Gladbach gegen ManCity: Knapp daneben ist auch vorbei

Die Borussia schlägt sich achtbar, präsentiert sich aber nicht effektiv genug. Trotz der Niederlage kann sie auf ihre Leistung aber aufbauen.

Die Hände von Andre Schubert müssen ordentlich wehgetan haben, immer wieder klatschte der Gladbach-Coach an der Seitenlinie energisch in die Hände - zum einen, um Applaus zu spenden und zum anderen, um seine Mannschaft gegen Manchester City nach vorne zu treiben.

Genutzt hat es am Ende nichts, denn weder die engagierte Leistung des Trainers, noch der mutige Auftritt seiner Mannschaft auf dem Rasen wurden belohnt. Was bleibt, sind nicht nur die physischen Schmerzen, sondern auch die psychischen.

Nach zwei Niederlagen und null Punkten in den ersten beiden Partien wird es langsam eng für die Fohlen, dabei wäre gegen den englischen Vizemeister wesentlich mehr drin gewesen. Wenn man so will, haben die Gladbacher vor allem ein Elfmeterproblem - gegen City gab es den insgesamt vierten verschuldeten Strafstoß im zweiten Spiel.

Gladbach und das Elfmeter-Trauma

"Wenn du in jedem Spiel einen Elfmeter kassierst, wird es natürlich schwierig", brachte es Patrick Herrmann nach der Partie auf den Punkt. "Aber wir haben gezeigt, dass wir gegen eine Mannschaft wie Manchester City mithalten können. Mit ein bisschen Glück hätten wir das Spiel auch gewinnen können."

Drei verschuldete Strafstöße brachen der Borussia auch schon beim 0:3 in Sevilla das Genick, während Raffael den zugesprochenen Elfmeter beim Stand von 0:0 gegen die Citizens liegen ließ. Wer weiß, was passiert wäre, wenn Gladbach nach dem Tor von Lars Stindl plötzlich mit zwei Toren vorn gelegen hätte. Spekulationen, welche das Team am Ende aber nicht weiterbringen.

"Über die Vielzahl der Elfmeter müssen wir reden, da sind wir vielleicht manchmal etwas zu ungestüm", befand Schubert nach der Partie. "Unterm Strich steht erst einmal die Enttäuschung, dass wir hier nichts mitgenommen haben. Wir hatten uns viel vorgenommen und haben viel investiert. Wir haben sehr gut dagegen gehalten, gut verteidigt und trotzdem verloren."

Indirektes Lob gab es dabei auch vom Gegner. "Wir haben nur die letzte halbe Stunde gespielt. In der ersten Stunde haben wir uns sehr schwer getan", so City-Star Kevin De Bruyne. "Es war unser schlechtestes Spiel in dieser Saison." Daran hatte Gladbach großen Anteil.

Juve entscheidet über Fohlen-Schicksal

Die Leistung stimmte, im Vergleich zur Partie in Andalusien war eine klare Steigerung zu erkennen. Dennoch wirkte es zu Beginn des Spiels fast noch so, als fremdelte die Borussia etwas. Die Champions League ist ein gewaltiger Wettbewerb, daran scheint man sich in Mönchengladbach erstmal wieder gewöhnen zu müssen.

Zeit bleibt aber keine, die beiden kommenden Partien gegen Juventus Turin haben es in sich und entscheiden endgültig darüber, ob man auch in der ersten Hälfte des Jahres 2016 internationalen Fußball im Borussia-Park bestaunen darf.

Die Fans stehen jedenfalls hinter der Mannschaft, feierten die Akteure nach Schlusspfiff ob der ordentlichen Leistung, die Spieler bedankten sich artig. Die Voraussetzungen und das Umfeld stimmen zweifelsohne, nun gilt es noch an der Feinjustierung zu arbeiten.