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Frankfurts Vorstandschef will die Vorwürfe von Hoeneß nicht auf sich sitzen lassen: „Ich denke mal, dass er da vom Tegernsee aus die Bayern im Auge und damit genug zu tun hat.“

Frankfurt. Eintracht Frankfurts Vorstandschef Heribert Bruchhagen bittet nach dem Pyro-Eklat von Leverkusen um Unterstützung - Ratschläge von Uli Hoeneß sind am Main aber keineswegs willkommen.

Mit den Bayern genug zu tun

 „Ich denke mal, dass er da vom Tegernsee aus die Bayern im Auge und damit genug zu tun hat“, sagte Bruchhagen am Mittwoch über den Präsidenten von Bayern München. „Der kann sich von den Dingen, die wir hier in Frankfurt tun, überhaupt kein Bild machen. Dafür ist er viel zu weit entfernt. Ich messe dieser Aussage keine Bedeutung bei.“

Hoeneß hatte der Eintracht mangelnde Konsequenz im Umgang mit den Problemfans vorgeworfen. "Warum geschieht so etwas? Weil der Verein seit vielen Jahren nicht konsequent und intensiv dagegen vorgeht", sagte er der Münchner tz.

Frankfurter schießen Raketen

Ausschreitungen Frankfurter Randalierer hatten am Samstag das Bundesliga-Spiel bei Bayer Leverkusen (1:3) überschattet. Im Frankfurter Block wurden Silvesterraketen abgeschossen und Bengalos gezündet. Schiedsrichter Wolfgang Stark (Ergolding) unterbrach das Spiel für sechs Minuten. Dem Aufsteiger drohen eine hohe Geldstrafe und ein Geisterspiel.

Eine Bestrafung sei jedoch nicht die Lösung des Problems, sagte Bruchhagen. „Wir brauchen jetzt die Hilfe aller, das heißt die Hilfe des DFB, die Hilfe der Zuschauer, die Hilfe der vernünftigen Fans“, erklärte er im Interview mit Sport1: „Die ganze Klaviatur der Maßnahmen ist längst gespielt. Wir müssen erkennen, dass wir uns nicht gegenseitig bestrafen dürfen, sondern dass wir konzentriert gegen diese Gruppe vorgehen müssen, um sie aus dem Stadion zu entfernen.“

Anhänger protestieren

Diese Gruppe und die Vorfälle in der BayArena hätten „viel mehr zum Tod der Fankultur beigetragen“ als alle Anträge im Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL), sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert. Das Konzeptpapier hatte im vergangenen Jahr deutliche Proteste der Anhänger ausgelöst, im Januar schien der Konflikt zwischen Verbänden, Vereinen und Fans aber beendet. Die Chaoten in Leverkusen führten den friedlichen Dialog ad absurdum.

Bestraft werden würden durch eine DFB-Sanktion nun Eintracht Frankfurt und „die Fans, die Fußball lieben“, sagte Bruchhagen: „Die Chaoten, die überhaupt nichts mit Fußball zu tun haben, die haben weder Fußball gespielt noch lieben sie den Fußball oder die Eintracht - die lachen sich doch ins Fäustchen, wenn drakonische Strafen gegen uns ausgesprochen werden.“

„Aus dem Ruder gelaufen“

Der 64-Jährige räumte ein, dass sich am Main „in der letzten Zeit“ Gruppierungen gebildet hätten, „die aus dem Ruder gelaufen sind“. Die Frage sei jetzt nicht mehr, was zu tun sei. „Ich glaube, wir haben alles getan“, sagte Bruchhagen: „Es ist jetzt genug geredet. Wir müssen diese Täter ermitteln - und wir müssen sie aus den Stadien entfernen. Jetzt müssen wir der Täter habhaft werden. Wenn wir das nicht schaffen, dann weiß ich auch keine Lösung mehr.“

Ohne die Ermittlung der Täter sei Frankfurt „auf dem besten Wege, alle zu verprellen: die Sponsoren und die vernünftigen Zuschauer“. Resignieren werde der Aufsteiger „in keinster Weise“, sagte Bruchhagen: „Jetzt ist es für uns aber schwer, dieser Situation Herr zu werden. Die klassischen Ansätze funktionieren nicht.“

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