HSV: Beiersdorfer muss weiter auf Kühne-Geld warten

Ohne zusätzliche finanzielle Mittel ist der Handlungsspielraum des Hamburger SV begrenzt. Vorstandsboss Beiersdorfer hofft deshalb auf neue Millionen.

Dass sich beim Hamburger SV in der kommenden Saison einiges verändern soll, ist beschlossene Sache. Mit der Entlassung des Profifußballdirektors Peter Knäbel hat Vorstandsboss Dietmar Beiersdorfer nach einer Spielzeit mit 41 Punkten und Tabellenplatz zehn überraschend die Reißleine gezogen und das Heft des Handels selbst in die Hand genommen. Der 52-Jährige ist nun Sport- und Vereinschef in Personalunion. Eine Herausforderung, an der man sich übernehmen kann.

Viele Personalentscheidungen im Kader der Mannschaft standen allerdings schon vorher fest: Artjoms Rudnevs, Jaroslav Drobny, Ivica Olic, Gojko Kacar, Ivo Ilicevic und Josip Drmic (Leihe läuft aus) werden die Rothosen verlassen. Dafür haben sie mit Bobby Wood und Christian Mathenia bereits zwei Neuzugänge unter Vertrag nehmen können, Bakery Jatta soll am Ende der Woche folgen. Außerdem kehren Zoltan Stieber, Mohamed Gouadia, Kerem Demirbay und Matti Steinmann zurück. Doch von allen vier Spielern will Beiersdorfer sich im Laufe des Sommers noch trennen.

Aus eigener Kraft nichts möglich

Das wiederum wird dringend nötig sein, möchte der Bundesliga-Dino aus eigener Kraft noch weitere Spieler für die kommende Saison verpflichten. Beiersdorfer ist auf Transfereinnahmen angewiesen und hofft, auch für die Streichkandidaten Aaron Hunt, Pierre-Michel Lasogga und Sven Schipplock einen Abnehmer finden zu können. Denn die mit Finanzvorstand Frank Wettstein abgestimmte Marschroute ist klar: Für Wood und Mathenia (insgesamt knapp 4,5 Millionen Euro Ablöse) ist der HSV in Vorleistung getreten, Beiersdorfer muss die gleiche Summe durch Verkäufe wieder reinholen.

Es sei denn - und darauf warten in Hamburg alle Verantwortlichen seit knapp zwei Monaten - Investor Klaus-Michael Kühne setzt sein Vorhaben in die Tat um und investiert weitere 20, 30 oder sogar 50 Millionen. Dass der HSV mittlerweile komplett von ihm abhängig geworden ist und aus eigenen Mitteln kaum noch etwas bewegen kann, ist dem Wahl-Schweizer durchaus bewusst. Gleichzeitig mehren sich Zweifel, ob die Führung der Hamburger, die in zwei Jahren 60 Millionen Euro für Neuzugänge ausgab, dieses Mal bessere Entscheidungen trifft.

Vilhena der Wunschkandidat

Da wenige Argumente dafür sprechen, hat sich Kühne mit Spielerberater Volker Struth einen Experten ins Boot geholt. Mit seiner Hilfe will der 79-Jährige Beiersdorfers Vorschläge prüfen. Bis es dazu kommt, müssen Vorstand und Aufsichtsrat jedoch ein Konzept erarbeitet haben, in welcher Form er das Geld zur Verfügung stellen kann. Darlehen und der Verkauf neuer Anteile werden ausgeschlossen, eine Schenkung ebenfalls.

Trotzdem soll Medienberichten zufolge bereits in dieser Woche eine Lösung präsentiert werden. Dann könnte Beiersdorfer, der aktuell keine Gespräche finalisieren kann, endlich auf dem Transfermarkt zuschlagen. Gesucht wird neben einem weiteren Stürmer auch ein Mann für das zentrale Mittelfeld. Tonny Vilhena von Feyenoord Rotterdam (Vertrag läuft aus) gilt als Wunschkandidat. Bis Beiersdorfer Vollzug vermelden kann, wird es aber noch eine Weile dauern.