Borussia Dortmunds zweiter Anzug sitzt nicht

Wieder eine Niederlage in der Europa League. Viel schlimmer: wieder eine schwache Leistung. Vor allem Januzaj konnte sein Talent erneut nicht unter Beweis stellen.

Aus dem Signal-Iduna-Park berichtet Stefan Döring

Erst schien er gar nichts sagen zu wollen, dann stellte Adnan Januzaj aber unmissverständlich klar, warum er am Donnerstagabend gegen PAOK Saloniki wieder nicht die erhoffte Leistung gebracht hatte. "Ich habe nicht die Form, um auf dem Feld besser zu spielen. Ich brauche einfach mehr Spiele", klagte der Belgier.

Es war einmal mehr offensichtlich gewesen: Januzaj, einst als Talent des Jahres ausgezeichnet, läuft bei Borussia Dortmund noch immer den Erwartungen hinterher. Es war erst sein zweites Spiel über die volle Distanz und kaum einer im Stadion dürfte diesem Auftritt daran glauben, dass er am Sonntag gegen Eintracht Frankfurt erneut auf dem Feld stehen wird.

Januzaj hat eine einfache Erklärung für seine Formkrise und fordert durch die Blume mehr Spielpraxis von Trainer Thomas Tuchel: "Ich trainiere sehr hart, aber ich habe nicht viele Spiele in meinen Beinen, was es für mich auch mental schwierig macht. Ich brauche mehr Spiele, um ein besserer Spieler zu sein."

Bemüht aber ohne Akzente

Januzaj gab sich zwar bemüht, hatte aber seine Schwierigkeiten mit dem Spiel. Er wirkte meist wie ein Fremdkörper. Sein sehenswerter Schuss in der 42. Minute war die einzige wirklich gute Szene von ihm. Zudem handelte er sich in der 44. Minute ungeschickt eine Gelbe Karte ein, als er mit dem Arm nach oben zum Kopfball hochstieg. Er wirkte bisweilen lustlos und ging nicht richtig in die Zweikämpfe. Immer wieder fehlte der United-Leihgabe der Biss, um sich entscheidend durchzusetzen. "Ich habe Qualitäten, die ich in Manchester unter Beweis gestellt habe. Aber es ist schwierig im Moment", meinte er.

Der Belgier war aber nicht der einzige Spieler, dessen Auftritt am Donnerstagabend nicht den Erwartungen entsprach. Die gesamte Mannschaft konnte die Chance nicht nutzen, die Trainer Tuchel ihr bot. Sieben Wechsel gegenüber dem Sieg gegen den VfL Wolfsburg hatte der Coach vorgenommen. Einer der wenigen, die bleiben durften, war Sven Bender - diesmal auf seiner gewohnten Position im defensiven Mittelfeld. "Wir haben einfach nicht gut gespielt. Wir haben einen schlechten Tag erwischt", konstatierte er.


Pascal Stenzel (r.) feierte sein Debüt beim BVB und machte seinen Job gegen Berbatov gut

Er verteidigte die Entscheidung seines Trainers, die Aufstellung durchzumischen. "Es hat sich angeboten, heute zu rotieren. Jeder weiß, wie er seine Position ausfüllen muss. Das darf keine Ausrede sein", sagte Bender. Einer der neuen im Team war Pascal Stenzel, der sein Debüt beim BVB feierte. "Die Mannschaft hat in der Konstellation noch nicht zusammengespielt. Wir haben den Ball nicht schnell genug laufen lassen, die Räume nicht gefunden und keine Torchancen herausgespielt", erklärte der Youngster. Auch Neven Subotic, der im zweiten Spiel in Folge in der Innenverteidigung zum Einsatz kam, wollte dies nicht gelten lassen. "Egal wer spielt, wir haben einen Plan. Den haben wir nicht aufs Feld gebracht", so Subotic, der sich bei den Zuschauern für das "langweilige Spiel" entschuldigte.

Berbatov froh über den Sieg

Dennoch schaffte es der BVB in die nächste Runde der Europa League. Anders als die Griechen, die trotz des Sieges ausschieden. PAOKs Spieler waren trotzdem zufrieden mit dem Abschneiden. "Es war für uns ein schöner Sieg, weil Dortmund über eine sehr gut Mannschaft verfügt. Natürlich mussten wir heute viel verteidigen, aber wir hatten eine Chance und die haben wir genutzt", sagte Ex-Bundesligaprofi Dimitar Berbatov gegenüber Goal und verwies auf die junge Mannschaft der Gäste.

Dass er selbst in Dortmund nicht so zum Zug kam, war der defensiven Ausrichtung seiner Mannschaft geschuldet. "Es war kein Spiel für Stürmer. Es ging nur ums Verteidigen. Dortmund hat viele gute, schnelle Spieler. Wenn man denen Räume gibt, wird es gefährlich. Wir mussten sehr kompakt stehen", sagte er. Dies gelang ihnen, wie denn auch Neven Subotic zugab: "Man muss sagen, dass sie es nicht schlecht gemacht haben."