Emir Spahic: Ausraster mit Vorgeschichte

Nach dem Pokalspiel gegen die Bayern prügelte sich Spahic mit Ordnern seines Vereins, der Polizei liegt eine Anzeige vor. Dieser Ausraster war nicht der erste des Innenverteidig...

Es war nach der Pokalniederlage gegen den FC Bayern am vergangenen Mittwoch, als Leverkusens Emir Spahic die Sicherungen durchbrannten. Er lieferte sich eine handfeste Auseinandersetzung mit Ordnern des eigenen Vereins. Wenig später tauchte bei Bild.de ein Video des Eklats auf. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Körperverletzung, Roger Schmidt zeigte sich "schockiert". Der Verein schließt Sanktionen nicht aus - etwaige Strafen werden aber erst diskutiert, wenn die Aufklärung vollends abgeschlossen ist. 

Spahics Attacke ist kein Einzelfall. Auch in der Vergangenheit neigte er zu Aussetzern. 2013 parkte er nach Informationen der Bild und des Express auf dem Parkplatz von Klubpräsident Wolfgang Holzhauser. Als Pressesprecher Dirk Mesch ihn dazu aufforderte, den Parkplatz zu räumen, ging er auf den Sprecher los und soll ihn sogar am Hals gepackt haben.

Tipico

Auch auf dem Feld kam es schon zu Auseinandersetzungen. Im Dezember 2013 lieferte er sich ein Handgemenge mit Dortmunds Henrikh Mkhitaryan. Spahic erhielt folgerichtig die Rote Karte und wurde für drei Spiele gesperrt. Zudem sah er in dieser Saison schon zweimal Gelb-Rot.

Sieben Spiele Sperre: Bis heute Ligue-1-Rekord

Begibt man sich in Spahics Vergangenheit bei Sevilla und Montpellier, findet man auch dort Ausraster. Gegen Lens streckte er 2011 Gegenspieler Issam Jeema mit einem Ellbogencheck nieder. Sieben Spiele Sperre sind bis heute der unrühmliche Rekord in der Ligue 1. Nach dem Absitzen seiner Strafe leistete er sich erneut eine Tätlichkeit, die weitere vier Spiele Sperre zur Folge hatte. 

Nach seinem Wechsel zu Sevilla war der Bosnier zwar älter, aber keineswegs weiser. Im Training mussten ihn Teamkollegen davon abhalten, auf einen schimpfenden Fan loszugehen. In einem weiteren Training geriet er mit Mitspieler "Pitbull" Gary Medel aneinander. Nach einer Rangelei mussten die Streithähne getrennt werden. Ebenfalls in seine Zeit in Andalusien fällt ein Vorfall im Pokal, als ihn Kapitän Rakitic rüde zurück halten musste, bevor er auf Fans zustürmte. 

Gerüchten zu Folgen soll es bei der WM in Brasilien zudem eine Rangelei mit Vedad Ibisevic gegeben haben. Diesen Vorfall leugnete Spahic öffentlich - es war das einzige Mal, dass er etwas vehement abstritt. Wie Bayer jetzt auf den Wiederholungstäter reagiert, bleibt abzuwarten. Ausgeschlossen sind Konsequenzen jedenfalls nicht, denn Leverkusen hat in der Vergangenheit mehrfach klar gemacht, dass Verstöße gegen die internen Regeln bestraft werden. Und ein Angriff auf Mitarbeiter des Vereins ist sicherlich ein verheerender Verstoß.

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