Braunschweig demütigt den Hamburger SV - Held Kumbela trifft und schweigt

Domi Kumbela hat den Abstiegsthriller gegen den HSV zugunsten von Eintracht Braunschweig entschieden. Trainer Lieberknecht huldigte dem Dreifach-Torschützen.
Braunschweig. Als Torsten Lieberknecht zu seiner oscarreifen Dankesrede ansetzte, stand der Hauptdarsteller des packenden Abstiegs-Krimis schon unter der Dusche. Nein, Domi Kumbela hatte nach seinem überlebenswichtigen Dreierpack gegen den Hamburger SV (4:2) keine Lust auf Interviews. In der Minute des sportlichen Triumphes holten den Kongolesen die Erinnerungen an schwierige Wochen wieder ein.

"Ich kann heute Dank sagen", sagte Löwen-Trainer Lieberknecht mit ordentlich Pathos in der Stimme: "An meine Mannschaft, die das Herz in die Hand genommen hat. An unsere Fans, die uns unglaublich unterstützt haben. Und an Domi Kumbela, der das Spiel im Alleingang gedreht hat." Einen Spickzettel brauchte er für seine Laudatio nicht.

Zu präsent war dem 40-Jährigen noch die Energieleistung seines Teams, die den Abstiegskampf erst so richtig spannend macht. "Uns ist es gelungen, den Bock umzustoßen. Wir sind immer noch Letzter, aber immer noch in der Nähe der Möglichkeiten", sagte Lieberknecht. Die Hoffnung auf das Wunder namens Klassenerhalt lebt - daran hat Schweiger Kumbela einen großen Anteil.

Braunschweig hofft

Lange sah es im Verlauf der schwierigen Saison für den Aufsteiger so aus, als könnte er nicht mehr voll auf seinen Aufstiegshelden (19 Tore) setzen. Erst stoppte Kumbela am Anfang der Saison ein Sehnenanriss. Dann fanden private Probleme Ende des vergangenen Jahres den Weg in die Öffentlichkeit, die Polizei nahm Ermittlungen wegen des Verdachts der Körperverletzung nach einem Streit mit seiner Freundin auf.

Die Polizei sprach hinterher von "wechselseitigen Tätlichkeiten. Beide beschuldigen sich gegenseitig." Kumbela wirkte danach stark angeschlagen. Doch gerade als die Löwen drauf und dran waren, den Anschluss zu verlieren, war er plötzlich wieder da. "Für Kumba freue ich mich sehr", sagte Karim Bellarabi, "es ist ein besonderer Tag für uns und die Eintracht."

Erst zur Halbzeitpause eingewechselt, drehte Kumbela mit seinen Treffern (51., 61., 85.) das Spiel. Zuvor schien das Pendel in Richtung des HSV auszuschlagen, denn Hamburgs Pierre-Michel Lasogga (23.) hatte die Braunschweiger ins Hintertreffen gebracht. Jan Hochscheidt (90.+3) machte vor 23.200 Zuschauern mit dem 4:2 schließlich alles klar. Der Ausgleichstreffer von Ivo Ilicevic (76.) zum zwischenzeitlichen 2:2 reichte dem HSV nicht zum Punktgewinn. Dank Kumbela.

"Er hatte es in den letzten Wochen sicher schwer, mit der Situation umzugehen. Aber er hat es hoch professionell gemacht", sagte Lieberknecht: "Und die letzten Trainingseinheiten haben gezeigt, dass er wieder Torgefahr ausstrahlt." Nun soll Kumbela auch in der kommenden Woche beim nächsten Abstiegsgipfel in Nürnberg treffen. Dann darf er gerne wieder schweigen.

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