Hazard, Nasri, Sneijder & jetzt Modric: Manchester United verpasst erneut einen Star

Mit nahezu 620 Millionen Euro Schulden verpasst es Manchester United erneut einen großen Star zu verpflichten. Modric schließt vorerst diese beeindruckende United-Liste.
Manchester. Sir Alex Ferguson, ein Mann, der sich eigentlich nie mit dem Zweitbesten zufrieden gibt, muss sich langsam damit abfinden, dass er sich bei einigen Transfers auf einen Plan B einlassen muss. Manchester United hat es in den vergangen Jahren nicht geschafft die großen Transfer-Poker für sich zu entscheiden.

Einer der letzten großen Namen, der auf dieser Liste eingetragen werden kann, ist der von Luka Modric. Den Mittelfeldspieler der Tottenham Hotspurs hat Ferguson bereits seit längerem auf dem Zettel. Er schaffte es in den vergangenen beiden Sommer-Transferphase allerdings nicht, ihn zu verpflichten. Bei beiden Versuchen lag das Haupthindernis bei der von den „Spurs“ geforderten Ablösesumme. Rund 50 Millionen Euro verlangt Tottenham für den kroatischen Nationalspieler - Manchester United ist nicht gewillt und auch nicht in der Lage dieser Forderung nachzukommen. Als überbewerte Preisvorstellung sieht United diese Forderungen an.

DIE STARS, DIE UNITED NICHT BEKAM

KARIM BENZEMA | 2009
UNTERSCHRIEB BEI REAL MADRID
DAVID VILLA | 2010
UNTERSCHRIEB BEI BARCELONA
SAMIR NASRI | 2011
UNTERSCHRIEB BEI MANCITY
WESLEY SNEIJDER | 2011
BLIEB BEI INTER MAILAND
EDEN HAZARD | 2012
UNTERSCHRIEB BEIM FC CHELSEA

Modric wäre perfekt für das Team von Sir Alex Ferguson. Er wäre im United-Mittelfeld ein geeigneter Ersatz für Paul Scholes, um die Fäden im Spiel der „Red Devils“ in die Hand zu nehmen. Den ehemaligen Spieler von Dinamo Zagreb zieht es nun offenbar zu Real Madrid, sein Abschied von White Hart Lane gilt als ziemlich sicher.

Es ist ein vertrautes Thema bei United, seitdem der Klub im Jahr 2005 von der Glazer-Familie gekauft wurde. Während der 19-fache englische Meister noch immer auf eine große Historie und einen stark besetzten Kader zurückgreifen kann, kommen Deals immer wieder nicht zustande, wegen der finanziellen Beteiligung am Klub.

Ferguson hatte innerlich gehofft, dass sich dieses Vorgehen in diesem Sommer ändern werde. Aber die Verzögerung bei den Plänen bezüglich des Glazer-Börsengangs in Singapur verhindert die Möglichkeit, dass neues Geld in die Kassen des Klubs gespült werden. Ferguson betont immer wieder, dass das Handeln auf dem Transfermarkt nicht mehr so einfach sei, dass es ein Wertemangel auf dem Transfermarkt sei, doch die United-Anhänger wissen, dass der Schotte einst sehr glücklich war, als er hohe Ablösesummen für Spieler wie Jaap Stam, Juan Sebastian Veron und Rio Ferdinand zahlen konnte.

Im Sommer 2008 wechselte Stürmer Dimitar Berbatov für umgerechnet rund 38 Millionen Euro von den Tottenham Hotspurs zu Manchester United.  Eine Konkurrenz gab es beim Bieten um den Bulgaren damals nicht. Seine Lohnforderungen waren innerhalb des Klub-Budgets. Für den Belgier Eden Hazard gilt dieses nicht. Hazard stand auch beim Stadtrivalen Manchester City auf dem Zettel und entschied sich letztlich im Mai für einen Wechsel zum FC Chelsea.

United wähnte sich in der Pole-Position im Kampf um seine Unterschrift, doch am Ende war man nicht bereit, dem Offensivspieler aus Lille mehr als 160.000 Euro pro Woche zu zahlen - auch die umgerechnet rund 7,5 Millionen Euro für seinen Berater wollte man nicht bezahlen. Chelsea übertrumpfte United, bot als Gehalt knapp 250.000 Euro pro Woche und einigte sich auch mit seinem Berater auf eine Bezahlung. Die „Red Devils“ wurde somit gezwungen, ihren Plan B ins Visier zu nehmen: Shinji Kagawa von Borussia Dortmund.

Auch im letzten Sommer war das Vorgehen ähnlich: Manchester City sicherte sich die Dienste von Arsenals Samir Nasri, weil City 210.000 Euro pro Woche bot. Ähnliches spielte sich bei Wesley Sneijder ab. Der Niederländer akzeptierte nicht das Gehalt von Manchester United und blieb schließlich lieber in Italien bei Inter Mailand. Bei Karim Benzema versuchte Ferguson den Franzosen über zwei Jahre von einem Wechsel nach England zu überzeugen - am Ende zog es ihn zu Real Madrid. David Villa zögerte, wollte Spanien verlassen und wechselte 2010 schließlich vom FC Valencia zum FC Barcelona. Genau diese Spieler braucht Manchester United, um in der Premier League den Titel zu gewinnen oder in der Champions League für Aufsehen zu sorgen.

Wie kann Ferguson von unangemessenen Marktwerten sprechen, wenn United Cristiano Ronaldo im Jahr 2009 für 94 Millionen Euro verkauft hat? Er kennt sehr wohl die Werte der Spieler auf dem heutigen Transfermarkt - er weiß aber auch, dass er nicht das Geld hat, um diese Spieler zu verpflichten.

Uniteds Schulden von fast 620 Millionen Euro und die damit verbundenen Zinszahlungen stoppen den Verein auf dem Transfermarkt. Mit Manchester City, dem FC Chelsea und den beiden spanischen Giganten Real Madrid und dem FC Barcelona kann man nicht mehr mithalten. Ihre Umsätze sind außergewöhnlich, aber die enorme Belastung durch die Schulden zieht sich wie eine Schlinge um den Hals des Klubs. Und ohne Investitionen gibt es eine reelle Gefahr, dass sich Manchester City schon in den kommenden Jahren an der Spitze des englischen Fußballs absetzen wird.

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