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Adam Szalai kommt: Schalke 04 emanzipiert sich von Klaas-Jan Huntelaar

Manager Horst Heldt befindet sich nahezu im Dauerstress. Die Transferphase läuft, viele Gespräche werden geführt. Gestern gelang die Verpflichtung von Adam Szalai - ein Fingerzeig.

ANALYSE
Von Hassan Talib Haji

Gelsenkirchen. Zuerst war es am Donnerstagvormittag bewölkt, dann schüttete es wie aus Eimern, am Ende kam die Sonne raus. Die Trainingskiebitze kamen zum ersten Aufgalopp der neuen Saison in Scharen auf das Gelände des FC Schalke 04. Schnell sprach sich dort ein Gerücht rum: Adam Szalai sei da. Horst Heldt kam im Anschluss dann nicht mehr drum herum und bestätigte, dass der Spieler "bei uns zum Medizincheck" weilt. Den hat der Ungar auch bestanden und einen Vertrag bis 2017 unterzeichnet. Diese Verpflichtung zeigt auf, dass Königsblau sich unabhängiger macht - ein logischer und richtiger Schritt.

MICHAEL BAUER | Mainz-Experte

Szalai mehr als nur ein Backup

"In Sachen Ballbehauptung gibt es in der der Bundesliga mit Robert Lewandowski nur einen Spieler, der das besser beherrscht als Adam Szalai. Das Spiel der Mainzer war in den letzten beiden Jahren oft auf seine Lufthoheit und Ballsicherheit ausgerichtet. In der letzten Saison kam dann auch endlich der Torriecher hinzu. Er galt in Mainz immer als Lieblingsschüler von Thomas Tuchel und hat sich unter ihm taktisch enorm weiterentwickelt.

Allerdings gab es bei Mainz 05 keine echte Konkurrenz für die Mittelstürmerposition und es muss sich auch erst zeigen, wie er mit der erhöhten Drucksituation umgehen kann. Für Schalke eine interessante Alternative, da er auch Chancen einleiten kann und nicht nur ein reiner Abschlussspieler ist, wie Huntelaar. In Sachen internationaler Erfahrung hat der Niederländer sicherlich die Nase vorn, aber ein Szalai in Topform ist für Schalke mehr als nur ein Huntelaar-Backup."

Kamerad und Mitstreiter

"Man hebt einen Stand am besten dadurch, dass man sich eine gute Konkurrenz schafft", sagte schon der deutsche Schriftsteller Kurt Tucholsky in "Die Weltbühne" 1928. Beim FC Schalke 04 soll in der neuen Fußballsaison eben dieser Konkurrenzkampf herrschen, mehr als es sonst der Fall war. Die Grundlage dazu schafft Manager und Sportvorstand Horst Heldt, indem er den Kader in der Breite qualitativ besser aufstellt.

Felipe Santana verstärkt die Abwehr und wird sich mit Kyriakos Papadopoulos, Benedikt Höwedes und Joel Matip als vierter Innenverteidiger um zwei Startplätze duellieren. Auf der Außenbahn versucht sich Christian Clemens, er tritt in Konkurrenz zu Michel Bastos auf der linken Offensivseite. Im Sturm rückt Adam Szalai ins Aufgebot und gesellt sich als Mitspieler, aber auch als Mitstreiter, zu Platzhirsch Klaas-Jan Huntelaar.

Weg vom Ein-Mann-Status

Mit der Verpflichtung des ungarischen Nationalstürmers holt sich der FC Schalke 04 zusätzliche Qualität in die vorderste Reihe. Vor allem in der Rückrunde spürte der Klub deutlich das Fehlen von Klaas-Jan Huntelaar, der sich ausgerechnet im Derby gegen Lokalrivale Borussia Dortmund (2:1) schwer verletzte und wochenlang ausfiel. Während dieser Zeit wurde für jeden ersichtlich, dass S04 ohne den Chefknipser einen großen Mangel an Durchschlagskraft aufwies.

Durch die Hinzunahme von Adam Szalai steht Trainer Jens Keller ein weiterer Stoßstürmer zur Auswahl. Dies erhöht die Variationsmöglichkeiten und die Offensivpower der Königsblauen enorm. Szalai und Huntelaar können sowohl einzeln als Sturmspitze agieren oder im Tandem. Horst Heldt schwärmte förmlich von dem 25-Jährigen: "Adam hat eine unglaublich gute Mentalität, ist bissig und gierig und hat eine gute Torquote."

Der FC Schalke 04 rüstet auf und emanzipiert sich von Stürmer Klaas-Jan Huntelaar. Klug und bedächtig kauft Heldt ein, zielstrebig und visionär. Schalke 04 macht sie, die kleinen Schritte nach vorne …

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