Martin Lanig vor dem Wiedersehen mit dem VfB Stuttgart: Der Kölner will gegen seinen Ex-Klub punkten

Der Ex-Stuttgarter Martin Lanig nimmt eine zentrale Rolle im Kölner Mittelfeld - nun geht es gegen seinen Ex-Klub.
Köln. Seit zwei Jahren nimmt der Ex-Stuttgarter Martin Lanig eine zentrale Rolle im Mittelfeld des1. FC Köln ein. Seine Leistungen bei den Geißböcken sind durchwachsen – jetzt soll gegen seinen Ex-Verein VFB Stuttgart eine Leistungssteigerung dazu beitragen, dass die Kölner drei wichtige Punkte im Abstiegskampf sammeln. Goal.com blickt für Euch auf die Zeit von Martin Lanig in Köln zurück und analysiert die Ursachen, die für die Leistungsschwankungen des 27-jährigen Mittelfeldspielers verantwortlich sind.

Durchwachsene Saison

Wie die gesamte Kölner Mannschaft spielt auch Martin Lanig eine eher durchwachsene, teilweise schwache Saison mit viel Luft nach oben. Gerade einmal einen Assist, kein einziges Tor, aber neun gelbe Karten sind nicht die Bilanz eines Mittelfeldspielers, der alleine aufgrund seiner Kopfballstärke doch für das eine oder andere Tor gut sein dürfte. Erinnert sei hier zum Beispiel an das klägliche Scheitern Lanigs gegen Berlin, als der Blondschopf aus zwei Metern freistehend den Ball nicht über die Linie drücken konnte. Auch der Notenschnitt Martin Lanigs könnte besser sein: Mit einer schwachen 3,9 bewerten die Kollegen des Kicker die Leistungen von Lanig in dieser Saison – nur beim Heimspiel gegen Leverkusen sowie beim Auswärtsspiel gegen Hoffenheim konnte Lanig eine Note erreichen, die besser als 3,0 war.

Starker Balleroberer – doch die Balance stimmt nicht immer

Martin Lanig ist unter den Kölner Fans vor allem für eine Charaktereigenschaft bekannt: Lanig ist ein Kämpfertyp, immer an der Grenze des Erlaubten – der aber auch das eine oder andere Mal über sein Ziel hinaus stößt. In seinen bisherigen 83 Bundesligaspielen sammelte Lanig nämlich bereits 21 gelbe Karten. In jedem vierten Spiel also sieht Lanig den gelben Karton. Eine ähnliche Bilanz in der Bundesliga-Historie haben zum Beispiel die Spieler Thorsten Frings oder Carsten Ramelow, die ja auch positionstechnisch mit Lanig vergleichbar wären. Dass Lanig jetzt aber als „Karten-König“ gehandelt wird, kann man so auch nicht stehen lassen: Denn an die Quoten eines Stefan Effenberg (114 gelbe Karten in 370 Spielen) oder eines Bernd Hollerbach (95 in 222) kommt Lanig bei weitem nicht heran.

Auffällig ist im Spiel von Lanig jedoch die fehlende Balance im Einsatz seiner Fouls. Dies ist auch der Grund für die Leistungsschwankungen des Spielers. Gegen Borussia Mönchengladbach wurde dies offenkundig, als Lanig Marco Reus an der Strafraumgrenze völlig unnötig vor das Schienbein trat. Den fälligen Freistoß verwandelte Juan Arango – das Spiel der Geißböcke war gelaufen. Klar versucht Lanig mit seiner ruppigen Spielweise Zeichen zu setzen und die Mannschaft durch Leidenschaft mitzuziehen, wie es zum Beispiel beim 1:0-Heimsieg gegen die Hertha auch hervorragend funktionierte.

Auffällig ist zudem, dass Lanig gelbe Karten auch relativ früh in den Spielen kassiert – so nimmt er sich selbst die Möglichkeit, über das gesamte Spiel mit vollem Einsatz gegen seine Gegenspieler zu verteidigen, steht er doch häufig davor, mit Gelb-rot das Spielfeld vorzeitig verlassen zu müssen. Daher Lanig muss seinen Einsatz besser dosieren, will er seine Worte, er sähe sich auf Europaleague-Niveau, auch durch Leistungen auf dem Platz belegen. Denn die Anlagen, um im europäischen Geschäft mithalten zu können, sind bei Lanig durchaus vorhanden. Stark ist Lanig immer dann, wenn es um die Balleroberung geht – gerade in der Luft, aber auch am Boden. Auch im offensiven Eins gegen Eins weiß sich Lanig des öfteren „durchzutanken“.

Ein Manko seiner Spielweise ist aber, dass sich der Ex-Stuttgarter zu häufig zu lange nicht vom Ball trennt und das Spiel in Situationen beruhigt, in denen die Kölner eigentlich kontern könnten. Diese Eigenschaft hat ihm bei einigen Fans auch den Spitznamen „Martin Tranig“ eingebracht.

Gegen Stuttgart müssen drei Punkte her

Vor allem gegen seinen Ex-Klub VFB Stuttgart wird Lanig sicherlich besonders motiviert sein, denn mit Sven Ulreich, Khalid Boulahrouz, Christian Molinaro,Serdar Tascia oder Cacau trifft Lanig auf einige alte Bekannte. Gegen die Höhenflieger stehen die Kölner mit dem Rücken zur Wand – drei Punkte im Abstiegskampf sind Pflicht.

Eure Meinung: Inwiefern sind die Kölner im Abstiegskampf auf Lanig angewiesen? Ist er eher Leistungsträger oder Leistungshemmer?

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