer wahnsinnig ausgeglichenen Gruppe, niemand bei uns denkt jetzt schon an Brasilien. Wir müssen den nächsten Schritt machen und uns verbessern.“

Und auch, wenn diese Duelle im Ernst-Happel-Stadion für Österreich eine große Bedeutung haben, die Zuschauer sicher bedingungslos hinter ihrem Team stehen und eine ganz besondere Atmosphäre erzeugen werden – eine Sache wollte der Bundestrainer abschließend klarstellen: „Unabhängig vom Personal ist auch morgen unsere Ausrichtung, dass wir auf Sieg spielen werden.“ Um den optimalen Start in die Qualifikation perfekt zu machen – auch wenn es sicher schwerer wird als gegen die Faröer-Inseln.

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