Man of the Match: Isaac Boakye

Wenn ein Spieler in sieben Jahren neun Mal den Verein wechselt, dann kann er eigentlich nicht wirklich als Leistungsträger angesehen werden. In jedem Fall scheint aber Isaac Boakye seine Linie endlich gefunden zu haben. In Mainz noch im Tal der Tränen, entwickelt sich Nürnberg nun zum goldenen Pflaster für den Ghanaer, der den FCN wohl an diesem Donnerstag in die Bundesliga ballern konnte.

(dw) Cottbus. Atan Cagdas sah nach dem Abpfiff nur unglaubwürdig, fast schon ehrfürchtig an Isaac Boakye hoch. Während der gesamten Partie hatte der Verteidiger des FC Energie Cottbus gegen den robusten Angreifer vom 1. FC Nürnberg das Nachsehen. In seiner Heimat Ghana schon der Star, schien er für die Verteidiger aus der Lausitz ein völliger Newcomer gewesen zu sein. So recht schien ihn die Defensive der Cottbuser nicht auf der Liste zu haben. Ein sträfliches Verhalten, das wohl den Abstieg in die Zweite Liga bedeuten wird – Boakye der Teufelskerl!

Zwei Treffer zum Glück

Wie erklärte etwa Gerhard Tremmel nach dem Spiel: „Ein 0:3 ist natürlich sehr bitter. Wäre es nur ein 0:1 gewesen, hätte man in Nürnberg noch alle Chancen gehabt.“ So musste er aber eben dreimal hinter sich greifen, zweimal von besagtem Boakye ins Netz geschickt. Bereits nach 13 Minuten war der Angreifer zur Stelle. Sicherlich hatte er dabei auch Glück, dass Radeljic selten pechbehaftet im falschen Moment am falschen Ort war, und das Leder so unhaltbar abfälschte. Es war aber dennoch das Glück des Tüchtigen. Denn Boakye war immer wieder anspielbar, lief unglaublich viel und war zu jedem Zeitpunkt um Torchancen bemüht. Mehr ist von einem Angreifer kaum zu erwarten.

Aber damit noch längst nicht genug: Absolut erstklassig war er bereits in der 89. Minute unterwegs. Sensationell von Marek Mintal in Szene gesetzt, vollstreckte er aus spitzem Winkel mit einem fulminanten Vollspann-Schuss. Eine solch geniale Schusstechnik ist selbst in der Bundesliga nicht allzu oft zu sehen. Es war das 3:0 und der wohl schon jetzt sichere Aufstieg der Nürnberger in die Bundesliga. Dort gehört Boakye auch definitiv hin.

Seltsame Rolle

Denn obwohl seine Rolle in den Mannschaften in den letzten Jahren immer sehr seltsam wirkte, so konnte er doch zumeist zumindest sein Potential zeigen. Nur der ganz große Durchbruch, ein unumstrittener Stammplatz und die Rolle als Leistungsträger wollte nicht gelingen. Er hat aber offensichtlich in diesem Jahr einiges dazugelernt. Lektionen, die er nun dazu verwenden kann, um sich endlich bei einer Mannschaft zu etablieren. Einer Mannschaft, die nach dem „Ausrutscher“ Abstieg wieder in der Bundesliga spielen wird...

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