Labinot Kabashi - Iniesta des Kosovo?!

Goal schaut sich den Teenager, der für die WM-Qualifikation in den Kader der A-Nationalmannschaft berufen wurde genauer an. Er kommt aus La Masia.

HINTERGRUND

Labinot Kabashi genießt das Leben - mit nur 16 Jahren wurde der Nachwuchsspieler des FC Barcelona in die Nationalmannschaft des Kosovo berufen. Aber viele Fans der Katalanen werden sich fragen: Wer ist dieses neue Talent aus La Masia?

Seine Geschichte ist interessant. Kabashi wurde 2000 in Skenderaj im Kosovo geboren und floh zwei Jahre später mit seiner albanisch-stämmigen Familie vor den serbischen Truppen. Seit 2008 wird das Land als eigenständiger Staat anerkannt, doch die FIFA lässt die Nationalmannschaft erst seit 2016 offiziell an ihren Wettbewerben teilnehmen. Im Juni 2016 fand das erste Länderspiel gegen die Färöer (2:0) statt.

Enes Ünal: Auf dem Weg zur Erfüllung?

Durch eine FIFA-Sondererlaubnis wurde es einigen Spielern möglich gemacht, für den Kosovo aufzulaufen, obwohl sie bereits für eine andere Nationalmannschaft gespielt hatten. Der kosovarische Verband (FFK) war währenddessen auf der Suche nach jungen Talenten, die für ihr Team spielen könnten. Fündig wurden sie in La Masia.

"Zunächst dachte ich, dass es ein Scherz ist", erklärte Kabashi gegenüber Barca TV über seine Nominierung, "aber es war kein Spaß. Ich bin sehr glücklich. Ich bin stolz für den Kosovo spielen zu dürfen."

Spanien hat den Kosovo noch nicht als eigenständigen Staat anerkannt und der Weg des Talents bis zu seiner Berufung war nicht einfach. Bei CE Manresa wurde er abgelehnt, daher schloss er sich dem Stadtrivalen Gimnastic Manresa an. Dort startete vor fast 40 Jahren auch Pep Guardiola seine Karriere. Albert Benaiges holte ihn 2010 in La Masia und jetzt spielt er für Barcas U17.

Seine Entwicklung wurde 2014 aber plötzlich von der FIFA gestoppt. Denn der FC Barcelona bekam eine Transfersperre wegen der Verpflichtung minderjähriger Spieler aus dem Ausland auferlegt. Kabashi konnte aber nach zwei Monaten wieder zurückkehren, weil er bewies, dass seine Familie bereits zuvor in Spanien lebte.

In La Masia heißt es, dass er an den jungen Andres Iniesta erinnert und deswegen ist seine Berufung für den Kosovo auch keine Überraschung. Wenn er im Laufe der WM-Qualifikation aufläuft, wird er in Zukunft nicht mehr für Spanien oder Finnland (das Heimatland seiner Mutter) spielen können.

Für den Kosovo geht es darum ein Team aufzubauen, das in Europa mithalten kann - und da ist es klar, dass sie sich den nächsten Iniesta nicht durch die Finger gehen lassen.