Pogrebnyak: Maria macht ihn zum neuen Gomez

Die Trauer bei den meisten Fans des VfB Stuttgart kannte am Ende keine Grenzen. Ihr Lieblings-Stürmer Mario Gomez hatte sich gegen die Schwaben und für den FC Bayern München entschieden. Auch die 30 Millionen Euro Ablöse konnten zunächst nicht für Aufmunterung sorgen. Dann dauerte auch die Suche nach einem Nachfolger noch so verdammt lange und schnell schwand die Hoffnung auf eine erfolgreiche Spielzeit. Kurz vor dem Start in die neue Saison konnte dann mit Pavel Pogrebnyak doch ein namhafter Angreifer gefunden und verpflichtet werden, der sich dann auch noch sehr gut einfand und mittlerweile schon zu einer festen Größe im Team von Markus Babbel gereift ist.

Von Dennis WEINACHT

Stuttgart. Bei jedem Heimspiel gibt es jetzt beim VfB Stuttgart eine neue Attraktion auf der Tribüne: Maria Pogrebnyak. Die schöne Ehe-Frau des Angreifers der Schwaben ist zumeist unauffällig gekleidet, möchte nicht direkt als Spielerfrau erkannt werden. Stattdessen fiebert sie mit ihrem Gatten und streicht sich dabei immer wieder durch das lange, blonde Haar. Sie möchte ihm Halt geben und bekräftigt: „Ich schaue eigentlich jedes Spiel meines Mannes im Stadion an.“ Maria gibt ihrem Pavel Kraft. Immerhin ist sie auch das einzige, was der Stürmer mit nach Stuttgart genommen hat. Sie kennt ihn so gut wie fast kein anderer Mensch. Die beiden sind bereits seit der Schulzeit unzertrennlich.

30 Millionen für fünf Millionen – das passt

Offensichtlich hat der Mann aus Russland also nicht nur auf dem Platz seine Qualitäten. Maria wird es besser wissen. In jedem Fall ist er aber für den VfB aufgrund seines Könnens am Ball eine absolute Bereicherung. Fünf Millionen Euro musste Sportvorstand Horst Heldt an Zenit St. Petersburg überweisen. Dem damaligen Trainer der Russen, Dick Advocaat, sind die Qualitäten Pogrebnyaks durchaus bekannt: „Pavel ist der geborene Vollstrecker. Manchmal bekommt er erst in der letzten Minute eine Chance, doch die nutzt er dann.“ Das hat er auch bei den Schwaben bereits bewiesen. In das System von Trainer Markus Babbel hatte er sich bereits im ersten Pflichtspiel gegen den VfL Wolfsburg trotz der Niederlage (0:2) gut eingefunden. Auch ansonsten wirkt er im Training gut integriert. Der Angreifer macht große Fortschritte.

Zumindest kurzzeitig hat er es nun auch schon geschafft, Mario Gomez bei einigen Fans in den Schatten zu rücken. Während der deutsche Nationalspieler beim FC Bayern München bisher noch keine 30-Millionen-Euro-Leistung auf den Rasen zaubern konnte, hat Pogrebnyak im Team von Markus Babbel überzeugt und sich auf jeden Fall als würdiger Nachfolger andeutungsweise etabliert. Von Klaas-Jan Huntelaar redet ohnehin schon lange niemand mehr. Und das hat nach dem langen Hick-Hack um den Niederländer schon einiges zu bedeuten.

Größe im Nationalteam

Auch aus der russischen Nationalmannschaft ist Pavel Pogrebnyak nicht mehr wegzudenken. Dort ist er eine feste Größe, ein unumstrittener Führungsspieler. Russland muss am 5. September gegen Liechtenstein und vier Tage später in Wales antreten. Für die beiden Spiele wurde auch der VfB-Angreifer selbstverständlich nominiert. Gut für ihn, dass er neben seiner Muttersprache aber auch fließend Englisch spricht, das erleichtert bei den Schwaben einiges. Dennoch: Der 25-Jährige lernt derzeit fleißig Deutsch, will so schnell wie möglich auch die letzten sprachlichen Gräben überschreiten. Das hatte er bereits bei seiner Vorstellung versprochen: „Ich bin auch froh, dass Alex Hleb beim VfB ist. Er wird mir am Anfang sicher helfen können. Aber ich werde versuchen, möglichst schnell deutsch zu lernen.“ Auch neben dem Feld ist er also ein fleißiger Arbeiter, dem offenbar kein Weg zu weit ist.


Seine Ziele hat er auch schon klar definiert: „Ich möchte mit Stuttgart um Platz eins spielen und denke, dass wir das auch schaffen werden.“ Natürlich will er dazu möglichst viele Tore beisteuern und damit seiner Mannschaft, dem Trainer und dem ganzen Verein das geschenkte Vertrauen zurückzahlen. Und natürlich trifft er nicht zuletzt auch wegen seiner Maria, die dann auf der Tribüne mitjubelt. Wie in alten Tagen, in denen sich beide über gute Schulnoten zusammen freuen durften...

Eure Meinung: Kann Pogrebnyak seinen Vorgänger Mario Gomez auch langfristig vergessen machen?