Abstiegskampf: So kann sich der HSV noch retten

Der Hamburger SV ist nach der Niederlage in Stuttgart auf Schützenhilfe angewiesen. Ein Sieg gegen Schalke allein reicht nicht mehr zum Klassenerhalt.

Was wurde vor dem so wichtigen Spiel beim VfB Stuttgart nicht alles erzählt. Die Mannschaft des Hamburger SV sei wieder eine Einheit, der Teamgeist so gut wie nie. Bruno Labbadia, zwischenzeitlich in "Big Bruno" umgetauft, gelang es, den Glauben an den Klassenerhalt mit sieben Punkten aus vier Partien zurückzubringen. Doch schon vergangene Woche gegen Freiburg deutete sich an, was in Stuttgart seinen negativen Höhepunkt fand: der Fußball des HSV ist einfach nicht erstligatauglich.

Tipico

Einzig Rene Adler war es zu verdanken, dass die Rothosen beim VfB nicht mit 1:4 oder 1:5 untergingen. Der Torhüter hielt sein Team mit einigen wichtigen Paraden am Leben. Nach vorn brachte der HSV allerdings überhaupt nichts, blieb im zweiten Durchgang gänzlich ohne Chance auf den Ausgleichstreffer. Entsprechend konsterniert zeigten sich die Akteuere nach dem Abpfiff: "Ein Katastrophen-Spiel", sagte Marcell Jansen, der stellvertretend für seine Kollegen die Gefühle der Rothosen zum Ausdruck brachte.

Die Stimmen zum Spiel

Der HSV muss gegen Schalke gewinnen

Wille, Leidenschaft, Kampf - der HSV ließ in Stuttgart alles vermissen. Nur Gojko Kacars Treffer in der 12. Minute hatte für ein kurzes Hoch gesorgt und den Gegner verunsichert. In der Folge waren die Hamburger überhaupt nicht mehr dazu in der Lage, der Mannschaft von Huub Stevens Paroli zu bieten. "Ich kann der Mannschaft nur ein großes Kompliment machen. Das einzige, was ich ihr vorwerfen kann ist, dass sie die Chancen nicht konsequent genutzt hat", zeigte sich der Niederlänger erleichtert über den 2:1-Erfolg über seinen ehemaligen Arbeitgeber.

Für die Rothosen bedeutet diese Niederlage, dass sie den Klassenerhalt nicht mehr in der eigenen Hand haben. Mit 32 Punkten belegen sie nach diesem Spieltag den 17. Tabellenplatz. Mit dem FC Schalke 04 treffen sie im letzten Spiel der Saison jedoch auf einen Gegner, der durchaus zu schlagen ist. Aber: Das Team von Bruno Labbadia ist von den Ergebnissen auf den anderen Plätzen abhängig. Die Szenarien im Überblick:

Bei einem Sieg gegen Schalke ...

  • sind die Hamburger sicher gerettet, wenn der VfB Stuttgart nicht gegen den SC Paderborn gewinnt und Hannover 96 und der SC Freiburg sich nicht mit einem Remis trennen
  • müssen die Rothosen in die Relegation, wenn der VfB Stuttgart nicht gegen den SC Paderborn gewinnt und Hannover 96 und der SC Freiburg sich mit einem Remis trennen
  • geht's für den HSV in die Relegation, sollte der VfB Stuttgart gewinnen und es beim Spiel zwischen Hannover 96 und dem SC Freiburg einen Sieger gibt
  • stiegt der HSV ab, wenn der VfB Stuttgart gewinnt und Hannover 96 und der SC Freiburg Unentschieden spielen

Bei einem Unentschieden oder einer Niederlage gegen Schalke..

  • ist der Ausgang der übrigen Spiele nicht mehr entscheidend. Der HSV stiege sicher in die 2. Bundesliga ab.

Die Reaktionen auf Hamburger Seite sind natürlich von großer Enttäuschung geprägt. "Wir haben das Ding aus der Hand gegeben. Wir werden trotzdem weiter alles versuchen und das Spiel schnell aufarbeiten, unser Spiel gegen Schalke gewinnen und dann schauen, was auf den anderen Plätzen passiert. Das ist keine gute Ausgangslage, aber wir geben nicht auf", versuchte sich Bruno Labbadia in Zweckoptimismus. Rene Adler wurde da schon etwas deutlicher: "Wir haben es nicht mehr in der eigenen Hand, das fühlt sich beschissen an." Bis zum Spiel gegen Schalke wird sich an diesem Gefühl wohl nicht mehr viel ändern. Auf den HSV wartet ein brutal dramatisches Endspiel.

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