Stuttgarts Emiliano Insua will zurück in Argentiniens Nationalmannschaft

Der Argentinier fühlt sich pudelwohl beim VfB. Bei Goal spricht er über den schlechten Saisonstart, Klopp beim FC Liverpool und seine beiden besten Trainer.
Emiliano Insua ist erst 26 Jahre alt und hat dennoch in seiner Laufbahn schon einiges erlebt. Der Argentinier hat in Europa bereits in England, der Türkei, Portugal und Spanien Station gemacht, ehe er in diesem Sommer beim VfB Stuttgart anheuerte.

Bei den Schwaben erkämpfte er sich auf Anhieb einen Stammplatz links in der Viererkette. Und obwohl es sportlich noch nicht rund läuft, ist er happy, den Schritt in die Bundesliga gemacht zu haben. Im Gespräch mit Goal sagt er: "Ich bin sehr glücklich. Mein Ziel war eine Veränderung, ich wollte das nach der Zeit bei Rayo Vallecano. Hier kriege ich viel Spielpraxis in einer tollen Mannschaft. Und der der VfB ist trotz der Ergebnisse in den letzten beiden Jahren ein großer Verein."

"Die Erwartungen waren nach der Vorbereitung sehr hoch"

"Das Stadion ist immer voll und ich sehe es als Glück an, hier zu spielen. Ich habe alle Partien absolviert und bin zufrieden", so Insua weiter. "Ich hoffe, dass es nach dem nicht so guten Start in der Tabelle nach oben geht."

Die Gründe für den bescheidenen Auftakt in diese Spielzeit nennt er auch: "Wir hatten eine klasse Vorbereitung, am Ende gewannen wir 4:1 gegen Manchester City. Da waren die Erwartungen also sehr hoch. Es kam dann vieles zusammen: Wir hatten Pech, wir haben viele Chancen ausgelassen. Ich denke aber, wir haben uns in den vergangenen Spielen gesteigert. Wir kassieren weniger Gegentore und das müssen wir fortsetzen."

Goal TV: Klopps erster Liverpool-Sieg im Video

Zwischen 2007 und 2011 stand Insua beim FC Liverpool unter Vertrag. Logisch also, dass er den Wechsel Jürgen Klopps an die Anfield Road mit großem Interesse verfolgt hat. Er hält den Ex-BVB-Coach für den richtigen Mann für die Reds. "Ich freue mich, dass er nun da ist. Ich habe es geliebt, seinem Borussia Dortmund zuzuschauen. Diese Mannschaft hat sehr attraktiv gespielt."

"Er stand sogar kurz davor, die Champions League zu gewinnen. Es muss an seiner Arbeitsweise und seinem Charisma liegen", mutmaßt er. Der Linksfuß geht davon aus, dass Klopp dem einstigen englischen Rekordmeister die Stabilität zurückbringt, "die nach Rafa Benitez verloren ging."

"Wer keine Tore kassiert, hat eine viel größere Chance, Spiele zu gewinnen"

Insua spielte noch unter dem heutigen Real-Trainer Benitez bei Pool, später arbeitete er bei Atletico Madrid mit Diego Simeone zusammen. Vorwürfe, die beiden seien Trainer, die zu sehr Wert auf die Defensive legten, kann er nicht nachvollziehen. "Sie sind einander sehr ähnlich. Benitez ist besessen von Taktik. Sie arbeiten konsequent daran, dass ihre Mannschaften defensiv nichts zulassen und von von hinten heraus aufbauen. Für mich ist das vollkommen richtig. Wer keine Tore kassiert, hat eine viel größere Chance, Spiele zu gewinnen. Jedenfalls sind sie die beiden besten Trainer, unter denen ich arbeiten durfte. Sie sind sehr intelligent und sie spielen alle Situationen durch, ehe ihre Mannschaften auf den Platz gehen."

Bei seinem Wechsel von den Boca Juniors nach Europa vor acht Jahren galt Insua als außergewöhnlich talentiert. Der ganz große Durchbruch blieb dann allerdings aus. Dennoch bringt er es auf vier Länderspiele für Argentiniens Albiceleste und er hofft, dass er mit guten Vorstellungen in Stuttgart Eigenwerbung betreiben kann.

"Ich gäbe alles dafür, wieder für Argentinien zu spielen. Wirklich alles", stellte er klar. "Für uns ist es etwas ganz besonderes, für unser Land aufzulaufen. Ich weiß aber, dass ich zunächst bei meinem Klub beweisen muss, was ich draufhabe."

Die Entscheidung über eine erneute Nominierung liegt bei Nationaltrainer Tata Martino. Insua hofft auf einen Besuch des Albiceleste-Coaches: "Es wäre toll, wenn er mal ein Stuttgart-Spiel besuchte. Dann könnte ich ihm zeigen, in welch guter Verfassung ich bin."