Korruption? Die FIFA vermisst Haiti-Spendengelder

Korruption, Schmiergelder, Betrug: Die FIFA macht weiter Schlagzeilen mit zwielichtigen Geldtransfers. Dieses Mal geht es um eine Spende des Fußballweltverbandes nach Haiti.
Zürich. Umgerechnet rund 190 000 Euro wollte die FIFA im Jahr 2010 an die Erdbebenopfer von Haiti spenden. Doch nur ein kleiner Teil des Geldes kam an – nun gerät der ehemalige FIFA-Vizepräsident Jack Warner unter Verdacht.

Nur 45 000 Euro kamen an

Auf Nachfrage bestätigte die FIFA, dass bisher nur 60 000 Dollar (rund 45 000 Euro), also nicht einmal ein Viertel der Gesamtsumme, in Haiti angekommen seien: „Die FIFA bestätigt, dass sie von der haitianischen Regierung im Herbst 2011 darüber in Kenntnis gesetzt wurde, dass nur 60.000 Dollar überwiesen wurden", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme.

Warum der Umweg über Fußball-Verband von Trinidad und Tobago?

Ungeklärt ist noch, warum die FIFA das Geld zuerst an den Fußball-Verband von Trinidad und Tobago (TTFF) überwiesen hatte, damit dieser das Geld weiterleitete. Es heißt, der Umweg sei ausdrücklich auf Wunsch vom damaligen FIFA-Vizepräsident Jack Warner genommen worden, der damals noch Präsident des nord- und zentralamerikanischen sowie karibischen Fußballverband CONCACAF war.

Warner ist kein Unbekannter mehr


Erst vor kurzem musste Warner aufgrund seiner Verstrickungen in den jüngsten Korruptionsskandal den Weltverband verlassen. Wie genau er in die Affäre um die Haiti-Spendengelder verwickelt ist, klären derzeit Ermittler. Die FIFA stoppte unterdessen alle Zahlungen nach Trinidad und Tobago.

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