Ein Kommentar
von Dennis WEINACHT
Düsseldorf/München. Sie waren jung. Sie waren bissig. Sie waren aber auch zu schlecht für den FC Bayern München. Am Sonntag treffen die Bayern-Versager im Duell zwischen Bayer 04 Leverkusen und dem Hamburger SV wieder aufeinander. Dazu zählen: Toni Kroos, der aber dieses Mal noch fehlt, Piotr Trochowski, Paolo Guerrero und Marcell Jansen. Sie kennen sich teilweise sehr gut und haben eines gemeinsam: Am Ende dieses Spieltages könnten sie in der Tabelle vor dem deutschen Rekordmeister stehen.
Toni Kroos muss passen
Immerhin müssen sich die Bayern nicht allzu sehr quälen. Denn das scheinbar riesige Talent Toni Kroos wird nicht mitkicken. Er hat noch Trainingsrückstand und steht deshalb nicht im Kader von Bruno Labbadia. Dafür wird es aber beim Hamburger SV einen mächtigen Anteil von Spielern geben, die es an der Isar nicht geschafft haben. Darunter auch Piotr Trochowski. Er ist aus dem System der Hanseaten nicht mehr wegzudenken. Zuletzt reifte er immer mehr zum Spielmacher, konnte aber auch seine Qualitäten als Leader in der Mannschaft beweisen. Er war mit seinen vier Saisontoren maßgeblich am Aufstieg des HSV beteiligt. Zudem bereitete er weitere sechs Treffer mitunter genial vor.
Ebenfalls bereits vor eine ganzen Weile wurde Paolo Guerrero ausgemustert. Auch er war den Münchnern nicht gut genug, auch er ging in den hohen Norden der Republik, um dort seine Aufgabe anständig zu verrichten. Fünf Tore und drei Vorlagen bisher in der Spielzeit zeugen auch bei ihm davon, dass er mitunter sehr ordentlich ins Spiel seiner Mannschaft eingebunden ist. Er war schon bei den Bayern ein verheißungsvolles Talent, aber irgendwie auch ungewollt.
Jansen – das jüngste Opfer
Zu diesem Trio gesellt sich nun auch Marcell Jansen hinzu. Er wurde erst vor dieser Saison ausgemustert. Von Borussia Mönchengladbach gekommen, war er nie wirklich eine Option bei den Bayern. Unter Hitzfeld sollte er sich an die Mannschaft gewöhnen, an die Startelf herangeführt werden. Klinsmann aber wollte schnell erkannt sehen, dass man anstelle des jungen Jansen eher auf Massimo Oddo setzen sollte, der dies aber nicht immer bestätigen konnte. Nun haben die Münchner auch noch Lukas Podolski wieder gehen lassen. Auch wenn davon dieses Mal weder der Hamburger SV noch Bayer Leverkusen profitieren.
Große Fehler?
Und so wird das Duell am Sonntag auch das Treffen der Bayern-Versager. Diese Spieler haben es nicht geschafft, sich beim deutschen Rekordmeister durchzusetzen. Nicht wenige sind bis heute der Meinung, sie haben damals auch keine gerechte Chance erhalten. Wenn es gut für den HSV und Bayer Leverkusen läuft, sprich Leverkusen gewinnt und die Bayern verlieren, stehen beide Klubs vor dem deutschen Rekordmeister. Spätestens seit dieser Saison wird aber klar, dass der FCB schnellstens seine Transferpolitik auf den Prüfstand stellen sollte. Denn die europäischen Spitzenvereine bringen auch hin und wieder Talente mit dem Format Weltklasse auf den Markt. Das fehlt dem Klub von der Isar, weil die Talente nicht entsprechend aufgefangen werden. Wenn es dann doch mal ein Talent schafft, dann zumeist nur unter dem Kreuzfeuer der Kritik wie etwa Michael Rensing, dem es klar an Qualität fehlt. Möglicherweise kommen sie ja an der Isar am Sonntag aus einem geschockten Staunen nicht mehr heraus. Denn die ausgemusterten Youngster haben an anderem Ort bewiesen, wie stark sie sich entwickelt haben.
Eure Meinung: Holt der FC Bayern München nur Talente, um sie der Konkurrenz zu entnehmen? Und werden die eigenen Talente zu schnell verheizt?