Hamburgs Sturmhoffnung Artjoms Rudnevs im Porträt

Der lettische Nationalspieler sorgte in Polen mit seinen vielen Toren für eine Menge Furore. Nun soll der Stürmer den HSV mit seinen Toren Richtung Europa schießen.
Hamburg. Der HSV-Neuzugang Artjoms Rudnevs ist den meisten Bundesliga-Fans unbekannt. Der lettische Nationalspieler kam für eine Ablösesumme in Höhe von 3,5 Millionen Euro in diesem Sommer vom polnischen Top-Klub Lech Posen an die Elbe. Nun will er mit viel Einsatz und vor allem seinen Toren überzeugen.

Fokus auf den Fußball

Rudnevs, der in der zu Russland grenzenden Stadt Daugavpils zur Welt kam und aufwuchs, gehört zur großen russischen Gemeinde, in der über 100000 Einwohner zählenden Stadt, die über die Hälfte der dortigen Bevölkerung ausmacht. Erst kürzlich beendete Rudnevs dort sein Lehramt-Studium. „Ich habe meinen Bachelor als Sportlehrer gemacht, doch jetzt kann ich mich voll und ganz auf den Fußball konzentrieren.“

Artjoms Rudnevs| Hamburger SV, Stürmer, 24

LECH POSEN 2010/11
Einsätze 40
Tore 20
Vorlagen 1
LECH POSEN 2011/12
Einsätze 33
Tore 25
Vorlagen 3


Furore in Polen

Der Lette verstärkte Lech im Sommer 2010, als er aus Zalaegerszzegi TE nach Großpolen wechselte um den abgewanderten Robert Lewandowski im Sturm zu ersetzen. Der Stürmer feierte einen perfekten Einstand, als er im ersten Ligaspiel mit einem sehenswerten Kopfball-Treffer glänzte. In der gesamten Debütsaison erzielte Rudnevs wettbewerbsübergreifend 20 Treffer. Spektakulär war sein Dreierpack im Europa League-Spiel gegen Juventus Turin. „Danach meldeten sich die ersten großen Vereine“, bestätigt sein Berater.

Den Stürmer zeichnet ein ungeheurer Zug zum Tor. Außerdem ist Rudnevs mit seinem rechten, wie auch mit seinem linken Fuß extrem stark und sicher im Abschluss - der Angreifer traut sich zudem immer wieder einen satten Schuss aus der Distanz abzufeuern. Rudnevs verfügt über ein exzellentes Kopfballspiel und ein hervorragendes Ballgefühl. Trotz seiner anfänglichen Sprachprobleme in Polen wusste er sich intuitiv auf dem Platz optimal zu verhalten um dem eigenen Team die nötigen Räume zu verschaffen und sich selbst an gefährlichen Toraktionen zu beteiligen.

Die polnischen Experten waren sich vor seiner zweiten Spielzeit sicher, dass Rudnevs das Zeug zum Starspieler der Liga besitzt. Der 24-Jährige erzielte innerhalb der ersten sieben Ligaspiele drei Dreierpacks! In der gesamten Saison erzielte er 25 Treffer - damit sicherte er sich die Torjägerkannone in der Ekstraklasa.

Gerne emotional

Der Stürmer zeigt sich gerne von seiner emotionalen Seite. Im Top-Spiel vor zwei Jahren gegen Legia Warschau war der Einsatz des Letten nach seiner Verletzung äußerst fraglich. Er wurde jedoch nach der Pause eingewechselt und erzielte wenige Minuten später den 1:0-Siegtreffer - den Torjubel widmete er seiner kleinen Tochter, die wenige Tage zuvor auf die Welt gekommen war. Rudnevs betont immer wieder, dass die Familie für ihn das wichtigste sei und er ihr gerne seine Tore widmet. Der Angreifer hat ein besonderes Verhältnis zu den Fans in Posen afgebaut. Selbst als sich das Team in einer Krise befand und die Lech-Anhänger den größten Teil der Mannschaft kritisierten, blieb Rudnevs von Pfiffen oder Schmähgesängen befreit. Der Stürmer spielte sich nicht nur wegen seiner Treffer, sondern auch wegen seiner großen Leidenschaft und Kampfeswillen in die Herzen der Fans.



Bin bereit für harte Arbeit

Der HSV genießt einen sehr guten Ruf. In der polnischen Liga haben mir viele Spieler nur Gutes über den HSV erzählt. Ich habe Frank Arnesen schon nach dem ersten Gespräch mitgeteilt, dass ich unbedingt kommen möchte, äußerte sich Rudnevs in seinem ersten Interview in Deutschland gegenüber hsv.de. Der Stürmer weiß aber auch, dass es ohne harte Arbeit nichts mit einem Platz in der ersten Elf bei den Hanseaten wird: In jedem Team und in jeder neuen Liga ist es zunächst schwer, sich durchzusetzen. Das geht nur über harte Arbeit. Aber ich bin bereit für harte Arbeit. Mit der Mannschaft möchte ich den maximalen Erfolg herausholen und dazu möglichst viele Tore beitragen.

Presse als Problem?

Der Angreifer sprach in Polen nur ganz selten mit der Presse - innerhalb der zwei Jahre gab er nur zwei ausführliche Interviews ab. In Lettland wird er von den Anhängern der Nationalmannschaft nicht sonderlich gut angesehen, da Rudnevs sich überwiegend auf russisch äußert und die lettische Sprache aufgrund seiner ethnischen Abstammung meidet. Spannend bleibt abzuwarten ob sich der Stürmer in Hamburg offener zeigt und den vielen Reportern in der Hansestadt Rede und Antwort steht. Andernfalls könnte er von Beginn an Probleme bekommen - außer er schießt seine Tore.

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