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Der Ligaauftakt lässt ahnen, dass Özil sich auch unter Ancelotti öfter auf dem Flügel wiederfinden könnte als ihm lieb ist. Der Rest der Woche stand im Zeichen von Klub-Ikonen.

KOLUMNE
Von Martin Ernst

Neuer Trainer, aber altes Problem für Mesut Özil: Zum Ligaauftakt gegen Betis Sevilla musste Reals 10er, wie schon so oft unter Mourinho, auf rechts ran. Doch Reals Linkslastigkeit im Angriff – hier wirbelten der bärenstarke Marcelo und CR7 – trat nicht zum ersten Mal zutage. Bleibt die Frage: Was soll erst werden, wenn mit Gareth Bale auch noch ein gelernter 'Winger' kommt? Wenig verwunderlich, dass Gerüchte über einen Wechsel Özils nach England zum Ende der Woche hin zunnahmen.

Sonntag: Özil ist kein Wingman!


Altes Dilemma also: Özil ist kein Winger, kann diese Position aber ausfüllen - und das mehr recht als schlecht. Mit Isco in der Mitte, der im Moment die Nase vorne haben dürfte, gingen ihm aber Einfluss und Inspiration verloren, fehlte dem Ex-Bremer sein natürlicher Arbeitsbereich. Fazit: Kein schlechtes Spiel, aber wieder mal unter den Möglichkeiten. Wie bedeutend die Zentrale sein kann, zeigt schon die Tatsache, dass Isco gegen Betis sooft gefoult wurde wie kein anderer Spieler in La Liga: zehn Mal.


"Xabi, mein Freund. Ich wünsche dir eine schnelle Genesung und hoffe, dich bald wieder in der Mannschaft begrüßen zu dürfen. M1Ö"

- Mesut Özil via Facebook

Sami Khedira musste derweil vorzeitig ausgewechselt werden. Entwarnung aber am Dienstag: Keine ernsthafte Verletzung am linken Knie, das schon im Länderspiel gegen Paraguay etwas abbekommen hatte. Die Trofeo Bernabeu gegen Legende Raul und Al Sadd verpasste der Ex-Stuttgarter am Donnerstag allerdings. Mehr Pech hatte da Xabi Alonso: Der Baske zog sich am Mittwoch beim morgendlichen Training einen Knochenbruch im Fuß zu und fällt 2-3 Monate aus.

Bitterer Mittwoch: Alonso fällt aus - Wird Khediras „Schwäche“ nun zum Vorteil?

Im Netz war eine große Solidaritätswelle für den beliebten Mittelfeldspieler zu beobachten, an der sich auch Mesut Özil beteiligte und neben einem Bild von Alsonsos bandagiertem Fuss Besserungswünsche schickte. Für seinen Sechser-Kollegen Khedira, über dessen Abgang in der vergangenen Woche wegen der starken Mittelfeld-Konkurrenz nur allzustark spekuliert wurde, haben sich die Vorzeichen damit zumindest leicht verändert.


Trofeo Bernabeu: Mesut Özil stand am Donnerstag bei Rauls Abschied auf dem Platz

Mit Modric, Casemiro, Illaramendi und Khedira bleiben Carlo Ancelotti nur noch vier Optionen für das Dreier-Mittelfeld. Hält der Italiener wie schon in Großteilen der Vorbereitung am 4-3-3 fest, steigen Khediras Chancen auf eine feste Rolle in der Dreierreihe vor der Abwehr fast unweigerlich. Auf einen Abräumer mit Khediras Qualitäten als Gegengewicht zu Kreativspielern wie Modric oder Casemiro (man denke an Gattuso bei Milan) wird Ancelotti kaum verzichten können.

Nostalgischer Donnerstag: Adios Raul!

Nostalgie dann am Donnerstag: Real-Legende Raul wurde im Rahmen der Trofeo Bernabeu mit einem Abschiedsspiel gegen seinen aktuellen Klub Al Sadd verabschiedet. Unabhängig davon, dass Casillas mal wieder oder Spieler wie Kaka und Di Maria vielleicht zum letzten Mal für Real aufliefen, gehörte der Abend ganz dem "Senor", dem Cristiano Ronaldo mit einer schönen Geste für die erste Halbzeit das Trikot mit der Nummer 7 Überließ. Von Iker Casillas gab es vor Anpfiff die Binde.



Nach Vorarbeit von Di Maria traf Raul auch zum 1:0, die weiteren Treffer erzielten im zweiten Durchgang Isco (59. - erneut per Kopf), Benzema (FE, 79.) und Jese (81. und 89.). Özil wirkte beim letzten Treffer durch einen schönen Steilpass auf Alvaro Morata mit, dessen geblockten Schussversuch Jese Rodriguez zum Endstand in die Maschen beförderte.

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