Wolfgang Hesl, in Frankreich ist er der HSV-Rost

Das Bundesliga-Heimspiel gegen Borussia Dortmund sollte bereits zum Einsatz von HSV-Ersatzmann Wolfgang Hesl führen. Doch Stammkeeper Frank Rost wurde rechtzeitig wieder fit. Nun ist Hamburgs Nummer eins an der Elbe geblieben, Hesl und die Mannschaft sind nach Frankreich geflogen. Im Hinspiel zur Europa League-Gruppenphase nimmt Hesl den Platz zwischen den Pfosten ein.
(sh) Hamburg. „Ich freue mich natürlich sehr auf das Spiel. Es gibt für mich jetzt aber keinen Grund, gewisse Dinge anders zu machen“, erklärte der 23-jährige Wolfgang Hesl. Im großen Schatten von Frank Rost, ist die Nummer zwei vom Hamburger SV, zu einem großen Gewinner der Vorbereitung geworden. „Wolfgang war da, als wir ihn gebraucht haben, dass macht einen guten Torhüter aus“, erklärte HSV-Trainer Bruno Labbadia. Jetzt wird die Nummer zwei in Frankreich gegen Guingamp gebraucht.

Vollstes Vertrauen und Vorbild Kahn

„Wir haben vollstes Vertrauen. Das habe ich ja schon vor dem Spiel gegen Dortmund gesagt“, stellt sich Bruno Labbadia, wie die gesamte Mannschaft, hinter seine Nummer zwei. „Als zweiter Torhüter musst du immer bereit sein. Du bist immer auf dem Sprung“, weiß auch Hesl. Nun bekommt der 23-Jährige, der als sportliches Vorbild Oliver Kahn angibt, seine Chance. Ähnlich wie Kahn könnte auch Hesl eine von seinen wenigen Chancen nutzen, um den endgültigen Durchbruch zu schaffen – Kahn schaffte es einst beim Karlsruher SC, Hesl kann es nach dieser Saison beim Hamburger SV schaffen.

Freundschaftliches Verhältnis mit Rost

In dieser Spielzeit bleibt Frank Rost die unumstrittene Nummer eins, mit dieser Situation haben sich in Hamburg schon alle Beteiligten abgefunden.  „Ich lerne unglaublich viel von Frank, indem ich ihn beobachte. Zusätzlich gibt er mir immer wieder nützliche Tipps“, sagt „Herausforderer“ Hesl über „Konkurrent“ Rost und stellt gleichzeitig klar: „Wir respektieren und akzeptieren uns. Ich würde sogar von einem freundschaftlichen Verhältnis sprechen.“

Der langsame Aufstieg des Wolfgang Hesl

2004 wechselte Hesl als A-Jugendlicher zum Hamburger SV, obwohl er auch ein Angebot vom FC Bayern München vorliegen hatte. Seine ersten Einsätze absolvierte der Schlussmann dann für die Regionalliga-Mannschaft der Hanseaten. Es folgte der Posten als Stammtorhüter der zweiten Mannschaften und der Aufstieg zur Profi Mannschaft in der Saison 2007/08.

Zweiter internationaler Einsatz

„Es ist nicht einfach für einen Torhüter wie Wolfgang. Doch er geht mit der Situation sehr gut um. Er lässt sich niemals hängen und war in der Vorbereitung und im Quali-Spiel gegen Randers zu 100 Prozent da“, weiß auch Hamburgs Torwarttrainer Claus Reitmaier. In Guingamp kommt der in Nabburg geborene Hesl zu seinem  zweiten internationalen Einsatz. Schon im Rückspiel der dritten Qualifikationsrunde gegen Randers FC stand der 23-Jährige für 90 Minuten zwischen den HSV-Pfosten. Jetzt heißt es erneut: Für 90 Minuten ist Wolfgang Hesl der HSV-Rost!

HIER: Vorschau Europa League: EA Guingamp – Hamburger SV