Paolo Guerrero: Rückkehr zum HSV im zweiten Anlauf?

Im Winter 2015 scheiterte der Transfer am Veto der sportlichen Leitung. Von der Beobachtungsliste des Hamburger SV ist Paolo Guerrero aber nie verschwunden.

Sechs Jahre lang schnürte Paolo Guerrero beim Hamburger SV seine Schuhe. In der Zeit zwischen 2006 und 2012 prägte der Peruaner eine der erfolgreichsten Phasen der jüngsten Vereinsgeschichte. Ein Liebling des Publikums war er aber nie. Flugangst-Affäre, Flaschenwurf und ein brutales Foul gegen Stuttgart-Keeper Sven Ulreich bescherten ihm das Image des Skandalkickers. Zu Unrecht, meinen einige, die den privat eher schüchternen Torjäger kennenlernen durften.


Paolo Guerrero: Der zweite Frühling des Kriegers


Nach seinem Wechsel zu Corinthians Sao Paulo reifte er entgegen aller Erwartungen schnell zum Helden. Im Finale der Klubweltmeisterschaft Ende 2012 köpfte Guerrero die Brasilianer zum 1:0-Triumph über den damals amtierenden Champions League-Sieger FC Chelsea. Auch bei Flamengo Rio de Janeiro, seinem aktuellen Verein, wurde Guerrero als Phänomen gefeiert. Die positive Entwicklung ist auch dem HSV nicht verborgen geblieben.

Erneut Gespräche mit dem HSV

Und so wäre es im Winter vor eineinhalb Jahren beinahe zu einer Rückkehr ins Volksparkstadion gekommen. Die Verantwortlichen der Rothosen suchten händeringend nach einem neuen Stürmer - und nach einem neuen Heilsbringer. Trotz fortgeschrittener Verhandlungen mit Guerrero fiel die Entscheidung aber auf Ivica Olic. Die Idee, den Peruaner irgendwann zurückzuholen, ist allerdings nie zu den Akten gelegt worden.

Wie Goal nun erfuhr, steht der 32-Jährige immer noch auf der Beobachtungsliste des HSV. Sein Berater Thomas Vogel bestätigte auf Nachfrage: "Es ist richtig, dass wir über Paolo gesprochen haben. Aber es gab bislang noch keine tiefer gehenden Gespräche." Heißt: Klub- und Sportchef Dietmar Beiersdorfer sondiert den Markt, schaut sich nach Optionen um. Guerrero ist eine davon, sollten sich andere Transfers zerschlagen. Sozusagen ein Back-Up, wenn es brenzlig wird.

Fakt ist: Aktuell besteht im Sturm kein akuter Bedarf. Mit Bobby Wood (3,5 Millionen/Union Berlin) hat Beiersdorfer bereits einen neuen Angreifer verpflichtet. Trotzdem plant der HSV-Boss einen radikalen Umbruch. Nach den sicheren Abgängen von Ivica Olic und Artjoms Rudnevs (Verträge laufen aus) stehen auch Sven Schipplock, Nachwuchstalent Batuhan Altintas und Pierre-Michel Lasogga auf der Streichliste.

Paolo Guerrero im Dress der peruanischen Nationalmannschaft

Guerrero reizt die Bundesliga

Sollte es ihm gelingen, diese Spieler zu verkaufen, wäre Geld und Platz für Neue da. Noch sind ihm aber ob der wirtschaftlichen Lage die Hände gebunden. Da sich das von Investor Klaus-Michael Kühne angeschobene Projekt zur Verbesserung der Mannschaft nicht so leicht umsetzen lässt und die Frage offen bleibt, in welche Form (Anteile, Darlehen) der Milliardär in den HSV investieren kann, muss Beiersdorfer zweigleisig planen. Wobei sich das aktuell schwierig gestaltet. Die Hamburger verlieren wertvolle Zeit.

Für Guerrero wäre eine Rückkehr in die Bundesliga jedenfalls eine reizvolle Herausforderung. Bei einer Ablöse zwischen zwei und drei Millionen Euro wäre Flamengo gesprächsbereit. Gegen eine Rückkehr zum HSV spricht nur das neue Konzept, das eine Verjüngung des Kaders vorsieht. Sportlich wäre der "Krieger" in jedem Fall eine Bereicherung.

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